Chris1984 Geschrieben 3. April 2014 Melden Geschrieben 3. April 2014 Hallo, ich überlege im Sommer mit der Sylt Air einen Linienflug von Hamburg nach Westerland zu tätigen. Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit der Airline gemacht? Mich würde vor allem, da die Airline mit Kleinflugzeugen fliegt, die Sicherheit im Bezug auf Wartung der Flieger und die Qualifikation der Piloten interessieren. Sind dies "normale" Berufspiloten ? Müssen die auch regelmäßig ihr Können in Simulatoren nachweisen wie Piloten bei den großen Airlines ?
comeback Geschrieben 3. April 2014 Melden Geschrieben 3. April 2014 Grundsätzlich gilt wohl die Faustregel, je kleiner das Flugzeug, desto unsicherer. Aber ich persönlich hätte keine Bedenken da einzusteigen in eine Cessna von Sylt Air. Wer gewerbsmäßig als Pilot tätig ist, wird natürlich auch regelmäßig geprüft. Eine "normale" Sportpilotenlizenz alleine reicht in dem Fall nicht aus.
rolandditz Geschrieben 3. April 2014 Melden Geschrieben 3. April 2014 Ich hatte zweimal das Vergnügen, Sylt Air zu fliegen. 2007 war der Pilot ein Tornado-Pilot im Ruhestand, der war auf der Cessna also eher etwas "untermotorisiert", hatte aber reichlich Flugerfahrung auf der Uhr. Mit etwas Glück sitzt Du bei Sylt Air auf dem Copilotensitz, da hast Du eine nette Aussicht auf der Strecke. Also ich kann Sylt Air nur empfehlen.
jubo14 Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Grundsätzlich gilt wohl die Faustregel, je kleiner das Flugzeug, desto unsicherer. Das möchte ich so nicht unwidersprochen lassen. Die gewerbliche Fliegerei mit kleineren und kleinen Flugzeugen ist genau so sicher, wie es die Fliegerei mit großen Maschinen ist. Wenn man sich die Unfälle mit kleinen Flugzeugen der letzten Jahre ansieht, dann saßen dort in der Regel keine Berufspiloten am Steuerknüppel.
744pnf Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Die gewerbliche Fliegerei mit kleineren und kleinen Flugzeugen ist genau so sicher, wie es die Fliegerei mit großen Maschinen ist. Jedenfalls solange man die Unterschiede zur "Fliegerei mit grossen Maschinen" kennt und seine Ops auch entsprechend danach ausrichtet.
rolandditz Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Unter http://www.syltair.eu/ , Rubrik Team sind alle Piloten und sonstigen Mitarbeiter mit Bild aufgeführt. Da kannst Du dir ein erstes Bild machen. Das hast Du in der Luftfahrt mit "großen" Flugzeugen auch nicht.
Herr Asterix Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Grundsätzlich gilt wohl die Faustregel, je kleiner das Flugzeug, desto unsicherer. Ich dachte, dass wir über dieses Stadium des Verständnisses von Luftfahrt in diesem Forum hinaus wären...
comeback Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Statistisch ist es aber so, dass Sportfliegerei wesentlich gefährlicher als z.B. Motorradfahren ist. Und somit natürlich auch gefährlicher als Fliegen mit großen Verkehrsmaschinen. Da sollte man sich keine Illusionen machen. Der alte Spruch "Das gefährlichste am Fliegen ist die Fahrt zum Flugplatz" ist jedenfalls definitiv falsch in Bezug auf einmotorige kleinere Maschinen. Unabhängig davon ob der Pilot "nur" ein Amateur oder ein Profi ist, eine Sportmaschine bleibt eine Sportmaschine, auch wenn sie gewerblich genutzt wird. Richtig ist aber, dass die meisten Abstürze durch Pilotenfehler oder andere vermeidbare Fehler (z.B. Überladung des Flugzeugs) passieren. Habe mich was das betrifft gut informiert, da ich selbst gerade dabei bin, eine Ultraleicht-Lizenz zu machen.
PilotMS2 Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Speziell die sogenannten "Inselflieger" sind Piloten mit sehr viel Erfahrung die ihre Strecken und Flugplätze sehr gut kennen. Diese Piloten haben mehr Starts und Landungen auf dem "Buckel" als jeder Linienpilot. Im letzten Aerokurier war ein Portrait über einen dieser Piloten. Er hat insgesamt mehr als 121.000 Landungen absolviert!!!
comeback Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Naja, wenn z.B. in der Startphase das einzige Triebwerk ausfällt und die Zeit für eine Umkehrkurve nicht mehr ausreicht, kann auch der erfahrenste Inselpilot schnell mit seinem Latein am Ende sein... Aber nichtsdestotrotz, ich denke man kann sich ruhigen Gewissens in eine Maschine von Sylt Air setzen, zu 99,9% wird man heil am Ziel ankommen und ein tolles Flugerlebnis gehabt haben, was man im Airbus oder in der Boeing so in der Form nicht hat.
jubo14 Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Statistisch ist es aber so, dass Sportfliegerei wesentlich gefährlicher als z.B. Motorradfahren ist. Und damit vermischt Du zwei Segmente der Fliegerei, die man eben nicht vermischen darf. Es geht hier nicht um die Freizeit- und Hobby-Fliegerei! Und selbst diese ist um ein Vielfaches sicherer, als Dein Motorradfahren. Oder bist Du ernsthaft der Meinung, das es (z.B. 2012) über 28.000 Verletzte in diesem Sektor gegeben hat? Und sicher auch keine 586 Todesopfer! Nebenbei, weltweit sind bei Flugunfällen 2012 exakt 496 Menschen um Leben gekommen. Und in dieser Zahl sind vom grossen Verkehrsflieger bis zum Ultraleit-Flieger alles dabei.
comeback Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Was die absoluten Zahlen betrifft, hast Du sicher recht. Aber bedenke, dass auch viel mehr Menschen auf Motorrädern durch die Gegend fahren als in Cessnas durch die Luft fliegen. Die relativen Zahlen sehen da schon ganz anders aus. Und eine Cessna 152 bleibt nun mal eine Cessna 152, unabhängig davon ob sie eine Sylt Air-Lackierung trägt und im Liniendienst eingesetzt wird oder von meinem Nachbarn just for fun bei schönen Wetter um den Kirchturm geflogen wird.
ebaar Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Nebenbei, weltweit sind bei Flugunfällen 2012 exakt 496 Menschen um Leben gekommen. Und in dieser Zahl sind vom grossen Verkehrsflieger bis zum Ultraleit-Flieger alles dabei. Woher hast du diese Zahl ? Ich erinnere mich 2012 habe ich spontan zwei Abstürze (MD80 Nigeria, 732 Pakistan) im Kopf wo addiert schon ca. 300 Menschen gestorben sind... Da erscheint mir die Zahl doch etwas zu optimistisch.
rolandditz Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Der Absturz des Islanders der Bremerhaven Airline im Jahr 2001 war meines Wissens der letzte Unfall in der gewerblichen deutschen Inselfliegerei mit Todesopfern. Eine Quelle: http://www.welt.de/print-welt/article315398/Bremerhaven-ein-Jahr-nach-dem-Flugzeugunglueck.html Selbst wenn man die größere Anzahl von Motoradfahrern im Vergleich zu Inselflugpassagieren im gewerblichen Luftverkehr berücksichtigt, eine recht beeindruckende Sicherheitsbilanz. Zudem wird bei Sylt Air als kleinstes Flugzeug im Linienverkehr (und als einziges einmotoriges Linienflugzeug. Die Cessna 207, auf der ich 2007 das Vergnügen hatte, ist nicht mehr in der Flotte) eine Cessna 182 eingesetzt. Zumeist wird Hamburg - Westerland mit zweimotorigen Cessna 404 und Partenavia 68 geflogen. Die Cessna 172 wird nur zu Rundflügen eingesetzt.
ebaar Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Was die absoluten Zahlen betrifft, hast Du sicher recht. Aber bedenke, dass auch viel mehr Menschen auf Motorrädern durch die Gegend fahren als in Cessnas durch die Luft fliegen. Die relativen Zahlen sehen da schon ganz anders aus. Und eine Cessna 152 bleibt nun mal eine Cessna 152, unabhängig davon ob sie eine Sylt Air-Lackierung trägt und im Liniendienst eingesetzt wird oder von meinem Nachbarn just for fun bei schönen Wetter um den Kirchturm geflogen wird. Im Gegensatz zu den meisten C152, welche in Deutschlands Vereinen und Haltergemeinschaften durch die Gegend fliegen, laufen die Kisten der Syltair unter einem deutschen AOC und somit unter dem wachsamen Auge des LBA. Sämtliche Wartungspläne, Abläufe und Verantwortlichkeiten sind hier bereits vor dem ersten Einsatz geregelt und sichern so einen höheren Standard. Außerdem sollte bei den Pistenlängen in Hamburg und Westerland bei einem Triebwerksausfall unter der Mindesthöhe einer Umkehrkurve eine Landung im restlichen Pistenabschnitt im bereich des möglichen sein.
fanofall Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 GWT-HAM-GWT wird bei Sylt Air mit C182, Partenavia 68 oder C404 bedient. Die Piloten haben alle Stundenzahlen im vierstelligen Bereich. Wenn du fliegst, vergiss deine Kamera nicht. Gibt sehr schöne Ausblicke über Hamburg und Sylt :) . Weitere Details gerne per PM.
jubo14 Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Woher hast du diese Zahl ? Sorry, Du hast recht. 496 ist die Zahl aus 2011. In 2012 waren es dann leider (u.a. wegen der von Dir angeführten Unfälle) wieder 693 Tote. http://aviation-safety.net/database/dblist.php?Year=2012
speedman Geschrieben 4. April 2014 Melden Geschrieben 4. April 2014 Bitte den Thread nicht ausarten lassen, Danke @Chris1984 Sylt Air kannste vertrauen, da steige ich blind ein und aus. Ich kenne die Fa langjährig im Inselverkehr ab GWI.
kirchi Geschrieben 7. April 2014 Melden Geschrieben 7. April 2014 Was die absoluten Zahlen betrifft, hast Du sicher recht. Aber bedenke, dass auch viel mehr Menschen auf Motorrädern durch die Gegend fahren als in Cessnas durch die Luft fliegen. Die relativen Zahlen sehen da schon ganz anders aus. Und eine Cessna 152 bleibt nun mal eine Cessna 152, unabhängig davon ob sie eine Sylt Air-Lackierung trägt und im Liniendienst eingesetzt wird oder von meinem Nachbarn just for fun bei schönen Wetter um den Kirchturm geflogen wird. Es ist wie überall... ...gefährlich wird es, wenn man die Grenzen das machbaren überschreitet. Und wenn du eine UL-Lizenz machst, weißt du das auch. Bleibt im Startlauf der Quirl stehen, gehts runter, aber das trainiert jeder Pilot und gerade diese "Buschflieger Deutschlands" sehr häufig ;)
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