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Geschrieben (bearbeitet)

Vietjet will anscheinend gerne sehr schnell sehr viel Geld verlieren und mit 737 in den australischen Inlandsmarkt einsteigen. Man will in Australien ein eigenes AOC gründen (beziehungsweise hat es schon beantragt) und das Qantas/Virgin Duopol in Australien aufbrechen. Starten will Vietjet mit 10 Flugzeugen. 

 

Quelle:

https://www.aerotelegraph.com/airlines/australien-vietjet-air-will-inlandsmarkt-aufmischen-konkurrenz-fuer-qantas-und-virgin/p55hv4f

 

Ich wünsche Vietjet zwar viel Erfolg, fürchte allerdings ein ähnlich finanzielles Debakel wie Bonza/Rex oder auf der anderen Seite der Weltkugel Wizz Air damals in Skandinavien oder Norwegian in Argentinien.

 

Nüchtern betrachtet sehe ich abseits einer günstigen Produktionsplattform (die Bonza auch hatte) bei diesem Ableger eigentlich nur Risiken und kaum nachhaltige Chancen:

  • Australien hat zwar weite Strecken, ist aber nicht unbedingt einwohnerstark. (30 Millionen Einwohner, nicht einmal die Hälfte von Deutschland). Davon lebt der Großteil in 5 bereits bestens vernetzten urbanen Gebieten (Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide). 
  • Es gibt 2 extrem starke lokale Airlines (Qantas/Virgin) mit breitem Netz, hoher Frequenz in die wenigen Ballungsräume und einen starken LCC (Jetstar, Qantas Gruppe). Der Markt ist ein quasi nicht knackbares Duopol: Gerade groß genug für 2 Airlines + Preismacht + Frequenzen. Bonza und Rex sind gerade erst gescheitert. Geld wird eigentlich nur auf den Rennstrecken verdient und neue Player werden von Qantas und Virgin gemeinsam gnadenlos aus dem Markt gepreist und/oder in Frequenzen erstickt. Einfach weil sie es beide (mehr oder weniger problemlos) können und dies bereits mehrmals hintereinander erfolgreich demonstriert haben.
  • Qantas und Virgin haben beide eine lange Tradition, sind im Domestic Markt extrem starke Marken und in der Bevölkerung fest verankert. Sie machen beide ihren Job gut und performen solide. Ähnlich wie den Norwegern bei Wizz traue ich auch den Australiern einen durchaus hohe Markenloyalität zu. Beide Carrier decken den Markt bereits extrem gut ab - es gibt kaum noch lohnenswerte unbediente massentaugliche Märkte. Noch nicht mal im von Rex und Alliance dominierten Regionalbereich bzw. Charterverkehr/PSO. Die Volumenmärkte sind untereinander aufgeteilt und für die absolute Nische ist Vietjet als ULCC die falsche Airline und die 737 das falsche Flugzeug. 
  • Australien ist kein Billiglohnland und mit einem lokalen AOC wird auch eine Vietjet im groß und ganzen zu ähnlichen Rahmenbedingungen operieren müssen, wie ihre vielfach größeren Konkurrenten. Und auch dort machen beide Player einen guten Job: Virgin operiert bereits seit mehreren Jahren sehr schlank und effizient. Qantas ist jetzt auch nicht als chronisch ineffizient bekannt und wenn QF für einen Markt eine wirklich kostengünstige und effiziente Plattform benötigt, dann schickt sie Jetstar auf die entsprechende Route.

Aus meiner Sicht kann das eigentlich nur schief gehen. Air Asia und die Lion Gruppe werden sich schon aus Gründen nie in den Australischen Domestic Markt gewagt haben. Obwohl der Schritt für beide Airlines naheliegend wäre. Tiger Air wurde von Virgin geschluckt und ist dann 2020 ganz verschwunden. Gefühlt seit Virgin Blue/Australia, wurde in Australien keine nachhaltig erfolgreiche halbwegs massentaugliche Airline mehr geschaffen. Zumindest keine, die bis heute noch im Volumengeschäft operiert. Und selbst Virgin hat es damals vermutlich „nur“ deshalb geschafft, weil sie eine historisch einmalige Chance hatte, zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und indirekt Ansett Australia erfolgreich „beerben“ konnte. Von einem ähnlichen Szenario fehlt seitdem aber jede Spur. Gleichzeitig ist der Weg vollgepflastert mit gescheiterten Träumen und Visionen. Mir ist nicht wirklich klar, was sich Vietjet von dem Experiment erhofft. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren. 

Bearbeitet von Avroliner100
Geschrieben

15 A340-600 und 82 Trent 500 Triebwerke plus 9.000 weitere A340 Ersatzteile … wer will sie haben?

 

Die Insolvenzmasse von European Air Cargo kommt unter den Hammer.

 

Zitat

«Wir begrüßen Interessenbekundungen potenzieller Käufer für das Unternehmen sowie für dessen Flugzeugportfolio, das viele flugfähige Flugzeuge von hervorragender Qualität umfasst.»


Quelle:

https://www.aerotelegraph.com/flugzeuge/15-airbus-a340-und-82-triebwerke-zu-verkaufen-aus-insolvenz/5mdmgwf

  • 2 Wochen später...
Geschrieben

SkyAlps hat das vergangene Jahr 2025 einen Verlust von 20 Millionen Euro verzeichnet. Grund dafür waren u.a. Groundings von großen Teilen der Flotte. 
 

Mittlerweile hat man dieses Kapitel hinter sich gelassen. Für dieses Jahr strebt die Airline eine annähernd schwarze Null an, innerhalb der nächsten 3 Jahre will man nachhaltig profitabel sein.

 

Quelle:

https://www.aerotelegraph.com/airlines/sky-alps-verbucht-2025-millionenverlust-nach-grounding-von-sieben-flugzeugen/0gjmm6f

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