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ron_fu

Frage zu Zugvögeln im Flughafenbereich

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Hallo,

ich wohne im Rhein Main Gebiet und beobachte wie jedes Jahr im Herbst tags- und nachtsüber große Schwärme von Gänsen und anderen Zugvögeln in Bereichen wo Flugzeuge Richtung Frankfurt schon recht tief sind ( lt. Flightradar24 zwischen 1000 und 1300m)

Gibt es eigentlich von der Flugsicherung her Möglichkeiten diese Schwärme zu sehen und  Warnungen an die Piloten wenn da ein großer Schwarm rumflattert?

Vogelschlag mit so einer Wildgans ist ja nicht so ohne.

 

Danke für Infos

Ron

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Gibt es eigentlich von der Flugsicherung her Möglichkeiten diese Schwärme zu sehen und  Warnungen an die Piloten wenn da ein großer Schwarm rumflattert?

 

Das Problem (abgesehen von der Erkennbarkeit auf Radar) ist die Vorwarnzeit: Du müsstest theoretisch permanent die Bewegung eines Flugzeuges mit 300km/h und eines Vogels mit vielleicht 80km/h übereinanderlegen und auf mögliche Konflikte innerhalb der nächsten Minute hochrechnen. Ist die Zeitspanne zu lang wird die Unsicherheit (somit die Gefahr von falschen Alarmen) unvertretbar hoch, ist sie zu kurz kann vielleicht gar nicht mehr reagiert werden.

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Ja das ist der Punkt. Erkennbarkeit und Vorwarnzeit

Ich habe früher zu meinen Flughafenzeiten tags & nachts Schwärme direkt im Überflug von FRA gesehen und gehört. Vielleicht gibt es ja irgendwo Meldungen an die FS, das Schwärme unterwegs sind, denn die Routen sind jedes Jahr eigentlich gleich

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Hi,

da ich am Tower FRA arbeite kann ich dazu folgendes sagen:

im Einflugbereich zur Piste 07L gibt es ein sogenanntes Bird Migration Warning System (heißt MIVOTHERM) - das überwacht die Zugbewegungen der Vögel in dem Bereich, der dort besonders ausgeprägt ist, aufgrund der Nähe zum Main.

Sobald dort eine höhere Intensität festgestellt wird, wird uns das grafisch dargestellt. Außerdem werden auch noch BIRDTAMs rausgegeben (ähnlich einem SNOWTAM), wo dann vor intesiverem Vogelflug gewarnt wird. --> packen wir dann auch auf die ATIS drauf als Warnung für die Piloten.

 

Ansonsten geben wir auch eine Warnung über die ATIS raus bei Pilot Reports, eigenen Beobachtungen, oder wie auch letzte Woche, wo ein Anwohner aus Kelsterbach angerufen hat, weil er einen riesigen Vogelschwarm in Richtung Airport hat ziehen sehen.

 

Aber sonst gibt's kein System ala Wetterradar o.ä. - dafür sind die Bewegungen doch zu unvorhersehbar...
Wenn noch Fragen sind - einfach fragen ;)

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Im AIP gibt es eine grobe Darstellung der Routen des Vogelzugs, aber das ist in der Praxis letztlich nicht mehr als "Augen zu und durch" für die Flugbesatzungen.

 

FRA musste für die Eröffnung der vierten Bahn ein Beobachtungssystem für viel Geld einrichten - Mivotherm müsste es heißen.

Und im Planfeststellungsbeschluss für die ostdeutsche Superbaustelle wird (ganz ähnlich) ein Vogelzugradar mit Warn- und Vorhersagesystem gefodert.


 derflo95 war schneller...

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...denn die Routen sind jedes Jahr eigentlich gleich

 

Bin kein Ornithologie und doch gibt es gewichtige Indizien, dass durch menschlichen Einfluß die Zugbahnen nicht identisch sind, sondern viele Millionen Vögel sterben, weil ihr Orientierungsinn von Menschen manipuliert wird.

 

Hauptfaktor ist Lichtverschmutzung. Dadurch werden Vögel nicht nur von ihrer Bahn abgebracht. Es sterben jährlich sehr viele Vögel wegen Kollisionen mit Gebäuden oder an Erschöpfung,weil sie nachts in einem "Lichtdom" (erzeugt durch Strahler, die irgendwelche Gebäude anstrahlen und bei Nebel etc. eine milchige Suppe erzeugen) fliegen und morgens dann völlig fertig sind.

 

Zumindest in Nordamerika sind immer mehr Städte zumindest gewillt, während der Zugvogelzeit die rein kosmetische Beleuchtung von Gebäuden stark zu reduzieren oder gar abzustellen. Die bisherigen Maßnahmen haben zum Beispiel in New York die Todesrate von Vögel drastisch reduziert.

 

Auch der CN Tower in Toronto arbeitet seit Jahren in der fraglichen Zeit mit einer reduzierten Beleuchtung, wobei hier generell bei Sendetürmen nach Möglichkeiten geschaut wird, wie man die Hindernis-/Gefahrenbefeuerung auf ein Mindestmaß reduzieren könnte.

 

Eine Idee ist, dass man nach Einstellung des Flugbetriebs in der Umgebung eines Sendeturms, die Hindernisbefeuerung ebenfalls abstellt und bei hohen Sendetürmen einzig die Gefahrenfeuer weiterhin warnen, da so ein Objekt weiterhin ein Hindernis bleibt.

 

Schon das nächtliche Zuziehen eines Vorhangs in einem erhelltem Wolkenkratzer-Büro, hilft den schönen Geschöpfen, nicht abgelenkt zu werden.

 

Licht zieht Vögel an.

 

 

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Hallo,

ich wohne im Rhein Main Gebiet und beobachte wie jedes Jahr im Herbst tags- und nachtsüber große Schwärme von Gänsen und anderen Zugvögeln ...

 

Es sind Kraniche die momentan im 20 Minuten Rhythmus über Rhein-Main ziehen. Sie orientieren sich am Main und Taunus als geologisch markante Wegpunkte. An die Gefahr von Zusammenstößen habe ich dabei auch schon gedacht. Zum Glück liegt die Flughöhe meist bei max. 1000 m. http://www.kraniche.de/Bilder/Zugwege.jpg

 

Als Wappentier der LH sponsert man den Naturschutz und Beobachtung dieser Spezies.

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Danke für die Infos!

Dann hoffen wir mal, das es für Flieger und Vögel so wenig wie möglich zu Zusammenstößen kommt!

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