Wolfgang Becker Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Die Aschewolke legt den Flugverkehr lahm, weil Probleme bei Düsentriebwerken auftreten können. Aber: warum fliegen eigentlich keine Turboprops? Kleine Motorflugzeuge (bspw. Cessnas) fliegen doch auch munter weiter. Zumindest hier in Berlin.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Die Aschewolke legt den Flugverkehr lahm, weil Probleme bei Düsentriebwerken auftreten können. Aber: warum fliegen eigentlich keine Turboprops? Kleine Motorflugzeuge (bspw. Cessnas) fliegen doch auch munter weiter. Zumindest hier in Berlin. Weil die Turboprop-Triebwerke sehr ähnlich wie die Düsentriebwerke aufgebaut sind, nur, daß sie nicht auf Schub arbeiten, sondern die Energie auf eine Welle übertragen. Wichtiger scheint aber, daß sie auch nach IFR und in den gesperrten Lufträumen fliegen würden. Und das ist derzeit eben nicht möglich. In den unteren Lufträumen, wo man VFR fliegt, ginge das nach meiner Meinung. Wenn ich jetrzt hier etwas wichtiges vergessen haben sollte oder nicht ganz korrekt geantwortet habe, möge man mich verbessern. Ach so, das hatte ich noch vergessen zu erwähnen: wenn man nach VFR fliegen will, braucht man keine Genehmigung der DFS, und deshalb gurken jetzt auch die kleinen Privatmaschinen überall rum und freuen sich, den Himmel für sich zu haben. Noch ein Edit, weil MHG das gerade gepostet hat: In Deutschland darf wohl keine kommerzielle Luftfahrt über 19 Paxe nach VFR betrieben werden. Das würde auch erklären, warum die Airlines nicht alle einen zumindest Notbetrieb unter VFR aufrecht erhalten.
IL62 Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 In UK fliegt Skybus mit ihren Twin Otter und Islandern ganz normal weiter ab Land's End und Newquay. Die anderen Airports sind zu. Skybus Flights 16/04/2010 Our flights are operating between Newquay/Lands End and the Isles of Scilly as normal, all other airports are affected by the current UK airspace restrictions. Ebenso fliegen die Trislander von Aurigny normal zwischen den Channel Islands. Blue Islands mit ihren Jetstreams hat eingeschränkten Service. Könnte mir vorstellen, dass es in Deutschland heute auch Seebäderverkehr gibt.
fleckenmann Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Man stelle sich vor,was LGW gerade mit Ihren D228 für Reibach hätte machen können ;-). Im Ernst, warum gibt es denn nicht gerade so etwas wie nen VFR Notverkehr ala Bäderverkehr ? Gibt doch einige <19Sitzer in Deutschland ! Man stelle sich vor, gestrandete Urlauber mit Arcus Air D228 oder ähnlichem von PMI nach Deutschland ;-)
locodtm Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Dann könnte man aber min. 10x fliegen um eine Ladung Touristen nach Deutschland zu bringen. Selbst wenn man alle Maschinen einsetzt wäre das nur der Tropfen auf den heißen Stein.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Dann könnte man aber min. 10x fliegen um eine Ladung Touristen nach Deutschland zu bringen. Selbst wenn man alle Maschinen einsetzt wäre das nur der Tropfen auf den heißen Stein. Ich denke da weniger an die Touristen, man möge mir das vergeben, denn, das wäre tatsächlich sehr mühselig. Nein, ich würde da eher an die Geschäftsreisenden denken, die dringend von A nach B müssen, z.B. morgen, und nicht Auto oder Bahn nutzen können.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Ich werfe mal das Wort "Jetisfcation" in den Raum - wenn die Jungs ein wenig pfiffig sind, dann ist man morgen unterwegs ... nicht auf CGN-HAJ, sondern da wo richtiges Geld zu verdienen ist :P Hab ich gerade eben, vor deinem posting, abgeprüft. Geht leider nicht, aus rechtlichen Gründen. Kommt hinzu, daß sich das ja auch nur lohnen würde, wenn man aus dem Stand so etwas wie einen Liniendienst zaubern würde und den die nächsten, sagen wir mal 3-5 Tage z.B. zwischen HAM und MUC laufen lassen könnte. Aber, kannst Du eine verläßliche Wetterprognose für Deutschland für die nächsten 5 tage abgeben? Wenn Du nämlich kein geeignetes Wetter auf der Strecke hast, kannst Du VFR knicken.
erbakan99 Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Ich werfe mal das Wort "Jetisfcation" in den Raum - wenn die Jungs ein wenig pfiffig sind, dann ist man morgen unterwegs ... nicht auf CGN-HAJ, sondern da wo richtiges Geld zu verdienen ist :P normal schon, aber die bürokratie schiebt denen einen riegel davor...
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 normal schon, aber die bürokratie schiebt denen einen riegel davor... Du irrst. Es ist nicht die Bürokratie, sondern schlicht ein luftfahrtrechtliches Thema und hat mit dem landläufigen Begriff "Bürokratie" nichts zu tun.
aerofan Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Der europäische Luftraum ist bis auf weiteres gesperrt ! Über Ausnahmen kann im Einzelfall entschieden werden. Hierüber einen halbwegs funktionierenden "Notflugplan" anzuwickeln ist vollkommen abwegig, kann weder von den Luftaufsichtsbehörden, noch von den Airlines selbst geleistet werden.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Der europäische Luftraum ist bis auf weiteres gesperrt ! Über Ausnahmen kann im Einzelfall entschieden werden. Hierüber einen halbwegs funktionierenden "Notflugplan" anzuwickeln ist vollkommen abwegig, kann weder von den Luftaufsichtsbehörden, noch von den Airlines selbst geleistet werden. Wir diskutieren hier ja speziell die VFR-Fliegerei, und die ist nicht betroffen. Natürlich ist es richtig, daß man einen VFR-Flugbetrieb mit Airbus- oder Boeing-Jets nicht wirtschaftlich betreiben kann. Aber mit Metroliner ließe sich das schon gestalten, meiner Meinung nach. Man müßte es halt nur aus dem Stand heraus etwas anders organisieren, und die betroffenen Flughäfen müßten natürlich auch mitspielen. Man muß ja kein ganzes Terminal öffnen, sondern könnte das über das jeweilige GAT abwickeln.
fleckenmann Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Ich kann Aussagen wie "der europäische Luftraum ist gesperrt" nicht mehr hören !!! Erstens betrifft es nur Teile des Luftraums (Spanien z.B. gar nicht) und zweitens ist nicht der Luftraum gesperrt sondern es gibt ein Verbot für IFR Flüge, was ein himmelweiter Unterschied ist !
ddner Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Ich kann Aussagen wie "der europäische Luftraum ist gesperrt" nicht mehr hören !!! Erstens betrifft es nur Teile des Luftraums (Spanien z.B. gar nicht) und zweitens ist nicht der Luftraum gesperrt sondern es gibt ein Verbot für IFR Flüge, was ein himmelweiter Unterschied ist ! Nordspanien, u.a. BCN, GRO, BIO,... betriffts aber schon :o)
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Ich kann Aussagen wie "der europäische Luftraum ist gesperrt" nicht mehr hören !!! Erstens betrifft es nur Teile des Luftraums (Spanien z.B. gar nicht) und zweitens ist nicht der Luftraum gesperrt sondern es gibt ein Verbot für IFR Flüge, was ein himmelweiter Unterschied ist ! So isses, und gut, daß das nochmal unmißverständlich gesagt wurde.
HB-IDF Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Solange tatsächlich nach VFR geflogen werden muss, greift die Beschränkung der Passagierzahl (19) und es müssen ja auch von der meteorologischen Seite her die Sichtflugbedingungen (Flugsichten, Wolkenuntergrenzen usw.) erfüllt sein. Das war wohl am Wochenende durchgängig der Fall, kann sich aber schnell ändern. Dennoch: auch im unteren Luftraum wäre ja IFR-Verkehr möglich, sofern die DFS ihn denn annimmt. Unter FL100 gilt zwar i.d.R. eine Beschränkung auf 250 kts. Aber ich verstehe nicht, warum kein IFR-Notbetrieb im Bereich von, sagen wir 5.000 bis 6.000 ft mit Verkehrsflugzeugen ermöglicht wird. Auch wenn es nicht besonders wirtschaftlich wäre, Airbusse und Boeings in geringer Höhe so über die Landschaft bummeln zu lassen - besser als der Milliardenschaden durch den Totalstillstand dürfte es allemal sein.
fleckenmann Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Das liegt glaub ich einzig und allein daran, das man die Verantwortung an den Piloten weitergeben will. Unter VFR Bedingu ngen ist er verpflichtet, von allem (auch Aschepartikeln ?) freizubleiben, sollte er unter IFR Flugregeln und somit festgegebener Streckenführung und Lotsenanweisungen in ein wie auch immer geartetes Aschedingsbum fliegen, so geht die Verantwortung evtl. auf die DFS über !? Just my two cent, ist die einzige halbwegs logische Erklärung für mich
bueno vista Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Der europäische Luftraum ist bis auf weiteres gesperrt ! Nein. Sonst wäre überhaupt nichts in der Luft. Man hat die IRF Flüge" auf null reguliert". Klingt in den Medien aber nicht spektakulär genug.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Nein. Sonst wäre überhaupt nichts in der Luft. Man hat die IRF Flüge" auf null reguliert". Klingt in den Medien aber nicht spektakulär genug. Das hatten wir doch schon längst geklärt. Ich glaube, hier herrscht darüber kein Zweifel mehr. Aber, vielleicht kann man es auch nicht oft genug sagen. @ HB-IDF + fleckenmann Volle Zustimmung. Das hat eben etwas damit zu tun, daß jeder Entscheidungsträger im negativen Fall jemanden braucht, der die Schuld am Desaster hat. Irgendwie kann ich das sogar verstehen.
JeZe Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Die Aschewolke legt den Flugverkehr lahm, weil Probleme bei Düsentriebwerken auftreten können. Aber: warum fliegen eigentlich keine Turboprops? Kleine Motorflugzeuge (bspw. Cessnas) fliegen doch auch munter weiter. Zumindest hier in Berlin. Bei den bekannten Fällen gab es keineswegs nur Probleme mit den Düsentriebwerken. Teileweise verstopften die Pitotsonden und die Cockpitscheibe wurde blind.
HB-IDF Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 @fleckenmann & aaspere: Solange es um die ersten Stunden ging, kann ich diese Linie auch gut verstehen. Das Wissen war notwendigerweise zu begrenzt, um Risiken ausschließen zu können, da war die Betriebsunterbrechung alternativlos. Ich bin absolut kein Experte für Geologie, und kann nicht beurteilen, wie viel an den Mutmaßungen dran ist, dass die Situation in Island noch lange Zeit anhalten kann, dass der Nachbarvulkan auch noch ausbrechen könne usw. Aber wenn es stimmt, wird es zum volkswirtschaftlichen Fiasko, sofern die gegenwärtige Umgangsweise damit beibehalten wird. Es trifft ja nicht "nur" die Reisenden, die längerfristigen Folgen sind ja viel umfassender und unabsehbar. Es fängt mit Versorgungsengpässen in wichtigen Bereichen (Medikamente etc.) an und geht bis hin zu erheblichen industriepolitischen Folgen. Einen ersten Vorgeschmack liefern schon die Rufe nach Strukturhilfen für Airlines usw., jeder Bürger wird dafür zur Kasse gebeten werden. Es wäre meiner Meinung nach im Interesse der Allgemeinheit, möglichst schnell pragmatische Lösungen für eine Wiederaufnahme des Betriebs trotz Aschebelastung zu finden - wie z.B. in kurzen Abständen "freigemessene" Low-Level-IFR-Routen.
aaspere Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Sehe ich im Prinzip auch so. Es müßten zwar ca. 25.000 Gesetze vorübergend außer Kraft gesetzt werden, aber Kreativität und pragmatische Lösungen wären jetzt sicher hilfreich. Was die geologischen und vulkanologischen Verhältnisse betrifft, so ist das auch nicht meine Spielwiese. Ein unkonventioneller Vorschlag kam heute an meine Ohren: Evakuierung der gesamten Insel und dann eine taktische Atombombe in den Krater werfen, damit der Gletscher kaputt geht, und der Vulkan endlich seine Lava rauswerfen kann und nicht mehr nur ausdampft. Es blieb mir da erst mal die Spucke weg, aber ist das so absurd? Insbesondere, wenn man bedenkt daß der Nachbarvulkan auch aktiv werden könnte. Das Problem sind ja wohl nicht die Vulkane an sich, sondern die Gletscher. Edit: sehe gerade, das würde eigentlcih in den anderen Fred gehören. Aber, egal, die werden ja beide gelesen.
Freddy Laker Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Befremdlich ist doch, daß es in Deutschland offenbar keine Behörde für notwendig hält, zeitnah mit entsprechedem Fluggerät Messflüge über Deutschland durchzuführen. Das Dilemma war bereits am Donnerstag vergangener Woche absehbar und bislang ist rein gar nichts passiert. Erst jetzt (nach massiver öffentlicher Kritik an BMVBS, DFS und DWD) hat sich die DLR (die entsprechendes Fluggerät besitzt) dazu bewegen lassen, endlich einen entsprechenden Meßflug durchzuführen, um die bisherigen Vermutungen über die ominöse Aschewolke zu überprüfen. Diese Schwerfälligkeit der verantwortlichen Behörden und deren offenkundiges Desinteresse werden von den Fluggesellschaften mit Recht kritisiert. Aufgrund von bloßer Spekulation den Luftraum über Deutschland koplett zu sperren, erscheint mir überaus abenteuerlich.
HB-IDF Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Das mit der Atombombe hat bestimmt J. Hunold im Interview mit der Bildzeitung vorgeschlagen :lol: EDIT: Niki Nationale aus Austria wäre natürlich auch ein möglicher Kandidat für solche Ideen :rolleyes: Oder RTL aktuell: Peter Kloeppel: Wir schalten jetzt live zu Antonia Rados am Flakjetjökull - Antonia, ist denn ein terroristischer Akt des Terrors als Hintergrund für das Asche-Drama schon ganz auszuschließen? Antonia R.: Nein, Peter, die Urheber müssen arabischer Abstammung sein und einen muslimisch-islamistischen Hintergrund haben. Alles andere wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt reine Spekulation! :P :D
Pad81 Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 Also wenn man sich die Karten anguckt sieht man, dass die Asche vom Boden bis hoch auf 20.000 Fuss gehen soll. Also bringt das unten herum fliegen garnichts. Technisch funktionieren Turboprobs wie Jets, insofern sind diese genauso anfällig.
Su-34 Geschrieben 18. April 2010 Melden Geschrieben 18. April 2010 […] Ein unkonventioneller Vorschlag kam heute an meine Ohren: Evakuierung der gesamten Insel und dann eine taktische Atombombe in den Krater werfen, damit der Gletscher kaputt geht, und der Vulkan endlich seine Lava rauswerfen kann und nicht mehr nur ausdampft. Es blieb mir da erst mal die Spucke weg, aber ist das so absurd? Insbesondere, wenn man bedenkt daß der Nachbarvulkan auch aktiv werden könnte. Das Problem sind ja wohl nicht die Vulkane an sich, sondern die Gletscher. […] Das ist vollkommen absurd. Schon allein deshalb, weil es sich um einen anderen Staat handelt, über den wir gar nicht entscheiden können. Was würdest Du eigentlich sagen, wenn jemand eine Atombombe auf Deutschland werfen wollte? Ganz davon abgesehen, dass der Vulkan dann Radioaktivität über ganz Europa blasen würde.
Empfohlene Beiträge
Archiviert
Dieses Thema ist jetzt archiviert und für weitere Antworten gesperrt.