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Frachtraeume und Druckkabine


mangrove.fly

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Moin,

 

ne echte Wärmebilanz kann ich Dir nicht aufstellen, aber ein paar Infos liefern:

  • Im Reiseflug haben wir typischerweise Außentemperaturen von etwa -40 bis -70°C, meist zwischen -50°C und -60°C
  • Die Außenhülle hat sicherlich einen Temperaturunterschied zwischen Sonnen- und Schattenseite, insgesamt dürfte die Oberflächentemperatur durch die Umgebungsluft und die Ausstrahlung aber sehr gering werden
  • Der Sprit in den Tanks kühlt im Reiseverlauf etwa auf die TAT (nicht die SAT) ab, d.h. auf Werte zwischen -20°C und -40°C - das bestätigt das oben gesagte
  • Die Packs z.B. eines A340 schaufeln eine Luftmasse von ~2,4kg/s, also ganz grob 2,5 m³ Luft je Sekunde in die Kabine, die selbe Menge verlässt das Flugzeug durch die Outflowvalves und anderen Auslässe.
  • Die Lufttemperatur am Luftauslass der Belüftung liegt oft ~3-4°C über der Innentemperatur des Flugzeugs an der Stelle.
  • Frachträume, die nicht aktiv belüftet werden, werden passiv durch Kabinenabluft belüftet. Wenn die Kabinenabluft mit ~20°C unten ankommt, kühlt der Frachtraum oft auf Werte um 10°C hinunter. Der Grund liegt vor allem darin, dass eben sehr viel Außenfläche und wenig wärmendes vorhanden ist. (Erfahrungswerte Airbus 300 / 330 / 340)
  • Ein sitzender Passagier hat näherungsweise eine Heizleistung von 100W
  • Im Falle eines Druckverlustes über Grönland mit anschließendem Notsinkflug auf 12.000 Fuß (oder MEA) würde bei Belüftung durch Ram-Air Inlets die Temperatur in der Kabine durch die Heizleistung der Passagiere nicht unter ~12°C fallen, bei halbvollem Flieger nicht unter ~9°C (Nagel mich nicht auf die Zahlen fest, die müsste ich nochmal nachsehen, aber es kam etwa die Größenordnung heraus).

 

Gruß,

 

Nabla

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Er meinte, Fehlwarnungen gibt es, Fehlauslösungen aber nicht. Evtl. gibt es ja mehrere Sensoren, die sich einig sein müssen.

So wie Bobby das beschrieben hatte, funktioniert das bei den meisten Flugzeugen, sprich 2 Sensoren unabhängig voneinander müssen das zur gleichen Zeit melden, dann ist die Meldung als "True" definiert und die Klingen gehen im Cockpit an, Smoke/Fire ist idR eine rote Warnung und signalisiert DRINGEND mit sofortiger Handlungsaufforderung. Nabla kann sicher bestätigen, dass es weniger Sachen an Bord gibt, die unangenehmer sind, als ein Feuer an Bord. Die Procedures sind auch recht klar: Löschen.

Sprich, wenn es zu einer Fehlwarnung die sich aber als "real" im Cockpit darstellt, dann wird auch das Compartment mit Halon geflutet.

 

In Frachflugzeugen mit Upperdeck kann das ganze Flugzeug dann Drucklos gemacht werden, wenn sich dann noch jemand in dem Flugzeug ohne Sauerstoff befindet, ist der Effekt derselbe.

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Ein paar Ergänzungen:

  • Feuer oder Rauch im Flugzeug ist in der Tat mit eines der schlimmsten Szenarien überhaupt. Problematisch bei einer Cargo Smoke Warning ist der Umstand, dass nach Einsatz des Löschmittels, die Warnung für den Rest des Fluges nicht mehr verschwindet, da die Löschmittelwolke für den Sensor wie Rauch ist. Man kann also nur hoffen, dass das Fire Suppression System wirklich arbeitet. Vom Hersteller garantiert werden dabei Zeiten von (je nach Flugzeug) mehreren Stunden. Fraglich ist nur, ob das Feuer auch weiß, was in der Norm steht und wie es brennen muss...
  • Tiere sind keine Seltenheit an Bord. Angefangen bei Haustieren von Passagieren (und das können auch gerne mal 5-10 Hunde und Katzen sein). Es gibt aber auch Küken (One day old), die zu tausenden zur weiteren Aufzucht verschickt werden, Mäuse, Greifvögel, uvm.
  • Fehlwarnungen bei Smokedetektoren sind keine Seltenheit. Es gab einfach Baureihen, die anfällig waren, z.B. bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Am Boden lassen sich solch Probleme einfach handeln (gerade bei offener Cargo Door), in der Luft: s.o.

 

Gruß,

 

Nabla

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  • 2 Wochen später...
Für den Fall,das Tiere im Frachtraum sind,ist er dann wärend des Fluges beleuchtet (zumindest Dämmerlicht),oder sitzen die dann die ganze Zeit in der Dunkelheit?

Lasse mich gern eines besseren belehren, aber ich stelle mir vor, daß eine Beleuchtung für Tiertransporte eher kontraproduktiv wäre (ev. auftretende Panik, Fluchtinstinkt pp.). Völlige Dunkelheit ist für eine ev. notwendige Nahrungsaufnahme für Tiere sicher kein Hindernis, da selbige i.d.R. mit besseren Instinkten als wir Menschen ausgestattet sind. Wen nächstens schon mal von einem heftigen Hunger/Durst aufgewacht ist und sich zum Kühlschrank vortasten musste weiß was ich damit meine ;-)

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Nun außer den Hunden, werden wohl die wenigsten Tiere als "Beiladung" in Passagiermaschinen unterwegs sein.

Bei Pferden dürfte schon alleine die Größe der Tiere "ein paar Probleme" bereiten. Und abgesehen davon, werden Pferde während der Fluges von mindestens einem Tierpfleger betreut.

 

Kurze Info zum Thema Tiere in Flugzeugen. Es gibt extra für Pferde Luftfrachtcontainer. Wenn also diverse Hersteller http://www.vrr-aviation.com/products/livestock-products oder http://www.dokasch.com/frame.htm bereit sind so etwas zu entwickelt, wird es einen angemessenen Markt dafür geben. Cargo Gesellschaften wie KLM oder Lufthansa haben auch so genannte Pet Stations am HUB. http://www.lufthansa.com/de/en/Animals. Aber das ist eben bei Cargo- und nicht bei Pax-Fliegern.

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Das stimmt. Also nimmt man (theoretisch) generell PBE mit, wenn man in den Frachtraum geht?

 

Gruß

Stefan

 

Genau so macht man das, nicht nur wegen der Feuerlöschanlage, könnte ja auch zu einem Druckverlust in der Kabine komme und in der Cargo Maschinen kommen natürlich keine Sauerstoffmasken von der Decke.

 

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