Zum Inhalt springen
airliners.de

Asiana Airlines Crash in SFO, 06.07.2013


Max

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Tja, das sind alles so Fragen.

 

 

Es war wohl so, dass es in den letzten Minuten ständige AFDS-Moduswechsel gab, es ist aber noch unklar, welche automatisch vom AFDS vorgenommen wurden, und welche von den Piloten. FLCH ist sicherlich nicht dazu gedacht, dass man damit einen Landeanflug durchführt, es kommt aber vor, dass es gemacht wird. Wenn man FLCH dafür missbrauchen will, dreht man halt erstmal keine missed-approach-altitude ein.

 

Warum man nicht auf die Instrumente schaut? Naja, das weiß ich auch nicht, aber leider hat die Crew es definitiv nicht getan, erst, als es zu spät war.

 

Der Pilot behauptet, 500ft über Grund geblendet worden und zeitweise blind gewesen zu sein. Keine Ahnung, wie glaubwürdig das ist.

 

Aber ich habe das Gefühl, wir werden sehr schnell mehr erfahren, die NTSB scheint auf ziemlich flotte Klärung aus zu sein!

Geschrieben

Der Pilot behauptet, 500ft über Grund geblendet worden und zeitweise blind gewesen zu sein. Keine Ahnung, wie glaubwürdig das ist.

Habe ich auch gelesen, evtl. von einem Laserpointer.

 

Aber sehr komisch. Wenn ein Pilot (ernsthaft) in einer kritischen Flugphase geblendet wird, gibt es doch nur eine Option: Go-Around. Zudem müsste etwas auf dem CvR zu hören sein und eine Meldung an die Flugsicherung ist eigentlich auch fällig.

 

Noch komischer ist es allerdings, das nachträglich zu behaupten, wenn es nicht stimmt. Damit gibt er ja zu, gewusst zu haben, dass er ein einer kritischen Flugphase nicht im Stande war das Flugzeug zu führen und dass er trotzdem weitergemacht hat.

Geschrieben

Aber sehr komisch. Wenn ein Pilot (ernsthaft) in einer kritischen Flugphase geblendet wird, gibt es doch nur eine Option: Go-Around. Zudem müsste etwas auf dem CvR zu hören sein und eine Meldung an die Flugsicherung ist eigentlich auch fällig.

 

Noch komischer ist es allerdings, das nachträglich zu behaupten, wenn es nicht stimmt. Damit gibt er ja zu, gewusst zu haben, dass er ein einer kritischen Flugphase nicht im Stande war das Flugzeug zu führen und dass er trotzdem weitergemacht hat.

 

Ja genau!

 

Klingt irgendwie nach verunglückter Schutzbehauptung.

Geschrieben

Die Zusammenfassung des letzten Briefings bei Avherald hat weitere interessante Details:

 

- 3 der 4 Flugbegleiter im Heck wurden gemeinsam mit ihren Sitzen aus dem Flugzeug gerissen. Kein Passagier wurde aus dem Flugzeug gerissen (die Theorie, dass die Todesopfer aus dem Heck fielen und dann überfahren wurden, ist damit anscheinend entkräftet)

 

- Nachdem die Maschine stoppte, ging ein Flugbegleiter zum Cockpit und fragte, ob sie evakuieren sollen. Die Flight Crew VERNEINTE dies.

Dann sahen Flugbegleiter Feuer außerhalb des Flugzeugs und begannen 90 Sekunden nach dem Crash die Evakuierung.

 

- Mindestens eine Notrutsche entfaltete sich im Flugzeug

Geschrieben

... Kein Passagier wurde aus dem Flugzeug gerissen (die Theorie, dass die Todesopfer aus dem Heck fielen und dann überfahren wurden, ist damit anscheinend entkräftet)...

 

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Interessant ist, dass es heißt, kein Passagier-SITZ sei außerhalb des Wracks gefunden worden. Vermutlich will man mit dieser Formulierung die Möglichkeit nicht ausschließen, das jemand herausgeschleudert sein könnte, weil er nicht angeschnallt war.

 

Obwohl sie zusammen unterwegs waren und nebeneinander saßen ("im hinteren Teil"), wurden die Todesopfer wohl mehr als eine Meile entfernt voneinander aufgefunden, anscheinend gibt es nur bei einem die Vermutung, dass es überfahren worden sein könnte.

 

Aber es macht sowieso keinen Unterschied. Obwohl dieser Unfall leicht viel verheerender hätte ausgehen können, ist es trotzdem sehr traurig, das jemand sterben musste, wo das Flugzeug so gut gehalten hat.

 

Zur Evakuierung: Dass das Cockpit ZUNÄCHST anwies, zu warten, ist natürlich nachvollziehbar. Im Cockpit wird man wohl nicht unmittelbar ein Bild über die Schäden gehabt haben, zumal es sowieso fraglich ist, was man in so einem Fall von dem mitbekommt, was gerade mit dem Flugzeug passiert. Deswegen wird erst einmal die Evacuation Checklist abgearbeitet worden sein, also Spritzufuhr trennen, Feuerlöscher aktivieren, Überdruckventile öffnen usw.. Es hat dann allerdings ganze 90 Sekunden gedauert, bis die Evakuierung begonnen worde, das ist schon extrem lang für die paar Punkte auf der Checklist. Und so, wie ich es verstanden habe, hat die Kabinencrew die Evakuierung wegen des Feuers selbst eingeleitet.

Geschrieben

Ich dachte bisher, eine Evakuierung wird in so einem Fall sofort eingeleitet. Ganz im Gegenteil, Passagieren, die am Notausgang sitzen wird ja auch nicht (vorher bei der Einweisung) gesagt, dass sie im Falle eines Falles auf eine Anweisung der Crew warten sollen, bis sie die Notausgänge öffnen...

 

Die Frage bei so einem Crash ist doch nicht, ob ein Feuer ausbricht sondern nur wann...

Geschrieben

Der Pilot behauptet, 500ft über Grund geblendet worden und zeitweise blind gewesen zu sein. Keine Ahnung, wie glaubwürdig das ist.

 

Hast Du dazu einen Link, geblendet könnte in dem Kontext ja auch "nur" heißen das die Ablenkbarkeit der Instrumente zeitweise nicht gegeben war, z.B. durch Sonneneinstrahlung. Würde unter dem Strich zwar keinen großen Unterschied machen, würde aber die ausbleibende Meldung erklären. Und das übersehen der, dank Autothrottle, fallenden Geschwindigkeit würde dann wenigstens irgendeinen Sinn ergeben, da deren Beobachtungspriorität, da automatisiert, niedriger wäre als Kurs und Gleitwinkel zur Bahn.

 

Gruß

Thomas

Geschrieben

Entscheidend ist, ob die Cockpit-Crew erreichbar ist. Ist sie das, wartet die Kabine auf das Startsignal, außer es passiert irgendetwas, das eine sofortige Evakuierung notwendig macht. Es gibt ja 1000 denkbare Fälle, warum evakuiert wird, mit mehr oder weniger zerstörtem Flugzeug.

 

Ist das Flugzeug bis auf ein abgeknicktes Bugfahrwerk vollkommen unbeschädigt, ist es sicherer für die Passagiere, vorher darüber nachzudenken, wie man evakuiert, die Motoren müssen natürlich abgeschaltet werden, soll man die hinteren Rutschen benutzen, wenn sich das Heck gen Himmel reckt etc..

 

Oder ist das Flugzeug wegen Spritmangel verunglückt (wie HF3378), kann es nicht brennen, dann hat man auch mehr Zeit.

 

Also, sobald Kontakt zum Cockpit besteht und keine unmittelbare Gefahr zu verorten ist, wartet man auf Anweisung, ansonsten handelt man nach eigenem Ermessen. Und die Kabinencrew hat bei der Evakuierung anscheinend großartiges geleistet!

 

@Tommy1808:

 

"In an interview with Korean Authorities the pilot flying reported that a flash of light occurred at 500 feet which temporarily blinded him, the NTSB confirmed that this was mentioned in their interview as a temporary event, too."

 

http://www.avherald.com/h?article=464ef64f&opt=0

Geschrieben

@themrock

 

Seit der Unfallserie bei Korean in den 90ern gab es so einige Auflagen für die Fluggesellschaft, um weiter nach USA fliegen zu dürfen. Wenn ich mich richtig erinnere, durften sie nur noch in USA landen, wenn mindestens ein Amerikaner im Cockpit saß. Es gibt seit Jahren Horrorberichte, von in Korea gastarbeitenden westlichen Piloten, es geht immer um eklatante Wissens-, Trainings- und CRM-Mängel, um Macho-Verhalten der Höhergestellten, um Rassismus. Wer aufmuckt, fällt plötzlich durchs Medical und darf gehen. Allerdings sind das alles anonyme Aussagen, und bei Amerikanern ist es ja auch immer fraglich, inwieweit sie Asiaten respektieren. Warten wir lieber den NTSB-Bericht ab.

Geschrieben

Hast Du dazu einen Link, geblendet könnte in dem Kontext ja auch "nur" heißen das die Ablenkbarkeit der Instrumente zeitweise nicht gegeben war, z.B. durch Sonneneinstrahlung.

Wird hier in der NTSB-Pressekonferenz erklärt - die Rede ist u.a. bei Rückfragen von einem Laser:

 

 

Was noch beachtenswert ist, ist, dass laut diser PK zwar die Sitze der hinteren Flugbegleiter aus dem Flugzeug gerissen wurden, jedoch keine Passagiersitze. Das wirft wieder die Frage auf, wie die beiden Chinesinnen außerhalb des Flugzeugs zu Tode gekommen sind.

 

Rätsel geben wohl weiterhin die Notrutschen auf, die sich innerhalb des Flugzeugs aktiviert haben. Das scheint teilweise ein ernstes Problem gewesen zu sein.

 

Ebenfalls wird auf eine anfängliche Ansage der Cockpit-Crew an die Passagiere eingegangen das Flugzeug nicht zu verlassen.

Geschrieben

Was noch beachtenswert ist, ist, dass laut diser PK zwar die Sitze der hinteren Flugbegleiter aus dem Flugzeug gerissen wurden, jedoch keine Passagiersitze. Das wirft wieder die Frage auf, wie die beiden Chinesinnen außerhalb des Flugzeugs zu Tode gekommen sind.

 

Vielleicht sowas triviales wie nicht angeschnallt?

 

Gruß

Thomas

Geschrieben

 

... sehr traurig, das jemand sterben musste, wo das Flugzeug so gut gehalten hat.

Wenn man aber das Video vom Crash und dem Aufbäumen des Hecks sieht und das in Zusammenhang mit dem Foto der hinteren Kabine sieht, kann man sich schon ganz gut vorstellen, welche Kräfte da am Werk waren. Der Tod könnte auch eine Folge innerer Verletzungen gewesen sein. Vergessen wir auch nicht die vielen Schwerverletzen, von denen einige immer noch im kritischen Zustand sind.

 

Ich dachte bisher, eine Evakuierung wird in so einem Fall sofort eingeleitet.

Coronado hat es ja schon schön zusammen gefasst. Ein weiterer Punkt ist, dass normalerweise die Erlaubnis der Flugsicherung eingeholt werden sollte. Die Umgebung sollte nämlich frei von anderem Verkehr sein, um evtl. unter Schock stehende Umherirrende nicht zu gefährden. Im akuten Brandfall geht´s aber sofort raus.

Geschrieben

Vielleicht sowas triviales wie nicht angeschnallt?

 

Gruß

Thomas

Sie wurden ja außerhalb gefunden - aber selbst das wäre unangeschnallt natürlich möglich.

Geschrieben

Erschütternder Bericht eines Flightausbilders bzgl. Koreanischer Airlines. Hoffentlich kann man das nicht auf andere asiatische Airlibes reproduzieren.

http://www.airliners.net/aviation-articles/read.main?id=160

Airliners.net:

 

In deference of the author's request to remove this material, we are doing so. We also received a supporting request for removal from Boeing Communications.

 

"The subject matter is sensitive in light of the ongoing investigation and we would respectfully ask that this be removed at this time. "

Geschrieben

Coronado hat es ja schon schön zusammen gefasst. Ein weiterer Punkt ist, dass normalerweise die Erlaubnis der Flugsicherung eingeholt werden sollte. Die Umgebung sollte nämlich frei von anderem Verkehr sein, um evtl. unter Schock stehende Umherirrende nicht zu gefährden. Im akuten Brandfall geht´s aber sofort raus.

Ja, formal alles richtig, erklärt aber trotzdem nicht ganz eine Wartezeit von 90 Sekunden (und ohne das durch die FA entdeckte Feuer wäre es ja noch länger geworden). Schau die aber mal die oben eingebundene NTSB-Pressekonferenz an, ca. ab 43:30. Alles sehr diplomatisch ausgedrückt, man erkennt aber sehr deutlich ein "auf die Gründe, warum erst nach 90 Sekunden, also der Zeit, nach der ein Flugzeug bei den Tests leer sein muss, überhaupt erst mit der Evakuierung begonnen wurde, sind wir äußerst gespannt".

 

Es geht hier ja nicht um einen bei der Landung geplatzten Reifen, bei dem es in der Tat sinnvoll sein kann, in der Maschine zu bleiben sondern um einen Crash, bei dem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Feuer innerhalb der Maschine ausbricht.

Geschrieben

Ja, formal alles richtig, erklärt aber trotzdem nicht ganz eine Wartezeit von 90 Sekunden (und ohne das durch die FA entdeckte Feuer wäre es ja noch länger geworden).

Aber das Feuer ist doch genau das Argument: die Cockpit-Crew war sich eines Feuers nicht bewusst, wollte deshlb "geordnet" evakuieren - die Kabinen-Crew sah ein Feuer nach einer gewissen Zeit, woraufhin sofort evakuiert wurde. Das dauerte eben 90s.

 

Man muss sich wirklich vergegenwärtigen - und das wird bei der PK ja auch gesagt - dass sich das Ausmaß des Schadens im Cockpit wohl völlig anders dargestellt hat als in der Kabine.

 

Hab ich das aber richtig gehört, dass sich eine der Notrutschen schon beim zweiten Aufschlag innen aufgeblasen hat?

Geschrieben

Ich finde es total faszinierend, dass die Crew die Passagiere 90s von der Evakuierung abhalten konnte. Wenn ich bei einer Bruchlandung in der Nähe eines Notausganges sitzen würde, würde ich ihn selber schnellstmöglich aufmachen wollen.

Geschrieben

Man muss sich wirklich vergegenwärtigen - und das wird bei der PK ja auch gesagt - dass sich das Ausmaß des Schadens im Cockpit wohl völlig anders dargestellt hat als in der Kabine.

Im Cockpit saßen 3 Piloten, Pilot Nr. 4 saß in der Kabine. Zudem kam ja ein FA in das Cockpit, und holte sich das "nein" ab. Das klingt alles nicht nach einer guten Kommunikation zwischen Cockpit und Kabine und schon gar nicht danach, dass ein Pilot mal nach hinten gegangen wäre, um nachzuschauen, wie es dort aussieht, die Evakuierung wurde dann ja von den FAs gestartet...

 

Hab ich das aber richtig gehört, dass sich eine der Notrutschen schon beim zweiten Aufschlag innen aufgeblasen hat?

Ja.

Geschrieben

Auf dem Video vom Crash und anschließendem Schlidern der Maschine sieht man, wie diese sich in der Endstellung dreht und das Heck enorm hochsteigt. Weiß man schon, warum sich das Heck so hoch aufgebäumt hat?

Geschrieben

Aber das Feuer ist doch genau das Argument: die Cockpit-Crew war sich eines Feuers nicht bewusst, wollte deshlb "geordnet" evakuieren - die Kabinen-Crew sah ein Feuer nach einer gewissen Zeit, woraufhin sofort evakuiert wurde. Das dauerte eben 90s.

 

Meiner Meinung nach ist "war sich ... nicht bewusst" eine sehr höfliche Umschreibung für "hatte keinen

Plan". Eine geordnete Evakuierung kann durchaus sehr sinnvoll sein, aber ich interpretiere die derzeitige

Faktenlage eher so, dass sie in diesen 90 Sekunden nichts oder nur wenig unternahmen, also auch

keine Vorbereitungen für das geordnetete Verlassen der Maschine erfolgten und sie somit einfach nur

Zeit verstreichen ließen.

 

Ich hoffe, dass die weiteren Ermittlungen da noch einiges ans Licht bringen werden.

Geschrieben

Leider versteht man nur den Tower und nicht die Crew:

 

Ich frag mich, ob das im Tower anders war, mehr als dass die Rettung unterwegs ist, funkt der Tower ja nicht an Asiana....

Geschrieben

Letztlich ist das ja egal, weil schließlich alle rausgekommen sind aus der Maschine.

 

Vielleicht ist es ja das, was ein Fluggast als "surreal" bezeichnet hat: da setzt die Maschine extrem hart auf, überschlägt sich fast. Notrutschen blasen sich in die falsche Richtung auf. Im hinteren Bereich sind Mensch und Sitz ineinander verkeilt. Zwei Flugbegleiter hat´s aus der Maschine gerissen. Das Heck fehlt...! Und die warten unendliche 90 Sekunden, um das Ok aus dem Cockpit zu bekommen...?

Archiviert

Dieses Thema ist jetzt archiviert und für weitere Antworten gesperrt.

×
×
  • Neu erstellen...