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Was würde "LTU-Standard" heute kosten?


2ndOrbit

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Wie sicherlich viele andere hier, habe ich tolle Kindheitserinnerungen an meine Urlaubsflüge mit den TriStars der LTU, weil sie von Anfang bis Ende ein Erlebnis waren. Für die Kinder von heute ist Fliegen in der Hauptsache wohl nur noch der schnelle Transport von A nach B, denn mehr wird nicht geboten.

 

Wie viel Geld sparen die Fluggesellschaften durch die Einsparung an Service und Komfort denn tatsächlich ein? Kann jemand die Abschreibebeiträge bzw. Kosten (Durchschnitt pro Passagier) grob einschätzen?

 

  • Tageszeitungen: einstelliger Centbetrag pro Stück, also vielleicht 1 c pro Passagier
  • Zeitschriften: ?
  • Spielzeug für Kinder: ?
  • Kissen/Decken: ?
  • Einfaches Essen + Getränke: ?
  • Video- und Musikprogramm: ?
  • Sitzabstand/-komfort: ?

 

Vergessene Aspekte dürfen gerne ergänzt werden :)

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31 minutes ago, 2ndOrbit said:

Tageszeitungen: einstelliger Centbetrag pro Stück, also vielleicht 1 c pro Passagier

 

Auch, wenn in vielen Verlagen das Thema Auflage wichtiger zu sein scheint als der Revenue, halte ich 1c pP doch für erheblich zu niedrig gegriffen.

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vor 19 Minuten schrieb effxbe:

 

Auch, wenn in vielen Verlagen das Thema Auflage wichtiger zu sein scheint als der Revenue, halte ich 1c pP doch für erheblich zu niedrig gegriffen. 

 

Die Angabe "einstelliger Centbetrag pro Stück" habe ich von einem Mitarbeiter eines großen Zeitungsverlages, dem ich vertraue. Ich hätte geschätzt, dass nicht annäherend pro Passagier eine Zeitung vorhanden ist und deshalb den Durchschnittspreis pro Passagier niedrig angesetzt. Wir können aber gerne ein paar Cent höher gehen, das macht den Kohl nicht fett ;)

 

vor 28 Minuten schrieb jubo14:

Schau Dir die Preisunterschiede bei Condor zwischen der "normalen" Eco und der Premiumklasse an.

Dann hast Du einen groben Überblick.

 

Ich gehe davon aus, dass solche Aufpreise stark von dem abweichen, was es kosten würde, wenn es - wie früher - gleichen Service für alle gäbe. Gerade beim Essen dürften die Skalierungseffekte groß sein.

Bearbeitet von 2ndOrbit
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Der Preis der Zeitung selber ist aber nur ein verschwindent kleiner Teil der Kosten für die Position "Zeitung".

Denn die entscheidenden Kosten liegen in der Logistik.

Selbst bei frühen Abflügen aus Deutschland ist es schon nicht ganz einfach die gewünschten Zeitungen rechtzeitig in den Flieger zu laden.

Und um nun mal zwei klassische alte LTU-Ziele zu nehmen, unterscheidet sich der Aufwand für Zeitungen bei Abflügen von Mallorca doch erheblich von dem von Teneriffa.

Du wirst also niemals den einen Preis für Deine Positionen bekommen.

 

Es bleibt Dir nur von dem Preis, den man den Kunden abverlangt, auf den dahinter stehenden Aufwand zurück zu "rechnen". Schätzen würde es hier ehr treffen. ;)

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Okay, versuchen wir es mit grobem Abschätzen.

 

Ich habe gerade mal bei Condor einen x-beliebigen Hin- und Rückflug angeschaut und die Preise sehen so aus:

Hinflug 120 € Economy zu 230 € Premium, also 110 € Aufpreis.

Rückflug 210 € zu 790 €, also 580 € Aufpreis.

 

Daraus kann ich noch keine Rückschlüsse ziehen. Außerdem besteht der Aufpreis wohl hauptsächlich aus dem freien Mittelsitz, auf den es mir in diesem Kontext nicht ankommt.

 

Toll wäre eine Aussage wie "die Fluggesellschaft spart im Vergleich zu früher 20 € p. P.", aber so viel Einblick in die Kalkulationen wird wohl keiner haben.

 

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Essen und Trinken stand aber auch in Deiner Auflistung. ;)

 

Und geh einfach davon aus, dass die Airline auch beim geringeren Aufpreis nicht draufzahlt, also dieser Aufpreis ehr die Kosten für die Airline abbildet, als der höhere Preis, der wohl ehr in den schon vorhandenen Buchungen für diese Klasse liegen dürfte.

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Da dürften ne ganze Menge Parameter reinspielen, und von Buchungspreisen auf einen Aufpreis zu schließen halte ich für wenig aussagekräftig. Die Business Class-Passagiere dürften z.B. günstige Economy-Tickets quersubventionieren. Der verlangte Aufpreis dürfte sich, gemäß Marktwirtschaft, an dem orientieren, was die potentiellen Passagiere bereit sind zu bezahlen - mit Untergrenze ungefähr dort, wo die Kosten für die Fluggesellschaft liegen.

 

Und genau letztere dürften schwer zu beziffern sein, denn es geht nicht nur darum, was ne Flasche Apfelsaft im Getränkegroßhandel kostet. Da braucht es ne Menge Logistik, jemand muss den Apfelsaft bestellen, die Rechnung bezahlen, in den Flieger einladen... Dieser Jemand muss bezahlt werden, braucht ne Arbeitsplatzausstattung, verursacht Sozialversicherungskosten... Der Apfelsaftbesteller erhöht die Mitarbeiterzahl und somit den Aufwand in der Verwaltung, die Größe für Pausenräume, verbraucht Klopapier und trinkt Kaffee... Das kommt anteilig alles oben drauf, und zwar nicht zwingend auf den tatsächlich konsumierten Apfelsaft, sondern auf den angebotenen Apfelsaft.

 

Auch gerne vergessen wird das Gewicht im Flieger. Das sind n paar Gramm hier, n Kilo dort, und am Ende schleppt der Flieger ne Tonne mehr rum. Und zack, hast n ordentlichen Mehrverbrauch, der ja auch wieder von den Passagieren bezahlt werden muss.

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vor 3 Stunden schrieb abdul099:

Da dürften ne ganze Menge Parameter reinspielen, und von Buchungspreisen auf einen Aufpreis zu schließen halte ich für wenig aussagekräftig.

 

Jupp. Zudem wird auch gerne eine Gesamt-Kostenrechnung gemacht und da macht auch Kleinvieh richtig Mist.

 

Mal als fiktivies Beispiel: Würde Ryanair auf die Idee kommen, jedem Passagier einen Kaffee auszuschenken, würde man auf den ersten Blick sagen: Och, selbst bei deren Ticketpreisen sind doch die 10ct. (alles fiktive Summen) für den Kaffee problemlos machbar.

 

2ct Kaffee

1ct Becher

1ct Entsorgung

0,1ct Serviette

0,1ct Umrührstab

0,8ct Milch+Zucker

1ct Spritverbrauch durch Zusatzgewicht

4ct Logistik um den Kram in den Flieger zu bekommen.

 

Für Ryanair doch ein Witz oder?

 

Das wären bei 140 Mio Pax/Jahr eben mal 14 Mio € pro Jahr.

Klar, im Vergleich zum Umsatz ein Fliegenschiss aber als Summe doch mehr als ordentlich. Das ist aber noch nicht alles. Der Umsatz bei den verkauften Getränken würde runtergehen. Ein Kaffee kostet aktuell 3 €. Wenn nur jeder 50. Passagier einen nimmt, dieser Luxus-Kaffe tatsächlich großzügig gerechnete Eigenkosten von 50ct. verursacht, sind das eben mal weitere fehlende 7 Mio.

 

Insgesamt - bei extrem vorsichtiger Rechnung eben mal über 20 Mio € pro Jahr.

 

Da muss man aber sehr genau erklären, warum es wirtschaftlich Sinn macht, diese 20 Mio € zu investieren, also ob man sie über dieTicketpreise oder die Passagierzahlen zurückbekommt.

 

Genau der umgekehrte Gedanke führte ja zu den Billigfliegern.

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Dazu muss ja auch alles noch zertifziert und dokumentiert werden...

 

Zugegeben, vom LTU-Tablett damals wurde auch keiner krank, gemosert wurde aber genauso viel wie heute auch.

 

Und BTW, im ehrlichen Preisvergleich war es für das Gebotene auch hochpreisig, allem "Fliegen ist für alle da" zum Trotz.

 

(Druckerschwärze der Blöd-Zeitung am Klapptischle und im Polster ist übrigens nach wie vor jedermanns und -fraus Liebling beim Cleaning, dazu noch die guten alten Wachsmalstifte für die Kleinen, ein Traum...)

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  • 1 Jahr später...
Am 26.6.2019 um 11:57 schrieb ilam:

 

Jupp. Zudem wird auch gerne eine Gesamt-Kostenrechnung gemacht und da macht auch Kleinvieh richtig Mist.

 

Mal als fiktivies Beispiel: Würde Ryanair auf die Idee kommen, jedem Passagier einen Kaffee auszuschenken, würde man auf den ersten Blick sagen: Och, selbst bei deren Ticketpreisen sind doch die 10ct. (alles fiktive Summen) für den Kaffee problemlos machbar.

 

2ct Kaffee

1ct Becher

1ct Entsorgung

0,1ct Serviette

0,1ct Umrührstab

0,8ct Milch+Zucker

1ct Spritverbrauch durch Zusatzgewicht

4ct Logistik um den Kram in den Flieger zu bekommen.

 

Für Ryanair doch ein Witz oder?

 

Das wären bei 140 Mio Pax/Jahr eben mal 14 Mio € pro Jahr.

Klar, im Vergleich zum Umsatz ein Fliegenschiss aber als Summe doch mehr als ordentlich. Das ist aber noch nicht alles. Der Umsatz bei den verkauften Getränken würde runtergehen. Ein Kaffee kostet aktuell 3 €. Wenn nur jeder 50. Passagier einen nimmt, dieser Luxus-Kaffe tatsächlich großzügig gerechnete Eigenkosten von 50ct. verursacht, sind das eben mal weitere fehlende 7 Mio.

 

Insgesamt - bei extrem vorsichtiger Rechnung eben mal über 20 Mio € pro Jahr.

 

Da muss man aber sehr genau erklären, warum es wirtschaftlich Sinn macht, diese 20 Mio € zu investieren, also ob man sie über dieTicketpreise oder die Passagierzahlen zurückbekommt.

 

Genau der umgekehrte Gedanke führte ja zu den Billigfliegern.

Auch wenn´s schon etwas länger her ist.

 

Warum kann eine Germania kostenlose Sandwiches und Kaffee verteilen, und eine Lufthansa nicht? Die Flotte der Germania war enorm kleiner als die der LH.  

Somit würde ich mir herleiten. 

 

Die ehm. Germania hatte viel weniger "Puffer" (vom Geld her) als die LH.... oder nicht?! 

 

MFG

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spannendes Thema. Am Ende geht es aber um eins, dem Abgreifen von Zahlungsbereitschaften.

Ich vage die These, dass die GesamtKOSTEN (inkl. Logistik) nicht viel höher sind, wenn ich jedem Passagier ein Getränk kostenlos ausgebe als wenn ich vielleicht einem Viertel der Passagiere Getränke verkaufe.

Was aber relevant ist, dass die Passagiere, die ein Getränk kaufen, ja nicht einen Preis genau in der Höhe der hierfür anfallenden variablen oder Durchschnittskosten zahlen, sondern Aufschläge, die weit über diesen Kosten liegen, egal ob sie das Getränk nun direkt kaufen für vielleicht 3 EUR oder ob es bei ihnen inkludiert ist in Form eines (früher bei z.B. EW) "Smart"-Zuschlags oder eines Business- oder Full Fare Tarifs. Solange man es schafft, einem Teil der Kunden Aufschläge zu generieren, die deutlich über den variablen Zusatzkosten liegen, ist dies attraktiv.  

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Am 22.2.2021 um 22:18 schrieb Cappoca:

Warum kann eine Germania kostenlose Sandwiches und Kaffee verteilen, und eine Lufthansa nicht? Die Flotte der Germania war enorm kleiner als die der LH.  

 

Fluglinien wie Germania operierten jahrelang mit minimalen Margen. Und dann sieht die Rechnung schnell anders aus. Und der 3 Euro Kaffee eines Passagiers oder das kostenpflichtige Aufgabegepäck (etc.) macht dann häufig genau den Unterschied zwischen Verlust- oder Gewinngeschäft.

Germania war selbst vor Corona nicht profitabel und ist vom Markt verschwunden. Man sollte auch nicht vergessen, dass Lufthansa großteils andere Märkte bedient, als Germania sie früher bedient hat (beispiel: 10x tgl. LHR-FRA-XYZ versus 2x monatl. Kassel-Mallorca). Natürlich kann das auch unterschiedliche Servicekonzepte erfordern. 

Und es ist ja oft genug gesagt worden. Die Kosten entstehen nicht direkt für das Produkt, sondern durch die Logistik und Verwaltung des Produkts. Daher sind sämtliche Pfennigfuchser-Aufzählungen zuvor auch unsinnig. 

Bearbeitet von jaydee
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