XWB Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden vor 1 Minute schrieb FACoff: Streik mit Krieg gleichzusetzen... Nu ja.. Wenn es dazu führt, dass das eine Unternehmen noch schneller geschlossen wird und das andere immer weiter entkernt wird. Aber ich korrigiere mich gerne auf: Konflikt. 1
AviationGeek Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden Es ist einfach nicht zu fassen. Am Ende trifft‘s immer die Kunden die das ausbaden dürfen und die NICHTS dafür können. Es ist so absurd dass kritische Infrastruktur in DE am seidenen Faden von nimmer-sattwerdenden Gewerkschaften hängt… 4
Lucky Luke Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden (bearbeitet) vor 2 Minuten schrieb AviationGeek: Es ist so absurd dass kritische Infrastruktur in DE am seidenen Faden von nimmer-sattwerdenden Gewerkschaften hängt… Wer kritische Infrastruktur nicht bestreikt haben will, muss die Leute als Beamte anstellen. Easy as that. Aber man kann nicht gleichzeitig die Flexibilität und (vergleichsweise) niedrigeren Lohnkosten von Angestellten fordern, aber das Streikrecht des Beamtentums. Bearbeitet vor 11 Stunden von Lucky Luke 7
Followthesun Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden vor 16 Minuten schrieb XWB: Das ist wirklich ein Krieg des Personals, und das in der aktuellen Weltlage. Des fliegenden Personals. Alle anderen schämen sich für das, was da abgeht. vor 11 Minuten schrieb FACoff: Streik mit Krieg gleichzusetzen... Das triffts schon ganz gut. Das ist Krieg von VC und UFO gegen den Konzern. Hier geht es nur noch völlig anstandslos um maximale Schädigung. 5
AviationGeek Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden (bearbeitet) Als LH ist man den Streiks immer willkürlich ausgesetzt. Wer als Gewerkschaft das Maximum für sich rausholen will, hat so gut wie keinerlei einschränkende Mechanismen, die ein „zu viel Wollen“ verhindern würden. Es gibt nichts, was Ufo/VC davon abhalten würde, auf ein Maximalgewinn für die eigenen Mitarbeiter zu gehen (siehe Höhe der Pimotengehälter…). Aus kurz- und mittelfristige Sicht sind die Gewerkschaften im Luftverkehr immer am längeren Hebel, trotz miserabler Finanzen bei LH. Bearbeitet vor 11 Stunden von AviationGeek
XWB Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden Gerade eben schrieb Followthesun: Des fliegenden Personals. Alle anderen schämen sich für das, was da abgeht. Das triffts schon ganz gut. Das ist Krieg von VC und UFO gegen den Konzern. Hier geht es nur noch völlig anstandslos um maximale Schädigung. Ja korrekt. Fliegendes Personal bzw. UFO und VC. Danke für die Präzisierung
aib Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden vor 4 Minuten schrieb Followthesun: Das triffts schon ganz gut. Das ist Krieg von VC und UFO gegen den Konzern. Hier geht es nur noch völlig anstandslos um maximale Schädigung. Der Streik am Mittwoch/Donnerstag schädigt überproportional die Passagiere, die vielleicht schon seit Freitag ans Ziel kommen wollen und u.U. schon entfach umgebucht wurden. Der wirtschaftliche Schaden wäre bei einem Streik kommende Woche auf Seiten der LH nicht viel geringer, aber wenigstens gäbe es eine Chance, dass alle bis dahin ihr Ziel erreicht hätten. Zumindest die, die am Freitag, heute oder morgen bereits hängen geblieben sind. 1
FACoff Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden für alle, die von kollektiver Amnesie betroffen sind: vor rund 10 Jahren gab es deutlich mehr und längere Streikwellen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Lufthansa Kabine 2015 eine Woche durchgestreikt und 2016/2017 dürfte das Cockpit 14(?) Streikwellen hingelegt haben, bis es zu einer Einigung kam. Im aktuellen Konflikt ist also noch deutlich Luft nach oben, was das Ausmaß der Streik betrifft. Streik richtet sich vom ausgehenden Personal immer gegen den eigenen Arbeitgeber, das ist die Natur der Sache. Worüber ist man hier also so schockiert? Man hätte auch das komplette Osterwochenende durchstreiken können. 5
viennafly Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden Ich verstehe die Aufregung hier auch nicht ganz. Es ist ein Arbeitskampf, die aktuelle Weltlage nutzt Lufthansa lediglich als Vorwand, irgendeine Krise gibt es immer irgendwo, die man wie die Sau durchs Dorf treiben kann. Spritpreise, Corona, CO2-Handel, was gab es da nicht alles schon… 4
Followthesun Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden vor 1 Minute schrieb FACoff: für alle, die von kollektiver Amnesie betroffen sind: vor rund 10 Jahren gab es deutlich mehr und längere Streikwellen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Lufthansa Kabine 2015 eine Woche durchgestreikt und 2016/2017 dürfte das Cockpit 14(?) Streikwellen hingelegt haben, bis es zu einer Einigung kam. Im aktuellen Konflikt ist also noch deutlich Luft nach oben, was das Ausmaß der Streik betrifft. Streik richtet sich vom ausgehenden Personal immer gegen den eigenen Arbeitgeber, das ist die Natur der Sache. Worüber ist man hier also so schockiert? Man hätte auch das komplette Osterwochenende durchstreiken können. Dieser abgehobenen Arroganz ist mit Argumenten nicht mehr beizukommen. Die Salamitaktik sorgt dafür, dass sich der Streik gegen die Passagiere richtet. Wer von Di auf Mi umgebucht wurde im Guten Glauben, kommt jetzt wider nicht vom Fleck Ein großer langer Streik, oder von mir aus auch mehrere kleine aber mit Pausen dazwischen sind für das Unternehmen genauso schädlich, aber milder für die betroffenen Passagiere. Und immer dieser generöse Verzicht, Strecken in den mittleren Osten zu bestreiken, wo eh niemand fliegt… einfach nur erbärmlich. 6
intentionally_left_blank Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden Vor allem ist es ein Kampf gegen die eigenen Mitarbeiter, der nun seit vielen Jahren geführt wird. Und diese wehren sich mit ihren begrenzten Mitteln (Überraschung...) Daniel hatte es schön formuliert Zitat Ich bin mir gerade nur echt nicht sicher, ob dieses AOC Bingo nun die Lösung ist oder die Ursache der Konfrontation... 4
XWB Geschrieben vor 11 Stunden Melden Geschrieben vor 11 Stunden vor 6 Minuten schrieb viennafly: Ich verstehe die Aufregung hier auch nicht ganz. Es ist ein Arbeitskampf, die aktuelle Weltlage nutzt Lufthansa lediglich als Vorwand, irgendeine Krise gibt es immer irgendwo, die man wie die Sau durchs Dorf treiben kann. Spritpreise, Corona, CO2-Handel, was gab es da nicht alles schon… Dir ist auch echt nicht mehr zu helfen, du lebst auch in einem Paralleluniversum, oder? 3
Followthesun Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden vor 5 Minuten schrieb intentionally_left_blank: Vor allem ist es ein Kampf gegen die eigenen Mitarbeiter, der nun seit vielen Jahren geführt wird. Und diese wehren sich mit ihren begrenzten Mitteln (Überraschung...) Daniel hatte es schön formuliert Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht, oder anders gesagt: Haben zuerst VC und UFO Tarifverträge erpresst, die jenseits aller Vernunft sind und das Unternehmen darauf mit der Gründung günstigerer Plattformen reagiert, oder umgekehrt? Du wirst mir widersprechen, aber hier sehe ich ein Unternehmen, das Strategien gegen wildgewordene Nischengesellschaften sucht. 3
oldblueeyes Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden Die Emotionen sind verständlich, die Eskalation ist vielleicht auch gewollt konzertiert VC+UFA. Die Ursache ist nicht hier und da zu suchen, sondern in der Tatsache dass die Mainline historisch immer "Muttergesellschaft" war, all die anderen Konzernmakren als untergeordnet betrachtete und aufgrund ihrer historischen Grösse sich niemand traute sie zu reformieren. Jetzt ist es soweit - die Anderen haben ausreichend kritische Masse erreicht und man ist selbst auch nicht in der besten Lage. Wurden früher immer verlustbringende Teile an andere zum sanieren abgegeben, jetzt muss man sich selbst an den Haaren ziehen. Da wo alle Prozesse, Kosten usw kritische betrachten müssen, wollen sich manche ausnehmen. So zu streiken ist gewollt und kein verzeweifelter Existenzkampf. Wir wissen alle das hier nur vorgeschobene Themen als Streikgrund genannt wurden. 3
Lucky Luke Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden (bearbeitet) Wollen wir jetzt auf der Sachebene über Arbeitskampf diskutieren, oder soll der Thread ein arbeitgeberfreundlicher Kreiswichs werden, in dem jeder nochmal auf Gewerkschaften draufkloppen darf? Finde es ein bisschen befremdlich, mit welcher Emotionalität hier das Thema diskutiert (oder eher beschimpft) wird. vor 3 Stunden schrieb AviationGeek: Als LH ist man den Streiks immer willkürlich ausgesetzt. Wer als Gewerkschaft das Maximum für sich rausholen will, hat so gut wie keinerlei einschränkende Mechanismen, die ein „zu viel Wollen“ verhindern würden. Natürlich ist man denen nicht willkürlich ausgesetzt. Man flottet doch jetzt schon ganz kräftig aus. Und übrigens: Jede Gewerkschaft - und hoffentlich sowieso jeder Arbeitnehmer - will das Maximum für sich rausholen. Warum sollte sich irgendjemand in einem System, dass diese spieltheoretischen Anreize setzt, selbst benachteiligen? Ich will an der Stelle auch nochmal ganz sachte daran erinnern, dass Streik keine progressive Errungenschaft ist, über deren negative Auswirkungen man betroffen die Nase rümpfen kann. Es ist die Legalisierung eines Verteilungskampfes, an dessen Ende früher sonst das Haus des Fabrikleiters abgebrannt ist. Bearbeitet vor 8 Stunden von Lucky Luke 4
intentionally_left_blank Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden vor 5 Minuten schrieb Followthesun: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht, oder anders gesagt: Haben zuerst VC und UFO Tarifverträge erpresst, die jenseits aller Vernunft sind und das Unternehmen darauf mit der Gründung günstigerer Plattformen reagiert, oder umgekehrt? Du wirst mir widersprechen, aber hier sehe ich ein Unternehmen, das Strategien gegen wildgewordene Nischengesellschaften sucht. Da widerspreche ich in der Tat, denn es gab von Seiten der Gewerkschaften mehrere Versuche eines, wie es gerne von oben gefordert wird, "neuen Miteinanders". Zuletzt mit einer deutlich günstigeren PPV, welche von Firmenseite nicht gelebt und gekündigt wurde. 6
cr94 Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden Ich kann mich nur wiederholen: die aktuellen Streiks, insbesondere zum Thema Altersvorsorge, nutzt nur der alten Garde. Die jüngeren Pilotinnen und Piloten sollten sich schonmal mit dem Begriff "Sozialplan" vertraut machen und über alternative Arbeitgeber und Wohnorte nachdenken. Aber schonmal vorweg: Entweder wird der Lebensstandard prozentual deutlich teurer als der Lohn höher wird, oder aber der Lohn wird deutlich niedriger als der heutige sein. Und immer wieder in der empfindlichen Ferienzeit zu streiken, sorgt auch nach und nach dafür, dass bislang treue LH-Passagiere zukünftig doch eher mit Air France, KLM, BA und anderen Alternativen buchen und somit auch langfristiger Image-Schaden am Konzern verursacht wird. Dem Business-Pax ist es dagegen eher egal. Dieser "vergisst" schnell. Zählt mal bitte die letzten fünf Jahre auf in denen es innerhalb der deutschen LH Airlines KEINEN Streik in irgendwelchen Ferien gab und wie ihr selbst zukünftig auf dieser Grundlage euren Urlaub planen würdet. Ist man einmal betroffen, sieht man vermutlich drüber hinweg. Nach dem zweiten oder gar dritten mal wohl eher nicht mehr. 9
Fluginfo Geschrieben vor 10 Stunden Melden Geschrieben vor 10 Stunden Am Ende kauft die Condor die Lufthansa auf und schon gibt es keine Streiks mehr. Man kommt sicher ans Urlaubsziel mit Condor im Gegensatz zur Lufthansa. Was ist im Moment besser? 1
Corey Geschrieben vor 9 Stunden Melden Geschrieben vor 9 Stunden ... und weiter gehts. Nach den PilotInnen ist vor den FlugbegleiterInnen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-streiks-mittwoch-donnerstag-100.html
viennafly Geschrieben vor 9 Stunden Melden Geschrieben vor 9 Stunden vor einer Stunde schrieb XWB: Dir ist auch echt nicht mehr zu helfen, du lebst auch in einem Paralleluniversum, oder? Kein Grund unhöflich oder persönlich zu werden. Es ist schlichtweg das Grundrecht, welches die Mitarbeiter nutzen. Ich weiß, viele hier wären froh, wenn das LH-Management nach Gutsherrenart durchregieren könnte, dem ist allerdings nicht so und das ist gut so. 4
schneekiller Geschrieben vor 9 Stunden Melden Geschrieben vor 9 Stunden Bei Alitalia hat man sich Jahrzehnte hier im Forum darüber aufgeregt wie oft dort gestreikt wurde, mittlerweile frage ich mich ob die Lufthansa dieser nicht den Rang abgelaufen hat. Streikrecht ist in Deutschland ein hohes Gut, dass in den meisten Bereichen und Betrieben auch gut funktioniert. Warum nicht bei der Lufthansa? Ein Grund ist sicherlich, dass selbst die Gewerkschaften einzelner Sparten nicht die gesamte Sparte vertreten sondern nur einen Teil derer, bestes Beispiel dürfte Cockpit sein, die nicht wie man meinen mag für alle Piloten und Copiloten kämpft, sondern der es in erster Linie nur um die hochbezahlten Altverträgler geht und um deren Statusquo. Dieses dürfen dann auch gerne die Berufseinsteiger ausbaden. Auch hier das immer diskutierte Thema Altersvorsorge, jeder sollte mal schauen über was wir hier reden, da geht es nicht um Altersvorsorge wie es der übliche Angestellte kennt, sondern um die Frage ob der goldene Löffel noch mit Brillianten besetzt werden muß und das in einem Betriebsteil des Lufthansakonzerns, der wenn er alleine stehen würde insolvent wäre. 3
Netzplaner Geschrieben vor 9 Stunden Melden Geschrieben vor 9 Stunden Hier muss man glaube ich zwischen den Anliegen von UFO und VC differenzieren. Für die Kabine wird der MTV verhandelt, und die Trennung von VTV- und MTV-Verhandlungen ist durch den Konzern afaik gewollt und damit ein selbstgestelltes Bein. Auf der anderen Seite verhandeln wiederum fliegende Monokelträger mit nicht-fliegenden Monokelträgern darüber, für wen das grössere Stück Kuchen übrig bleibt - obwohl der VTV erst letztes Jahr ausgehandelt wurde. Mit dem wichtigen Umstand, dass der sechste Stock vom LAC einen Anreiz hat die Wirtschaftlichkeit des Konzerns zu maximieren und damit „aus Versehen“ auch meinen Job zu sichern. Was Arbeitnehmersolidarität angeht haben die One-Percenter in Reihe Null nach meiner Beobachtung spätestens jetzt sämtliche Sympathien in der Belegschaft verspielt. 5
intentionally_left_blank Geschrieben vor 9 Stunden Melden Geschrieben vor 9 Stunden vor 23 Minuten schrieb Netzplaner: Arbeitnehmersolidarität Der war gut Ihr demontiert den Laden seit Jahren und dann so ein Kommentar. Gut, dass das persönliche Glück nicht von "Sympathien" aus dem LAC abhängt. 6
noATR Geschrieben vor 8 Stunden Melden Geschrieben vor 8 Stunden Mal so am Rande: heute Abend wurde der Umlauf FRA-NUE-FRA regelrecht durchgeführt von Dolo. Jetzt frage ich mich schon, ob man die E195 nicht auch wohin schicken hätte können, wo man wirklich Leute hinbringen muss? so viele Leute wollten heute Abend mangels Weiterflüge in FRA da sicher nicht mit bzw hätten die problemlos mit der DB fahren können. Seltsam?!
D-AIHU Geschrieben vor 8 Stunden Melden Geschrieben vor 8 Stunden vor einer Stunde schrieb Lucky Luke: Wollen wir jetzt auf der Sachebene über Arbeitskampf diskutieren, oder soll der Thread ein arbeitnehmerfreundlicher Kreiswichs werden, in dem jeder nochmal auf Gewerkschaften draufkloppen darf? Finde es ein bisschen befremdlich, mit welcher Emotionalität hier das Thema diskutiert (oder eher beschimpft) wird. Vielen Dank für deinen wirklich sachlichen Beitrag und auch an alle anderen, die hier Sachverstand und demokratische Weitsicht walten lassen. Glaubt hier wirklich ernsthaft irgendjemand, dass ein Konzern wie LH, der jährlich Millionen um Millionen für Berater und Marketing ausgibt, sich nicht auch ein schönes Konstrukt bauen lässt, in dem die öffentliche Stimmung bestmöglich gegen das Personal und für den eigenen Standpunkt gebaut wird? Und glaubt hier wirklich ernsthaft irgendjemand, dass es einen Carsten Spohr oder dessen Führungsriege auch nur im geringsten interessieren würde, ob Kunden seines Konzerns irgendwo stranden oder nicht in den Urlaub fliegen können? Zu jedem Konflikt gehören beide Seiten und es ist für einen Konzern wie LH ein leichtes, den Zeitpunkt der Eskalation so zu steuern, dass er genau an dem Zeitpunkt liegt, der das größte mediale Interesse weckt und die öffentliche Strömung zu den eigenen Gunsten lenkt. Jeder, der negativ von solch einem Konflikt betroffen ist, ist immer verärgert. Verständlich. Unverständlich und auch unfair wird es, wenn Neid und Missgunst hinzukommen und man beginnt, die schwache Seite zu beschimpfen und die demokratischen Grundrechte als Übel alles Bösen infrage zu stellen. Wer wie in diesem Forum die Arbeitgeber für ihre millionenschweren Spielchen noch öffentlich verteidigt, betreibt weitere kostenlose Publicity zugunsten der Vorstandsetagen und zulasten des Sozialsystems. Bravo! Einige nüchterne Fragen an all diejenigen, die hier so scharf gegen die Arbeitnehmer schießen: - Wann habt ihr zuletzt freiwillig auf Urlaub, Gehaltserhöhungen oder Altersvorsorge zum Wohle eurer Chefs verzichtet? - Wenn ihr die Möglichkeit bekommt, euch für eine Verbesserung oder den Schutz eurer Arbeitsbedingungen einzusetzen, wann habt ihr zuletzt freiwillig darauf verzichtet, weil euch das Wohl eures Bosses und eurer Mitmenschen um ein Vielfaches wichtiger war? - Wann habt ihr zuletzt seelenruhig und sorgenfrei zugesehen, als euer Reallohn innerhalb von 10 Jahren u.a. durch Inflation geschrumpft ist, während eure Lebenshaltungskosten unablässig weiter steigen und gleichzeitig eure Altersabsicherung entwertet und infrage gestellt wird? - Fändet ihr es auch gut, wenn euer Job in naher Zukunft nach amerikanischem Vorbild an billigere Arbeitskräfte outgesourced wird, weil ihr eurem Arbeitgeber zu geldgierig geworden seid und er sich eurer Sorge um soziale Absicherung als lästigem Relikt eines vergehenden Sozialstaats überdrüssig geworden ist? - Wenn sich euer Chef, nachdem er den Termin mit euch ein paar mal wegen wichtigerer Meetings abgesagt hat, euch gegenüber an den Verhandlungstisch setzt und er auf eure Forderungen eiskalt und achselzuckend reagiert mit den Worten: "Nö, bekommst du nicht" oder euch ein maximal lächerliches Gegenangebot vorlegt, das in keiner Weise auf eure persönlichen Bedürfnisse eingeht - das würdet ihr selbstverständlich auch kommentarlos schlucken und gesenkten Hauptes davon trotten? - Wenn ihr dann von eurem Chef zum Dank für eure jahrelange Arbeit noch in aller Öffentlichkeit durch den Kakao gezogen werdet und euer Berufsstand öffentlich mit Füßen getreten wird, geht das selbstverständlich völlig spurlos an euch vorbei, ihr kommt weiterhin mit Freude zur Arbeit und macht fröhlich weiter so, als sei niemals etwas passiert? Einerseits machen sich hier viele lustig über das angeblich kindische Machtgehabe eines Donald J. Trump. Andererseits, wenn es zum eigenen Vorteil erscheint, wird ein selbstgefälliges Vorgehen zum Schutz der Macht der Obrigkeit absolut begrüßt und verteidigt. Es würde mich auch nicht wundern, wenn hier eine sofortige komplette Abschaffung des Streikrechts von einigen bejubelt würde. Das finde ich doch ganz schön befremdlich und widersprüchlich. Jedem, der hier gegen Streikrecht und fliegendes Personal poltert, wünsche ich ein größeres Verständnis seiner Mitmenschen, wenn er für seine eigenen Arbeitsbedingungen eintritt und dass er dem fliegenden Personal, wenn er sich von diesem das nächste Mal sicher und komfortabel durch die Welt fliegen lässt, noch offen in die Augen schauen kann. Wenn sich nun jemand eingeladen fühlt, auch auf mich emotional empört mit Füßen einzutreten, nur zu. Ich habe ein dickes Fell und es wird meine Argumentation nur bestätigen. Ich arbeite Gottseidank in einer Branche, in der es eine starke Arbeitnehmervertretung gibt, die weiterem Reallohnverlust und Aufgabe der sozialen Absicherungen entschieden entgegentritt, sowie sich auch konsequent und erfolgreich gegen die weitere Beschneidung unserer demokratischen Grundrechte wehrt. 8
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