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Aktuelles zu Emirates


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Geschrieben

Man muß das ganze aber auch mal über den Tellerrand betrachten. Nicht umsonst treibst sich unser Friedrich gerade mit einer Wirtschaftsdelegation auch in den VAE rum. Da geht es um Milliardengeschäfte für die deutsche Wirtschaft, von denen sicher auch bayerische Betriebe was haben, so dass der Markus zufrieden sein dürfte, wenn als Gegenleistung u.a. EK Landerechte in Berlin erhält. Das wäre dann sogar noch vorteilhaft, selbst wenn der LH noch drei Umsteigehanseln in FRA und MUC verloren gehen. Gleichzeitig befriede ich auch noch die ostlaender+x und Berlin und habe damit einen langen politischen Streitpunkt weniger. Insgesamt hat Deutschland also bei dem Deal mehr zu gewinnen als die VAE und Friedrich wäre schön blöd, wenn er wegen der EK-frage auf Geschäfte für Deutschland verzichtet, die unterm Strich halt wesentlich mehr für uns bringen.

Geschrieben (bearbeitet)

^^Eben darum dürfte es auch gehen. Aktuell sind die Medien voll von Berichten über die Golfreise des Kanzlers: 3 Staaten in 3 Tagen: Saudi Arabien, Katar und eben auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Aus Deutscher Seite geht es dabei u.a. um:

- Exportmärkte für deutsche (Industrie-)Produkte, hierbei übrigens evtl. spannend: u.a. der Airbus-Chef ist auch mit dabei

- ausländische Investitionen in Deutschland, insbesondere durch die prall gefüllten Staatsfonds

- verlässliche Energieimporte für weniger Abhängigkeit Deutschlands von (launischen) Einzelstaaten wie den USA, konkret: Öl, (Flüssig-)Gas und grüner Wasserstoff

- strategische Partnerschaften in der Sicherheitspolitik (Iran, Beziehungen zu Afghanistan auch bzgl. Rückführung von Asylbewerbern, ggf. indirekt auch die Beziehungen zu Russland)

Tatsächlich befürwortet Merz auch explizit einen neuen Anlauf in Bezug auf ein Freihandelsabkommen zwischen Golfstaaten und EU (aktuell beträgt das Handelsvolumen allein für Deutschland 11 Milliarden, mit deutlich wachsender Tendenz). Apropos EU: Hatte nicht jemand geschrieben, dass eine Ausweitung der Flugrechte keine geltenden EU-Abkommen tangiert?

 

Es steht also viel auf dem Spiel, auch zentrale Interessen, die weit über die Bedeutung der Luftfahrt hinausgehen und potentiell enorm wichtig für die Zukunft Deutschlands sein könnten. Umgekehrt gibt es aber auch weit größere Problemfelder als die Interessen der Lufthansa (politische Verstrickungen in Kriege, Umgang mit Menschenrechten, Verdacht der Finanzierung von Islamismus...). Das Problem ist halt, dass Deutschland langsam aber sicher die moralisch astreinen politischen und wirtschaftlichen Partner in der benötigten Gewichtsklasse ausgehen. 

Bearbeitet von jan85
Geschrieben
21 minutes ago, jan85 said:

Apropos EU: Hatte nicht jemand geschrieben, dass eine Ausweitung der Flugrechte keine geltenden EU-Abkommen tangiert?

 

 

Das Abkommen Deutschland-VAE sieht vor, dass bilateral Destinationen und Frequenzen ausgehandelt werden. Die Erweiterung der Ziele stellt so gesehen also eine Art Vertrag zwischen Deutschland und den VAE dar, juristisch dürfte es in Deutschland den Status einer Allgemeinverfügung durch das Verkehrsministerium bzw. Luftfahrtbundesamt haben. Eine Erweiterung dürfte ohne Probleme mit dem EU Recht möglich sein. 
 

Auf EU Ebene gilt ein sogenanntes horizontales Abkommen, das allerdings ziemlich rekursiv ist (im Sinne von, EU Airline darf nach VAE fliegen wenn Land von EU Airline und VAE Abkommen haben).

Geschrieben
Am 3.2.2026 um 17:54 schrieb d@ni!3l:

Beispielsweise mit Eurowings? Fast schon grotesk, hättest du "Lufthansa" geschrieben hätte es fast Sinn gemacht, aber explizit "Gruppe" zu schreiben wo bspw. in STR eine Gruppen-Airline dort die größte Airline ist ist ... interessant. 

 

 

Lustig, würdest du in UK wohnen würdest du dich wahrscheinlich beschweren, dass BA keine ausreichenden Frequenzen von Newcastle und co nach LHR bietet und man auf EK angewiesen ist.

Ab BER kann man angeblich nur in FRA umsteigen, da fehlt angeblich die Konkurrenz (weil QR, TK, AF, KL, BA, AY und co immer vergessen werden - muss eine Airline ein goldenes Logo haben um zu zählen?). Ab vielen UK Flughäfen kann man nur in DXB umsteigen. Wow, viel gewonnen ;) 

 

 

Moin,

 

ich habe mal in UK gelebt und kann dir sagen, dass a) sich definitiv über fehlende Anbindungen beschweren und b) wenn man die Entfernungen dort kennt, weiß man, dass man mit 2-3 Stunden mit dem Auto ab B‘ham und Manchester auch locker LHR erreichen würde und der Großraum Newcastle nicht so groß ist wie STR/BER (wie lohnen sich dort Flüge?) c) übernimmt die Anbindung an die Hubs (man höre und staune) auch LH und KLM, weil BA wenig inner UK fliegt.

 

Ich finde hier wird immer darauf gepocht, dass (ist es überhaupt erwiesen???) angeblich gutbezahlte LH-Arbeitsplätze (in Bayern/Hessen) verloren gehen, aber ggf. weniger Arbeitsplätze in BW/Berlin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass DUS/HAM sagen würden: Ach, EK brauchen wir nicht. 

 

Wenn ich mir, wie gesagt, die Anzahl der Flüge im Westen im Vergleich zum Osten (lasst doch EK das Geld verbrennen, wenn sich von STR/BER keine Flüge lohnen.) anschaue, kann ich auch nach dem Motto argumentieren:

 

“Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“ 

 

Generell, überspitzt gefragt: 

Entscheiden Bayern/Hessen/LH, wo in Deutschland Arbeitsplätze entstehen (sollen) und wie gut Regionen angebunden sind? 
 

Gruß, 

Jochen 

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Jochen Hansen:

Entscheiden Bayern/Hessen/LH, wo in Deutschland Arbeitsplätze entstehen (sollen) und wie gut Regionen angebunden sind? 

Die UAE und Deutschland haben vor x Jahren ein Abkommen geschlossen welchem der UAE erst 3 und später vier Flughäfen gewährt hat. 

 

Dass EK FRA/HAM/MUC/DUS gewählt hat, haben nicht Bayern/Hessen/LH entschieden, sondern EK. 

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb TobiBER:

Und jetzt werden aus 4 halt 5 Destinationen gemacht - wo ist das Problem?

Ist doch zu genüge erklärt ;)


Mein Punkt dabei ist: Das haben halt nicht Hessen, Bayern und LH entschieden, das ist einfach nonsense. Die Ziele die EK anfliegt haben SIE sich ausgesucht. 

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb TobiBER:

Und jetzt werden aus 4 halt 5 Destinationen gemacht - wo ist das Problem?

...reden wir gegen eine Wand?

 

Meine Güte, das ist genau, was ich meinte, mit dem schlechten Diskussionsstil. Es haben jetzt etliche Leute in etlichen Posts dargelegt, wo mögliche Probleme liegen. Diese kann man gerne anders bewerten; dafür müsste man aber Argumente mitliefern, warum man das anders sieht.

 

Aber zu behaupten, es gäbe gar keinen Konflikt, ist entweder unehrlich gegenüber sich selbst, oder eine Offenbarung, dass man in der Debatte nicht mitgekommen ist.

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb TobiBER:

Und jetzt werden aus 4 halt 5 Destinationen gemacht - wo ist das Problem?

1: Es werden Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet.

2: Es wird mal wieder keine Abstimmung mit der EU vorgenommen.

Ich arbeite nicht in der Luftverkehrsbranche und wohne auch nicht in Bayern oder Hessen (und auch nicht in Rheinland-Pfalz, wo ja auch viele Beschäftigte des Flughafens Frankfurt wohnen).

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb BWE320:

1: Es werden Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet.

Nach der Logik müsste man auch alle Fernseher, die nicht in Deutschland produziert werden verbieten.

Protektionismus passt nicht mehr in eine globale Wirtschaft.

Im Übrigen gefährdet doch eine Lufthansa, die unbegrenzt in die USA fliegen darf, dann dort auch Arbeitsplätze oder nicht...

Geschrieben (bearbeitet)
vor 8 Minuten schrieb Koelli:

Im Übrigen gefährdet doch eine Lufthansa, die unbegrenzt in die USA fliegen darf, dann dort auch Arbeitsplätze oder nicht...

Mit den USA haben wir ein Open-Skies-Abkommen. Das ermöglicht Airlines auf BEIDEN SEITEN, unbegrenzt ins jeweils andere Land zu fliegen. (Für jede Airline zwischen der kompletten EU und den USA.) Gleichzeitig bieten sowohl die USA als auch die EU einen ausreichend breiten Markt, weswegen sich Airlines auf beiden Seiten dadurch mehr Chancen als Risiken ausgemalt haben.

 

Das ist ja das Problem der VAE. Ein erweitertes Abkommen bringt deutschen Airlines gar nichts. Welchen fünften Flughafen sollen sie denn dort anfliegen? Man kommt ja mit Mühe und Not überhaupt nur auf drei Flughäfen, und die wahnsinnigen ökonomischen Chancen sehe ich jetzt nicht auf FRA-AAN.

 

Und im Gegensatz zu anderen Nationen (looking at you, Katar) bringen die VAE nicht mal so üppige Bodenschätze mit, mit denen man als Volkswirtschaft einen Kuhhandel treiben kann, bei dem zwar die Luftfahrt benachteiligt wird, aber andere Branchen Vorteile erlangen.

 

 

Bearbeitet von Lucky Luke
Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb Koelli:

Nach der Logik müsste man auch alle Fernseher, die nicht in Deutschland produziert werden verbieten

Ich habe nie gesagt, dass man alle Flüge von ausländischen Airlines verbieten soll. Warenimporte werden auch gesteuert und finden im Rahmen von Handelsabkommen, Zollbestimmungen, Einfuhrrichtlinien, Einfuhrverboten, etc.

Zu den USA hat Lucky Luke schon den passenden Kommentar abgegeben, nur mal zur Einordnung: 

in der EU leben 450 Millionen Menschen, in den USA 350 Miliionen. Da haben die USA sich bestimmt nicht über den Tisch ziehen lassen.

Die immer stärker werdende Präsenz der Fluggesellschaften vom Golf haben uns schon viele direkt Flugverbindungen gekostet.

Vorbei sind die Zeiten, als Garuda, Malaysia Airlines,Sri Lankan, Qantas oder Air New Zealand nach Deutschland kamen.

Von Düsseldorf mit LTU nach Bangkok, Chiang Mai oder Langkawi - vorbei.

Von Frankfurt mit LH nach Kuala Lumpur, Kolkata, Manila oder Jakarta - vorbei.

Mit Condor von Hannover nach Phuket - vorbei. Das war nur eine Auswahl von Direktverbindungen, die Deutschland wegen EK, QR und EY verloren hat.

So erstrebenswert finde ich das stetige Wachstum der Fluggesellschaften vom Golf deswegen nicht.

 

Geschrieben

Es gilt mE für beide Seiten, dass immer wieder ähnliche Fragen und Argumente heraus gekramt werden und dann die jeweiligen Gegenargumente vergessen oder gezielt ignoriert werden.

 

Ein paar Beispiele:

1) EK am BER gefährde Arbeitsplätze in FRA/MUN

2) EK am BER gefährde potentielle sonstige Langstrecken am BER

--> es wurde (teils sogar von den selben Usern) prognostiziert und teils ausführlich ausgeführt, dass gegenüber QR und TK vermutlich gar kein so großer Mehrwert an Umsteigeverkehr etc. entstehen dürfte, sondern primär eine Umverteilung

--> laut Luftfahrtexperten wäre EK in STR ein sehr viel relevanteres Problem für FRA/MUN als EK am BER

--> weshalb will der BER dann EK so dringend haben? sind alle Verantwortliche doof?

--> für STR hatte EK auch mal laut darüber nachgedacht, eine Verbindung nach Shanghai aufzunehmen 

und was kommt von LH und Co? Richtig: nur die Golfregion (ironisch, oder)

 

3) EK solle nicht einfach so ohne Gegenleistung der Marktzugang erleichtert werden

4) EK/ VAE könne Berlin und Deutschland gar keinen entsprechenden Mehrwert/ Gegenwert liefern

--> weshalb würde D dann anders als in der Vergangenheit entgegen kommen wollen?

--> aktuell bewegen sich führende Politiker und Unternehmensvertreter in der Golfregion (u.a. in den VAE) und es werden zentrale deutsche Interessen verhandelt... da das offenbar besonders hartnäckig ignoriert wird, mal ein paar exemplarische Artikel:

handelsblatt , wirtschaftswoche , n.tv , capital , zeit , faz , sz ... (sucht Euch was aus, jeder Beitrag erklärt den Kontext)

 

Vielleicht hören wir ja demnächst was Offizielles zum Thema und dann auch eine entsprechende Einordnung. Aktuell dreht es sich hier vor allem im Kreis...

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Lucky Luke:

Mit den USA haben wir ein Open-Skies-Abkommen. Das ermöglicht Airlines auf BEIDEN SEITEN, unbegrenzt ins jeweils andere Land zu fliegen. (Für jede Airline zwischen der kompletten EU und den USA.) Gleichzeitig bieten sowohl die USA als auch die EU einen ausreichend breiten Markt, weswegen sich Airlines auf beiden Seiten dadurch mehr Chancen als Risiken ausgemalt haben.

 

Das ist ja das Problem der VAE. Ein erweitertes Abkommen bringt deutschen Airlines gar nichts. Welchen fünften Flughafen sollen sie denn dort anfliegen? Man kommt ja mit Mühe und Not überhaupt nur auf drei Flughäfen, und die wahnsinnigen ökonomischen Chancen sehe ich jetzt nicht auf FRA-AAN.

 

Und im Gegensatz zu anderen Nationen (looking at you, Katar) bringen die VAE nicht mal so üppige Bodenschätze mit, mit denen man als Volkswirtschaft einen Kuhhandel treiben kann, bei dem zwar die Luftfahrt benachteiligt wird, aber andere Branchen Vorteile erlangen.

 

 

Wo ist denn Z.B der Aufschrei einer KLM gegenüber? Oder Singapore Airlines? Aber das ist ok, Fliegen ja Frankfurt/München und sind ja *A Partner und daran verdient die LH? 
 

-Kleines Land

-saugt viele Paxe aus Deutschland ab? 

Bearbeitet von Jochen Hansen
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb jetstream:

 

Seit wann ist KLM Star Partner? 

Moin,

 

soll ich wirklich erklären, dass der Satz mit *A sich auf das Unternehmen Singapore Airlines bezog und der Satz zuvor auf KLM als Beispiel? 
 

Gruß,

Jochen 

Geschrieben
vor 26 Minuten schrieb jetstream:

Ja, solltest Du, da es in der beschriebenen Form missverständlich ist. Aber weisst Du schon selbst, gell? 

Moin,

 

ja, es war etwas unsauber beschrieben. Entschuldigung dafür! 
 

Gruß,

Jochen 

Geschrieben

Ich denke, EK kann durchaus Vorteile für den BER bringen. Dass einige neue Ziele erschlossen werden würden (habe hier vor einigen Tagen mal eine Übersicht gepostet) und es zu potenziell höheren Frequenzen und vermutlich niedrigeren Preisen kommen würde ist klar. Das ist die „Vorteil-Seite“ dieser Diskussion. Aber Achtung: Das einzige was sicher ist, ist, dass es einige neue Relationen geben wird. Sowohl höhere Frequenzen (TK and QR können natürlich im Gegenzug reduzieren) als auch niedrigere Preise sind kein Naturgesetz, auch wenn man denke ich, gut anführen kann, dass beides wahrscheinlich eintreten wird. 

 

Auf der Seite mit potenziellen Nachteilen hat man – und so fair muss man denke ich hier sein – eine Schwächung der deutschen Luftfahrtindustrie. EK ist Richtung Fernost eben ex-Deutschland in einem Wettbewerb mit der Lufthansa. Nach BKK oder PVG kann man eben von BER mit Zwischenstopp in IST, DOH, ggf. bald DXB oder eben FRA/MUC fliegen.

Jeder der bei EK fliegt, fliegt halt bei den anderen nicht. Die Frage ist jetzt - und hier denke ich ist der negative Effekt für die LHG vielleicht gar nicht so stark - wie viele Leute, die mit EK fliegen würden, jetzt mit der LHG fliegen. TK und QR bieten ja durchaus ein Premiumprodukt ex-BER an. Ich sehe nicht zwingend, dass die LHG hier massenhaft Passagiere verlieren würde, insbesondere weil ich nicht denke, dass man gerade BER-FRA-PVG und nicht BER-DOH-PVG fliegt nur um dann auf BER-DXB-PVG umzusteigen. Da müsste der Preisunterschied LH-EK schon sehr groß sein. Der direkte Effekt für die Lufthansa ist hier also etwas unklar. 

 

Das sind die „harten“ potenziellen Vor- und Nachteile. Diese Debatte wird denke ich aber auf dem Gebiet der weichen Nachteile entschieden. Und hier ist für mich der springende Punkt: 

 

Wollen wir als Bundesrepublik Deutschland einem Land wie den VAE diesen Vorteil (ein fünftes Ziel in Deutschland) ohne Gegenleistung gewähren?

 

Für die BRD gibt es derzeit ja vielleicht kleine Vorteile (etwas mehr Konnektivität am BER) und schlecht einschätzbare Nachteile. Aus politischer Sicht ist eine Zustimmung zum fünften Ziel deshalb auch nicht ungefährlich. Würde es einen Vorteil geben, wie ja derzeit vielleicht ausgehandelt wird, sieht diese Diskussion natürlich anders aus. 

 

 

Und noch ein Punkt, der mir hier zu unberücksichtigt bleibt: Liegt es eigentlich im Interesse der ostdeutschen Politik EK zu bekommen?

 

Die Interessenslage ist wie folgt: 

 

Der Berliner Flughäfen soll mehr Langstrecken bekommen, da er vermeintlich schlecht angebunden ist. In Interviews betonen Berliner/ostdeutsche Politiker, dass Touristen nicht kommen bzw. Unternehmen sich nicht ansiedeln, da Berlin/Ostdeutschland „so schwer zu erreichen“ oder „so weit weg“ ist. 

Sich in diesem Kontext um mehr Langstreckenflüge zu bemühen – ganz unabhängig davon, ob das Konnektivitätsargument stimmt – ist ja eine vernünftige Aktion. Direktflüge sparen tendenziell nun einmal Zeit und sind „more convenient“, Umsteigen ist halt meistens ziemlich nervig und die Lösung scheint zum vermeintlichen Problem zu passen. 

 

Der Berliner Flughafen scheint nach Berliner Logik also eher non-stop Flüge in Richtung Asien zu brauchen, z.B. nach Singapur oder Shanghai. Aber gerade da hilft doch eine EK auch nicht. Mit EK muss man halt statt in Doha, Frankfurt, München oder Istanbul in Dubai umsteigen. Mir erschließt sich noch nicht, wie das das beschriebene Problem (salopp: der Geschäftsmann aus Shanghai kommt nicht nach Berlin, um seine Firma anzusiedeln, weil nur mit Umstieg zu erreichen) dadurch zu lösen sein soll, dass der Geschäftsmann jetzt neben QR (was er ja angeblich nicht tut) mit EK fliegt. Das zu lösende „Problem“ wird also nicht gelöst. 

 

Des Weiteren bindet EK Passagierströme auch an sich. 14/7 B777 oder gar 14/7 A380 sind halt massive tägliche Kapazitäten, die täglich in- and outbound gehen. EK saugt halt - auch aufgrund eines guten Produkts – einen Großteil der Nachfrage auf.

 

Vereinfach gesagt:

 

Berlin möchte ja eigentlich non-stop Flüge nach X. Vielleicht ist die Grundnachfrage sogar so, dass sich non-stop BER-X rechnen könnte. Wenn ich allerdings 14/7 EK, 14/7 QR, 35/7 TK ex-BER und z.B. ex-PVG 14/7 EK, 14/7 QR und 14/7 TK habe, dann bindet das wahnsinnig viele Passagiere. Da hat es dann eine 7/7 Verbindung, die zumeist teurer und aufgrund der Frequenzen noch nicht einmal zeitmäßig immer besser ist, wahnsinnig schwer. 

 

Es besteht also das reelle Risiko, dass EK non-stop Routen Richtung Fernost noch unwahrscheinlicher werden lässt. Das angeprangerte Problem wird durch EK nicht gelöst sondern ggf. sogar verschlimmert. 

 

 

Klar, EK ist ein schönes Flaggschiff auf das man sicherlich auch in Hamburg, Düsseldorf oder gar München und Frankfurt nicht verzichten wollen würde. Ich kann da die Befürworter schon verstehen und mich würde es auch wurmen, wenn „mein“ Flughafen nicht von EK bedient werden würde. Insbesondere, da Ostdeutschland komplett ohne EK ist, kann ich das auf emotionaler Ebene schon ein Stück weit nachvollziehen. 

 

Die Erweiterung des Abkommens ist allerdings eine politische Entscheidung und zumindest idealtypisch würde ich mir doch wünschen, dass eine solche Entscheidung nicht aufgrund von Gefühlswelten getroffen wird. Da sollte die Marschrichtung sein, dass die potenziellen Vorteile von EK ex-BER potenziell dem ganzen Land entstehende Nachteile ausgleichen.

 

Wie man Vor- und Nachteile jetzt bewertet und miteinander aufwiegt muss denke ich jeder selber entscheiden.

 

 

 

 

Geschrieben
vor 34 Minuten schrieb Alibaba1408:

Auf der Seite mit potenziellen Nachteilen hat man – und so fair muss man denke ich hier sein – eine Schwächung der deutschen Luftfahrtindustrie. EK ist Richtung Fernost eben ex-Deutschland in einem Wettbewerb mit der Lufthansa. Nach BKK oder PVG kann man eben von BER mit Zwischenstopp in IST, DOH, ggf. bald DXB oder eben FRA/MUC fliegen.

Jeder der bei EK fliegt, fliegt halt bei den anderen nicht. 

Oder über HEL, VIE, ZRH, (CDG), AMS - alles zu vernünftigen Reisezeiten, fairem Preis und guten europäischen Airlines.

 

Wenn ich ab und zu ex FRA/DUS/ZRH nach BKK schaue ist EK meistens nicht auf den oberen Rängen (meiner leicht gefilterten Liste, Flugzeit <20h, ohne China & Indien). Häufig ist QR oder EY der Preisführer - gefolgt von europäischen Airlines. Auch CX oder SQ ist hin und wieder dabei.

 

Das bedeutet: Auch ohne EK gibt es heftigen Wettbewerb und dem stellt sich LH seit Jahren. In der LH Group behauptet sich OS und auch LX auf der Route ganz gut - mit EK am Heimatflughafen.

 

Ein Grund dafür wird gerne verschwiegen: Umsteigen bei den ME3 bedeutet häufig, dass man am frühen Morgen zu der für den Körper ungünstigsten Zeit 2-4h an einem vollen Flughafen verbringen muss. Ich kenne viele Leute, denen das 100€ Aufpreis pro Flug wert ist einen langen und dann noch gegebenenfalls einen kürzeren Zubringerflug zu haben.

Geschrieben (bearbeitet)

Es gibt mal wieder einen Artikel zum Thema. So soll das Thema laut einem Regierungssprecher tatsächlich diskutiert werden. Auch der Kanzler habe sich nach einem Treffen in den VAE entsprechend geäußert. Ferner würde eine tägliche Emirates-Verbindung laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Berlin ca. 500 Arbeitsplätze sowie jährlich 140.000 Passagiere und 55.000 Übernachtungen einbringen. 

 

Noch zwei weitere, ggf. interessante Details:

- Stuttgart ist wohl ebenfalls weiter im Gespräch.

- Es soll entgegen früherer Berichte wohl noch keine Entscheidung geben und es sei laut Experten auch noch nicht zeitnah damit zu rechnen. 

 

Also falls das so stimmt, ist das Thema nun zumindest ganz oben angekommen aber noch ergebnisoffen bzw. Verhandlungsmasse. Allerdings sieht es dann ja schon so aus, dass auch die Deutsche Seite (konkret Berlin respektive Stuttgart) von der Verbindung profitieren könnte. Dass es FRA/MUN und LH nicht freut, ist ein anderes Thema bzw. die andere Seite der gleichen Medaille. 

Bearbeitet von jan85
Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb jan85:

Es gibt mal wieder einen Artikel zum Thema. So soll das Thema laut einem Regierungssprecher tatsächlich diskutiert werden. Auch der Kanzler habe sich nach einem Treffen in den VAE entsprechend geäußert. Ferner würde eine tägliche Emirates-Verbindung laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Berlin ca. 500 Arbeitsplätze sowie jährlich 140.000 Passagiere und 55.000 Übernachtungen einbringen. 

Ich weiß zu zitierst aus dem Artikel. Aber da geht nicht hervor wo die Arbeitsplätze entstehen sollen und auch nicht ob dafür an anderer Stelle Arbeitplätze wegfallen. Außerdem ist nicht klar ob sich die Passagierzahlen insgesamt erhöhen oder nur für Emirates (und an andere Stelle wieder weniger).

Auf der Homepage der DLR finde ich zwar Arbeiten zu diesem Thema - aber diese Aussagen gehen m.M. daraus nicht hervor.

Bearbeitet von FKB

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