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airliners.de

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Geschrieben
Am 15.9.2026 um 14:25 schrieb Avroliner100:

Zumindest der derzeit größte Einzelgläubiger von Air Baltic ist amerikanisch. 
 

Die größten Gläubiger sind, zumindest was die bisherigen Forderungen angeht:

  • Pratt & Whitney (66,5 Mio. USD)
  • Lettland (62,6 Mio. USD)
  • Steuerforderungen (15,4 Mio. USD)
  • Flughafen Riga (9,1 Mio. USD)
  • Eurocontrol (5,6 Mio. USD)
  • Shell Europe (5,4 Mio. USD)
  • Macquarie Aircraft Leasing Services (4,6 Mio. USD)
  • Airbus (3,3 Mio. USD)

Quelle:

https://www.aero.de/news-53630/Air-Baltic-Glaeubiger.html


Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Air Baltic ausgerechnet bei P&W massiv in der Kreide steht - wobei P&W maßgeblich mitverantwortlich ist, dass über Jahre hinweg zahlreiche A220 am Boden standen und nicht verfügbar waren.

 

Es könnten Forderungen unterschiedlicher Art sein.

 

Air Baltic hat noch Flugzeugbestellungen in der Pipeline, die Verträge sind formell evtl. noch nicht zu Ende gekündigt. Daraus könnten Forderungen entstehen. 

Diese müssen nicht zwangsläufig Nettoforderungen sein, Air Baltic könnte seinerseits Forderungen haben aufgrund der Triebwerkssituation.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Avroliner100:

Im Rahmen des Chapter11 Verfahrens muss Air Baltic folgende Etappenziele erfüllen:

 

Innerhalb von 2 Monaten:

  • Flugzeugleasingverträge kündigen.
  • Gläubiger vom neuen Geschäftsplan überzeugen.

Innerhalb von etwas mehr als 3 Monaten:

  • Leasingverträge für die Bestandsflotte neu aushandeln.
  • Verträge mit Airbus und P&W neu aushandeln.
  • Wet-Lease Beziehungen mit der Lufthansa Group neu aushandeln.

Innerhalb von 4 Monaten:

  • Eigenkapitalzusagen der lettischen Regierung und/oder strategischer Investoren an Land ziehen und eine Chapter11 Exit-Strategie vorlegen.

Quelle:

https://www.aero.de/news-53676/Air-Baltic-Rettung-steht-und-faellt-mit-Lufthansa-und-Airbus-.html

Das sind übrigens die Bedingungen für die Auszahlung der zweiten Tranche der Zwischenfinanzierung (125 Millionen Euro). Für die letzte Tranche (50 Millionen Euro) müssen dann alle nötigen Dokumente für die neuen Verträge für Leasing, Wet-Lease und neue Flugzeuge unterschreiben sein (für Tranche 2 reicht es, dass man verbindliche Zusagen für die neuen Bedingungen hat) und die Exit-Strategie von der Richterin genehmigt worden sein, spätestens nach fünf Monaten.
 

Interessant wird natürlich der Exit-Plan: Der Investor muss ja fast 400 Millionen Euro reinbringen, alleine um die Zwischenfinanzierung abzulösen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann noch irgend etwas für die 2029er Anleihe übrig bleibt.

Geschrieben

Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln?

Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will?

Geschrieben
vor 13 Minuten schrieb Koelli:

Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln?

Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will?


Nein. Sie müssen die Flotte verkleinern. Das ist Bedingung 1. Dazu müssen Flugzeuge sofort oder kurzfristig die Flotte verlassen. Diese Verträge müssen gekündigt werden.

 

Für die Flotte, die bleibt sollen die Verträge neu ausgehandelt werden.

Geschrieben (bearbeitet)

Die Lufthansa ist jetzt in einer interessanten Position. Wieviel (mehr) ist ihr das Überleben ihres Wetleasepartners wert, bzw. wie schnell und zu welchem Preis kann man Ersatz bekommen (insbesondere wenn kurzfristig A220 Flieger und Personal verfügbar werden).

Das Ganze vor dem Hintergrund wirtschaftlich unsicherer Zeiten und einer ohnehin angekündigten Rationalisierung auf der Kurz- und Mittelstrecke.

 

Wenn die Geschichte um Augsburg Airways, Contact Air, Cirrus, etc. ein Fingerzeig ist, dann sieht es eher schlecht aus. Aus Sicht der Air Baltic Belegschaft ist zu hoffen, dass man für die Lufthansa Group schon "too big to fail" ist...

Bearbeitet von 8stein
Geschrieben

Rational wäre es falsch, zum aktuellen Zeitpunkt irgendetwas zu tun. Jegliche Interessensbekundung würde zu einer Erhöhung ds  des Gedbetrages als zu akzeptierende Schmerzgrenze aller Beteiligten führen.

 

Aus Sicht der Lufthansa hat man derzeit 2 Optionen:

 

A. Asset deal

 

Wenn man Interesse zB an Flugzeuge usw hat, kann man vorverhandeln, nach einer Rückgabe diese zum aktuellen Marktwert oder Buchwert zu holen. Danach einen AOC dafür bestimmen, Personal rekrutieren, deal done. 

In einen rückläufigen Markt ist Abwarten OK.

 

Zweitens kann man, sofern man möchte, eigene Optionen auf neu freiwerdende Lieferslots positionieren. Low hanging fruit, aber kapitalintensiv.

 

Egal in welcher Lösung man gehen wollen würde, müsste man mit Airbus auch verhandeln, um die Reservierungsgebühren für Optionen nicht zu verlieren.

 

B. Firmenkauf

 

Hier bietet es sich an, erst mal eine Sanierung abzuwarten. Man kann im ersten Schritt den Insolvenzverwalter arbeiten lassen udn die Forderung aller Parteien auf einen Minimum absenken. Lettland als Staat wird vermutlich auf alles verzichten müssen.

 

Wenn die Firma bereinigt ist und keine latente Forderungen mehr da sind, bedeutet es immer noch nicht dass sie profitabel arbeiten kann oder das sie wieder kreditwürdig ist. Erst dann, in einer Konstellation "clean und niedrig bewertet", würde eine Kapitalerhöhung via Lufthansa Sinn machen.

 

Man hat einen Jahrzehnt daruaf gewartet dass Alitalia in richtiger Form auf den Markt kommt, warum sollte man sich jetzt beeilen?

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Koelli:

Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln?

 

Die beiden Bedingungen lauten wörtlich:

Zitat

(ii) filing a rejection motion for the Debtors’ aircraft leases that is consistent with fleet right-sizing and lease terms for remaining fleet consistent with the Debtors’ restructuring plan (the “Restructuring Plan”) by no later than fifty-nine (59) days after the Petition Date

 

(...)

 

(vi) the entry into one or more binding term sheets with the Debtors’ aircraft lessors providing for, among other things, fleet right-sizing and revised leasing terms for 75% of the fleet consistent with the Restructuring Plan and the Business Plan and are otherwise in form and substance reasonably acceptable to the Majority DIP Lenders and the DIP Arranger by no later than one hundred (100) days after the Petition Date

Petition Date ist der 14. September gewesen, bei der Interpretation des Restes kann ich aber leider auch nicht helfen (falls du es durch ein LLM schleusen willst: Docket 45, die Auszahlungsbedingungen kommen ab Seite 57).

 

vor 2 Stunden schrieb Koelli:

Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will?

Dann gibt es die zweite Hälfte des Rettungskredites nicht und Air Baltic muss wahrscheinlich dicht machen.

Geschrieben

Kurzes Update zum Chapter 11 Verfahren:

 

Bisher haben zwei Gläubige Einwände eingereicht (Deadline ist der 2. Oktober). Beides sind Einzelgläubiger der 2029er Anleihe (halten jeweils etwa eine halbe Million nominal): Sie wenden sich beide nicht gegen das Verfahren an sich, wollen aber verhindern, dass die aus dem Finanzierungsleasing rausgekauften Flugzeuge und Triebwerke als Sicherheit für die Zwischenfinanzierung dienen; stattdessen sollen diese zu den Sicherheiten für die 2029er Anleihe hinzugefügt werden. Da sich bisher keine professionellen Anleger der 2029er Anleihe mit Einwänden gemeldet haben, vermute ich mal, dass die Erfolgschancen für die beiden Einwände relativ gering sind.

Geschrieben

Manchmal sparen auf den ersten Blick seltsam anmutende Dinge deutlich mehr ein als man denkt - zum Beispiel, wenn hinter ein paar Kleinigkeiten eine komplizierte Logistikkette steckt. Wirklich daran glaube ich hier aber nicht.

 

Mein Tipp wäre: Man hat intern eine Liste möglicher Sparmaßnahmen aufgestellt. Erst einmal ohne Begrenzung, damit auf der ersten Blick absurde, aber auf den zweiten Blick gute Maßnahme nicht verloren gehen. Und auf dieser Liste werden einige Maßnahmen gewesen sein, die nachvollziehbar sind und jährliche Einsparungen im sechsstelligen Bereich bringen. Und dann waren da auf der Liste vielleicht auch Maßnahmen, die wie die Mülltüten nur 1.000 Euro im Jahr oder so sparen - Maßnahmen, die den Aufwand kaum wert sind im Vergleich zu den Schulden. Aber: Es sind immer noch 1.000 Euro, die man den Gläubigern vorenthalten würde, wenn man die Maßnahme nicht ergreift. Bei einer Privatinsolvenz wegen 30.000 Euro würde die Richterin es wohl nicht durchgehen lassen, wenn man den Gläubigern 1.000 Euro vorenthält - warum sollte sie das dann bei einer Firmeninsolvenz wegen einer Milliarde Euro Verbindlichkeiten anders machen? Gut möglich, dass die Geschäftsleitung deshalb auch solche Peanuts nutzt - nicht, weil diese Peanuts Air Baltic retten würden, aber weil sie den Gläubigern keine Möglichkeit geben wollen, das Chapter 11 Verfahren anzufechten.

 

Kann aber natürlich auch ganz anders sein - ich wäre auch nicht überrascht, wenn man einfach nur ChatGPT nach Sparmaßnahmen gefragt hat und die jetzt umsetzt.

Geschrieben
Am 6.4.2026 um 12:41 schrieb XWB:

Danke!

 


Wenn er sie hat, wird er sie bestimmt nicht hier im Forum teilen. Wird ja generell gehütet wie ein Staatsgeheimnis. :D 

 

vor 18 Stunden schrieb Avroliner100:

Meanwhile zieht Air Baltic den Sparkurs ab 1.Oktober deutlich an. Teils auch im Bereich Hygiene, wo ich in puncto Sinnhaftigkeit mal ein deutliches Fragezeichen setzen würde.  

  • Die Spucktüten verschwinden aus den Sitztaschen und sollen nur noch auf Nachfrage gereicht werden. Auf dem Flieger werden statt bisher 150 nur noch 50 geladen. 
  • Desinfektionsgel und Kosmetiktücher verschwinden aus den Toiletten, im Cockpit soll es keine Müllbeutel mehr geben. 
  • Reinigungsleistungen an den Airports sollen reduziert werden

Dabei soll es nicht bleiben, angeblich werden alle Bereiche überprüft. Auch für fliegendes Personal gibt es erste Auswirkungen, so wurde der Lounge-Zugang beim Proceeding gestrichen. 

 

Quelle:

https://www.aerotelegraph.com/airlines/air-baltic-spart-spucktueten-und-muellbeutel-im-cockpit-ein/g85fzjy

 

Persönliches Fazit: 

Während man über viele Dinge streiten kann, sind manche Dinge fast schon absurd lächerlich. Darüber, ob ein Flugzeug bei jedem Umlauf ein Cleaning benötigt, kann man gerne sprechen. Gerade auf kurzen City-Umläufen. Dass die Crew stattdessen durch die Kabine geht - auch darüber kann man reden (macht sie vermutlich sowieso schon). Dass man sich jetzt den Müllbeutel im Cockpit spart, vermutlich Kategorie nervig aber auch völlig unnötig. Die 2,50€ am Tag für zwei paar Müllrollen werden Air Baltic auch nicht retten, dafür ungleich mehr Besatzungen auf die Nerven gehen. Kosmetiktücher … okay. Aber die Spuckbeutel und Desinfektion? Damit schießt man sich nur selbst ins Bein. Die Tüten sind Centware, liegen eh über zig Umläufe in der Sitztasche. Aber dann wenn sie jemand braucht, dann braucht er sie in der Regel sofort und nicht erst in 5 Minuten nach klingeln und nachfragen. Und wenn sie da sind, verhindern sie bestenfalls, dass ein ungleich teureres Cleaning anrücken muss…

Mit den Tütchen live bei Condor erlebt. Keine da die Dame hatte sich fett übergeben und bis auf den Nachbarsitz und Gang „getroffen“. Flugbegleiter konnten nur etwas entfernen und Raumspray benutzen. Nicht wirklich effektiv. Die Reinigung wird deutlich aufwändiger und teurer. Auch passt die Planung des Umlaufes nicht mehr. Schon Delay und mehr kosten verursacht 

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