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airliners.de

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Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb oldblueeyes:

Nach EU Regeln darf Lettland investieren, aber nur wenn die Prinzipien ähnlich sind wie bei einem Privatinvestor. Höchstwahrscheinlich wird es im besten Fall eher darauf hinauslaufen, dass ein Privatinvestor und Lettland Kapital bereitstellen, dieser Investor wird dann eine gänzliche Übernahmeoption sich einbauen lassen, eventuell wird Lettland auf eine Konversion der eigenen Anteile in Aktienpakete beim neuen Player bestehen und man wird sich zur Wahrung lokaler Gefühle auf ein paar Garantien einigen wie Standortsicherung und Fortführung der Marke für mindestens X Jahre.

 

Es könnte schon eine gute Gelegenheit für Polen und LOT sein regional sich auszubreiten und evtl. Überkapazitäten von Air Baltic in P2P Basen zu investieren. Genauso wäre es für die LH eine Möglichkeit ähnlich wie bei Brussels einzusteigen, jetzt wo die Redimensionierung notwendig ist und die Bewertung gegen Null tendiert.

 

könnte das auch auf eine Alitalia/ITA Nummer herauslaufen?

 

also vom Staat gerettet, durch eine Insolvenz+Neugründung entschuldet und dann verkauft?

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Followthesun:

Lange geht das jedenfalls nicht mehr gut. 

Wenn man die Zinsen auf die 2029er Anleihe und Währungseffekte rausnimmt, dann hätte Air Baltic etwa 40 Millionen Euro Verlust gemacht im letzten Jahr. Das entspricht etwa 5% des Umsatzes - nicht gut, aber mit einer vernünftigen Strategie und ausreichend Zeit kann man das drehen. Vorraussetzung ist halt, dass man die Anleihe los wird, die hohen Kerosinpreise an die Fluggäste weitergeben kann, und ein bisschen Glück braucht man wahrscheinlich auch. Aber abschreiben würde ich Air Baltic noch nicht.

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb groffel:

Wenn man die Zinsen auf die 2029er Anleihe und Währungseffekte rausnimmt,


Naja, wenn ich die Miete meiner Wohnung und meinen Wocheneinkauf aus meiner Finanzplanung rausnehme, bleibt am Ende des Monats auch mehr Geld übrig. Fakt ist aber, dass beides real eben doch bezahlt werden muss. 
 

Von daher darf man schon gespannt sein, wie lange das hier so noch klappt. Dieser kurzfristige, extrem hoch verzinste, Kredit wirkt auf mich wie ein Mittel um sich Zeit zu verschaffen. Zeit, um durch den Verkauf von Tafelsilber oder Einigung mit dem Staat doch noch das Ruder rumzureissen. Bleibt spannend. 

Geschrieben

Es wird ja hauptsächlich Lufthansa-Wetlease abgebaut – somit ist die Frage nicht, ob andere Anbieter das Wetlease wollen, sondern ob Lufthansa die anderen Anbieter will. Meines Wissens sind die anderen baltischen Wetlease-Anbieter nicht von Lufthansa auditiert (Eurowings geht bei Wetlease ja eigene Wege).

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb DE757:


Naja, wenn ich die Miete meiner Wohnung und meinen Wocheneinkauf aus meiner Finanzplanung rausnehme, bleibt am Ende des Monats auch mehr Geld übrig. Fakt ist aber, dass beides real eben doch bezahlt werden muss. 
 

Ein seltsamer Vergleich.


Wenn du kein Geld hast, kann der Vermieter einfach einen anderen Mieter finden. Der Supermarkt ist besser dran, gar nichts mehr zu verkaufen, als dir etwas umsonst zu geben, da er dann wenigstens den Einkaufspreis spart. Deshalb musst du die beiden bezahlen, die würden höchstens aus Nächstenliebe zum Verhandeln bereit sein. Die beiden Beispiele entsprechen den operativen Kosten.

 

Der Kreditgeber kann hingegen nicht einfach deinen Kredit an jemand anderen weitergeben, und wenn er den Kredit kündigt, dann steht er auch keinen Deut besser da. (Eine Ausnahme wäre der Leasinggeber, da der sich das Flugzeug schnappen und an jemand anderen geben kann - weshalb ich die Leasingkosten in der Betrachtung auch nicht rausgenommen hatte, obwohl die zu einem Großteil als Zinszahlungen in die GuV eingehen). Mit den Banken und Investoren kann Air Baltic daher verhandeln, mit dem Zulieferer für das Kerosin oder dem Leasinggeber eher nicht.

 

vor 4 Stunden schrieb DE757:

Zeit, um durch den Verkauf von Tafelsilber oder Einigung mit dem Staat doch noch das Ruder rumzureissen.

Tafelsilber gibt es nicht mehr wirklich. In der Bilanz sind noch etwa 25 Millionen Euro für Gebäude, alles andere sind Dinge, die man für den Flugbetrieb braucht (Kabineneinbauten, Ersatzteile) oder nicht verkaufen kann (Sicherheitsleistungen für die Wartung der geleasten Flugzeuge, Nutzungsrechte für die geleasten Flugzeuge).
 

Geschrieben

Laut Reuters und Alex soll die kurzfristige Finanzierung wohl doch Vorrang bei einer Insolvenz haben. Das würde dann für mich heißen, dass wir bereits diesen Freitag wissen, ob Air Baltic auch in einem Jahr noch da ist: Wenn die Gläubiger der 2029 Anleihe der Zwischenfinanzierung und damit der Nachrangigkeit ihrer eigenen Anleihe zustimmen, dann werden sie sich wahrscheinlich auch an einer langfristigen Finanzierung beteiligen.

Geschrieben

airbaltic geht in den USA ins Chapter 11 Verfahren.

Zitat

Key highlights: 

  • Chapter 11 financial reorganisation: airBaltic has voluntarily initiated a U.S. Chapter 11 process to restructure its financial obligations while continuing its operations. 
  • Flights and services continue without interruption: all flights are operating as scheduled, tickets and reservations remain valid; passengers can continue to book and travel with airBaltic as usual. 
  • New financing to support the business: the company has secured a commitment for EUR 350 million in new debtor-in-possession (DIP) financing arranged by Strategic Value Partners and funded by Barclays, Hayfin Capital Management, Morgan Stanley, Oaktree Capital Management and Strategic Value Partners, to provide liquidity and support operations during the Chapter 11 process. Interest rate: SOFR + 8% (i.e., approximately 12%). 
  • Long-term objective: the process is intended to provide airBaltic with a stronger, more sustainable capital structure, a competitive cost position and a solid foundation for the future. 

https://company.airbaltic.com/en/newsroom?press=2026/airbaltic-initiates-chapter-11-financial-reorganisation-flights-and-customer-services-continue-as-normal

Geschrieben
vor 19 Minuten schrieb Koelli:

Aber warum in den USA 

Ein für Unternehmen vorteilhaftes Insolvenz-, bzw. Restrukturierungsrecht im Vergleich zu Europa. Das Ziel der Unternehmensfortführung ist höher gewichtet. Entsprechend können mehr Altforderungen abgewiesen werden.

 

Die Zugänglichkeit dürfte über den Fonds-Prospekt geregelt sein.

Geschrieben

Ein paar Punkte aus den eingereichten Unterlagen, die ich interessant fand (das meiste steht in Docket 14):

  • Die Anfang September bekannt gegebene Zwischenfinanzierung sollte wohl für eine Umstrukturierung unter englischem Recht genutzt werden. Eigentlich hatte man schon damals Chapter 11 bevorzugt (vor allem, weil die Zwischenfinanzierung durch die im August wieder gestiegenen Kerosinpreise nicht mehr ausreichend gewesen wäre, und bei der Umstrukturierung unter englischem Recht die Gläubiger der 2029er Anleihe zustimmen mussten, ihre Ansprüche hinter die Zwischenfinanzierung zu stellen - was sie wohl nur bedingt wollten). Da es aber keine festen Zusagen für die Finanzierung unter der  Chapter 11 Variante gab, hat man dann doch die Zwischenfinanzierung zur Abstimmung bringen wollen - die Alternative war wohl nur noch, direkt Insolvenz anzuzeigen.
  • Am Sonnabend hat man dann doch noch eine Zusage für die Finanzierung unter Chapter 11 bekommen, deshalb jetzt wohl die Planänderung. Mit dem neuen Plan bekommt man 350 Millionen EUR, davon 175 Millionen EUR sobald der Schutz unter Chapter 11 vorläufig erklärt wurde.
  • Der Rettungskredit vom April ist erst zu 40% zurückgezahlt (Fälligkeit war 31.8.).
  • Im März war man schon fast pleite und hat nur durch den Verkauf sämtlicher Fuel Hedges noch genug Geld zusammengekratzt.
  • Für 8 Flugzeuge nutzt Air Baltic Finanzierungsleasing, die anderen 46 sind operatives Leasing. Für die Flugzeuge mit Finanzierungsleasing will Air Baltic Kaufoptionen nutzen, bezahlt aus den neuen 350 Millionen Euro.
  • Air Baltic scheint davon auszugehen, dass einige Gläubiger keinen Grund sehen, sich US-Recht zu unterwerfen, und bittet den Richter deshalb darum, den Gläubigern ein bisschen zu drohen, damit sie das doch tun. (Ok, wörtlich haben Air Baltics Anwälte das so nicht formuliert, aber für mich klang das so.)
  • Ar Baltic ist eigentlich super-profitabel, aber hat in den letzten Jahren einfach Pech gehabt. (Steht da auch nicht wörtlich, aber inhaltlich schon. Na gut, wahrscheinlich muss man begründen, warum der Laden nicht zerschlagen werden soll, sondern sich restrukturieren darf.)
  • Lufthansa hatte 14 Millionen Euro für seine 10% gezahlt.
  • Mit dem Börsengang wollte man 250 - 300 Millionen Euro einnehmen

 

 

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb OliverWendellHolmesJr:

Ein für Unternehmen vorteilhaftes Insolvenz-, bzw. Restrukturierungsrecht im Vergleich zu Europa. Das Ziel der Unternehmensfortführung ist höher gewichtet. Entsprechend können mehr Altforderungen abgewiesen werden.

 

Die Zugänglichkeit dürfte über den Fonds-Prospekt geregelt sein.

Ok, also wenn ich mit meiner Geschäftsidee von nem Brennholzverleih scheitere, darf ich mir auch aussuchen, ob ich das Insolvenzverfahren in den USA, Südafrika oder auf dem Neptun einleite? Letzterer würde mir eigentlich ganz gut reinlaufen, da sind die Forderungen der Gläubiger geringer, weil die persönlich vor Gericht eingereicht werden müssten...

Geschrieben
vor 33 Minuten schrieb abdul099:

Ok, also wenn ich mit meiner Geschäftsidee von nem Brennholzverleih scheitere, darf ich mir auch aussuchen, ob ich das Insolvenzverfahren in den USA, Südafrika oder auf dem Neptun einleite?

Wenn ein Teil deines Vermögens und/oder ein Geschäftsbetrieb in den USA ist (muss m.E. nicht mal schwerpunktmäßig sein), dann darfst du dort Chapter 11 anmelden. Für den Neptun konnte ich auf die Schnelle keine belastbare Rechtsprechung finden.

Geschrieben

Als Vermögen gilt für Chapter 11 übrigens bereits eine Vorrauszahlung an einen Anwalt. Und da in den eingereichten Unterlagen exakt so eine Vorrauszahlung an einen Anwalt als Vermögenswert erwähnt wird, dürfte Air Baltic ihren Anwälten in New York wohl eine solche Vorrauszahlung geschickt haben, damit die dann die Insolvenz einreichen konnten.

 

An sich ist der Effekt erstmal genau so, als wenn man auf Kiribati oder dem Neptun eine Insolvenz einreicht - der Richter in New York kann ja keine Zwangsmaßnahmen in Europa durchsetzen. Aber indirekt halt schon: Der Richter kann mich zwar nicht ins Gefängnis stecken oder eine Strafe aufbrummen, wenn ich entgegen Chapter 11 handele und Flugzeuge von Air Baltic stilllegen lasse. Aber er kann Visa und Mastercard zwingen, keine Geschäfte mehr mit mir zu machen, wenn ich das tue - also werden die meisten Gläubiger den Schutz nach Chapter 11 akzeptieren, auch wenn er in Europa gar nicht gilt.

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