oldblueeyes Geschrieben Freitag um 10:29 Melden Geschrieben Freitag um 10:29 Am 15.9.2026 um 14:25 schrieb Avroliner100: Zumindest der derzeit größte Einzelgläubiger von Air Baltic ist amerikanisch. Die größten Gläubiger sind, zumindest was die bisherigen Forderungen angeht: Pratt & Whitney (66,5 Mio. USD) Lettland (62,6 Mio. USD) Steuerforderungen (15,4 Mio. USD) Flughafen Riga (9,1 Mio. USD) Eurocontrol (5,6 Mio. USD) Shell Europe (5,4 Mio. USD) Macquarie Aircraft Leasing Services (4,6 Mio. USD) Airbus (3,3 Mio. USD) Quelle: https://www.aero.de/news-53630/Air-Baltic-Glaeubiger.html Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Air Baltic ausgerechnet bei P&W massiv in der Kreide steht - wobei P&W maßgeblich mitverantwortlich ist, dass über Jahre hinweg zahlreiche A220 am Boden standen und nicht verfügbar waren. Es könnten Forderungen unterschiedlicher Art sein. Air Baltic hat noch Flugzeugbestellungen in der Pipeline, die Verträge sind formell evtl. noch nicht zu Ende gekündigt. Daraus könnten Forderungen entstehen. Diese müssen nicht zwangsläufig Nettoforderungen sein, Air Baltic könnte seinerseits Forderungen haben aufgrund der Triebwerkssituation.
groffel Geschrieben Freitag um 11:24 Melden Geschrieben Freitag um 11:24 vor 1 Stunde schrieb Avroliner100: Im Rahmen des Chapter11 Verfahrens muss Air Baltic folgende Etappenziele erfüllen: Innerhalb von 2 Monaten: Flugzeugleasingverträge kündigen. Gläubiger vom neuen Geschäftsplan überzeugen. Innerhalb von etwas mehr als 3 Monaten: Leasingverträge für die Bestandsflotte neu aushandeln. Verträge mit Airbus und P&W neu aushandeln. Wet-Lease Beziehungen mit der Lufthansa Group neu aushandeln. Innerhalb von 4 Monaten: Eigenkapitalzusagen der lettischen Regierung und/oder strategischer Investoren an Land ziehen und eine Chapter11 Exit-Strategie vorlegen. Quelle: https://www.aero.de/news-53676/Air-Baltic-Rettung-steht-und-faellt-mit-Lufthansa-und-Airbus-.html Das sind übrigens die Bedingungen für die Auszahlung der zweiten Tranche der Zwischenfinanzierung (125 Millionen Euro). Für die letzte Tranche (50 Millionen Euro) müssen dann alle nötigen Dokumente für die neuen Verträge für Leasing, Wet-Lease und neue Flugzeuge unterschreiben sein (für Tranche 2 reicht es, dass man verbindliche Zusagen für die neuen Bedingungen hat) und die Exit-Strategie von der Richterin genehmigt worden sein, spätestens nach fünf Monaten. Interessant wird natürlich der Exit-Plan: Der Investor muss ja fast 400 Millionen Euro reinbringen, alleine um die Zwischenfinanzierung abzulösen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann noch irgend etwas für die 2029er Anleihe übrig bleibt.
Koelli Geschrieben Freitag um 11:32 Melden Geschrieben Freitag um 11:32 Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln? Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will?
Avroliner100 Geschrieben Freitag um 11:46 Melden Geschrieben Freitag um 11:46 vor 13 Minuten schrieb Koelli: Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln? Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will? Nein. Sie müssen die Flotte verkleinern. Das ist Bedingung 1. Dazu müssen Flugzeuge sofort oder kurzfristig die Flotte verlassen. Diese Verträge müssen gekündigt werden. Für die Flotte, die bleibt sollen die Verträge neu ausgehandelt werden.
8stein Geschrieben Freitag um 12:01 Melden Geschrieben Freitag um 12:01 (bearbeitet) Die Lufthansa ist jetzt in einer interessanten Position. Wieviel (mehr) ist ihr das Überleben ihres Wetleasepartners wert, bzw. wie schnell und zu welchem Preis kann man Ersatz bekommen (insbesondere wenn kurzfristig A220 Flieger und Personal verfügbar werden). Das Ganze vor dem Hintergrund wirtschaftlich unsicherer Zeiten und einer ohnehin angekündigten Rationalisierung auf der Kurz- und Mittelstrecke. Wenn die Geschichte um Augsburg Airways, Contact Air, Cirrus, etc. ein Fingerzeig ist, dann sieht es eher schlecht aus. Aus Sicht der Air Baltic Belegschaft ist zu hoffen, dass man für die Lufthansa Group schon "too big to fail" ist... Bearbeitet Freitag um 12:02 von 8stein
oldblueeyes Geschrieben Freitag um 12:41 Melden Geschrieben Freitag um 12:41 Rational wäre es falsch, zum aktuellen Zeitpunkt irgendetwas zu tun. Jegliche Interessensbekundung würde zu einer Erhöhung ds des Gedbetrages als zu akzeptierende Schmerzgrenze aller Beteiligten führen. Aus Sicht der Lufthansa hat man derzeit 2 Optionen: A. Asset deal Wenn man Interesse zB an Flugzeuge usw hat, kann man vorverhandeln, nach einer Rückgabe diese zum aktuellen Marktwert oder Buchwert zu holen. Danach einen AOC dafür bestimmen, Personal rekrutieren, deal done. In einen rückläufigen Markt ist Abwarten OK. Zweitens kann man, sofern man möchte, eigene Optionen auf neu freiwerdende Lieferslots positionieren. Low hanging fruit, aber kapitalintensiv. Egal in welcher Lösung man gehen wollen würde, müsste man mit Airbus auch verhandeln, um die Reservierungsgebühren für Optionen nicht zu verlieren. B. Firmenkauf Hier bietet es sich an, erst mal eine Sanierung abzuwarten. Man kann im ersten Schritt den Insolvenzverwalter arbeiten lassen udn die Forderung aller Parteien auf einen Minimum absenken. Lettland als Staat wird vermutlich auf alles verzichten müssen. Wenn die Firma bereinigt ist und keine latente Forderungen mehr da sind, bedeutet es immer noch nicht dass sie profitabel arbeiten kann oder das sie wieder kreditwürdig ist. Erst dann, in einer Konstellation "clean und niedrig bewertet", würde eine Kapitalerhöhung via Lufthansa Sinn machen. Man hat einen Jahrzehnt daruaf gewartet dass Alitalia in richtiger Form auf den Markt kommt, warum sollte man sich jetzt beeilen? 1
groffel Geschrieben Freitag um 14:03 Melden Geschrieben Freitag um 14:03 vor 2 Stunden schrieb Koelli: Hab ich das richtig verstanden: sie sollen zuerst die bestehenden Leasingverträge kündigen und erst dann neue verhandeln? Die beiden Bedingungen lauten wörtlich: Zitat (ii) filing a rejection motion for the Debtors’ aircraft leases that is consistent with fleet right-sizing and lease terms for remaining fleet consistent with the Debtors’ restructuring plan (the “Restructuring Plan”) by no later than fifty-nine (59) days after the Petition Date (...) (vi) the entry into one or more binding term sheets with the Debtors’ aircraft lessors providing for, among other things, fleet right-sizing and revised leasing terms for 75% of the fleet consistent with the Restructuring Plan and the Business Plan and are otherwise in form and substance reasonably acceptable to the Majority DIP Lenders and the DIP Arranger by no later than one hundred (100) days after the Petition Date Petition Date ist der 14. September gewesen, bei der Interpretation des Restes kann ich aber leider auch nicht helfen (falls du es durch ein LLM schleusen willst: Docket 45, die Auszahlungsbedingungen kommen ab Seite 57). vor 2 Stunden schrieb Koelli: Und was ist, wenn niemand zu den niedrigeren Bedingungen abschließen will? Dann gibt es die zweite Hälfte des Rettungskredites nicht und Air Baltic muss wahrscheinlich dicht machen.
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