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Frans Timmermans will Kurzstreckenflüge verbieten

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Wer glaubt das bis 2035 innerdeutsche Flüge nicht mehr durchgeführt werden, der glaubt noch an den Weihnachtsmann. Wir haben bereits die Mitte von 2019 überschritten und die Diskussion aus der Politik fängt gerade erst einmal an intensiv zu werden. Es verbleiben somit etwa 15 Jahre, in denen das Schienennetz als Infrastruktur geplant und ausgebaut werden muss, damit innerdeutscher Flugverkehr entfallen kann. 

In dieser Zeit kommt man nicht einmal ohne Änderungen im Baurecht über den Planungsstand hinaus. Zusätzlich müsste eine Einschränkung der Klagemöglichkeiten erfolgen, damit Verfahren beschleunigt werden können. Ob dieses rechtlich überhaupt möglich ist, halte ich in Anbetracht der bislang geltenden Rechtslage für sehr unwahrscheinlich. 

Bereits heute sind die Fernstrecken der DB gnadenlos überlastet. Sie sind nicht mal annähernd in der Lage, den gesamten innerdeutschen Flugverkehr aufzunehmen. Auch muss bei bodengebundenen Verkehrsträgern ganz stark bezweifelt werden, dass jede Metropole und bedeutende Großstadt mit nahem Flughafen innerhalb von vier Stunden erreichbar ist. Eine Strecke z. B. Hamburg nach München ist in dieser Zeit nicht machbar, es sei denn, der Zug fährt ohne Halt permanent mit 250-300 km/h. Auch bedarf es dafür neuer Trassen, da auf den bestehenden ja schließlich auch noch Verkehr stattfindet. 

In NRW z. B. gibt es verschiedene Engstellen. Eine dieser Engstellen führt über eine eingleisige Strecke von Köln über Dortmund, Münster weiter nach Hamburg. Seit Jahrzehnten wird der zweigleisige Ausbau gefordert, damit nicht nur der Fernverkehr schneller fahren kann, sondern auch der neue RXX in NRW. Die DB ist aber nur bereit, einen teilweisen Ausbau vorzunehmen und das nicht vor dem Jahre 2026. 

Ein weiteres gravierendes Problem werden die Bahnhöfe sein. Viele Hauptbahnhöfe sind gar nicht in der Lage, zusätzliche Kapazitäten an Zügen aufzunehmen. Sie müssten baulich erweitert werden. Dafür fehlt aber in eng bebauten Innenstädten einfach der Raum. Zusätzliche Zugverbindungen benötigen vielfach neue Bahnsteige. Die können nicht mal hoppla die hopp bis 2035 gebaut werden. 

Es steht auch für mich außer Frage, dass klimatisch ein Umdenken stattfinden muss. Aber dem Bürger hilft es nicht in einer überhitzten und teils hysterisch geführten Debatte Sand in die Augen zu streuen. Und 15 Jahre für einen gänzlichen Verzicht auf innerdeutsche Flüge ist solcher Sand. 

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Ich finde, dass die gesamte Diskussion ziemlich verkürzt geführt wird: Flug oder Zug.

 

Wie wäre es mit Maßnahmen, die den Reisebedarf, egal mit welchem Verkehrsträger, generell senken würden?

 

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On 7/29/2019 at 8:47 AM, Isavind said:

Bin aber wahrscheinlich zu linksgrünversifft...

 

Einsicht ist immerhin schon mal ein Anfang. Was mich am meisten wundert ist allerdings, dass es eine so ausgeprägte linksgrüne Fraktion in einem Luftfahrtforum gibt. Bündnis 90 war schon immer der Feind aller Menschen, die auch nur ansatzweise mit Luftfahrt zu tun haben, oder in dieser Branche arbeiten. Ich kann mit der grünen Kultur einfach nichts anfangen und gott sei dank gibt es noch Leute, wie Merz oder Lindner, die schon dafür sorgen werden, dass die ganzen linkspopulistischen Kinder zur Vernunft kommen werden.

 

Ich hoffe nur inständig, dass die SPD es schafft einen anständigen Gegenkandidaten aufzubauen, damit die Grünen endlich wieder dahin kommen, wo sie hingehören. Kategorie unwählbar, zusammen mit der AFD. So lange die Linken SPD wählen gibt es einen komprosmissbereiten Gegenpol, der die Interessen der Linken diplomatisch im Diskurs mit der CDU / FDP durchsetzen kann.

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vor einer Stunde schrieb God:

Bündnis 90 war schon immer der Feind aller Menschen, die auch nur ansatzweise mit Luftfahrt zu tun haben, oder in dieser Branche arbeiten. Ich kann mit der grünen Kultur einfach nichts anfangen und gott sei dank gibt es noch Leute, wie Merz oder Lindner, die schon dafür sorgen werden, dass die ganzen linkspopulistischen Kinder zur Vernunft kommen werden.

 

Falls du das noch nicht mitbekommen hast - in BW gibt es übrigens eine Grün-Schwarze Koalition - Mehrheit liegt bei Grün. In SH regiert Jamaika. Tendenziell würde ich für die Zukunft von steigender Wahrscheinlich solcher Bündnisse ausgehen. Soviel also zur Annahme, dass Schwarze und Gelbe Politiker die "Linkspopulistischen" Grünen in ihre Schranken weisen.... Aber jeder darf natürlich seine eigene Meinung haben und auch vertreten...

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Und deutschlands größter Flughafen liegt in einem Bundesland, in dem die Koalition Schwarz / Grün ist.

Irgendwie ist auch in Hessen die Welt noch nicht untergegangen.

 

Die ach so unsozialen Arbeitsmarktreformen, die Deutschland einigermassen gut durch die 2008er Wirtschaftskriese gebracht haben, wurden übrigens von einer Rot / Grünen Regierung in Berlin durchgezogen.

 

Wer heute noch "Angst" vor den Grünen hat, der hat sicherlich auch Angst vor dem "Schwarzen Mann", Rumpelstielzchen und dem Bi-Ba-Butzemann!

 

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vor 6 Minuten schrieb jubo14:

Wer heute noch "Angst" vor den Grünen hat, der hat sicherlich auch Angst vor dem "Schwarzen Mann", Rumpelstielzchen und dem Bi-Ba-Butzemann!

Problem bei den Grünen der letzten 20 Jahre ist das oliv-grün.

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Die Grünen von heute haben kaum noch etwas mit denen von 1986 (Joschka Fischer's Vereidigung in Turnschuhen, damals eine skandalöse Sensation) zu tun. Vielmehr vertreten die Grünen die Ansichten eines nicht unerheblichen Anteils, auch sehr vieler junger Wähler. Insofern repräsentieren der aktuelle Grundsatzfragen-Streit rund um die Grünen nichts anderes als die dahinterstehende Differenzierung der Gesellschaft....

 

Wohlgemerkt gibt es jedoch erhebliche regionale Unterschiede zwischen den Grünen. Gerade im "Ländle" sind die Grünen zum Teil fast konservativer als die CDU.... Die Autobauer rund um Stuttgart und auch viele weitere wichtige Südwest-Unternehmen dürften durchaus zufrieden sein....

 

 

P.S. 

Ach wie konnte ich bloß Hässä vergässä!

Edited by Tschentelmän

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vor 19 Stunden schrieb God:

 

Einsicht ist immerhin schon mal ein Anfang. Was mich am meisten wundert ist allerdings, dass es eine so ausgeprägte linksgrüne Fraktion in einem Luftfahrtforum gibt. Bündnis 90 war schon immer der Feind aller Menschen, die auch nur ansatzweise mit Luftfahrt zu tun haben, oder in dieser Branche arbeiten. Ich kann mit der grünen Kultur einfach nichts anfangen und gott sei dank gibt es noch Leute, wie Merz oder Lindner, die schon dafür sorgen werden, dass die ganzen linkspopulistischen Kinder zur Vernunft kommen werden.

 

Ich hoffe nur inständig, dass die SPD es schafft einen anständigen Gegenkandidaten aufzubauen, damit die Grünen endlich wieder dahin kommen, wo sie hingehören. Kategorie unwählbar, zusammen mit der AFD. So lange die Linken SPD wählen gibt es einen komprosmissbereiten Gegenpol, der die Interessen der Linken diplomatisch im Diskurs mit der CDU / FDP durchsetzen kann.

Moinsen God,

nachdem ich eine Sekunde lang überlegte, nach deinem ersten Satz mauszurutschen und zu ignorieren stelle ich fest, dass wir auf bizarre Art und Weise gar nicht so weit auseinander liegen.

 

Das liegt daran, dass ich in der Tat rot wähle und nicht grün und mit dir völlig d'accord gehe, dass erfolgreiche Politik in Deutschland gemacht wird aus einer starken Union und einer starken Sozialdemokratie, und zwar wechselweise in Regierung und Opposition. Die GroKo ist für die SPD ein schwarzes Loch. Daher volle Zustimmung - die SPD muss wieder erstarken.

 

Zweitens sind wir uns einig, dass die AfD unwählbar ist.

 

Was ich mich aber Frage, ist woher diese reflexhaltige Abwehrhaltung kommt, wenn es ums Thema Klimawandel bzw. -schutz geht, der seitens der konservativen Fraktionen immer wieder aufploppt. Ich meine, lass die Kids doch demonstrieren... oder schadet es dir persönlich? Sollte doch eigentlich lobenswert sein, wenn sich eine Generation Heranwachsender wieder mit globalen Themen auseinandersetzt und nicht mit schwachsinnigen YouTube-Influencern.

 

Und die Überspitzung ist eben auch falsch: Nirgens wurde gefordert, "Kurzstreckenflüge müssen verboten werden!". Uns ist doch klar, dass das nicht kurz- oder mittelfristig funktioniert, solange wir in Deutschland ein derart überlastetes und teilweise marodes Bahnsystem haben (sage ich als ausgesprochener Flug- UND Bahnreisefreund).

 

Es geht darum, dass es langfristig albern ist, am Status Quo festzuhalten. Gilt im Übrigen genauso für die deutsche Autoindustrie. Die mächtige Lobby posaunt immer wieder, dass nur das Festhalten am Verbrenner langfristig Profit abwirft. Sämtliche E-Versuche sind aus meiner Sicht doch nur Imagepflege. Aber auf Dauer wird das nicht funktionieren. Die höchstentwickelten Länder der Welt (und damit meine ich exakt jene, die auf uns voraus sind, also bspw. Norwegen, Schweiz, Island etc.) machen es uns doch vor: E-Ladesstationen wohin das Auge blickt, Förderung des ÖPNV (mit Kinderwagen gratis in den nordischen Ländern), des Fahrradverkehrs, von Familien (vergleiche mal den Mutter-Kind-Waggon eines finnischen Inter City mit dem albernen Mutter-Kind-Abteil eines deutschen ICE ), von Frauen pipapo.

 

Das Festhalten am Status-Quo würde bedeuten, wir arbeiten heute alle immer noch hauptsächlich im Primärsektor (Hütte oder aufm Pütt, die Frauen am Webstuhl), feuern unsere Züge mit Kohle und feiern das Blei im Benzin, damit nix mehr klopft. Überall sind wir darüber hinaus. Und es geht eben weiter. Da ist ein Flug von 400 km Wegstrecke dann irgendwann nicht mehr zeitgemäß, solange am Verbrenner festgehalten wird...

 

Hoffe nicht zu OT...

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2 hours ago, Isavind said:

Was ich mich aber Frage, ist woher diese reflexhaltige Abwehrhaltung kommt, wenn es ums Thema Klimawandel bzw. -schutz geht, der seitens der konservativen Fraktionen immer wieder aufploppt. Ich meine, lass die Kids doch demonstrieren... oder schadet es dir persönlich? Sollte doch eigentlich lobenswert sein, wenn sich eine Generation Heranwachsender wieder mit globalen Themen auseinandersetzt und nicht mit schwachsinnigen YouTube-Influencern.

 

Hi,

 

Klimaschutz ist für mich auf jeden Fall wichtig, aber Klimaschutz von den Grünen wird von mir persönlich abgelehnt und bekämpft bis zum geht nicht mehr. Das liegt einfach daran, dass die Grünen und ganz speziell diese ganzen Aktivisiten von Friday for Future oder der Umwelthilfe für absolut kompromisslose Bekämpfung des alltäglichen Lebens stehen, ohne auch nur im Ansatz eine ausgewogene Interessenverteilung zwischen Wirtschaft und Umweltschutz zu berücksichtigen.

 

Schadet es mir persönlich? Indirekt. Ich versuche die Folgen einer kompromisslosen Umweltpolitik zu sehen. Am meisten leiden werden die, die ohnehin schon wenig haben. Die Lücke zwischen arm und reich wird immer größer und irgendwann haben wir dann Zustände, wie in Frankreich mit brennenden Autos und einer unüberwindbaren sozialen Kluft. Die aktuelle Spaltung der Gesellschaft geht ja bereits in die Richtung.

 

Daher ist das wichtigste ein kompromissbereiter Diskurs zwischen rechts und links. Parteien wie Linke, Grün und AFD fallen somit raus und tragen nicht zu einer friendlichen Entwicklung dieser Demokratie bei. Auch wenn ich als CDU/FDP Wähler rechts bin, habe ich nichts gegen die linken Wähler. Ich bin nur gegen jede Form von Extremismus, egal ob rechts oder links.

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Wenn wir mal ehrlich sind - warum bringt die Diskussion zum Klimaschutz so viele Menschen auf die Palme... Weil niemand wirklich sagen kann, weil die Politik nicht fähig oder Willens oder beides zusammen ist, den Menschen die Wahrheit zu sagen. Klimaschutz beißt sich nunmal mit vielen lieb gewonnenen Annehmlichkeiten - oder zumindest erfordert er manche Kompromisse. Sind sich wohl alle einig, dass die Menge an CO2 begrenzt werden muss, dass Regenwälder in Südamerika und Afrika zu schützen sind, dass der Ausbau erneuerbarer Energien vorangebracht werden muss, Kunststoff -Müll reduziert werden muss usw....

 

Die Grünen vertreten dabei aus meiner Sicht keine allzu radikale Politik - ihre Ideen sollen eher umlenken, nicht radikal verbieten. Jeder weiß, dass ein bloßes Verbot nicht reicht, sofern keine sinnvolle Alternative bereitgestellt wird- Beispiel Bahnverkehr vs. Kurzstreckenflüge, idealerw inkl. Ökostrom.... Das hat offenbar schon seinen Grund, dass die Grünen derzeit einen Höhenflug bei Umfragen erleben.... Scheinbar identifizieren sich viele unter anderem auch mit solchen Zielen.

 

Aus meiner Sicht kann derzeit niemand aktuell den Begriff "Extremismus" im Zusammenhang mit Klima- und Umweltschutz eindeutig definieren. Ist die Greta-Bewegung, die sich um ihre Klima-Zukunft Sorgen machen - sind es die Grünen, die das Kurzstrecken-Fliegen vermeiden wollen, sind es teils sehr gewalttätige Gelbwesten, die in Frankreich gegen eine Ökosteuer für Benzin demonstrieren und zugleich ihre Unzufriedenheit zur Wirtschaftslage zum Ausdruck bringen... 

 

Wir würden es vielleicht wissen, wenn wir einige Jahre in die Zukunft gucken und unsere (Um)Welt vielleicht nicht mehr wieder erkennen... 

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vor 4 Stunden schrieb God:

Schadet es mir persönlich? Indirekt. Ich versuche die Folgen einer kompromisslosen Umweltpolitik zu sehen. Am meisten leiden werden die, die ohnehin schon wenig haben. Die Lücke zwischen arm und reich wird immer größer und irgendwann haben wir dann Zustände, wie in Frankreich mit brennenden Autos und einer unüberwindbaren sozialen Kluft. Die aktuelle Spaltung der Gesellschaft geht ja bereits in die Richtung.

Nope - die entsteht exakt aus den neoliberalen Ansichten einer sich vollständig frei austobenden Marktwirtschaft mitsamt einem freifliegenden Bankensystem. Als Konservativer und/oder Liberaler die Linke (und damit alles links von CDU) für die Schere zwischen Arm und Reich verantwortlich zu machen ist eher Stoff für die heute show.

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