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[24MAR15] Germanwings A320 (D-AIPX) über Südfrankreich abgestürzt


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Geschrieben

Tja, auch wenn die Meldung schon etwas älter ist, nun also ist das eingetreten, was sowieso abzusehen war und was ich direkt nach dem Absturz schon prognostizierte: eine gravierende Änderung in der Ausbildung der Piloten. Da wurde ich noch für irre erklärt. Na egal, Hauptsache, man entwickelt sich bei der LH auch in den Prozessen und dem Thema Sicherheit weiter.

 

http://www.aero.de/news/Lufthansa-plant-Neuanfang-bei-Training-uns-Ausbildung.html

 

Diese Meldung mit Link hatte chris_flyer bereits am 21. August unter # 8510 im LH-Thread gebracht. Und da gehört sie ja auch hin. Es hat nur niemand darauf reagiert.

Geschrieben

Und das hätte den Absturz verhindert? Ich lache mich kaputt.

 

In dem zitierten internen Rundschreiben steht ja "Ausschließliches Ziel der (...) NewCo Training ist es, ein international aufgestellter, wachstums- und wettbewerbsfähiger sowie profitabler Trainingsanbieter zu sein". Deutlicher kann man nicht zu Protokoll geben, dass die Massnahme rein betriebswirtschaftlicher Natur ist und somit auch der der hergestellte Zusammenhang mit dem Germanwings-Absturz gegenstandslos. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass die Planungen schon lange vorher angefangen haben. Von daher war die Nicht-Reaktion auf den Link hier im thread nichts anderes als folgerichtig.

Geschrieben

Tja, auch wenn die Meldung schon etwas älter ist, nun also ist das eingetreten, was sowieso abzusehen war und was ich direkt nach dem Absturz schon prognostizierte: eine gravierende Änderung in der Ausbildung der Piloten. Da wurde ich noch für irre erklärt. Na egal, Hauptsache, man entwickelt sich bei der LH auch in den Prozessen und dem Thema Sicherheit weiter.http://www.aero.de/news/Lufthansa-plant-Neuanfang-bei-Training-uns-Ausbildung.html

Ich sehe keinen Zusammenhang mit dem Absturz.

 

Im Endeffekt gibt man den bisherigen "Sonderweg" bei der Ausbildung auf und baut die eigenen Ausbildungsstätten zu einem regulären, kommerziellen Ausbildungsanbieter um - deren Absolventen nicht an LH gebunden sind, kein Arbeitsplatzversprechen und keine Vorfinanzierung erhalten.

Geschrieben (bearbeitet)

Vielleicht ist der Image-Faktor, dass die eigene Ausbildung und Auswahl so viel besser ist, dadurch doch beschädigt worden? Dann rechnet man mal nach und stellt fest, man ist viel teurer, und schon schafft man das bisherige Verfahren ab.

Bearbeitet von Nosig
  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Der Artikel ist frei lesbar, hier einige Auszüge:

 

...

 

„Wir fanden mehr als 3000 Körperteile“

„Wir fragten uns, wo die Leichen sind, denn wir sahen keine. Alles war zerstört, und überall verteilt. Der Ort ist schwer zugänglich, es gibt Steigungen bis zu 60 Prozent, Trümmerteile waren auf einer Fläche von 300 mal 400 Meter verstreut. Das einzige, was wir sahen, waren viele kleine Teile. Nur ein Leichnam war vollständig. Zusammen fanden wir mehr als 3.000 Körperteile.“

Agostini spricht von einer mühsamen Arbeit. „Nach zwei Monaten hatten wir alle Informationen zusammen und konnten die Körperteile den einzelnen Passagieren zuordnen. Im Schnitt lagen in jedem Sarg rund 20 Körperteile.“

Doch nicht alle sterblichen Überreste konnten letztlich auch einer konkreten Person zugeordnet werden, sagte Agostini. „An einigen Körperteilen fanden wir einen Mix an DNA. Das waren die sterblichen Überreste von mehreren Passagieren, bei denen sich nicht mehr sagen ließ, das gehört zu diesem, das zu jenem Insassen. Diese Leichenteile haben wir so belassen und alle zusammen an der Unglücksstelle in einem Gemeinschaftsgrab bestattet.“

Agostini und seinem Team ist es gelungen, alle 150 Insassen zu identifizieren.

 

...

 

Vier Tonnen Kerosin an Bord

Auch wegen der laufenden Aufarbeitung der Erdschichten konnten Angehörige bisher nicht an die Unglücksstelle heran. Die Arbeiten laufen noch. Sie sollen laut Bartolini bis Ende September abgeschlossen sein. „Die oberste Erdschicht muss überall abgetragen werden“, sagte der Gemeindechef.

Der Airbus A320 habe zum Zeitpunkt der Katastrophe etwa vier Tonnen Kerosin an Bord gehabt. Hinzu kommen etwa 95 Liter Öl und Schmierstoffe. Bereits nach dem Unfall war aus der Unglücksregion kommendes Wasser wegen möglicher Verschmutzungen aufgestaut und überwacht worden. Die Germanwings-Mutter Lufthansa hatte Spezialfirmen mit den Arbeiten beauftragt.

 

...

 

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Im STERN von dieser Woche ist ein berührender Artikel über das 150. Opfer der Katastrophe, ein ungeborenes Baby.

Es gibt keinen Link.

 

Mit abgebildetem Baggage Tag To VLC via DUS im Artikel sollte es dann LEJ via DUS sein.

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Laut einer DPA-Meldung beabsichtigt die Bundesregierung, mit Bezug auf die 4U-Katastrophe, eine Änderung des  Luftverkehrsgesetzes.

Danach sollen bei Piloten unangemeldete Kontrollen auf Alkohol, Drogen und Medikamente durchgeführt werden.

Geschrieben

Laut einer DPA-Meldung beabsichtigt die Bundesregierung, mit Bezug auf die 4U-Katastrophe, eine Änderung des  Luftverkehrsgesetzes.

Danach sollen bei Piloten unangemeldete Kontrollen auf Alkohol, Drogen und Medikamente durchgeführt werden.

Wenn es so kommen sollte wäre es wieder der altbekannte Reflex: neue Gesetze erlassen bzw. verschärfen geht vor (da billiger) bestehende erstmal ausschöpfen bzw. so zur Anwendung bringen wie sie eigentlich einmal gedacht waren. Für mich sind die geplanten Kontrollen nichts als Aktionismus, der keinen einzigen der Faktoren, der damals eine Rolle gespielt hat, wirklich nachhaltig und quantifizierbar angeht.

Geschrieben

Die Bundesregierung folgt nur der Empfehlung der EASA-Taskforce, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Und diese Empfehlungen stammen aus dem Juli 2015. Da sehe ich weder "altbekannte Reflexe" noch "Aktionismus". Vielleicht gab es auch keine oder zu schwache Signale von den Airlines, hier selber mehr Kontrollen aus eigenem Antrieb durchzuführen.

Und Dein Argument, daß der Vorfall auch durch mehr Kontrollen nicht hätte vermieden werden können, ist nach wie vor nicht beweiskräftig belegt, entspricht nur der ständigen Argumentation der VC.

Geschrieben

Nein, die Forderungen der Bundesregierung gehen weit über die Empfehlungen der Taskforce hinaus, die auch nicht bei der EASA sondern beim BDL angesiedelt war. Und ignorieren die Ergebnisse mit anderen Maßnahmen in den USA z.B. wie die wesentlich bessere erreichbarkeit von betroffenen durch Peer-Support Gruppen gegenüber zufälligen Alkoholtests.

 

Wobei mir nicht in den Kopf will was Alkohol (oder Medikamentenmißbrauch) mit Germanwings zu tun hat. Da ging es ja eher darum das er seine Medikamente gerade nicht genommen hat. Und das ist derzeit ohne Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht eh nicht testbar.

 

Interessant ist aber bei dem Vorschlag auch das "Ärztehopping" unterbunden werden soll. Und zwar durch eine zentrale Datenbank über Arztbesuche. Das geht aber nur wenn diese Datenbank die komplette Bevölkerung umfasst mit einem Abgleich der gemeldeten Beschäftigungsverhältnisse, anders kann man nicht verlässlich feststellen wer denn nun Pilot ist oder nicht. Und selbst das ist keine Garantie, zum Beispiel sind über 70% der Ryanairpiloten nicht als Piloten beschäftigt sondern als Direktoren ihrer eigenen Gesellschaft, die wiederum ihre Arbeitskraft an eine Agentur verkauft die diese wiederum an Ryanair weiterverkauft. 

Geschrieben (bearbeitet)

Dann wirf doch mal einen Blick auf diese Mitteilung der Kommission:

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-5392_de.htm

 

Wir müssen aber die heftige Diskussion aus dem letzten und vorletzten Jahr nicht wiederholen.

Außerdem ist die DPA-Meldung ja noch ziemlich dürftig. Warten wir also ab, welche Änderungen des Luftverkehrsgesetzes ins Parlament eingebracht wird.

Bearbeitet von aaspere
Geschrieben

Jup, aber auf die EASA Taskforce beziehen sich die derzeit von der Bundesregierung vorgeschlagenen Änderungen nicht. Sondern auf die BDL Taskforce.

 

Die Ergebnisse der EASA Taskforce sind derzeit wieder unter review, so gibt es z.B. im Augenblick ein Konsultationsverfahren zu den Ergebnissen des vier-Augen-Prinzips das ja nach wie vor lediglich eine Empfehlung ist. Und das einige Airlines wie British Airways nach einer Security-Analyse auch bewusst nicht eingeführt haben. In Deutschland wurden die entsprechenden Analysen entweder nicht beachtet oder gleich wieder entsorgt da man eher dem öffentlichen Druck nachgeben musste als einer sachlichen Threat and Error Analyse.

Geschrieben

Lieber Dummi,

dann bitte hier:

http://www.airliners.de/bdl-regelung-pilotentests/37357

 

Ich kann ja verstehen, daß man die Empfehlungen beider Taskforces ablehnt, je nachdem, wo man selber steht.

Nur, auch der BDL sieht das so, wie die EASA. Und da europäische Lösungen im Moment ja nicht unbedingt Konjunktur haben, ist es doch nachvollziehbar, wenn die Bundesregierung eine nationale Lösung anstrebt.

Geschrieben

Wobei mir nicht in den Kopf will was Alkohol (oder Medikamentenmißbrauch) mit Germanwings zu tun hat. Da ging es ja eher darum das er seine Medikamente gerade nicht genommen hat. Und das ist derzeit ohne Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht eh nicht testbar.

@aaspere

Genau das meinte ich mit "Aktionismus".

Geschrieben

Ich bin fest davon überzeugt, daß man mit den jetzt angedachten Maßnahmen den Germanwings Absturz nicht verhindert hätte.

 

Aber unabhängig davon, muß man dafür eigentlich eine Gesetzesänderung durchführen. Die Polizei kann doch auch bei Straßenkontrollen Alkohol- oder Drogentest durchführen. Oder liege ich da falsch

Geschrieben

Ja, mit einem begründeten Anfangsverdacht der auf Wunsch auch schriftlich darzulegen ist. Aber eben nicht ohne Anlass.

 

Die Berliner Flughäfen haben gerade versucht so etwas einzuführen. Für alles Personal das den Sicherheitsbereich des Flughafens betreten will. Pikanterweise mit Ausnahme der Angestellten der Berliner Flughäfen da man mit denen nicht die dazu notwendige Betriebsvereinbarung abschliessen konnte. Nachdem man freundlich darauf hingewiesen hat das ein privater Security Dienst, der das durchführen sollte, das gar nicht darf, man also die Polizei hinzuziehen müsste und dann auf einen Test durch Blutabnahme bestehen müsste da Atemhalkohol Tests eine relativ hohe Anzahl an falsch positiven Meldungen verursacht, was wiederum bei fliegendem Personal zu einer achtstündigen Fluguntauglichkeit führen würde, wurde das ganze sehr schnell wieder zurück gestellt.

Geschrieben

Ich schlage vor, daß wir einfach mal abwarten, wie denn der Gesetzentwurf (die Änderungen) zum Luftverkehrsgesetz formuliert werden, und wie dann die Diskussion in der Politik läuft. Im Moment diskutieren wir ja doch etwas im luftleeren Raum. Auch der BDL wird sich an der Diskussion ja beteiligen.

Geschrieben

ich kann da nicht genauer werden, aber es ist wohl bei der Lufthansa möglich, trotz ernsterer Erkrankungen, weiterhin zu fliegen, wobei ich in dem konkreten Fall nicht weiß, ob die Erkrankung der Lufthansa bekannt ist. Was mich besorgt macht, ist der Umstand, daß 

 mentale Erkrankungen die Folge von physischen Beeinträchtigungen bzw, Krankheitsbildern sein können.

Ob daher hier der an sich gute Datenschutz wirklich angebracht ist, wage ich aber angesichts des Absturzes im letzten Jahr und der möglichen Ursache zu bezweifeln.

Geschrieben

Ein ausführlicher und lesenswerter* Artikel zum Absturz aus der US-Ausgabe der GQ.

 

Mich würde ja schon interessieren, warum Lufthansa die Entschädigung über 250,000 EUR abgelehnt hat. Klar sie sind nicht verpflichtet, aber es gibt kein finanzielles Argument. 

 

 

 

*Die Überschrift dient mehr zur Suchmaschinen-Optimierung, aber gut.

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