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Aktuelles zum Flughafen BER


Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb Jochen Hansen:

Moin, 

 

bei deinem blinden Berlin-Bashing verweise ich dann doch lieber auf Fakten:

 

https://www.businesslocationcenter.de/wirtschaftsstandort/standortinformationen/messe-und-kongressstandort

 

Eine besinnliche Weihnachtszeit! 
 

Gruß,

Jochen

 

 

Tut mir leid Jochen, es ist kein Bashing.

 

Aber wenn man lokalpatriotisch unterwegs ist, sollte man zumindest die Zahlen anderer lesen und verstehen und die eigenen Zahlen lesen und verstehen.

 

Äpfel und Birnen vergleichen vergleichen sich sehr schwer.

 

Meine Zahlen bezogen sich auf Messen nach verkaufbarer Fläche und Messebesucher (also Leute die dahin reisen).

 

Top 10 Ranking kannst du hier sehen. https://www.displayhersteller.de/ratgeber/messestaedte/die-10-groessten-messen-weltweit.

 

You like it or not, Berlin ist keine Top Messestadt.

 

Deine Zahl bezieht sich auf Messen und Kongresse + Events, was natürlich das Gesamtbild anders darstellt, weil es auch die Regionaltagung des Aussendienstes Ost bei Eisenwaren Müller mit einbezieht.

 

Und da hat Berlin ohne Zweifel eine herausragende Stellung in Deutschland, mit 140.000 Betten vs München als Nr2 mit nur 70.000. Standorttechnisch war deshalb Berlin schon immer sehr beliebt, weil immer grosse Verfügbarketi und die Preise sind in der Relation günstig.

 

Und hier kommt die (fehlende) Verbindung zum Thema, die Luftfahrt.

 

Wenn eine Messe weltweit wichtig ist, dann reisen die Leute zwangsläufig grösstenteils mit dem Flugzeug an - das ist die Stärke von Hannover und kontert den "Bedarf" an Langstreckenverbindungen.

 

Die Jahrestagung der Tupperwareverkäuferinnen generiert aber nicht zwangsläufig eine Nachfrage nach Flüge. Das die Zahlen in der Selbstdarstellung der staatlichen Messegellschaft Berlin auftauchen ist schön um eigene Erfolge zu präsentieren, aber im Kontext unbrauchbar. Vergleiche es mit dem Fussball - Schalke oder Hertha haben einen besseren Zuschauerschnitt, Freiburgg spielt aber Europapokal. 

 

Daher, wünsche ich Euch eine entspanntere vorangeshensweise:

- akzeptiert die Realität so wie ist - man kann darauf viel aufbauen, wenn man sich auf eigene Stärken konzentriert

- versucht euch nicht eine Argumentation zu basteln wenn sie wackeligt - Politiker tun das weil sie grösstenteils sich eh nicht aus den Klassenbesten rekrutieren und Direktoeren der öffentlichen Einrichtungen sie meistens eh nur Versorgte aus der gleichen Kaste - hätten sie was wirklich drauf, wären sie nicht beim Staat, denn eine Funktionärselite die sich nahc Intelligenznselektiert wie in Frankreich kennt man in Deutschland nicht

- auch Eure Zeit wird kommen, auch wenn es nicht so schnell geht wie ihr es euch wünscht

 

 

Bearbeitet von oldblueeyes
Geschrieben

Ich stimme dahingehend zu, dass fehlende direkte Langstreckenanbindungen kein Hindernis für große Messen zu sein scheinen. 
 

Hannover oder auch Leipzig sind für non-stop Langstrecken uninteressant, dennoch können sie sich als bedeutende Messestandorte behaupten. Insbesondere wenn die Leute nur einmal im Jahr anreisen und dann meist gleich auch für mehrere Tage bleiben, fällt es im Verhältnis zur gesamten am Zielort verbrachten Zeit nicht groß ins Gewicht, ob man bei der Anreise zwei bis drei Stunden durch einen Umstieg verloren hat. 
Non-stop ist vor allem für jene interessant, die unter Zeitdruck stehen, denn dort können 2-3 Stunden weniger in FRA/MUC/LHR/DXB/IST etc., da dann der Trip de facto um bis zu einen Arbeitstag verlängert werden könnte, einen Ausschlag geben. Menschen, die beruflich Langstrecke fliegen (müssen) sind i.d.R. relativ teuer als Arbeitnehmer. 
 

Die Standortentscheidung in Bezug auf Messen und Kongresse dürfte meistens zumindest nicht davon abhängig sein, ob man einmal umsteigen muss oder nicht, sondern eher von Faktoren wie geeigneten Räumlichkeiten, der Verfügbarkeit von Hotelzimmern etc..

 

Da krankt es zumindest bei Messen in Berlin vermutlich - wie hier auch schon geschrieben wurde - eher daran, dass man auch in Relation zu Größe und Bedeutungsanspruch der Stadt ein relativ kleines Messegelände hat. Hier liegen z.B. selbst Düsseldorf oder Köln nach einigen Statistiken vor Berlin. Berlin hat halt wenig Raum zum wachsen und die Flächen lassen sich schnell gewinnbringender nutzen. Vermutlich könnte man mit einem großen Messegelände in der Nähe des BER auf Brandenburger Gebiet den Standort deutlich attraktiver machen. Dann könnten z.B. auch Messen wie die Agritechnica (derzeit in Hannover) dort stattfinden, wenn man Mähdrescher verkauft, braucht man halt einiges an Platz, um diese auf einer Messe auszustellen. 


Auch bei mehrtägigen Kongressen dürften die selben Effekte wirken, grds. fällt der Umsteigefaktor nicht so sehr ins Gewicht, wenn man mehrere Tage am Ort ist. Berlin ist auch sowohl in Westeuropa (Stichwort Blaue Banane) als auch in Deutschland nicht wirklich zentral gelegen. Ein Kongress dessen Teilnehmer vorrangig aus Frankreich, UK, Benelux und Deutschland stammend hätte seinen Bevölkerungsschwerpunkt vermutlich irgendwo in Belgien oder gar in Rhein-Ruhr oder Frankfurt, da würde es wenig Sinn machen die Teilnehmer - von denen vielleicht viele auch mit PKW und Bahn anreisen - nach Berlin fahren zu lassen, wenn man sich auch in Düsseldorf oder Frankfurt treffen könnte. Das lässt sich durch vergleichsweise günstige Preise ein Stück weit ausgleichen, dieser Effekt dürfte aber auch schon deutlich kleiner geworden sein, da das Preisniveau in Berlin um einiges angestiegen ist. 

 

Grundsätzlich schafft sich die Nachfrage ein Angebot und nicht umgekehrt.

 

 

Geschrieben

Berlin ist als Messestadt weltweit nur im Mittelfeld, als Kongressstadt jedoch eines der Top Ziele in der Welt, frag Gemini. Hier zeigt sich auch immer wieder, dass Berlin International schlecht angebunden ist, man könnte noch viel mehr und vor allem die großen Kongresse bekommen, wenn die direkte Erreichbarkeit nur gegeben wäre. Eine Route wie DXB - BER durch EK änderte daran nichts, ist aber insgesamt für die konnektivitaet Berlins von Bedeutung. Mir ist es egal, ob nun EK die Verbindung fliegt, oder eine Condor im Codeshare. 

Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb oldblueeyes:

Auch das Messeargument ist natürlich Bullshit wenn man die Zahlen vergleicht.

 

Aber wenn es um harte Fakten geht ist man in Berlin eh immer schwerhörig, sinnlose Emotionen verkaufen Inkompetenz viel besser.

 

Berlin spielt im Messebusiness keine wichtige Rolle, ist höchstens 2te Liga.

Wie immer bei Dir: Viel Meinung, wenig Fakten.

 

vor 11 Stunden schrieb oldblueeyes:

Die ITB ist auch die einzige Veranstaltung in der man führend ist und viele Fachbesucher weltweit bindet.

Offensichtlich ist Dir die Innotrans nicht bekannt, die alle zwei Jahre das Berliner Messegelände voll auslastet und die weltweite Leitmesse für den Bahnverkehr und Eisenbahninfrasturktur ist. Kein Problem, Dir kann geholfen werden: https://www.innotrans.de/de/ueber-uns/daten-zahlen-fakten

 

Mit ITB, IFA, Grüner Woche, Fruit Logistica und einigen mehr ist man in Berlin im Messegeschäft schon ganz gut aufgestellt. Zudem muss man auch immer private Standorte dazurechnen wie das Estrel Convention Center (360.000 Messebesucher im Vorjahr, derzeit läuft ein massiver Ausbau mit Hotelneubau und Hallenkapazitäten).

Geschrieben
5 hours ago, 101er said:

Wie immer bei Dir: Viel Meinung, wenig Fakten.

 

Offensichtlich ist Dir die Innotrans nicht bekannt, die alle zwei Jahre das Berliner Messegelände voll auslastet und die weltweite Leitmesse für den Bahnverkehr und Eisenbahninfrasturktur ist. Kein Problem, Dir kann geholfen werden: https://www.innotrans.de/de/ueber-uns/daten-zahlen-fakten

 

Mit ITB, IFA, Grüner Woche, Fruit Logistica und einigen mehr ist man in Berlin im Messegeschäft schon ganz gut aufgestellt. Zudem muss man auch immer private Standorte dazurechnen wie das Estrel Convention Center (360.000 Messebesucher im Vorjahr, derzeit läuft ein massiver Ausbau mit Hotelneubau und Hallenkapazitäten).

Gut, dass mit der ITB stimmt natürlich. Es gibt wie du richtigerweise sagst, schon einige bedeutende Messen in Berlin.
 

Wenn wir uns aber z.B. das hier anschauen (https://www.trade.gov/german-events-trade-fairs) - eine Übersicht der wichtigen deutschen Messen des US Handelsministerium - dann bekommt man schnell ein Bild welche Messen (zumindest in den USA) als bedeutend gelten. Städte wie Düsseldorf oder Köln scheinen in dieser Liste mindestens genauso häufig wie Berlin aufzutauchen. In Berlin scheint man somit zumindest im Vergleich zur Größe der Stadt eher zu underperformen. 
 

Messen und Kongresse entwickeln sich oft oft organisch und da hatte Berlin zwischen 1945 und 1990 eben schlechte Karten. Auch Leipzig - vor dem Krieg Deutschlands wichtigster Messestandort - verlor in dieser Zeit viel an Hannover. 
 

Ganz sicher aber ist die Messesituation nicht darauf zurückzuführen, dass es keine Interkontinentalflüge gibt, ansonsten würden Standorte wie Düsseldorf oder Hannover zu Grunde gehen.

Geschrieben

Das Grundproblem Berlins ist der falsche Kompass und damit verbundener Frustration und gefühle Opferrolle.

 

Berlin ist Osteuropa, vergleicht sich aber mit London oder Paris, anstatt sich mit Prag, Budapest, Warschau oder Bukarest zu messen. 

Berlin ist eine Verwaltungshauptstadt und die Peers sind Brasilia, Canberra, Ottawa und nicht Hauptstädte die gleichzeitig das Wirtschaftszentrum des Landes sind.

Berlin ist auch ein Spätkommer in der Bundesrepublik. Bei der Wiedevereinigung konnnte man in einem kapitalistischen System nichts als Eigenkompetenz beibringen und man hat nur politisch einen Grossteil der Zentralregierungsfunktionen zugewiesen bekommen.

Luftfahrttechnisch hatte man mit Air Berlin und den Verlauf deren Businesshistorie Pech, mit dem Bau des eigenen Flughafens sich selbst durch Inkompetenz einen Eigentor gechossen.

 

Als frühere westlichste Hauptstadt Osteuropas hat man für eine gewisse Zeit auch sämtliche Besucherströme verloren, vor allem aus der ex Sovietunion.

 

Die eigene Bevölkerung ist bundesprepublikanisch  gesehen arm. Berlin ist die einzige Hauptstadt Europas deren BIP unter dem Landesdurschnitt liegt und mit 83% Mieter die Hauptstadt mit den ärmsten Bewohner bezgl. des Gesamteigentums. Nur Zürich (ist aber nicht Hauptstadt) hat mit 90% einen höheren Anteil.

 

In der Bundesrepublik ist Berlin wirtschaftlich keine Bedeutung, es ist ein Länderausgleichssubventionsempfänger mit zweifelhafter Kompetenz der eigenen Verwaltung.

 

Ich weiss das man an der Spree sowas nicht gerne liest, weil es das eigene Selbstverständnis nicht wiederspiegelt. Und es macht Berlin auch nicht sympatischer in dem man ständig auf die emotionale Ebene versucht sich alles schön zu argumenteiren - "man hat sich das verdient" , "Benachteiligung des Ostens", usw.

 

Hätte man die Zentralverwaltung der Bundesrepublik nicht in Berlin, wäre man nur eine wirtschaftlich schwache Grosstadt in der Ostdeutschen Provinz. Sowas wie Ruhrpott kompakt.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb oldblueeyes:

as Grundproblem Berlins ist der falsche Kompass und damit verbundener Frustration und gefühle Opferrolle.

Mal angenommen, das wäre noch die aktuelle Zustandsbeschreibung der Hauptstadt und nicht eine Mischung aus Wissen, das seit 2005 nicht mehr aktualisiert wurde und Vorurteilen.

Was spricht dagegen, dass die Berliner Wirtschaftsförderung Luftverkehrsrechte einfordert, die Berlin darin unterstützen, diese Zustandsbeschreibung zu ändern und gegenüber Rhein/Ruhr/Main/Neckar, München, Hamburg aufzuholen. 

 

Mal angenommen, die Wirtschaftsstruktur der Hauptstadt ist mittlerweile eine andere: Was spricht dagegen, dass Emirates, das als gewinnorientiertes Unternehmen hier offensichtlich einen profitablen Markt sieht, diesen Markt realisieren will. Die Gefühle der Lufthansa-Gruppe?

 

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb oldblueeyes:

Berlin ist die einzige Hauptstadt Europas deren BIP unter dem Landesdurschnitt liegt

 

Auf welche Zahlen beziehst du dich bei dieser Aussage? Laut Statista lag Berlin (Land) in 2024 beim BIP je Einwohner rund 7,5% über dem Bundesdurchschnitt.

 

Bei der Auswertung der Städte mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt lag Berlin 2022 auf Platz 1, ebenfalls Statista.

 

Bearbeitet von Faktencheck
Geschrieben
3 minutes ago, Faktencheck said:

 

Auf welche Zahlen beziehst du dich bei dieser Aussage? Laut Statista lag Berlin (Land) in 2024 beim BIP je Einwohner rund 7,5% über dem Bundesdurchschnitt.

 

Bei der Auswertung der Städte mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt lag Berlin 2022 auf Platz 1, ebenfalls Statista.

 

Das mit dem unterdurchschnittlichen BIP pro Kopf war lange so, ist es seit einigen Jahren aber nicht mehr. 

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Mal angenommen, die Wirtschaftsstruktur der Hauptstadt ist mittlerweile eine andere: Was spricht dagegen, dass Emirates, das als gewinnorientiertes Unternehmen hier offensichtlich einen profitablen Markt sieht, diesen Markt realisieren will. Die Gefühle der Lufthansa-Gruppe?

Es spricht dagegen, dass mal wieder ein nationaler Alleingang gefordert wird ohne die Europäische Union einzubeziehen.

Das spielt all denen in die Karten, die es sich zum Ziel gesetzt haben die EU zu schwächen.

Luftverkehrsabkommen sollten ausnahmslos nur noch von der EU ausgehandelt werden unter Berücksichtigung der gesamteuropäischen Interessen.

Es wird zwar immer wieder argumentiert, man würde nur ein bestehendes Abkommen ergänzen wollen, aber das widerspricht dem Geist der europäischen Zusammenarbeit, selbst wenn es formaljuristisch korrekt sein könnte.

Geschrieben

Ich denke, wir sollten hier nicht zu sehr ins Berlin Bashing gehen. Es sind nicht mehr die 2000er, die Wirtschaft hat sich schon entwickelt. Dennoch liegt man momentan eher auf dem pro Kopf Niveau von Städten wie Bremen oder Essen und nicht auf den Niveau von München oder Düsseldorf. Man ist eine postsozialistische Hauptstadt.

 

Insbesondere die “white-collar” Branchen, die hoch bezahlte Jobs bringen, (Anwaltskanzleien, Beratungen, Finance etc.) haben sich noch nicht wirklich angesiedelt, wenn nur in Verbindung mit Berlins politischer Funktion (also z.B. Kanzlei, die auf Vergaberecht spezialisiert ist). Auch Industrie gibt es nicht wirklich (keine Überraschung in einer Großstadt, Land ist eben sehr teuer) aber auch im Umfeld gibt es (Tesla z.B. als Ausnahme) nicht Industriebetriebe mit der Dichte des Rheinlandes oder des Rhein-Main Gebiets. Das merkt man eben. 
 

Gleichzeitig ist Berlin aber eben kulturell und politisch sehr bedeutend, was die Preise ordentlich anziehen gelassen hat. Arm aber sexy war mal. Man ist wirtschaftlich im Vergleich zu anderen Großstädten relativ schwach, hat gleichzeitig aber hohe Lebenserhaltungskosten. Dazu kommt, dass man eben in Relation zu den Bevölkerungszentren Westeuropas relativ weit ab ist.  
 

Kombiniert ist das sowohl für Touristen als auch für Messen/Kongresse wenig zuträglich, die vormaligen Berliner Standortvorteile (niedrige Kosten, „coole” Stadt) haben die Nachteile (schwache Wirtschaftsstruktur in Relation, ungünstige Lage) ausgeglichen, heutzutage sieht die Rechnung aber anders aus.

Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb Alibaba1408:

Ich stimme dahingehend zu, dass fehlende direkte Langstreckenanbindungen kein Hindernis für große Messen zu sein scheinen. 
 

Hannover oder auch Leipzig sind für non-stop Langstrecken uninteressant, dennoch können sie sich als bedeutende Messestandorte behaupten. Insbesondere wenn die Leute nur einmal im Jahr anreisen und dann meist gleich auch für mehrere Tage bleiben, fällt es im Verhältnis zur gesamten am Zielort verbrachten Zeit nicht groß ins Gewicht, ob man bei der Anreise zwei bis drei Stunden durch einen Umstieg verloren hat. 
Non-stop ist vor allem für jene interessant, die unter Zeitdruck stehen, denn dort können 2-3 Stunden weniger in FRA/MUC/LHR/DXB/IST etc., da dann der Trip de facto um bis zu einen Arbeitstag verlängert werden könnte, einen Ausschlag geben. Menschen, die beruflich Langstrecke fliegen (müssen) sind i.d.R. relativ teuer als Arbeitnehmer. 
 

Die Standortentscheidung in Bezug auf Messen und Kongresse dürfte meistens zumindest nicht davon abhängig sein, ob man einmal umsteigen muss oder nicht, sondern eher von Faktoren wie geeigneten Räumlichkeiten, der Verfügbarkeit von Hotelzimmern etc..

 

Da krankt es zumindest bei Messen in Berlin vermutlich - wie hier auch schon geschrieben wurde - eher daran, dass man auch in Relation zu Größe und Bedeutungsanspruch der Stadt ein relativ kleines Messegelände hat. Hier liegen z.B. selbst Düsseldorf oder Köln nach einigen Statistiken vor Berlin. Berlin hat halt wenig Raum zum wachsen und die Flächen lassen sich schnell gewinnbringender nutzen. Vermutlich könnte man mit einem großen Messegelände in der Nähe des BER auf Brandenburger Gebiet den Standort deutlich attraktiver machen. Dann könnten z.B. auch Messen wie die Agritechnica (derzeit in Hannover) dort stattfinden, wenn man Mähdrescher verkauft, braucht man halt einiges an Platz, um diese auf einer Messe auszustellen. 


Auch bei mehrtägigen Kongressen dürften die selben Effekte wirken, grds. fällt der Umsteigefaktor nicht so sehr ins Gewicht, wenn man mehrere Tage am Ort ist. Berlin ist auch sowohl in Westeuropa (Stichwort Blaue Banane) als auch in Deutschland nicht wirklich zentral gelegen. Ein Kongress dessen Teilnehmer vorrangig aus Frankreich, UK, Benelux und Deutschland stammend hätte seinen Bevölkerungsschwerpunkt vermutlich irgendwo in Belgien oder gar in Rhein-Ruhr oder Frankfurt, da würde es wenig Sinn machen die Teilnehmer - von denen vielleicht viele auch mit PKW und Bahn anreisen - nach Berlin fahren zu lassen, wenn man sich auch in Düsseldorf oder Frankfurt treffen könnte. Das lässt sich durch vergleichsweise günstige Preise ein Stück weit ausgleichen, dieser Effekt dürfte aber auch schon deutlich kleiner geworden sein, da das Preisniveau in Berlin um einiges angestiegen ist. 

 

Grundsätzlich schafft sich die Nachfrage ein Angebot und nicht umgekehrt.

 

 

Moin,

 

Das eine Entscheidung eine Messe zu veranstalten, völlig unabhängig von der Flugverbindungen ist, stimmt nicht!

 

Frage doch mal bei den Messegesellschaften nach, wenn sie etwas Neues etablieren wollen. Eine Leipziger Buchmesse wird immer in Leipzig bleiben, aber etwas Neues namhaftes aufzubauen, fällt der Messe Leipzig schwer, gerade im internationalen Kontext.
 

Gruß,

Jochen 

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb Jochen Hansen:

Frage doch mal bei den Messegesellschaften nach, wenn sie etwas Neues etablieren wollen. Eine Leipziger Buchmesse wird immer in Leipzig bleiben, aber etwas Neues namhaftes aufzubauen, fällt der Messe Leipzig schwer, gerade im internationalen Kontext.

 

Andererseits sind Messen viel zu temporär, um eine Linienverbindung rechtfertigen zu können. Als Airline willst du eine Route bestenfalls ganzjährig, mindestens aber saisonal über möglichst eine ganze Flugplanperiode bedienen können. Nur dann rechnet sich der planerische Aufwand. Wenn jetzt in Leipzig mal Buchmesse ist, dann freut sich die Airline mal über einige Tage/Wochen an Rekordauslastung und guten Yields. Wenn möglich schickt man dann auf Kontinentalverbindungen auch mal ein größeres Flugzeug (z.B. A321 statt A319). Wenn es ne bestehende Langstreckenverbindung gibt, dann sieht man bei so extrem großen Events auch eventuell mal einen Aircraft Change auf größeres Gerät. Ansonsten nimmt man die hohen Yields mit - die braucht man auch, um die nachfrageschwache Zeit auszugleichen. Und die Nachfrage ist nie völlig gleich, sondern zyklisch. Du kannst fast nie 100% des Marktpotenzials abschöpfen. Dennoch suchst dir als Airline Routen, wo du für dich das beste Ergebnis mit deiner Flotte rausholst. Klar könntest du am Eröffnungstag der Leipziger Buchmesse oder auch der ITB vermutlich auch mehr als einen A321/220 Plätze füllen. Das ist aber nur ein kurzer Ausreisser nach oben in der Nachfragekurve. Genauso gibt es auch Ausreisser nach unten: Z.b. Ein Mittwoch an einem trüben Tag im Februar mit 30 Passagieren an Bord. Auf diese extremen Ausreisser extrem übertrieben zu reagieren ist oft in der Gesamtbetrachtung des Netzes nicht sinnvoll, weil der finanzielle Aufwand den Nutzen übersteigt. (Vorhalten von Reserve, Reduktion der Kapazität auf anderen Strecken, planerischer Aufwand…) Unterm Strich wird man nahezu immer feststellen, dass trotz all dieser extremen Ausreißer ganzjährig (oder auch saisonal) z.B. nach Leipzig ein A319-A321 Mix das optimale Equipment ist. Genau dasselbe auch auf der Langstrecke. Je glatter die Nachfragekurve, desto besser. Das ist das Geschäft eines Linienfliegers - egal ob Kurz- oder Langstrecke. Überall dort, wo mal für ein paar Tage oder Wochen wirklich so ein extrem großes Event/Messe stattfindet und tatsächlich der Bedarf nach Flugreisen derart enorm ist: Für genau solche Fälle gibt es spezialisierte Charteranbieter oder die Charterabteilung eines Airline. Das ist deren Geschäftsmodell.

Bearbeitet von Avroliner100
Geschrieben
2 hours ago, Jochen Hansen said:

Moin,

 

Das eine Entscheidung eine Messe zu veranstalten, völlig unabhängig von der Flugverbindungen ist, stimmt nicht!

 

Frage doch mal bei den Messegesellschaften nach, wenn sie etwas Neues etablieren wollen. Eine Leipziger Buchmesse wird immer in Leipzig bleiben, aber etwas Neues namhaftes aufzubauen, fällt der Messe Leipzig schwer, gerade im internationalen Kontext.
 

Gruß,

Jochen 

Joachim, ich finde, deine Aussage ist ziemlich beleglos. Sicherlich sind non-stop Verbindungen nicht schädlich.
 

In der Praxis ist es doch aber so, dass Städte Messegelände und die dazugehörige Infrastruktur haben. Einiger dieser Städte haben dann vielleicht solche Verbindungen, andere nicht. 
 

Wie ich oben aber schon einmal erwähnt habe, finde ich es nicht plausibel, dass non-stop Verbindungen eine große Rolle spielen. Wenn man vier Tage Messe hat und je einen Tag auf- und abbaut, sind die Beschäftigten sechs Tage vor Ort. Da fällt ein Zeitverlust von ein paar Stunden durch Umsteigen weniger ins Gewicht und wenn man große Gruppen transportieren muss kann man immer chartern. 
Viel wichtiger dürfte eine gute Verkehrsanbindung am Boden sein, um den Auf- und Abbau zu gewährleisten. 
Die meisten Besucher, die von weit her anreisen, dürften auch nicht nur einen Tag bleiben. Ich finde es plausibel, dass der Faktor non-stop eine geringere Rolle im Vergleich zu Lage in Relation zu relevanten kontinentalen Wirtschaftszentren, Hotelkapazität etc. spielt.

 

LG 

Geschrieben

Anfang der Woche ist ein Artikel erschienen, in dem es um die neue Situation am alten Flughafen Bahnhof Schönefeld geht, und um eine mögliche ICE Anbindung vom Flughafen BER. 
Seit der Eröffnung der Dresdner Bahn fahren jetzt häufig ICEs durch Schönefeld (und den alten Bahnhof Schönefeld), soweit ich weiß sind das ICEs die in Berlin Südkreuz enden / starten, und über Schönefeld zum Beispiel über Grünau zum ICE Werk Rummelsburg fahren.


Hier ist der Artikel von Anfang der Woche, dort ist auch ein Foto von einem ICE im alten Bahnhof Schönefeld: 
https://www.airliners.de/faehrt-regional-fernbahnsteigen-berlin-schoenefeld-ex-ber-t5/85001 


An sich könnte man diese ICEs auch am Bahnhof vom Flughafen BER halten lassen, das wäre ein relativ geringer Mehraufwand und würde z.B. Hannover und Wolfsburg umstiegsfrei mit dem Flughafen BER verbinden. 


Der Bahnhof am Flughafen BER sollte noch genug Kapazitäten dafür haben, der Flughafen-Express nutzt dort soweit ich weiß bisher nicht das Kehrgleis im Osten vom Flughafen, weil es kapazitätsmäßig momentan nicht nötig ist (Im Gegensatz zum Hauptbahnhof, dort nutzt der Flughafen-Express das Kehrgleis im Norden vom Hauptbahnhof) 
(Deswegen fährt soweit ich weiß der Flughafen-Express am Hauptbahnhof auch meistens vom gleichen Bahnsteig ab, am Flughafen BER aber nicht)


Auch die östliche Verbindung vom Flughafen BER über Grünau sollte noch genug Kapazität haben, darüber fahren jetzt ja nicht mehr die Flughafen-Express Züge. 


Etwas ähnliches wurde den Menschen auch 2012 versprochen, hier zwei Texte zur geplanten ICE Anbindung vom BER von 2012: 


"Anbindung an den neuen Flughafen Schönefeld steht"
"Am besten ist Hannover erreichbar – dank je zweier ICEs und ICs pro Tag. Der eine IC fährt weiter bis nach Amsterdam. Hinzu kommen zwei Eurocitys, von denen einer nach Hamburg und der andere über Breslau (Wroclaw) nach Krakau fährt. [Anmerkung: Vermutlich wäre das letztendlich eine Verbindung zwischen Hamburg und Krakau über BerlinHBF, Südkreuz, Flughafen BER, Cottbus und Breslau, die sich aber vom Flughafen BER aus in beide Richtungen nutzen lassen würde] Letzterer bildet zunächst die einzige Direktverbindung nach Polen, obwohl von dort schon jetzt rund zehn Prozent der Schönefelder Passagiere stammen – rund 700 000 pro Jahr. Deutlich besser kann die Anbindung laut Franz [Anmerkung: ehemaliger Geschäftsführer VBB] werden, wenn die Bahn das letzte Brandenburger Teilstück in Richtung Stettin elektrifiziert und nach dem Umbau des Ostkreuzes auch Züge von Posen und Frankfurt (Oder) her direkt nach Schönefeld gelangen."
https://www.tagesspiegel.de/berlin/anbindung-an-den-neuen-flughafen-schonefeld-steht-alle-zehn-minuten-eine-s-bahn-1988620.html 


"Die Deutsche Bahn nimmt den BER in ihr Liniennetz auf und bietet zur Eröffnung Fernverkehrsverbindungen nach Hamburg, Hannover, Breslau, Krakau und Amsterdam Schiphol an. Die Schieneninfrastruktur von und zum neuen Flughafen wurde uneingeschränkt ICE-tauglich gebaut.
Ab BER
ICE 942 BER – Wolfsburg – Hannover – NRW, 
IC 146 BER – Stendal – Wolfsburg – Hannover – Amsterdam Schiphol ; 
EC 249 BER – Cottbus – Breslau – Krakau; 
EC 248 BER – Salzwedel – Lüneburg – Hamburg; 
IC 2242 BER – Stendal – Wolfsburg – Hannover – Münster; 
ICE 540 BER – Stendal – Wolfsburg – Hannover
Zum BER
ICE 649 Hannover – Braunschweig – Wolfsburg – BER;
IC 2241 Münster – Hannover – Wolfsburg – Stendal – BER; 
EC 249 Hamburg – Lüneburg – Salzwedel – BER, 
IC 143 Amsterdam Schiphol – Hannover – Wolfsburg – Stendal – BER; 
EC 248 Krakau – Breslau – Cottbus – BER; 
ICE 941 NRW – Hannover – Wolfsburg – BER"
https://tourism-insider.com/2011/09/schnell-direkt-mit-dem-airport-express-zum-neuen-flughafen/ 


Auch im Deutschlandtakt sind einige ICE (/EC) Linien, die am Südkreuz enden, und die man relativ einfach zum Flughafen BER verlängern könnte: 
https://assets.ctfassets.net/scbs508bajse/55FqSU1scLy5OcgIKTo4QH/c5cd6c048b5d10d2a0d7876f8f17a34a/Netzgrafik_3._Entwurf_Fernverkehr.pdf 


Hier gibt es noch ein Foto vom im Bau befindlichen Hangar von Ryanair am BER, der 2026 eröffnen soll: 
https://www.maz-online.de/lokales/dahme-spreewald/schonefeld/ryanair-sucht-mechaniker-und-hangar-manager-wartungshalle-am-ber-nimmt-gestalt-an-76ZMOP6AY5DNVOHL2KMEEEPBHA.html 

 

Geschrieben (bearbeitet)
Am 24.12.2025 um 10:24 schrieb jubo14:

Ich stelle jetzt mal die ernsthafte Frage, welche Kongresse oder Messen den durch eine bessere Anbindung auf die Arabische Halbinsel nach Berlin kommen sollen?

Bitte nicht immer nur inbound denken. Die entsprechenden Messen in Dubai sind wichtig für viele Firmen deutschlandweit (surprise: auch aus Berlin) und ein Direkflug nach Dubai in J wäre bei vielen KMU sehr willkommen. Mit dem Auto nach HAM oder via FRA mit Gepäckverspätung für eine Messe nerven halt einfach. DE und EW sind am Start aber gefühlt keine Alternative mit dem bisher angebotendem Produkt

Am 25.12.2025 um 14:45 schrieb Alibaba1408:

Wie ich oben aber schon einmal erwähnt habe, finde ich es nicht plausibel, dass non-stop Verbindungen eine große Rolle spielen. Wenn man vier Tage Messe hat und je einen Tag auf- und abbaut, sind die Beschäftigten sechs Tage vor Ort. Da fällt ein Zeitverlust von ein paar Stunden durch Umsteigen weniger ins Gewicht

Doch, fällt er....3Uhr aus dem Bett oder 7Uhr aus dem Bett (nur der Hinflug) 

Bearbeitet von ColoColo
Geschrieben
1 hour ago, ColoColo said:

Bitte nicht immer nur inbound denken. Die entsprechenden Messen in Dubai sind wichtig für viele Firmen deutschlandweit (surprise: auch aus Berlin) und ein Direkflug nach Dubai in J wäre bei vielen KMU sehr willkommen. Mit dem Auto nach HAM oder via FRA mit Gepäckverspätung für eine Messe nerven halt einfach. DE und EW sind am Start aber gefühlt keine Alternative mit dem bisher angebotendem Produkt

Doch, fällt er....3Uhr aus dem Bett oder 7Uhr aus dem Bett (nur der Hinflug) 

Ja, aber es geht doch darum, ob das für eine relevante Menge an Menschen relevant genug ist. Klar, es ist eine Zeitersparnis, aber in Bezug auf Messen ist die Frage doch wie relevant der Zeitaspekt im Vergleich zu anderen Aspekten ist. Wenn ich ohnehin fünf Arbeitstage bezahlen muss, dann wirkt es sich weniger stark auf die Margen aus, ob ich noch einen weiteren bezahlen muss, als wenn ich ohnehin nur zwei bezahlen muss. Dazu kommt hinzu, dass zumindest das Messepersonal auch im internationalen Vergleich nicht zu den Topverdienenden gehören dürfte, der Kostendruck auf dieser Seite dürfte zumindest geringer sein. 

 

Anekdotisch möchte ich noch einmal die Messe Hannover nutzen, im November habe ich dort die Agritechnica - die weltweit führende Messe auf dem Bereich der Landwirtschaft - besucht. Wahnsinnig international, riesige Stände ausländischer Firmen mit teils 40+ Mitarbeitenden am Stand. HAJ hat gar keine nennenswerten Langstreckenflüge und spielt auch unter den deutschen Flughäfen eine untergeordnete Rolle. Dennoch richtet man viele namhafte Messen aus. Das liegt daran, dass die sonstige Infrastruktur (Gelände, Hotels, gute Erreichbarkeit am Boden etc.) einfach da ist. Und da denke ich, hat Berlin vielleicht gerade ein Problem mit. Das Messegelände ist relativ klein und in Westeuropa liegt man etwas ab. 

 

Zu der Nachfrage nach Direktflügen: Die besteht sicherlich. Aber es ist eben auch keine staatliche Aufgabe ein „angemessenes“ Bordprodukt zu gewährleisten. Wenn die Nachfrage da ist, wird der Markt trotz Regulierung darauf reagieren, wie bspw. EW mit dem Business Versuch…

Geschrieben (bearbeitet)

Die Berliner Obsession ist weniger eine zusätzliche Messe zu haben, noch eine Messe in Dubai zu besuchen. Man sehnt sich danach einen zusätzlichen 773 in Berlin zu sehen.

 

Es ist wenn man so will, Symbolpolitik. Einen zusätzlichen Nutzen hat man ja nicht - Qatar kann jederzeit einen Flug mehr anbieten und die Umsteiger bis Neu Zeeland bedienen, für P2P gibt es ja auch ein aussreichendes, wachsendes Touristikangebot.

 

Man kann noch sämtliche abenteuerliche Gründe finden warum jetzt gerade Emirates der grosse Heilsbringer sein wird, spätestens nach ein paar Monate wird ein neues "Must Have" durch die Lobbyarbeit entdeckt um den lokalen Frust zu befriedigen.

 

 

Bearbeitet von oldblueeyes
Geschrieben
vor 15 Minuten schrieb oldblueeyes:

...Man sehnt sich danach einen zusätzlichen 773 in Berlin zu haben.

 

...warum jetzt gerade Emirates der grosse Heilsbringer sein wird, spätestens nach ein paar Monate wird ein neues "Must Have" durch die Lobbyarbeit entdeckt um den lokalen Frust zu befriedigen.

Und wo genau ist hier das Problem!? Ist das nicht gerade der Job der lokalen Lobbyarbeit???9_9
Wenn man in Berlin aufhören würde nach der EK zu rufen, würde die Kritik (wahrscheinlich vom gleichen Personenkreis, der auch die o.g. Kritik vom Stapel lässt) lauten, dass man sich in Berlin mit der "Zweitklassigkeit" zufrieden gibt und deswegen ja "nix aus dem Standort werden kann". 

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb GodBless:

Und wo genau ist hier das Problem!? Ist das nicht gerade der Job der lokalen Lobbyarbeit???9_9
Wenn man in Berlin aufhören würde nach der EK zu rufen, würde die Kritik (wahrscheinlich vom gleichen Personenkreis, der auch die o.g. Kritik vom Stapel lässt) lauten, dass man sich in Berlin mit der "Zweitklassigkeit" zufrieden gibt und deswegen ja "nix aus dem Standort werden kann". 

 

Die Grundfrage ist das man Lobbyarbeit macht, sondern warum man nicht den eigentlichen Job erledigt - sich selbst so attraktiv zu machen, das solche Entscheidungen ohne politisches Zutun passieren.

- alle Open Skies Airlines könnten nach Berlin fliegen - man in ist deren Prioritätenliste aber nicht ganz top

- alle die bereits Berlin anfliegen könnten mehr Frequenzen anbieten, auch wenn es keine Widebodies sind

- alle die nicht in Open Skies fliegen könnten Flugrechte auf Berlin umbuchen - passiert nicht auch wenn es am Zielflughafen keine Anbindung in die eigene Allianz gibt

 

Ich wage mal einen Vergleich: wenn im Fussball ein "Traditionsverein" aufgrund eigener Inkompetenz irgendwo am unteren Ende der Tabelle dümpelt, wird gleich die Frage nach "Gereichtigkeit" der Fernsehgelder ausgerufen - weil man ein grosses Stadion hat, Tradition, viele Mitglieder oder eine gute Quote wenn man gegen die Besten der Liga spielt. Das wonach man fragt hört sich immer stimmig an, die Ursache ist aber Inkompetenz im Umgag mit den eigenen Ressourcen und daraus Schulden, Abstieg usw.

 

Ähnlich ist es mit Berlin. Die Grundfrage ist wie man Berlin als Standort weiterhin stärkt, sodass mehr Verbindungen unter Akzeptanz der Realität auf natürlicher Weise dazukommen werden.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb oldblueeyes:

Die Berliner Obsession ist weniger eine zusätzliche Messe zu haben, noch eine Messe in Dubai zu besuchen. Man sehnt sich danach einen zusätzlichen 773 in Berlin zu sehen.

 

Es ist wenn man so will, Symbolpolitik. Einen zusätzlichen Nutzen hat man ja nicht - Qatar kann jederzeit einen Flug mehr anbieten und die Umsteiger bis Neu Zeeland bedienen, für P2P gibt es ja auch ein aussreichendes, wachsendes Touristikangebot.

 

Man kann noch sämtliche abenteuerliche Gründe finden warum jetzt gerade Emirates der grosse Heilsbringer sein wird, spätestens nach ein paar Monate wird ein neues "Must Have" durch die Lobbyarbeit entdeckt um den lokalen Frust zu befriedigen.

 

 

Moin,

 

es geht nicht um eine 773 mehr oder weniger.

 

Es geht darum, dass die weltweit größte Langstreckenairline, welche gerade aus Asien/Ozeanien sehr viel Menschen um den Globus schaufelt, landen kann. In vielen asiatischen Ländern hat Emirates eine nicht zu unterschätzende Marktdurchdringung (bsp. in Pakistan, Indien, Australien ist es fast der Flagcarrier gen Nordwesten) und die Anbindung an Asien ist ex BER nun mal schlecht (hat natürlich auch mit dem Überflug über Russland, den aktuellen Standortbedingungen etc. zu tun) mit EK wäre wenigstens mit einem Stop in DXB eine passable Verbesserung in Sicht.

 

Wenn man sich anschaut, in welche kleinteiligen Märkte in Europa sie fliegen wie Lyon, Budapest, Malta, Bologna, Newcastle, Edinburgh, ist Berlin definitiv ein leerer Fleck. 

Weiterhin wissen auch TK, QR genau, wie sie den Rahm in Sachen Ticketpreise abschöpfen und wenn EK hinzukommt gibt es eine, weitere, sehr wichtige Alternative, welche vor allem eine andere Kapazität an den Markt bringt.

 

Ich bin kein übermäßiger EK-Fanboy, aber aus wirtschaftlicher Hinsicht ist Emirates ein MUSS, um den Messe- und Kongressstandort stabil zu halten.

 

Gruß,

Jochen

 

Geschrieben
vor 39 Minuten schrieb Jochen Hansen:

Moin,

 

es geht nicht um eine 773 mehr oder weniger.

 

Es geht darum, dass die weltweit größte Langstreckenairline, welche gerade aus Asien/Ozeanien sehr viel Menschen um den Globus schaufelt, landen kann. In vielen asiatischen Ländern hat Emirates eine nicht zu unterschätzende Marktdurchdringung (bsp. in Pakistan, Indien, Australien ist es fast der Flagcarrier gen Nordwesten) und die Anbindung an Asien ist ex BER nun mal schlecht (hat natürlich auch mit dem Überflug über Russland, den aktuellen Standortbedingungen etc. zu tun) mit EK wäre wenigstens mit einem Stop in DXB eine passable Verbesserung in Sicht.

 

Wenn man sich anschaut, in welche kleinteiligen Märkte in Europa sie fliegen wie Lyon, Budapest, Malta, Bologna, Newcastle, Edinburgh, ist Berlin definitiv ein leerer Fleck. 

Weiterhin wissen auch TK, QR genau, wie sie den Rahm in Sachen Ticketpreise abschöpfen und wenn EK hinzukommt gibt es eine, weitere, sehr wichtige Alternative, welche vor allem eine andere Kapazität an den Markt bringt.

 

Ich bin kein übermäßiger EK-Fanboy, aber aus wirtschaftlicher Hinsicht ist Emirates ein MUSS, um den Messe- und Kongressstandort stabil zu halten.

 

Gruß,

Jochen

 

Du glaubst also wirklich, das EK der Gamechanger für BER und Berlin ist oder?
Du kennst das Sprichwort "Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling" oder?
Welche Ziele erreichst du denn nur mit EK, die du mit QR oder TK mit 1 Stop Richtung Asien/Ozeanien nicht erreichen kannst?

 

Du hast die Hoffnung, dass es einen Preiskampf (-sturz) bei den Ticketpreisen gibt, wenn eine EK den BER anfliegt?
Warum soll eine EK sich auf einen Preiskampf einlassen? Wird schwer gegen TK, QR und auch LH.
Nur mal so, als QR nach HAM kam, hat sich von der Preisen überhaupt nichts nach unten bewegt.

 

Du siehst in deiner Glaskugel, dass die Messe Berlin nur überleben kann, wenn eine EK den BER anfliegt?
Wenn (die Wirtschaftlichkeit der) Messe- und Kongressgesellschaft in Berlin so von EK abhängig ist, zeigt es eher, dass das Management dieser Gesellschaft nicht seine Hausaufgaben macht bzw. auf dem Markt nicht konkurenzfähig ist.

 

...NCC1701 ;)

 

 

Geschrieben

Hauptproblem sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Deutschland derzeit. In anderen EU-Ländern und UK wächst der Markt deutlich stärker als hierzulande. Sollten wir irgendwann auf die nur Durchschnittliche Wachstunsrate incl. Nachholbedarf kommen, werden Berlin und andere Standorte in Deutschland stark wachsen, weil die beiden Hubs voll sind. Dies wird aber nicht vor 2030 passieren.

Geschrieben
vor 46 Minuten schrieb NCC1701:

Du glaubst also wirklich, das EK der Gamechanger für BER und Berlin ist oder?
Du kennst das Sprichwort "Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling" oder?
Welche Ziele erreichst du denn nur mit EK, die du mit QR oder TK mit 1 Stop Richtung Asien/Ozeanien nicht erreichen kannst?

 

Du hast die Hoffnung, dass es einen Preiskampf (-sturz) bei den Ticketpreisen gibt, wenn eine EK den BER anfliegt?
Warum soll eine EK sich auf einen Preiskampf einlassen? Wird schwer gegen TK, QR und auch LH.
Nur mal so, als QR nach HAM kam, hat sich von der Preisen überhaupt nichts nach unten bewegt.

 

Du siehst in deiner Glaskugel, dass die Messe Berlin nur überleben kann, wenn eine EK den BER anfliegt?
Wenn (die Wirtschaftlichkeit der) Messe- und Kongressgesellschaft in Berlin so von EK abhängig ist, zeigt es eher, dass das Management dieser Gesellschaft nicht seine Hausaufgaben macht bzw. auf dem Markt nicht konkurenzfähig ist.

Wieso müssen hier so viele in Extremen diskutieren? EK ist natürlich nicht der Gamechanger per se für Berlin. Und andererseits wäre eine EK-Verbindung nach Berlin natürlich nicht der Untergang oder wirtschaftliche Niedergang der LH-Drehkreuze in Frankfurt, München und anderswo. 

Mit einer EK-Verbindung nach Berlin gäbe für die Reisenden moderate Verbesserungen, sowohl preislich oder wegen der Verfügbarkeit. Natürlich decken TK, Qatar, LH und Co einiges ab, aber eben nicht alles. Und vor allem lassen sie es sich auch gut bezahlen, wenn sie der einzige Anbieter sind, der eine Relation Berlin nach XYZ mit nur einem Umstieg anbietet. Auch bei Duopolen auf Strecken sind die Preise oft hoch. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb 101er:

Wieso müssen hier so viele in Extremen diskutieren?

Wer hat den das Wort "MUSS" in die Diskussion eingebracht?

 

vor einer Stunde schrieb 101er:

Natürlich decken TK, Qatar, LH und Co einiges ab, aber eben nicht alles. Und vor allem lassen sie es sich auch gut bezahlen, wenn sie der einzige Anbieter sind, der eine Relation Berlin nach XYZ mit nur einem Umstieg anbietet.

Gut, nur welche Ziele sind es den genau, die eine EK anbietet, und die anderen nicht? Und wie hoch ist der Anteil ein Passiergieren von/nach BER zu dieser/n Destination(en)?
 

vor einer Stunde schrieb 101er:

Auch bei Duopolen auf Strecken sind die Preise oft hoch. 

Klar, nur es kann keiner Belegen und mit Sicherheit sagen, dass mit einem weiteren Marktteilnehmer (hier EK) sich die Preise spürbar nach unten verändern. Es ist doch schon wieder ein Mehrwert, dass wenn ein LH PAX nun statt mit 2-Stop nur noch als EK PAX mit 1-Stop sein Ziel erreichen kann. Ebenso könnte das Argument auch sein, nach 6 Stunden Beine vetreten. ... zig Argumente für beide preislichen Richtungen.
Wenn eine QR und TK von BER nach XYZ einen Preis P nehmen, glaubst du, dass die Preis-Algorithmen bei EK dann nur noch P * 0,8 nehmen?
Und wenn EK ein Ziel hat, wo man ab BER wirklich nur mit EK per 1-Stop hin kommt, glaubst du, die machen preislich einen auf Sozial?

 

...NCC1701 ;)

Bearbeitet von NCC1701

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