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Tschentelmän

Frankreich - ab 2020 Umweltsteuer für Flugtickets

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Frankreich erhebt ab 2020 eine spezielle Umweltsteuer auf Flugtickets - gestaffelt zwischen 1,50 bis zu 18 Euro. Insgesamt sollen jährlich 180 Mio. Euro jährlich zusammen kommen. Das Geld soll in nachhaltige Infrastruktur-Projekte investiert werden.

 

Im Vergleich dazu - die Luftverkehrsabgabe in Deutschland hat einen Umfang von etwas über einer Milliarde Euro pro Jahr.

 

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/frankreich-oekosteuer-103.html

 

 

https://taz.de/Frankreich-erhebt-ab-2020-Umweltsteuer/!5611343/

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Da bleibt unterm Strich doch nichts übrig wenn man Kosten für die träge französische Verwaltung von den 180 Millionen abzieht. Das ist wohl eher eine Öko Propagandasteuer, dass man überhaupt etwas macht.

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Bei Steuern muß nichts übrigbleiben, sie sollen nur ihre Lenkungswirkung entfalten.

 

Gemessen an den Phantomschmerzen schon wegen Präzedenzangst wird die neue Steuer das wohl... 

 

Was erlauben Macron...

 

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Wenige Euro extra-Gebühr können jedoch kaum eine lenkende Wirkung haben. Genauso wie man für 180 Mio. Euro jährlich in einem riesigen Land wie Frankreich kaum nennenswerte Projekte finanzieren kann. Vielleicht ist das aber auch nur der Anfang, so dass die Steuersätze später noch steigen...

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Ich könnte mir vorstellen, dass es deutlich schwieriger ist, erstmal eine Steuer zu erlassen, als diese später anzupassen. Denn dann ist die legislative Arbeit bereits erledigt.

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Womöglich eine behutsame Vorgehensweise. Die Stimmung in Frankreich - vor allem im Bezug auf steuerlich bedingte Kostensteigerungen - kann schnell massive Reaktionen hervorrufen. So hatte die Gelbwesten-Bewegung die Regierung erst kürzlich zum Einlenken gezwungen....

 

Womöglich wird man also abwarten und später die Steuersätze anheben, so dass man mit der Steuer auch tatsächlich etwas anfangen kann - sowohl in der Lenkungswirkung als auch in der Einnahmensumme...

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Exakt. Politisch ja nicht unüblich, um die Steuerzahler nicht gleich am Anfang zu entmutigen.

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Vor allem ist das eine Steuer,die niemandem wehtut,und deshalb eher Zustimmung als Ablehnung finden wird. Im Gegensatz zur "geplanten" Ökosteuer in D, wo jeder Pendler von vorn herein weiß , der Spritt wird teurer ,Alternativen gibt es nicht,und versprochene "Entlastungen" --wie beispielsweise einen höheren Kilometerfreibetrag- , wird es auch nicht geben. Man differenziert hier in D eben nicht zwischen notwendigen Fahrten zur Arbeit,und reinem Freizeitverkehr.:ph34r:

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Ich fände es richtig, wenn auch die Luftverkehrsabgabe in Deutschland zu 100% zweckgebunden verplant würde - beispielsweise in Bahnprojekte oder in Förderprogramme für erneuerbare Antriebsenergie... (...oder ist das nicht bereits so??) Unter diesem Aspekt könnte man aus meiner Sicht sogar noch ein paar Euro im Steuersatz drauflegen.... Ideal wäre natürlich eine EU-Lösung - leider im der aktuellen Zustand der EU nahezu undenkbar!

 

Gleiches sollte auch für die Ökosteuer gelten... Keine Gießkanne für den Haushalt - sondern eine komplette Investition in unsere Zukunft und die unserer Kinder!

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Also auf der einen Seite: Mehr Klimaschutz ja, aber dass Airlines mit dieser Begründung die eigene Konkurrenz subventionieren finde ich schon ein wenig skuril. Ich fände es sinnvoller wenn diese Gelder in Aufforstungsprojekte o.ä. gehen, weil so DIREKT ein Klimaschutz-Nutzen entsteht und man nicht auf ein verändertes Verhalten hoffen muss (es ist ja nicht sicher, dass genügend Leute umsteigen...)

...

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Aufforstung ist auch eine sinnvolle Investition...

 

Ich sehe das alles als Teil einer ganzheitlichen Lösung, welche in Zukunft definitiv notwendig sein wird. 

 

Alles in allem jedoch auch eine Gradwanderung... Es kann schließlich nicht die Lösung sein, die Fliegerei durch besonders hohe Extra-Steuern schnell kaputt zu regeln - so wie es mittlerweile von vielen Aktivisten gefordert wird. Andererseits müssen zugleich umweltverträglichere Fortbewegungsmittel für die Zukunft gefördert werden, um Teile des Kurz- und Mittelstreckenverkehrs abdecken zu können - zuzüglich weiterer Projekte zum Klimaschutz....

 

Das alles kostet viel Geld und Zeit. Dabei muss steuerlich in diversen Bereichen angesetzt werden - die Fliegerei kann hierbei nur einer von vielen Bestandteilen sein...

Edited by Tschentelmän

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4 hours ago, Tschentelmän said:

(...oder ist das nicht bereits so??)

 

Nein. Siehe 20 Jahre Ökosteuer auf Mineralölprodukte für den privaten Verkehr, gut für die Rentenkasse und die Renter, nicht für die Umwelt (kann jeder selber googlen). Jetzt gibt es bald eine "Klimasteuer", die wird für viele Dinge gebraucht, aber sicher nicht für das Klima.

 

Eine Steuer, die einmal da ist, wird in Deutschland nie wieder abgeschafft. Siehe Sektsteuer (Google)...

 

 

Edited by medion
Ergänzung

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o.T. : dafür gibt es in der Schweiz die "Wehrersatzsteuer"

Hätte ich mir gerne gewünscht,zu einer Zeit,als wir in D noch die allgemeine Wehrpflicht hatten :D

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vor 5 Stunden schrieb medion:

 

Nein. Siehe 20 Jahre Ökosteuer auf Mineralölprodukte für den privaten Verkehr, gut für die Rentenkasse und die Renter, nicht für die Umwelt (kann jeder selber googlen). Jetzt gibt es bald eine "Klimasteuer", die wird für viele Dinge gebraucht, aber sicher nicht für das Klima.

 

Mann muss dazu aber auch sagen, dass das per Definition auch nicht der Sinn einer Steuer ist. 

 

„Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.“ (§ 3 Abs. 1 AO) 

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vor 22 Stunden schrieb medion:

Eine Steuer, die einmal da ist, wird in Deutschland nie wieder abgeschafft. Siehe Sektsteuer (Google)...

 

Gegenbeispiel Vermögensteuer? (Okay, ist nicht abgeschafft, sondern wird bloß nicht mehr erhoben, ist aber praktisch das Gleiche.)

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vor 23 Stunden schrieb medion:

Jetzt gibt es bald eine "Klimasteuer", die wird für viele Dinge gebraucht, aber sicher nicht für das Klima.

 

Wie bereits argumentiert - wenn die Steuergelder wirklich komplett zweckgebunden eingesetzt werden, um klimafreundliche Maßnahmen zu fördern, dann schon - natürlich vorausgesetzt dass der Verwendungszweck zuvor gut durchdacht wird.

 

Die Lenkungswirkung einer solchen Umweltsteuer entsteht in erster Linie nicht dadurch, den Verbraucher für alteingesessene Verhaltensweisen zu bestrafen - sondern baldmöglichst bezahlbare, massentaugliche und zumutbare Alternativen zu schaffen. Vielversprechende Ideen und Konzepte gibt es schließlich viele. Man muss es eben anpacken - und sich auch gegen Einflussnahme gewisser Lobbyisten und "Möchtegern-Umweltschützer" durchsetzen... 

Edited by Tschentelmän

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Am 10.7.2019 um 10:47 schrieb Tschentelmän:

Genauso wie man für 180 Mio. Euro jährlich in einem riesigen Land wie Frankreich kaum nennenswerte Projekte finanzieren kann. 

 

Mal als Vergleichszahl: Eine angedachte Rheinüberquerung, die einen Lückenschluss zwischen einer Bahnstrecke auf französischer und einer auf deutscher Seite möglich machen soll, würde zwischen 200 und 300 Millionen kosten. Wir sprechen hier nur von einer einzigen Brücke. Mit 180 Millionen gewinnt man umwelttechnisch gar nichts.

 

Die Steuer hat nur Symbolcharakter und dient wohl auch dazu die lästigen Umweltaktivisten erstmal zu beruhigen.

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Das jetzt mit einem Brückenbau zu vergleichen hinkt aber auf allen Beinen.

 

Ein anderer Vergleich ist da viel spannender.

In Deutschland kostet die Strecke Köln - München (hin und zurück) runde 180,- €, egal ob mit dem Flieger (Eco mit Gepäck) oder der Bahn (!. Klasse mit Zugbindung).

In Frankreich kostet der Flug Paris - Lyon (etwa vergleichbare Strecke) ebenfalls rund 180,- €. Nur die Bahnfahrt (TGV, 1. Klasse mit Zugbindung) kostet die Hälfte! Und hier wird dann zukünftig der Flug noch ein wenig teurer.

Zudem dauern beide Flüge rund 1 Stunde, die Bahfahrt in Deutschland aber mindestens 5:30 Stunden, die in Frankreich nur 2 Stunden!

 

Damit bekomme ich den einen oder anderen Reisenden sehr wohl aus der Luft auf die Schiene umgeleitet!

Und das ist ja das Ziel. Nicht Brücken zu bauen.

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Das ist mir völlig klar. Sollte nur verdeutlichen, dass die Steuer sicherlich nicht ernsthaft als Einnahmequelle zum Ausbau des ÖPNV dient.

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... zumindest nicht in dieser Größenordnung - genauso wie ein paar Euro Zusatzkosten pro Ticket nicht ausreichen dürften, um Menschenmassen vom Flieger in den TGV zu leiten...

 

Aber wie bereits diskutiert - das dürfte erstmal nur der Anfang sein. Ein direktes "Vorpreschen" der Regierung ist in Frankreich derzeit sehr problematisch....

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Ein Baum in Deutschland pflanzen kostet laut der Organisation Plant a Tree rund 2€. 

Mit 180Mio € könnte man also 90 Mio Bäume pflanzen .

Laut „Handesblatt“ binden etwa 80 Bäume eine Tonne CO2 pro Jahr. Also bei 90 Mio Bäumen werden 1.125 Mio Tonnen CO2 pro Jahr gespeichert. 

Auf die Schnelle fand ich die Zahl, das ein Franzose pro Kopf pro Jahr rund 5t CO2 verursacht. So gesehen kompensieren diese läppischen 180Mio€ den CO2 Ausstoß von 225.000 Franzosen pro Jahr. Bezahlt / Subventioniert mit ein paar Euro pro Fluggast, wo ja einige der Meinung sind, dass diese dann trotzdem fliegen.

Natürlich alles rein theoretisch betrachtet. Sinnvoller wäre die Betrachtung, wieviel % des Luftverkehrs in Frankreich damit theoretisch klimaneutral wären. Konnte da aber kein Zahl finden.

 

Am Ende sind es doch kleinen Schritte, die den kleinen Unterschied ausmachen.

 

 

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5 hours ago, jubo14 said:

In Frankreich kostet der Flug Paris - Lyon

 

Paris - Lyon ist auch der Inbegriff und die Initialzündung des französischen TGV-Netzes und zu Recht immer wieder lobend erwähnt, wie man TEILE des Kurzstreckenverkehrs sinnvoll auf die Schiene kriegt. (Das Ding fährt jetzt aber auch schon seit 30 Jahren und die ersten TGVs hatten einen Stromverbrauch, oha, aber war kein Problem, Frankreichs Strom wurde und wird ja zum Großteil CO2-neutral produziert).

 

Spannender wäre es doch jetzt, wie sieht demnächt der "Lenkungseffekt" auf Calvi-Orly aus? Der wird übersichtlich sein, es wird einfach nur teuer....

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Wenn einem nichts mehr einfällt gegen die Bahn, nimmt man eine Insel?

 

Aber leider ist Dein Beispiel ein noch viel stärkeres Argument für eine steuerliuche Verteuerung der Flugpreise, als es meines war. Danke dafür!

 

Wenn Du von Paris nach Korsika willst, dauert das 1:35 Stunden mit dem Flieger.

Mit dem TGV und der Fähre von Nizza bist Du locker 12 Stunden unterwegs.

Der Preis ist der gleiche!

 

Rund 10 Stunden Zeitersparniss kosten also schlicht NICHTS!

Ein besseres Beispiel, das Fliegen viel, viel zu billig ist, kann man nicht liefern.

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2 hours ago, jubo14 said:

Wenn einem nichts mehr einfällt gegen die Bahn, nimmt man eine Insel?

 

Rund 10 Stunden Zeitersparniss kosten also schlicht NICHTS!

Ein besseres Beispiel, das Fliegen viel, viel zu billig ist, kann man nicht liefern.

 

Politikersprech? Zeitersparnis besteuern, eine ganz clevere Idee... Dann kriege ich aber bitte auch Geld erstattet, wenn ich stundenlang wegen Baufusch auf der A20 über die Dörfer fahren muss oder die deutsche Flugsicherung wegen Planungsfehlern in der Personalführung Murks produziert (?) Ach ne, es geht ja nur darum, neumodisch irgendwelche Einnahmen zu generieren.

 

Der große Vorteil vom Flieger ist, er braucht eine Startbahn und eine Landebahn, sonst nicht viel. Er kann aus der Natur der Sache heraus über alles drüber fliegen: Brücken, Flüsse, Berge, Meere, Ozeane. Nehmen wir unsere europäischen Inseln einschließlich der Kanaren, ohne Flugtouristik wären das einfach heute immer noch arme Schweine, bisschen Trockenlandbau und fischen. Cest ca.

 

Dass Fliegen viel zu billig ist, schreibe ich selbst ja nun oft genug. Eine Steuer bringt aber weder für die Qualität der Flieger, eine bessere Wartung oder eine vernünftige Bezahlung des Personals etwas. Die Rendite für die "Unternehmer"  in Form von Shareholders erwähne ich fast lieber nicht, das finden die Meisten hier ja sowieso nicht wichtig.

 

Ich bin glühender Verfechter der Bahn, man kann sogar im Gegensatz zur Meinung der Fluginformation von München/Nürnberg nach Berlin bequem mit der Bahn fahren. Meiner Meinung nach braucht Deutschland auch dringend die Neubaustrecke von Hannover nach Bremen und Hamburg (Y) und von Stuttgart nach Augsburg, es tut sich aber nichts oder nur seeehr langsam. Ich war bei der Einführung vom ICE1 dabei (1991?), da wurden wunderbare Zielnetze für 2010 oder 2015 auf Hochglanz gedruckt, passiert davon ist wenig. Ich sage nicht Nichts, aber wenig.

 

Fliegen durch eine Steuer nur teurer machen ist genau eine Lösung jetzt für was? Ich gehe diese Pauschallösung halt einfach nicht mit. Auch wenn es sich bei französischen Inlandsflügen (ich weiß, Papeete ist auch ein Inlandsflug...) um 1,80 Euro dreht.

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vor 2 Stunden schrieb jubo14:

Wenn einem nichts mehr einfällt gegen die Bahn, nimmt man eine Insel?

 

Aber leider ist Dein Beispiel ein noch viel stärkeres Argument für eine steuerliuche Verteuerung der Flugpreise, als es meines war. Danke dafür!

 

Wenn Du von Paris nach Korsika willst, dauert das 1:35 Stunden mit dem Flieger.

Mit dem TGV und der Fähre von Nizza bist Du locker 12 Stunden unterwegs.

Der Preis ist der gleiche!

 

Rund 10 Stunden Zeitersparniss kosten also schlicht NICHTS!

Ein besseres Beispiel, das Fliegen viel, viel zu billig ist, kann man nicht liefern.

 

Oder die Bahn+Fähre ist für den schlechteren Service zu teuer ;)

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