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Aktuelles zu Emirates


Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)

^Da es bereits eine bestehende Regelung gibt, kann man das halt nicht einfach so festlegen. Und es gibt eben mit Lufthansa und zwei besonders wirtschaftsstarken Bundesländern auch entsprechendes Gewicht, nichts an dieser Ausgangslage zu ändern. Lufthansa/Eurowings (und Condor) könnten durch Emirates vielmehr noch Marktanteile auf einer beliebten Verbindung verlieren.

Also wenn sich was tut, dann sicher im Rahmen umfassenderer Abkommen. Und genau das könnte laut F.A.Z. auch den Hintergrund der neuen Entwicklungen darstellen:

- Der Verkehrsminister gebe sich zugeknöpft (es habe sich bislang nichts geändert), einflussreiche Kreise um Söder und Lufthansa machten weiter ihren Einfluss gegen die Verbindung wirksam. Große Kreise der CDU ließen sich davon bisher noch überzeugen. 

- Zugleich seien auch große Kreise in der Koalition für neue Flugrechte für Emirates (ich vermute, das liegt neben nationalen Interessen am Golf evtl. auch daran, dass inzwischen nicht nur Berlin, sondern sämtliche Ostbundesländer aber auch westliche Bundesländer entsprechende Interessen angemeldet haben). Speziell Wirtschaftsministerin Reiche habe bereits in der Vergangenheit ohnehin mehrfach betont, dass die deutsche Wirtschaft wieder mehr Verbindungen ins Ausland erlangen solle und Merz habe sich grundsätzlich immer wieder für Auslandsinvestitionen ausgesprochen.

Nun hat Reiche auf Anfrage zudem u.a. bestätigt, dass hierunter "auch ein verbessertes Flugverkehrsangebot von und in die Vereinigten Arabischen Emirate" zähle! Das ist bisher mE der mit Abstand konkreteste Hinweis auf eine neue Entscheidung. 

- Falls es eine neue Entscheidung gibt, könnte sie schon bald offiziell bekannt werden. Bereits in der kommenden Woche reist Merz in die Vereinigten Arabischen Emirate (Reiche ist dagegen aktuell wie gesagt in Saudi Arabien) und im März ist der Emirates-Chef umgekehrt wieder bei der ILA am BER. 

Bearbeitet von jan85
Geschrieben (bearbeitet)

Ansonsten auch spannend: Die Bloomberg-Meldung kam ja erst am vergangenen Freitag rein. Dagegen thematisierte jedoch schon vor deutlich über einem Monat ein Video auf YouTube das Thema. Es bezieht sich dabei auf aktuell laufende Verhandlungen (sowie Blockadebemühungen) und behauptet, ein Start von Emirates am BER stehe "offenbar" kurz bevor.

Das Thema ist also gar nicht so früh im Prozess in die breitere Öffentlichkeit gelangt - aber ohne Bloomberg wäre es vielleicht noch etwas länger im Hintergrund geblieben...

Hier das Video

 

Das stärkt jedenfalls die These, dass Emirates aus sehr gutem Grund kürzlich Slots am BER beantragt hat (i.e. um entsprechend vorbereitet zu sein, falls es klappt) - und zugleich offenbar keine in Stuttgart? Im Video heißt es gegen Ende jedenfalls u.a. auch noch, Stuttgart könnte in dem Gerangel am Ende einer der Verlierer sein. 

 

Ich würde fast sagen, dass sich die Zeichen nun doch immer mehr verdichten, dass deutlich mehr dahinter steckt als nur eine routinemäßige Maßnahme von Emirates und ein Missverständnis bei den Medien. Allerdings scheint der Ausgang noch nicht endgültig klar zu sein - und hoffentlich hat die Öffentlichkeit dem Thema nicht noch in einer entscheidenden Phase geschadet. 

Bearbeitet von jan85
Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb jan85:

Ansonsten auch spannend: Die Bloomberg-Meldung kam ja erst am vergangenen Freitag rein. Dagegen thematisierte jedoch schon vor deutlich über einem Monat ein Video auf YouTube das Thema und bezieht sich auf aktuell laufende Verhandlungen (und Blockadebemühungen) und behauptet, ein Start von Emirates am BER stehe "offenbar" kurz bevor. Das Thema ist also gar nicht so früh im Prozess in die breitere Öffentlichkeit gelangt - und ohne Bloomberg hätte es vielleicht noch länger im Hintergrund bleiben können...

Hier das Video

 

Das stärkt jedenfalls die These, dass Emirates aus sehr gutem Grund kürzlich Slots am BER beantragt hat - und zugleich offenbar keine in Stuttgart? Im Video heißt es gegen Ende jedenfalls u.a. auch noch, Stuttgart könnte in dem Gerangel am Ende einer der Verlierer sein. 

 

Ich würde fast sagen, dass sich die Zeichen nun doch immer mehr verdichten, dass deutlich mehr dahinter steckt als nur eine routinemäßige Maßnahme von Emirates und ein Missverständnis bei den Medien. Allerdings scheint der Ausgang noch nicht endgültig klar zu sein - und hoffentlich hat die Öffentlichkeit dem Thema nicht noch in einer entscheidenden Phase geschadet. 

Das Video könnte sich auf den Bild Bericht vom 21.12.25 beziehen.

https://www.bild.de/geld/wirtschaft/emirates-will-in-berlin-landen-flughafen-krimi-um-den-ber-694132ac52fde7cf1a8f33e3

Geschrieben
vor 45 Minuten schrieb jan85:

Speziell Wirtschaftsministerin Reiche habe bereits in der Vergangenheit ohnehin mehrfach betont, dass die deutsche Wirtschaft wieder mehr Verbindungen ins Ausland erlangen solle

Nun hyperventiliert nicht gleich…

Die Wirtschaftsministerin hat ja auch den Verkauf des deutschen Tanklagerbetreibers TanQuid an ein US-Unternehmen zu verantworten. Soviel zur fachlichen Qualifikation dieser Dame … 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb jetstream:

Nun hyperventiliert nicht gleich…

 

Äh, keine Sorge. Hier hyperventiliert aktuell niemand, jedenfalls nicht an meinem Ende... ;)

 

Zu Frau Reiche habe ich ehrlich gesagt keine fundierte Meinung. Falls sie am Ende mit an einer Emirates-Verbindung am BER beteiligt ist, werde ich mich aber sicher nicht darüber beklagen. Und gerade dass Deutschland (u.a. durch geringere Gebühren) deutlich mehr Auslandsverkehr etablieren sollte, müsste doch eigentlich gerade hier offene Türen einrennen.

Bearbeitet von jan85
Geschrieben
3 hours ago, jan85 said:

Ansonsten auch spannend: Die Bloomberg-Meldung kam ja erst am vergangenen Freitag rein. Dagegen thematisierte jedoch schon vor deutlich über einem Monat ein Video auf YouTube das Thema. Es bezieht sich dabei auf aktuell laufende Verhandlungen (sowie Blockadebemühungen) und behauptet, ein Start von Emirates am BER stehe "offenbar" kurz bevor.

Das Thema ist also gar nicht so früh im Prozess in die breitere Öffentlichkeit gelangt - aber ohne Bloomberg wäre es vielleicht noch etwas länger im Hintergrund geblieben...

Hier das Video

 

Das stärkt jedenfalls die These, dass Emirates aus sehr gutem Grund kürzlich Slots am BER beantragt hat (i.e. um entsprechend vorbereitet zu sein, falls es klappt) - und zugleich offenbar keine in Stuttgart? Im Video heißt es gegen Ende jedenfalls u.a. auch noch, Stuttgart könnte in dem Gerangel am Ende einer der Verlierer sein. 

 

Ich würde fast sagen, dass sich die Zeichen nun doch immer mehr verdichten, dass deutlich mehr dahinter steckt als nur eine routinemäßige Maßnahme von Emirates und ein Missverständnis bei den Medien. Allerdings scheint der Ausgang noch nicht endgültig klar zu sein - und hoffentlich hat die Öffentlichkeit dem Thema nicht noch in einer entscheidenden Phase geschadet. 

Die „Stuttgart-Frage” könnte noch interessant werden. 

Die BW-CDU ist innerparteilich vergleichsweise mächtig. Auf Landesebene scheint es große Unterstützung für EK-Flüge ab STR zu geben. 
 

Man kann davon ausgehen, dass auf dem Verkehrsminister ein gewisser Druck liegen wird, neben BER auf STR als Ziel freizugeben, zumindest um die theoretische Vorraussetzungen für EK-Flüge zu schaffen.
Auch würde es für viele grds. ein Geschmäckle haben, wenn die im Rahmen des Abkommens getroffenen Vereinbarungen „nur” für den BER geändert worden würden.

 

(Kleine Anmerkung dazu: Auf Gesetzesebene wird bzgl. der Ziele gar nichts vorgeschrieben, sondern, dass die Fluggesellschaften eben nur bestimmte Punkte anfliegen bzw. auf bestimmten Linien fliegen dürfen. Die „Anflugserlaubnis” an sich ist somit vermutlich ein Verwaltungsakt, der schlussendlich durch die zuständige Behörde des Verkehrsministeriums aufgrund der Absprachen mit den VAE erlassen wird, was es deutlich einfacher macht nur Landerechte in BER freizugeben. Würde das nämlich ein gesetzliche Regelung benötigen, so könnte man vermutlich diskutieren, ob ein verfassungsrechtlich problematisches Einzelfallgesetz vorliegt). 


An STR bestand/besteht ja wohl auch Interesse. Auch kann man gut mit der wirtschaftlichen Lage (schaut euch den Gewinn bei Bosch an…) und auch der Lage des Flughafens (nicht wirklich Langstrecken und selbst AF und BA sind bald weg) argumentieren. 


Wie realistisch EK am STR ist, ist eine andere Frage. STR hat zwar ein ordentliches Einzugsgebiet, das auch trotz Wirtschaftskrise durchaus Kaufkraft mit sich bringt, der Flughafen ist rein passagiermäßig mit 9,6 Millionen aber eben noch einmal in einer anderen Liga als BER, DUS oder auch HAM. Dazu kommt, dass die Bahnverbindung nach FRA durchaus konkurrenzfähig ist. Sicherlich gäbe es schon Potenzial, die Frage ist halt nur, wie viel Sinn es für EK macht, z.B. eine 777 nach STR zu bringen, wenn man ex-FRA drei Mal täglich fliegt, insbesondere wenn man die bestehende Partnerschaft mit Condor nachfragesensibler ausbauen könnte. 

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb Alibaba1408:

An STR bestand/besteht ja wohl auch Interesse. Auch kann man gut mit der wirtschaftlichen Lage (schaut euch den Gewinn bei Bosch an…) ...

Wieder mal ein Paradebeispiel wie unreflektiert deutsche Medien Pressemitteilungen von Firmen nachplappern. Ich habe nur bei den Stuttgarter Nachrichten einen Artikel gefunden, der sich kritischer mit den Zahlen auseinandersetzt.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gewinneinbruch-bei-autozulieferer-rendite-weit-unter-plan-jobabbau-halbiert-gewinn-von-bosch.df424882-3378-4e94-83c9-4fa5e9008ff2.html

 

Das bereinigte EBIT 2025 (d.h. Sondereffekte wie die Rückstellungen für Abfindungen sind ausgeklammert) von Bosch lag 2025 bei satten ~ 4.4 Milliarden Euro und somit 100-200 Mio € höher als 2024. Um es klar zu sagen: Bosch fährt Milliardengewinne ein und entlässt trotzdem 10000+ Mitarbeiter im Stuttgarter Raum. Hilft natürlich dem STR trotzdem nicht.

vor 36 Minuten schrieb Alibaba1408:

Wie realistisch EK am STR ist, ist eine andere Frage. STR hat zwar ein ordentliches Einzugsgebiet, das auch trotz Wirtschaftskrise durchaus Kaufkraft mit sich bringt, der Flughafen ist rein passagiermäßig mit 9,6 Millionen aber eben noch einmal in einer anderen Liga als BER, DUS oder auch HAM. Dazu kommt, dass die Bahnverbindung nach FRA durchaus konkurrenzfähig ist. Sicherlich gäbe es schon Potenzial, die Frage ist halt nur, wie viel Sinn es für EK macht, z.B. eine 777 nach STR zu bringen, wenn man ex-FRA drei Mal täglich fliegt, insbesondere wenn man die bestehende Partnerschaft mit Condor nachfragesensibler ausbauen könnte. 

Das ist es ja und das habe ich an anderer Stelle auch schon mal geschrieben: EK in STR ist ziemlich sinnbefreit. STR ist bereits an DXB angebunden und EK ist ja nicht nur in FRA, sondern auch in ZRH (was für Südbaden relevant ist) und mit Abstrichen gilt das auch für den Ulmer Raum mit MUC.

Wenn die Landesregierung was Positives für die Menschen tun will, dann soll sie sich dafür einsetzen, dass Gepäck über FRA wieder bis zum Bahnhof Stuttgart durchgecheckt werden kann. Das gab es schon mal und ich fand das sehr praktisch.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 9 Stunden schrieb Jochen Hansen:

wenn dem so ist, sollte man entweder ALLE Emirates Flüge verbieten, weil die Airline angeblich gegen so viel Standards verstößt - oder - man macht alle Airports für EK auf, wenn EK doch nicht so schlimm ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Falsches_Dilemma

 

Ehrlich, das Niveau ist mir zu blöd für ne Debatte. Ich glaube zwar eh, dass langsam alle Standpunkte in der Debatte geäußert wurden - nur halt noch nicht von jedem - aber ich würde mir wenigstens wünschen, dass wir uns im ursprünglichen Sinne der Dialektik wenigstens einer Wahrheitsfindung nähern würden, anstatt uns weiter von ihr zu entfernen.

 

Und so platt formulierte Argumente und ein derartig absurdes wirtschaftspolitisches Verständnis hilft dabei definitiv nicht.

 

Ich mach es kurz: Es gibt gute Gründe, Emirates an den BER zu lassen. Es gibt gute Gründe, Emirates keinen weiteren Zugang nach Deutschland zu gewähren. Egal, wie man sich entscheidet - am Ende gibt es eine Gruppe von Profiteuren und eine Gruppe von Benachteiligten. Ziel einer guten Wirtschaftspolitik muss es sein, diese Güterabwägung so zu treffen, dass am Ende unterm Strich ein möglichst großer und fair verteilter Vorteil für die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland entsteht.

 

Es kann jetzt gerne jeder Argumente vorbringen, warum mehr Vorteile entstehen, wenn man EK an den BER lässt, oder warum mehr Vorteile entstehen, wenn man protektionistisch auftritt.

 

Aber dieses Geseier in Absolutismen von "entweder ist es komplett so oder aber es ist komplett anders und das ist ja definitiv doppelmoralisch" ist mir echt zu fad.

 

 

Bearbeitet von Lucky Luke
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Lucky Luke:

Ziel einer guten Wirtschaftspolitik muss es sein, diese Güterabwägung so zu treffen, dass am Ende unterm Strich ein möglichst großer und fair verteilter Vorteil für die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland entsteht.

Was bedeutet möglichst wenig Wettbewerbsrestriktionen, im Bezug auf die Luftfahrt möglichst weit Richtung Open Skies. Der Punkt, dass es zu viel Wettbewerb im Luftverkehr gibt ist nicht erreicht. Das Problem ist, dass die Belastungen (Arbeitsplätze in Frankfurt/München) sichtbarer sind als die Vorteile (mehr Auswahl/bessere Preise). Das kann man in der aktuellen Aufmerksamkeits-Gesteuerten Gesellschaft für sich nutzen. 

 

Und Lufthansa hat genügend Möglichkeiten sich im Wettbewerb zu positionieren: Was man ja zum Beispiel mit Joint Ventures schon gemacht hat.

 

vor 33 Minuten schrieb FKB:

Das bereinigte EBIT 2025 [...] von Bosch lag 2025 bei satten ~ 4.4 Milliarden Euro und somit 100-200 Mio € höher als 2024. Um es klar zu sagen: Bosch fährt Milliardengewinne ein und entlässt trotzdem 10000+ Mitarbeiter im Stuttgarter Raum.

Dahinter steht die Erwartungshaltung, dass das bisherige Geschäftsmodell von Bosch nicht mehr lange funktionieren wird. Das sollte man sich nicht schönreden.

 

vor 5 Stunden schrieb jan85:

und hoffentlich hat die Öffentlichkeit dem Thema nicht noch in einer entscheidenden Phase geschadet. 

Bloomberg hat die Information am Freitag veröffentlicht weil man gute Indizien hatte, dass das Verkehrsministerium einer Erweiterung des Route Schedules zustimmt. Woher die Informationen kommen: Entweder hat sich jemand verplappert und die Journalisten haben recherchiert oder eine der beiden Parteien wollte es an die Öffentlichkeit bringen. 

 

Geschrieben
5 minutes ago, OliverWendellHolmesJr said:

 

 

Dahinter steht die Erwartungshaltung, dass das bisherige Geschäftsmodell von Bosch nicht mehr lange funktionieren wird. Das sollte man sich nicht schönreden.

 

 

 

@FKB das meinte ich eher damit. Klar, je nach dem, wie man es rechnet, sehen die Zahlen anders aus. Ich bin kein Ökonom, aber viele scheinen sich einig zu sein, dass das Wirtschaftsmodell, dass dem “Ländle” in den letzten Jahrzehnten zu Wohlstand verholfen hat, zur Zeit zumindest ziemlich am stottern ist. 

1 hour ago, FKB said:

 

Das ist es ja und das habe ich an anderer Stelle auch schon mal geschrieben: EK in STR ist ziemlich sinnbefreit. STR ist bereits an DXB angebunden und EK ist ja nicht nur in FRA, sondern auch in ZRH (was für Südbaden relevant ist) und mit Abstrichen gilt das auch für den Ulmer Raum mit MUC.

Wenn die Landesregierung was Positives für die Menschen tun will, dann soll sie sich dafür einsetzen, dass Gepäck über FRA wieder bis zum Bahnhof Stuttgart durchgecheckt werden kann. Das gab es schon mal und ich fand das sehr praktisch.

QR hat sich ja auch nur kurz dort gehalten, soweit ich weiß. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb OliverWendellHolmesJr:

Was bedeutet möglichst wenig Wettbewerbsrestriktionen, im Bezug auf die Luftfahrt möglichst weit Richtung Open Skies. Der Punkt, dass es zu viel Wettbewerb im Luftverkehr gibt ist nicht erreicht. Das Problem ist, dass die Belastungen (Arbeitsplätze in Frankfurt/München) sichtbarer sind als die Vorteile (mehr Auswahl/bessere Preise).

 

Wenn es so viele Wettbewerbsrestriktionen bzw. nicht "zu viel Wettbewerb" gibt, müssten dann nicht die Margen der Airlines in Europa nicht viel höher sein? Gerade auf der Langstrecke Richtung Osten sind die Margen doch so gering, dass viele europäische Airlines gar nicht mehr fliegen. Ist das wirklich ein Indiz für "zu wenig Wettbewerb"?

 

Aber ich frage mich eh, warum nicht einfach EK wie QR woanders irgendwo Geldkoffer stehen lässt oder kostenlose Business-Class Flüge spendiert. Dann kriegt man alle Rechte die man will, bestraft werden nur diejenigen, die es annehmen, QR darf ja auch alle Rechte behalten die sie (dadurch?) erhalten hat...

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben
vor 50 Minuten schrieb d@ni!3l:

Wenn es so viele Wettbewerbsrestriktionen bzw. nicht "zu viel Wettbewerb" gibt, müssten dann nicht die Margen der Airlines in Europa nicht viel höher sein?

Nein. "Möglichst wenig" ist nicht "so viele". 

 

Margen sind ein Indiz für den Wettbewerb, aber schlechte Margen können auch andere Gründe haben: Vielleicht sind die Lufthansa-Margen zu schlecht, weil der Konzern zu viele Drehkreuze hat, im Europageschäft mit Eurowings, City, Klassik, Discover unsauber aufgestellt. Vielleicht sind die Margen zu schlecht, weil die export-orientierte deutsche Wirtschaft unter der China-Schwamme in China und dem Rest der Welt leidet und entsprechend wenig Reisebedarf hat. Oder die Margen sind schlecht, weil man einen geografischen und politischen Nachteil hat. Ein weiterer Grund - private Interkontinentalflüge aus Deutschland heraus sind stärker als in anderen Ländern reine Konsumentscheidungen. Es fehlen familiäre Verflechtungen, die aufkommen und/oder Zahlungsbereitschaft generieren. 

 

Alles keine Gründe dafür auf Wettbewerbsöffnungen wie einem fünften oder sechsten Flughafen für VAE-Fluggesellschaften in Deutschland zu verzichten. 

 

Überspitzt: Die Denkrichtung der Aktionär erwartet 10 % Rendite also müssen wir den Wettbewerb so gestalten. dass ist grundsätzlich nicht mit einer Marktwirtschaft vereinbar, sonst wäre es eine Aktionärswirtschaft. Der Aktionär ist als Marktteilnehmer einer unter vielen - kein besser gestellter. [In der Theorie - in der Realität hat Shareholder Value in den vergangenen Jahrzehnten deutlich mehr Einfluss gehabt.]

 

Vor der europäischen Liberalisierung waren die die Margen in der Regel schlechter, obwohl es weniger Wettbewerb gab. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb OliverWendellHolmesJr:

Vielleicht sind die Lufthansa-Margen zu schlecht,

War mir klar, dass das kommt und dass es hausgemachte Probleme gibt streite ich ja gar nicht ab. Aber ich sprach ja von "europäischen" Airlines, da gibt es wenn ich mich richtig erinnere mehr als nur die Lufthansa und es kann ja nicht sein, dass alle ihre Hausaufgaben nicht machen ;). Welche europäische Airline ist nach Asien noch sehr stark ?

 

 

 

 

vor einer Stunde schrieb OliverWendellHolmesJr:

weil die export-orientierte deutsche Wirtschaft unter der China-Schwamme in China und dem Rest der Welt leidet

 

Interessant, es gibt andere Volkswirtschaften die mit Schwämmen dafür Sorgen, dass woanders Märkte einbrechen? Was genau ist dann dann die Folge eines EK 380 für die heimischen Märkte in der Luftfahrt?


Also Dumping in Luftfahrt = gut, bei Industriegütern = böse ? 

 

Und all die Umwelt Vorschriften,  SAF Quoten und sonst was sind auf einmal egal,  Umwege sind toll ?

 

Also mir ist es prinzipiell egal, ich bin sogar der Meinung der LH tut Konkurrenz gut (diese ganzen Fails die man hat hat man vor allem seitdem mit AB der größte nationale Konkurret entfallen ist) und es behält hier eh jeder seine Meinung, aber so ganz logisch / stringent  ist die Verkehrspolitik irgendwie nicht, wenn die selben Argumente in der einen Branche zählen und in der anderen nicht...

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Emanuel Franceso:

Ja, das muss so sein - inhaltlich ist es deckungsgleich. Ohnehin hatte ich mich schon etwas gewundert, dass so ein vergleichsweise trashiges AI-style Video zu so einem Zeitpunkt so viele "Insiderinfos" hatte. Dann ist das also wie so oft nur kopiert.

 

Irgendwie hatte ich diese Bild-Meldung damals völlig verpasst und ich lese sonst halt auch nicht regelmäßig den Emirates-Thread (hab ich jetzt alles mal nachgeholt). Dann gibt es ja sogar noch mehr Substanz hinter dem Ganzen. Denn der Bild-Artikel deckt sich ja mit relativ vielen Details. Dann verstehe ich auch besser, dass Bloomberg und Aero so stark auf die Beantragung der Slots reagieren. 

 

Allerdings muss ich schon sagen, dass es relativ hart gegenüber Stuttgart wäre, wenn man ihnen erst Hoffnungen/Zusicherungen macht und nun womöglich stattdessen als Kompromiss sagt: Am BER tut EK den Drehkreuzen in FRA und MUN immerhin weniger weh - und es passt auch besser in die Gemengelage. So hatten sich laut einem anderen Post aus dem Verlauf zuletzt ja wohl sogar noch mehr westliche Bundesländer für den BER-Vorstoß eingesetzt: Neben NRW konkret auch Niedersachsen, Hamburg und Bremen, also 2 der bevölkerungsreicheren Flächenländer und auch die beiden Stadtstaaten (nur was ausgerechnet Hamburg davon hat, bleibt mir schleierhaft, außer es bahnt sich so evtl. ein neuer Airbus-Auftrag o.ä. an). 

Geschrieben
30 minutes ago, jan85 said:

Neben NRW konkret auch Niedersachsen, Hamburg und Bremen, also 2 der bevölkerungsreicheren Flächenländer und auch die beiden Stadtstaaten (nur was ausgerechnet Hamburg davon hat, bleibt mir schleierhaft, außer es bahnt sich so evtl. ein neuer Airbus-Auftrag o.ä. an). 

Ich denke, man möchte sich die Unterstützung von Berlin für zukünftige ähnlich gelagerte Fragen sichern. Die Unterstützung kostet sicherlich etwas. 

Die (westdeutschen) Unterstützer werden hinterher bei Berlin und den anderen Ostländern etwas gut haben dafür. 
 

Jedes größere Bundesland hat ja irgendwie einen Flughafen, der „mit den passenden Rechten” angeblich die Verbindung nach X hätte. In einigen Fällen ist das natürlich auch Quatsch.
Aber es ist halt erst einmal ein externes Hindernis, Schuld sind dann nicht die lokalen Entscheidungsträger, die es z.B. versäumen ihr Ziel attraktiv zu machen, sondern die Verkehrsrechte und nachgelagert die Bundesregierung, die es versäumt diese auf den Stand der Zeit zu bringen. 
 

Das Bemühen um Verkehrsrechte ist also immer etwas, das sich positiv in der öffentlichen Wahrnehmung niederschlägt („X tut y, damit wir auch endlich von hier aus a/b/c nach Dubai/Peking/Singapur fliegen können und nicht mehr als Provinz sondern als Weltstadt wahrgenommen werden.”). Auf Landesebene macht man damit politisch (Ausnahmen Bayern und Hessen) eher nichts falsch. 
 

In einigen Fällen ist das wirklich nur Show, in anderen stecken aber auch nachvollziehbarere Motive dahinter: 

 

Für z.B. DUS oder HAM wird in diversen Foren ja auch immer eine China Verbindung ersonnen, die es aufgrund der Verkehrsrechte jedoch nicht geben kann. 
Ich möchte jetzt nicht diskutieren, ob eine solche Verbindung von diesen beiden Flughäfen Chancen hätte, aber sicherlich wird es von anderen Bundesländern in Reaktion auf eine Änderung des VAE Abkommens Bestrebungen geben auch an andere Abkommen zu gehen (z.B. China). Da wäre Berlin dann gewissermaßen in der Pflicht sich in einem ädequaten Umfang auch dafür einzusetzen. So mein Politikverständnis… ;)

 

Geschrieben
vor 48 Minuten schrieb d@ni!3l:

Also Dumping in Luftfahrt = gut, bei Industriegütern = böse ? 

Jetzt müssen wir erst wieder über Begriffe sprechen: Es gibt Branchen, in denen China Produkte auf dem Weltmarkt unter den eigenen Durchschnittskosten absetzt um die Auslastung hochzuhalten. Was Dumping ist. In vielen Branchen verkauft China zu/über den eigenen Durchschnittskosten, aber halt zu Preisen, zu denen die Deutsche Industrie nicht mithalten kann. Das ist kein Dumping. Schlecht für Deutschland aber nicht verwerflich.

Genauso ist es kein Dumping, wenn Emirates einen A380 über den eigenen Durchschnittskosten füllt, aber unter den Kosten der europäischen Wettbewerber. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 30 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Es gibt Branchen, in denen China Produkte auf dem Weltmarkt unter den eigenen Durchschnittskosten absetzt um die Auslastung hochzuhalten. Was Dumping ist. In vielen Branchen verkauft China zu/über den eigenen Durchschnittskosten, aber halt zu Preisen, zu denen die Deutsche Industrie nicht mithalten kann. Das ist kein Dumping. Schlecht für Deutschland aber nicht verwerflich.

Und da reagiert die Politik mal mit Zöllen und / oder anderen Protektionismus, und mal nicht. Das ist inkonsequent. 

 

Ich finde "wir" sollten da zumindest mal was fordern. Wenn die ME3 was wollen, was ihnen hilft (asymmetrischer Marktzugang) könnten wir bspw dafür mehr Airbus Käufe fordern.  Machen die USA ja auch so, mal selbstbewusst die eigenen Interessen vertreten. STR-DXB ist für EK nunmal viel wertvoller als für LH, weil bei denen dort Schluss ist.

 

Es werden hier Jobs für nichts riskiert.  An dieses "mehr Konkurrenz = günstige Preise" glaube ich nicht, es gibt doch von X nach Y stets unzählige Verbindungen. Wo kommt man von STR bzw BER nicht bereits via LHR/FRA/CDG/AMS/WAW/HEL/IST/DOH/etc hin?

 

Gäbe es nur die LHG würde ich das Argument kaufen, ich bin auch gegen Protektionismus und für Wettbewerb. 

 

Aber hier passen mMn Chancen/Risiken bzw Kosten/Nutzen nicht. Anderseits geht die Welt davon auch nicht unter  ;) 

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb Alibaba1408:

Singapur fliegen können

Singapur dürfte doch eigentlich keine Probleme mehr bereiten seit das ASEAN-EU Abkommen im Jahre 2022 ausgehandelt wurde.

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb Alibaba1408:

Für z.B. DUS oder HAM wird in diversen Foren ja auch immer eine China Verbindung ersonnen, die es aufgrund der Verkehrsrechte jedoch nicht geben kann. 

Die jetzige Nutzung der Verkehrsrechte DE - China erlaubt sofort neue Chinaverbindungen nach DUS wie auch HAM. Momentan sind acht wöchentliche Frequenzen für chinesische Airlines nicht in Anspruch genommen.

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb Alibaba1408:

Ich denke, man möchte sich die Unterstützung von Berlin für zukünftige ähnlich gelagerte Fragen sichern. Die Unterstützung kostet sicherlich etwas. 

Die (westdeutschen) Unterstützer werden hinterher bei Berlin und den anderen Ostländern etwas gut haben dafür. 
 

Jedes größere Bundesland hat ja irgendwie einen Flughafen, der „mit den passenden Rechten” angeblich die Verbindung nach X hätte. In einigen Fällen ist das natürlich auch Quatsch.
Aber es ist halt erst einmal ein externes Hindernis, Schuld sind dann nicht die lokalen Entscheidungsträger, die es z.B. versäumen ihr Ziel attraktiv zu machen, sondern die Verkehrsrechte und nachgelagert die Bundesregierung, die es versäumt diese auf den Stand der Zeit zu bringen. 
 

Das Bemühen um Verkehrsrechte ist also immer etwas, das sich positiv in der öffentlichen Wahrnehmung niederschlägt („X tut y, damit wir auch endlich von hier aus a/b/c nach Dubai/Peking/Singapur fliegen können und nicht mehr als Provinz sondern als Weltstadt wahrgenommen werden.”). Auf Landesebene macht man damit politisch (Ausnahmen Bayern und Hessen) eher nichts falsch. 
 

In einigen Fällen ist das wirklich nur Show, in anderen stecken aber auch nachvollziehbarere Motive dahinter: 

 

Für z.B. DUS oder HAM wird in diversen Foren ja auch immer eine China Verbindung ersonnen, die es aufgrund der Verkehrsrechte jedoch nicht geben kann. 
Ich möchte jetzt nicht diskutieren, ob eine solche Verbindung von diesen beiden Flughäfen Chancen hätte, aber sicherlich wird es von anderen Bundesländern in Reaktion auf eine Änderung des VAE Abkommens Bestrebungen geben auch an andere Abkommen zu gehen (z.B. China). Da wäre Berlin dann gewissermaßen in der Pflicht sich in einem ädequaten Umfang auch dafür einzusetzen. So mein Politikverständnis… ;)

 

 

Aus NRW gehe ich stark davon aus, dass Wüst sich als Merz-Nachfolger in Stellung bringt. Nach dem Motto: Endlich mal kein Wessi, der noch nie was für uns getan hat. 

+ 2. etwas gehäßiger Gedanke, wer würde am meisten davon profitieren, wenn LH mal den Weg des irdischen geht? Hessen / Frankfurt und Bayern / München würden erstmal richtig verlieren. NRW und Berlin würden aber eher gewinnen. Es böte sich die Chance eine neue Netzwerkairline in Deutschland aufzubauen. Ob diese dann aber immer noch in FRA ist oder aber eben in DUS / BER / MUC ist mMn offen. Ergo, NRW kann sich profilieren und verliert selbst nichts, kann aber in einem extrem unrealistischen Szenario viel gewinnen. 

Geschrieben
40 minutes ago, LH2112 said:

Die jetzige Nutzung der Verkehrsrechte DE - China erlaubt sofort neue Chinaverbindungen nach DUS wie auch HAM. Momentan sind acht wöchentliche Frequenzen für chinesische Airlines nicht in Anspruch genommen.

Okay, danke für die Richtigstellung. Prinzipiell dürfte das dennoch so funktionieren. 

Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb d@ni!3l:

Und da reagiert die Politik mal mit Zöllen und / oder anderen Protektionismus, und mal nicht. Das ist inkonsequent. 

Nein ist es nicht, weil Emirates kein Dumping betreibt.

 

An dieses "mehr Konkurrenz = günstige Preise" glaube ich nicht

Musst du ja nicht, auch wenn es empirisch nachgewiesen wurde. Für die Luftfahrtbranche wie auch im allgemeinen. Und das Thema Arbeitsplätze bei Fluggesellschaften finde ich allgemein ordnungspolitisch schwierig, weil es nicht die Aufgabe der Politik ist, bestimmte Arbeitsplätze zu schützen. Aber im besonderen Fall kommt noch dazu, dass europäische Fluggesellschaften sehr viel Energie darauf verwende, Arbeitskosten zu drücken.

 

vor 5 Stunden schrieb locodtm:

NRW und Berlin würden aber eher gewinnen.

NRW und Berlin gewinnen grundsätzlich bei einer weiteren Liberalisierung im Luftverkehr - daher ist es sinnvoll als NRW-Ministerpräsident sich dafür einzusetzen. 

Bei einem Marktaustritt von Lufthansa darf man als gegenläufigen Effekt nicht vergessen, dass Frankfurt immer noch sehr attraktiv ist und Slots freiwerden. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Nein ist es nicht, weil Emirates kein Dumping betreibt.

Und sonst gibt es nirgendwo Zölle / Protektionismus, nur bei Dumping? Ganz zielgerichtet? ;) Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch Zölle gegen Länder gibt, die kein Dumping betreiben nur, um die einheimische Industrie zu schützen. 

 

vor 12 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

weil es nicht die Aufgabe der Politik ist, bestimmte Arbeitsplätze zu schützen.

Außer in der Landwirtschaft, in der KFZ Industrie, bei Kohle und Stahl über Jahrzehnte, nein ....

 

Ich glaube wir reden über eine andere Ebene. Ich rede über was de-facto passiert, nicht, was passieren sollte ;). Gäbe es freien Marktzugang für alle Branchen (die kein Dumping betreiben) und vom Bauern über KFZ bis Luftfahrt gelten überall die gleichen Regeln im internationalen Wettbewerb habe ich gar kein Thema damit. Wenn einzelne Brachen aber (willkürlich) geschützt werden und andere nicht (und dazu noch mit zusätzlichen Steuern & Abgaben belegt werden) , dann ist es schon problematisch. 

 

Am Ende sparen Konsumenten ggf. durch Konkurrenz ein paar Euro beim Ticket, zahlen aber am Ende wieder ein Rettungspaket, so ist nichts gewonnen. 

 

vor 12 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Musst du ja nicht, auch wenn es empirisch nachgewiesen wurde. Für die Luftfahrtbranche wie auch im allgemeinen.

Natürlich gilt dies grundsätzlich. Aber es gibt auch sowas wie einen Grenznutzen von Konkurrenz. Ab Konkurrent x hat dies kaum noch einen Einfluss - bspw. wenn man 100 Airlines zur Wahl hat dürfte das gegenüber 99 kaum einen Einfluss haben. 

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben

@OliverWendellHolmesJr Ich schätze deine Meinung sehr, aber in der Frage gehe ich überhaupt nicht mit dir d'accord.

 

Du schreibst an vielen Stellen von marktwirtschaftlichen Prinzipien, so als wäre der freie Markt ein reell existierendes Ding. Ist er halt nicht. Er ist eine Utopie, und das erklärt auch jeder Ökonom in der ersten Stunde seiner Vorlesung.

 

Wir können gerne über freie Marktzugänge und freie Konkurrenz reden, wenn auch in Sachen Arbeitsbedingungen gleiche Anforderungen herrschen. Aber solange in den VAE ein anderes - wesentlich arbeitgeberfreundlicheres - Arbeitsrecht herrscht, führt das auf lange Zeit einfach nur dazu, dass wir uns als Bevölkerung ins eigene Fleisch schneiden. Aber hey, immerhin konnten wir zwischendurch für 20 Jahre billig fliegen.

 

Es geht mir dabei nicht um den Schutz von Lufthansa und erst recht nicht ihrer Aktionäre. Aber ich sehe einfach nicht, wie eine europäische Airline auf lange Zeit im CASK mit einer Airline aus dem Mittleren Osten mithalten soll, wenn man dort Arbeitnehmer völlig anders ausbeuten kann.

 

Ich meine, klar klingen billigere Tickets erstmal geil. Aber es ist ein Pyrrhussieg, weil man nicht nur europäische Arbeitnehmerrechte untergräbt, sondern parallel auch die Mehrwertschaffung aus dem europäischen Fiskus ausschifft. Ein Boomerang, der paar Jahrzehnte später wieder zurück kommt.

 

Das schöne ist: Die Generation, die diese politische Entscheidung getroffen hat, wird es dann nicht mehr ausbaden müssen. Die hatte nur den billigen Konsum. Die Probleme haben andere. Ein Prinzip, was wir auch schon in anderen Branchen erfolgreich beobachten konnten.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 17 Minuten schrieb Lucky Luke:

Aber ich sehe einfach nicht, wie eine europäische Airline auf lange Zeit im CASK mit einer Airline aus dem Mittleren Osten mithalten soll, wenn man dort Arbeitnehmer völlig anders ausbeuten kann.

Einmal das. Aber auch gibt es keine SAF Quoten, kein Corisa, kein Nachtflugverbot, keine Luftverkehrabgabe, keine Gewerkschaften (ok, hattest du auch indirekt genannt - aber es betrifft in Deutschland ja nicht nur die Airlines direkt, auch Airports und co werden regelmäßig lahm gelegt) usw.

 

Ich finde es einfach gaga, dass man bei den heimischen Airlines (zurecht) auch die Umweltauswirkungen steuern will und dann quasi die Pax dazu incentiviert Umwege zu fliegen, damit es günstiger wird, weil man bspw. auf BER-IST-MNL nur Steuern bis IST zahlt (wenn ich mich nicht irre). 

 

Da wird für die Wahlen in Berlin und BaWü kurzfristig auf Landesebene die Politik auf Bundesebene langfristig konterkariert. Ich meine immer noch sauberer als das Zustandekommen bei dem Qatar-Deal, aber dennoch wieder nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. 

 

vor 17 Minuten schrieb Lucky Luke:

Das schöne ist: Die Generation, die diese politische Entscheidung getroffen hat, wird es dann nicht mehr ausbaden müssen. Die hatte nur den billigen Konsum. Die Probleme haben andere. Ein Prinzip, was wir auch schon in anderen Branchen erfolgreich beobachten konnten.

Willkommen in der Gerontokratie ;) :D 

 


PS: Das offensichtlichste mal hinterhergeschoben: Wenn Politikern günstige Flüge für die Bürger so wichtig sind, wieso machen sie es dann den heimischen Airlines so schwer? Also erst Steuern und Abgaben erhöhen bis die Tickets teurer werden und dann sagen: Oh, wir brauchen mehr Konkurrenz, fliegen ist ja teuer - ist ja ... nennen wir es Selbstbetrug. 

Bearbeitet von d@ni!3l

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