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Apfelsaft555

Namensgebung von Flughäfen

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Das ist immer noch besser als der Name eines Sponsors, z.B. so was wie "Daimler International Airport". Ist ja bei Fußballstadien schon fast normal. Obwohl sowas vor allem für kleine Regionalflughäfen eine interessante Einnahmequelle sein dürfte.

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Dass es nicht zwingend jemand aus der Luftfahrt sein muss, zeigen ja JFK und CDG eindrucksvoll.

 

Aber hier handelt es sich auch um weltweit bekannte Persönlichkeiten.

 

Interessant finde ich, dass sowohl in BER der "Willy Brandt" als auch in München der "FJS" so gut wie gar nicht auf der offiziellen Homepage vorkommt. (Mal sehen, ob in HAM irgendwann der Zusatz "Helmut Schmidt" kommt, würde ins Bild passen).

 

Solange die in Stuttgart nicht größenwahnsinnig werden und den Namen nur als Zusatz verwenden, ist es in der Praxis eh irrelevant.

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Nun ist es beschlossen, auch vom Aufsichtsrat des Stuttgarter Flughafens. Es ehrt den Grünen Fritz Kuhn, daß er die Mehrheit im Stadtrat für die Namensgebung organisierte. Manfred Rommel ist einer der bedeutenden Politiker der Bundesrepublik und auch im Ausland mit höchster Reputation ausgestattet. Ihm posthum diese Ehrung abzusprechen, bedeutet Geschichtsklitterung; aber darin sind wir in Deutschland ja sowieso sehr erfahren. In keinem anderen Land der Erde würde eine Diskussion darüber geführt werden.

Seinen Vater, Erwin Rommel, als Alibi für eine Ablehnung zu führen, ist nichts anderes als Sippenhaft.

Die Kritiker sollten vielleicht auch mal einen Blick in die ehemalige DDR werfen, um dann festzustellen, daß es dort heute noch haufenweise Straßennamen nach ehemaligen aktiven Teilnehmern am verbrecherischen Terrorsystem der DDR gibt. Darüber sollte man nachdenken.

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Ich weiß nicht so recht, obs nicht doch ein Eigentor wird. M

anfred Rommel hat sicherlich viel für die Stadt getan, und er ist sicher einer der renomiertesten Politiker Stuttgarts gewesen. In vielen anderen Landesteilen, und erst recht im Ausland hingegen sind seine Verdienste weniger bekannt, wohl aber die (nicht einfach) zu bewertende Vita seines Vater.

Ein Flughafen ist aber ein sehr viel internationaleres Aushängeschild, als zum Beispiel ein Museum, ein Theater ein zentraler Platz.

 

Es hätte auch andere Persönlichkeiten gegeben, die als Namenspatronen dem Stuttgarter Flughafen gut gestanden hätten:

Hegel, Feuertlein, Schwab, Otto Hirsch, Horckheimer, Claus Schenk von Stauffenberg etc.

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@ jumpseat

Ich möchte Dir ja nicht Deine Illusionen rauben, aber mach doch einfach mal den Test, z.B. unter Abiturienten, über die Personen, die heute schon als Namensgeber für Flughäfen dienen. Die wissen zwar, wer Che Guevara, Mao, Fidel Castro waren oder sind. Bei Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Franz-Josef Strauss, wirst Du aber Dein blaues Wunder erleben. Der Flughafen Stuttgart (bis 2000 Stuttgart-Echerdingen) ist der Flughafen der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, und Manfred Rommel ist in Stuttgart geboren und gestorben und war fast 20 Jahre Oberbürgermeister dieser Stadt. Wenn nicht er, wer hat sich dann um Stuttgart verdient gemacht?

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und Deine Namensvorschläge etwas seziert:

Hegel - zwar in Stuttgart geboren, ansonsten dort nicht gewirkt. Etwas für die 5% hochgebildeten hier.

Feuertlein (Du meinst wahrscheinlich Feuerlein) - welchen von den sechs bei WIKI meinst Du?

Schwab - meinst Du den Versandhändler Friedrich Schwab? Was hatte der mit Stuttgart zu tun?

Otto Hirsch - den mußte selbst ich bei WIKI recherchieren. Hat sich ohne Zweifel große Verdienste erworben, nur nicht für Stuttgart.

Horckheimer (Du meinst wahrscheinlich Horkheimer) - wie Hegel ein bedeutender Philosoph. Verdienste wohl um die Frankfurter Schule, aber nicht um Stuttgart und im Stadtrat sicher nicht mehrheitsfähig.

Stauffenberg - bis in die 60er Jahre hinein galten er und die Mitverschwörer in weiten Kreisen noch als Vaterlandsverräter; das wurde zum Glück revidiert. Aber auch hier fehlt der eindeutige Bezug zu Stuttgart.

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Ich sollte nicht nachts tippen, da schleichen sich zu viele Fehler ein.

 

Aber die alternativen Personen sind auch nicht wichtig, wichtig ist der andere Punkt:

 

Adenauer, JFK, Chopin, Wily Brandt, Charles de Gaulle, Strauss, da Vinci, Atatürk, man mag zu ihnen stehen wie man will, sie haben mehrere Sachen gemeinsam:

 

1. Ihre "Marke" ist international bekannt.

2. Sie sind unverwechselbar.

3. Sie sind in ihrer Region und meist auch darüber hinaus, positiv besetzt und haben viel für Ihre Stadt/Land getan.

 

Bei Manfred Rommel verhält das sich bei den Punkten 1 und 2 nicht ganz so.

 

Zu 1. International bekannt ist sein Vater Erwin, der Wüstenfuchs.

Zu 2. Die Verwechselbarkeit ist das Problem

Zu 3. Für Manfred Rommel trifft das positiv besetzt sein und etwas für die Region getan zu haben zu. Sein Vater (siehe 2.) ist zumindest sehr umstritten.

 

Darum ging es mir und nicht um die Person.

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Das Problem ist wirklich: Manfred Rommel war ein Lokalpolitiker. Fahr nach Heilbronn, Pforzheim oder Geislingen, und bereits dort fällt den Leuten als erstes ein: "Des war doch dr Sohn vom alten Rommel!". Durchaus mit positiver Konnotation, wohlgemerkt. Zugleich redet selbst der Aufsichtsrat in seiner Pressemitteilung vom "Landesflughafen". Dann hätte man auch eine Persönlichkeit wählen sollen, die das Land hervorgebracht hat, und die internationale Wirkung erzielt hat. Politik, Kunst, Erfinder, Wissenschaftler, da gibt's genug.

 

Das ganze hat das G'schmäckle von Wahlkampf. Die Grünen in Baden-Württemberg verfolgen recht erfolgreich die Strategie, sich als die bessere CDU auszugeben. Da passt die Namensgebung. Vorgeschlagen vom grünen Bürgermeister Kuhn, exekutiert vom grünen Aufsichtsratsvorsitzenden Hermann.

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Manfred Rommel hat sicherlich viel für die Stadt getan, und er ist sicher einer der renomiertesten Politiker Stuttgarts gewesen. In vielen anderen Landesteilen, und erst recht im Ausland hingegen sind seine Verdienste weniger bekannt

 

Wenn es so ist: höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert, denn kaum einer hat sich so um die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Israel verdient gemacht wie er. Warum nicht hiermit anfangen?

 

Schwab - meinst Du den Versandhändler Friedrich Schwab? Was hatte der mit Stuttgart zu tun?

 

Eine Schwabstrasse, sogar mit eigenem S-Bahn-Halt, gibt's jedenfalls schonmal. Fragt sich nur, ob das hinreichend ist.

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Halt, Halt!

In Stuttgart wird keineswegs ein Versandhändler geehrt. Vielmehr handelt es sich um den 1792 in Stuttgart geborenen Schriftsteller Gustav Schwab (Sagen des klassischen Altertums). Gustav Schwab ist in Stuttgart u.a. mit einer Büste, einer Straße, einer S-Bahn-Haltestelle und dem 1896 als zweitem euröpaischen Innenstattunnel eröffneten Schwabtunnel hinreichend vertreten. Bei Schwabs Tod war Otto Lilienthal etwa zweieinhalb Jahre alt. Ein Bezug zur Luftfahrt ist somit nicht erkennbar. Da passt unser Alt-OB viel besser.  

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Es ist doch ganz einfach: Ausgehend von der Prämisse, dass ein verdienter, hochrangiger Politiker mit Stuttgart-Bezug Namensträger sein soll gibt es drei Optionen: Bundespräsident, Ministerpräsident, Oberbürgermeister. Von den drei schwäbischen Bundespräsidenten leben zwei noch und der dritte wird in der Stadt schon ausgiebig geehrt. Alle Ministerpräsidenten seit dem 2. Weltkrieg kommen nicht in Frage weil sie ihr Amt entweder relativ unehrenhaft verlassen haben, aus Baden kommen oder noch leben (Mehrfachnennung möglich). Bleiben also die Bürgermeister. Von den 4 OBs nach dem Krieg ist einer im Amt, einer schon mit Platz, Passage und Haltestelle geehrt, einer ganz sicher nie für irgendwas geehrt und einer Rommel.

 

Name laut Stuttgarter Zeitung soll übrigens "Flughafen Stuttgart - Manfred Rommel Flughafen" sein. Ich hoffe, dass da jemand noch ein paar Bindestriche in die Deppenleerzeichen pinselt.

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Also ich habe gerade den ultimativen Test gemacht und einen französischen Arbeitskollegen danach gefragt. Er schaute mich doof an, als ich ihn fragte, ob er in dem Namen die Ehrung eines Nazis sehe. Er meinte nur "Der General hieß doch Erwin".

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Halt, Halt!

In Stuttgart wird keineswegs ein Versandhändler geehrt. Vielmehr handelt es sich um den 1792 in Stuttgart geborenen Schriftsteller Gustav Schwab (Sagen des klassischen Altertums). Gustav Schwab ist in Stuttgart u.a. mit einer Büste, einer Straße, einer S-Bahn-Haltestelle und dem 1896 als zweitem euröpaischen Innenstattunnel eröffneten Schwabtunnel hinreichend vertreten. Bei Schwabs Tod war Otto Lilienthal etwa zweieinhalb Jahre alt. Ein Bezug zur Luftfahrt ist somit nicht erkennbar. Da passt unser Alt-OB viel besser.  

 

Genau deshalb fragte ich jumpseat, ob der den Versandhändler meint. Jetzt, wo Du es sagst, fällt mir Gustav Schwab natürlich auch auf; sein Werk steht ja auch in unserer Bibliothek.

 

Name laut Stuttgarter Zeitung soll übrigens "Flughafen Stuttgart - Manfred Rommel Flughafen" sein. Ich hoffe, dass da jemand noch ein paar Bindestriche in die Deppenleerzeichen pinselt.

 

Da haben sie sich dann doch wieder nicht getraut, das ganze platzsparend und nachvollziehbar zu gestalten.

Also ich habe gerade den ultimativen Test gemacht und einen französischen Arbeitskollegen danach gefragt. Er schaute mich doof an, als ich ihn fragte, ob er in dem Namen die Ehrung eines Nazis sehe. Er meinte nur "Der General hieß doch Erwin".

 

Das würde ich nicht überbewerten. Franzosen sind häufig gebildeter, besonders, wenn sie auf einer der "Elitehochschulen" studiert haben.

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Genau deshalb fragte ich jumpseat, ob der den Versandhändler meint. Jetzt, wo Du es sagst, fällt mir Gustav Schwab natürlich auch auf; sein Werk steht ja auch in unserer Bibliothek.

...

 

Das würde ich nicht überbewerten. Franzosen sind häufig gebildeter, besonders, wenn sie auf einer der "Elitehochschulen" studiert haben.

 

An den Versandhändler dachte ich sicherlich nicht, das sollte aus den anderen Namen doch klar sein.

 

Ich habe den Versuch eben in einer Arbeitsgruppe auch gemacht: 2 Politologen, 1 Soziologe, 2 Juristinnen, 1 Informatiker, 1 Pädagogin und 2 Ökonomen, alle zwischen 35-59, davon 2 gebürtige Schwaben, eine in Stuttgart aufgewachsen.

Ergebnis, nur dreien sagte der Name Manfred Rommel etwas (davon 1 gebürtiger Schwabe und die Zugezogene).

Aber nur der hessische Informatiker wusste zu Manfred Rommel etwas mehr.

Er kannte auch Rommels legänderen und beeindruckenden Satz mit dem er der Diskussion, ob Bader, Enslin und Raspe gemeinsam auf dem Dornhaldenfriedhof begraben werden dürften, ein Ende setzte:

„Irgendwo muß jede Feindschaft enden; und für mich endet sie in diesem Fall beim Tod!"

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@ jumpseat

Ich entschuldige mich, daß ich Dir Unrecht getan habe bei dem Namen Schwab. Der Versandhändler paßte tatsächlich nicht in Deine Systematik; Stauffenberg aber auch nicht.

Das Ergebnis Deines Tests ist allerdings niederschmetternd. Weniger, daß die Personen mit dem Namen Manfred Rommel nichts anzufangen wußten, sondern hinsichtlich der Allgemeinbildung unter Akademikern in dieser Altersstufe. Ich hatte vorsichtshalber ja nur Abiturienten vorgeschlagen.

Trösten wir uns damit, daß in Stuttgart und Umgebung der Name Manfred Rommel wohl eher präsent sein dürfte, und der Flughafen ist ja auch der Flughafen der Landeshauptstadt.

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Also was die Namensgebung angeht, möchte ich mal die Frage stellen, wer denn (ohne bei Wikipedia nachzusehen) hier spontan sagen kann, wer die Herren Hartsfield und Jackson, oder O'Hare waren?

 

Wer bitte sagt, dass man die Namensgeber überall auf der Welt kennen muss?

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Gilt auch für LaGuardia. 

 

Bei O'Hare finde ich es trotzdem schön , da es einen direkten Bezug zur Luftfahrt gibt. Dornier würde mir hier als Pendant besser gefallen (man möge mir am Bodensee verzeihen).

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Ich habe jetzt wirklich nicht geschummelt und werde La Guardia danach überprüfen. Meines Wissens war er aber Bürgermeister von New York. Die drei Namen von jubo sagen mir zwar etwas, ich weiß nur nicht was. Und nein, die Namensgeber müssen wirklich nicht weltberühmt sein. Deshalb bleibe ich auch bei Manfred Rommel. Dornier (welcher?) hat zwar mehr mit Luftfahrt zu tun, dafür aber nix mit der Landeshauptstadt Stuttgart.

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Nun William B. Hartsfield und Maynard Jackson waren beide Bürgermeister von Atlanta.

Der erste war mit 24 Jahren der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit, der zweite der erste Afro-Amerikanische Bürgermeister.

In Hartsfields Amtszeit wurde aus einem Luftwaffenstützpunkt ein Zivilflughafen und in Jacksons Zeit wurde er grundlegend renoviert und zu einem Drehkreuz ausgebaut.

 

Und wenn der passagierreichste Airport der Welt nach zwei Bürgermeistern benannt ist, die außerhalb Atlanta ehr niemand kennt, dann kann die Wahl von Manfred Rommel für Stuttgart ja wohl nicht so falsch sein.

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.....quod erat demonstrandum.  Danke jubo für die Aufklärung. Bei O'Hare wird es ja schon schwieriger, weil er zwar ein berühmter Jagdflieger der Navy war, aber sonst nix mit Chicago zu tun hatte.

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Wobei in den USA eine gänzlich andere Kultur der Benennung öffentlicher Gebäude herrscht als bei uns. In Deutschland ist ein Rohwedder-Haus noch die Ausnahme, in den USA die Regel.

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Und wenn der passagierreichste Airport der Welt nach zwei Bürgermeistern benannt ist, die außerhalb Atlanta ehr niemand kennt, dann kann die Wahl von Manfred Rommel für Stuttgart ja wohl nicht so falsch sein.

 

Über die Prominenz des Namens "Rommel" muss man sich international nun wirklich keine Sorgen machen.  :ph34r:

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Über die Prominenz des Namens "Rommel" muss man sich international nun wirklich keine Sorgen machen.  :ph34r:

 

Das hatten wir doch schon ausgiebig diskutiert.

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Über die Prominenz des Namens "Rommel" muss man sich international nun wirklich keine Sorgen machen.  :ph34r:

 

Der Vater von Edward O'Hare, dem Namensgeber von ORD, war übrigens der Anwalt und Geschäftspartner von Al Capone.

 

Und nun? Führen wir wieder Sippenhaft ein, oder wollen wir nicht doch lieber individuelle Leistungen würdigen?

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Der Vater von Edward O'Hare, dem Namensgeber von ORD, war übrigens der Anwalt und Geschäftspartner von Al Capone.

 

 

Was Du alles weißt? Ich bin tief beeindruckt.

 

Edit

Na ja, so tief nun wieder auch nicht, nachdem ich bei Wiki nochmal gelesen habe. Der arme Kerl wurde wegen seiner Rolle und in seinem Auto erschossen. Das war in den USA und diesen Kreisen ja nicht unüblich.

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