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Aktuelles zum Flughafen BER


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Geschrieben

Hängt davon ab, wann man z.B. in China genau ankommen möchte und wann man dazu am besten hier abfliegt. Bisher denkt bei uns keiner so, nur die Billigstflüge, die damit billige Nachtumläufe extra bekommen. In Dubai ist nachts die Hölle los.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb DE757:

Wie viele Langstrecken in Europa sind von einem Nachtflugverbot wirklich beeinflusst?

Niemand, der jetzt nicht schon nach Berlin kommt, wird denken „Oh, jetzt kann ich endlich nachts um 2 am BER aufschlagen. Super attraktiv. Die Chance muss genutzt werden“

 

Den Flug bei Verspätung nicht gleich auf den nächsten Morgen verschieben zu müssen wäre doch schonmal ein gutes Argument.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Nosig:

Warum will sie die dritte Piste bauen? Die braucht man doch gar nicht?

Also bitte. Was hat denn das Eine mit dem Anderen zu tun? Man kann auch wollen, ohne zu brauchen!

 

Mal ganz abgesehen davon, sogar Heathrow kriegt ne dritte Piste, und in München wird auch ständig darüber diskutiert. Frankfurt hat sogar 4! (OK, eigentlich 2 + 2 halbe). Da geht doch nicht, dass ein Weltflughafen wie der BER nur zwei Pisten hat!

Geschrieben

Mal unabhängig davon wie sinnvoll die Idee einer dritten Bahn wäre: Wäre es denn überhaupt platztechnisch und rechtlich möglich das zu tun? Auf Google Maps seh ich noch n passendes Fleckchen Erde zwischen der Ortschaft Rotberg und der Südbahn. 

Geschrieben

Also jetzt Mal Butter bei die Fische: Ich baue und plane den Flugplan einer Airline die am BER fliegt. Ich habe dort noch nie(!) einen Slot nicht bekommen, der sich nicht lösen lässt und mich von einer Route/Frequenz abgehalten hätte.... Totaler Schwachsinn.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb froskyyy:

Auf Google Maps seh ich noch n passendes Fleckchen Erde zwischen der Ortschaft Rotberg und der Südbahn. 

Das wäre eine Bahn, die nicht unabhängig von der Südbahn betrieben werden kann. Zumindest mit den derzeitigen Vorgaben. 

Dann wären bei Westbetrieb nochmal größere Teile der Gemeinde Schulzendorf direkt unter der Einflugschneise. 

 

Die Realität ist, mit den geltenden Lärmvorgaben wird es an bestehenden Flughäfen keine neuen Startbahnen geben. Wenn München gebaut wird, ist es die letzte in dieser Generation. 

 

Brandenburg als Miteigentümer hat eh abgewunken. Das ist eine Nebelkerze der Verkehrssenatorin, die lieber über Luftschlösser spricht als sich dem Versagen ihrer eigenen ÖPNV-Politik zu stellen (Keine Angebotsausweitung im Berliner U-Bahn-Betrieb bis ins Jahr 2030). 

Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb jetstream:

Naja, BER hat ja Erfahrung mit Verzögerungen. Wenn man das auf sonst schon lange Planungs- und Genehmigungsverfahren bezieht, schaut die gute Dame einfach mit genug Weitsicht in die Zukunft. Die Piste wird so also fertig sein, wenn der Bedarf da ist. Clever!

 

Das meine ich gar nicht einmal ironisch, wir sprechen hier von mindestens 20 Jahren, eher 30. 

Geschrieben

Alles gut! Ohne stichhaltigen Nachweis der Notwendigkeit zur Realisierung einer solchen Maßnahme braucht man in D gar nicht erst daran zu denken, überhaupt ein Planfeststellungsverfahren (PFV) einzuleiten. Eine solche Weitsicht von Seiten eines deutschen Politikers ist schon außergewöhnlich; Sowas würde ich mir bei anderen (aktuellen) Themen jedoch eher wünschen… 

Geschrieben
Am 12.12.2025 um 20:29 schrieb DE757:

 

Es gibt eins. Die länge dieses Gleises ist für einen ICE L nicht ausreichend und es ist durch den Regionalverkehr ausgelastet.

 

 

Was in Frankfurt bei verspäteter Ankunft regelmäßig für Probleme sorgt. Die allseits beliebte Verspätung aus vorheriger Fahrt sollte kein erstrebenswerter Zustand sein.

Darüber hinaus: Ja, es gibt zu wenig Gleise. Es gibt den 15 minütlichen FEX und zusätzlich vier sich überlagernde weitere Regiolinien bei 4 Bahnsteigkanten. Lässt man einen imaginären ICE nun 20, 30 Minuten auf einem dieser Gleise stehen, dann steht für eine Fahrtrichtung lediglich ein Gleis zur Verfügung, Aus Richtung Osten sind 201 und 202 nicht nutzbar, in Richtung Osten sind 203 und 204 nicht nutzbar, da es östlich des Bahnhofs kein Weichentrapez gibt.

Alleine die 4 Linien des Regionalverkehrs ohne den FEX ergeben einen rechnerischen Takt von 15 Minuten an einem solchen Gleis. Dazu muss hier dann noch der FEX irgendwo rein. Also im Schnitt alle 7,5 Minuten ein Zug. Das geht gerade so bei der S-Bahn, im Regionalverkehr wird das bei der kleinsten Unregelmäßigkeit eine betriebliche Katastrophe. Ein verspäteter ICE und das Kartenhaus bricht zusammen. Und das alles, weil man zu faul ist am Hbf/Südkreuz den Zug zu wechseln?

 

 

Die IC Linie 77 gibt es nicht mehr, das ist nun die ICE 77. Die wechselt zwar im Hbf in den Keller, endet aber aus Richtung Westen kommend hier. Lediglich der "Rückweg" (also Richtung Westen) beginnt in Südkreuz. Vermutung: Die Garnitur kommt aus dem Süden und ändert hier lediglich ihre Zugnummer ohne Service.

 

Moin,

 

gestern habe ich von der S-Bahn am alten Flughafenbahnhof Schönefeld gesehen, wie der Zug aus Amsterdam kommend im alten Bahnhof gewendet hat. Dann ist er schon einmal ganz nahe des Flughafenzauns :D

 

Gruß,

Jochen 

Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb Nosig:

Warum will sie die dritte Piste bauen? Die braucht man doch gar nicht?

Sie will die Piste gar nicht bauen, sie will nur darüber reden und die Diskussion von anderen Problemen weglenken, die sie zu vertreten hat.

 

Hintergrund: Frau Bonde hatte gestern ziemlich schlechte Nachrichten bezüglich des kommunalen Nahverkehrsunternehmens BVG zu verkünden (Senatsbeschluss zu hohen Mehrkosten für den BVG-Betrieb, kein Ausbau des Angebots, obwohl sie vor einem Jahr noch anderes versprochen hatte). Und was macht man da als unredliche Politikerin: Man zündet eine Nebelkerze, die die Diskussion überlagert. 

 

Das hatte Frau Bonde in ähnlichen Situationen schon mehrfach gemacht (z.B. Magnetbahn vom ICC zum BER). 

Geschrieben
32 minutes ago, 101er said:

Sie will die Piste gar nicht bauen, sie will nur darüber reden und die Diskussion von anderen Problemen weglenken, die sie zu vertreten hat.

 

Hintergrund: Frau Bonde hatte gestern ziemlich schlechte Nachrichten bezüglich des kommunalen Nahverkehrsunternehmens BVG zu verkünden (Senatsbeschluss zu hohen Mehrkosten für den BVG-Betrieb, kein Ausbau des Angebots, obwohl sie vor einem Jahr noch anderes versprochen hatte). Und was macht man da als unredliche Politikerin: Man zündet eine Nebelkerze, die die Diskussion überlagert. 

 

Das hatte Frau Bonde in ähnlichen Situationen schon mehrfach gemacht (z.B. Magnetbahn vom ICC zum BER). 

Klassischer Politiker Trick. Schade, dass man so versucht, von dir anderen Problemen abzulenken. 

Geschrieben (bearbeitet)

Als Anwohnter im Osten vom BER würde ich eine Diskussion zu beiden Themen durchaus befürworten. Was hier aber wieder passiert sind Nebelkerzen und Extrem-Polarisierungen / Schwarz-weiss Diskussionen - ein Berliner Politikerin spricht eine Idee an und seitens Brandenburg wird erstmal geschossen und dann vielleiecht gefragt. 

 

1) Nachtflugverbot - hier muss man auch mal fair bleiben - meiner Bobachtung nachgibt es nur wenige Spätrückkehrer die ihren Tagesumlauf nicht schaffen und dann kurz vor MItternacht Richtung Leipzig / Hannover abdrehen. Meist passiert das aber wegen Wetter/Vorfällen an irgendwelchen Zielfughäfen im Tagesumlauf, nicht am BER. Über Ausnahmen für diese spät rückkehrenden Einzelfälle lässt sich in allen Gemeinden reden. Die Folgen/Konsequenzen der Umleitung eines Fliegers sind bekannt - eine generelle Aufweichung des ohnehin schon sehr geringen Zeitfensters (real ist es von MItternacht (letzte Rückkehre verspätet bis ca 5:30 (erste Frachtflieger aus CGN)) ist für nichts nötig. Ob die Umleitungen wirklich wegen 10 Fällen im Jahr nötig sein müssen - ich denke Nein.  

2) dritte Bahn: sicherlich aus aktueller Slot/Kapa Situation nicht notwendig - das ist klar. Es würde den Anwohnern aber wohl schon viel helfen, wenn man von dieser nachteiligen Regelung "virtuelle zwei Flughafen" abrücken würde - warum nicht wie in Heathrow Landung und Start im wechselnden Tagesrhytmus auf die Bahnen verteilen, so dass jede Gemeinde auch mal "einen Tag Ruhe" hat - und bitte jetzt keine Nonsens Diskussion wegen 500m mehr Rollweg am BER. 

Eine Alternative 3. Bahn muss ja auch nicht zwangsweise parallel zum bestehenden System sein, sondern könnte in Richtung Süd / Süd-West (z.B. ca. 04/22) auch Gemeinden wie Blankenfelde/Rangsdorf deutlich entlasten. (Ähnlich "Startbahn West" in FRA) 

 

Bearbeitet von Stef1704
Geschrieben

Es kommt keine dritte Bahn.

Der Bedarf ist nicht da. Und die Flughafengesellschaft kann es sich finanziell gar nicht leisten, sie zu bauen. Und auch rechtlich gibt es keine Möglichkeit, ein Baurecht ohne Bedarf bei derart großen Eingriffen in Privateigentum und Natur zu schaffen.

 

Für den total utopischen Fall eines explodierenden Verkehrsbedarfs am BER halte ich - ebenso wie Stef1704 - statt einer dritten Parallelbahn eine nach Süden / Südwesten / Südosten ausgerichtete Startbahn, z.B. parallel zu A113 zwischen Rotberg und Kiekebusch platziert (oder mit Umsiedeln von Kiekebusch), für das wahrscheinlichste. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Schönefeld sieht für diesen Bereich auch keine weitere Entwicklung vor.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Minuten schrieb Fluginfo:

Für derartige Ideen sollte man den Länderfinanzausgleich sofort aussetzen. 

Wohl kaum. Die Idee stammt ja aus der Feder einer Vertreterin der „Mutterpartei“. 

Bearbeitet von jetstream
Geschrieben
Am 16.12.2025 um 17:02 schrieb Benny Hone:

Den Flug bei Verspätung nicht gleich auf den nächsten Morgen verschieben zu müssen wäre doch schonmal ein gutes Argument.

deshalb fliegen auch die ganzen Langstreckenflieger bevorzugt Hahn statt Frankfurt, Köln statt Düsseldorf und Nürnberg statt München an

Geschrieben
Am 17.12.2025 um 11:33 schrieb Fluginfo:

Für derartige Ideen sollte man den Länderfinanzausgleich sofort aussetzen. 

Moin,

 

ich muss sagen, dass Ute Bonde etwas neben der Spur ist. 

 

Berlin benötigt weder eine Magnetschwebebahn (es gibt schon U- und S-Bahn, wo soll ich in dich besiedelten Innenstadtbezirken ein weiteres Verkehrsmittel etablieren) noch eine dritte Start- und Landebahn (erstmal muss die vorhandene Infrastruktur wenigstens in Richtung 9ß% ausgelastet sein, bevor man darüber überhaupt nachdenkt.), denn mit einer 3. Bahn wäre der BER sofort pleite.

 

Aber was will man zu einer Verkehrssenatorin sagen, welche zu ihren finalen Resortverhandlungen lieber in den Urlaub abzischt 

 

Gruß,

Jochen

Geschrieben

„Die Golf-Airline Emirates will den BER anfliegen. Doch zwischen den Bundesländern tobt ein erbitterter Machtkampf um Landerechte und die Zukunft der Lufthansa.“ (FOCUS + Bild)

 

Ob da wirklich neue Bewegung reinkommt? Oder nur das lang bekannte Geplänkel? Was neu ist: der Verkehrsminister kommt derzeit nicht aus Bayern.

 

Denke, am Ende ist es eine Frage des „wann“ und nicht des „ob“. 

Geschrieben (bearbeitet)
21 minutes ago, AirForceOne said:

„Die Golf-Airline Emirates will den BER anfliegen. Doch zwischen den Bundesländern tobt ein erbitterter Machtkampf um Landerechte und die Zukunft der Lufthansa.“ (FOCUS + Bild)

 

Ob da wirklich neue Bewegung reinkommt? Oder nur das lang bekannte Geplänkel? Was neu ist: der Verkehrsminister kommt derzeit nicht aus Bayern.

 

Denke, am Ende ist es eine Frage des „wann“ und nicht des „ob“. 

Ich denke, das ist in erster Linie altes Geplänkel. Von diesem Brief und diesen „Machtkampf” habe ich schon vor einigen Monaten gelesen. Irgendwie scheint es so, als wärme man diese Geschichte jetzt, wo das halbe Land schon in der Winterpause ist, auf.

 

Ich würde es auch nicht so sehen, dass es zwangsläufig eines Frage des wenn ist. Aus politischem Kalkül kann man schon gute Argumente für eine Aufrechterhaltung des Abkommens anführen. Extra überspitzt ausgedrückt, nur um die ostdeutsche Konnektivität zu verbessern, die ohnehin unter Druck stehenden deutschen Drehkreuze zu schwächen, dürfte politisch nicht super attraktiv sein. Von protektionistischen bis zu „Iggit Emirate” Argumenten kann man da relativ kreativ sein…
 

Totschlagargument gegen die Aufhebung dürfte sein, dass Emirates jederzeit Berlin ansteuern könnte. Man müsste halt nur ein anderes Ziel dafür aufgeben. Warum müsste man z.B. unbedingt in Hamburg landen? Hamburg-Berlin wurde als Inlandsstrecke bereits in den 2000er Jahren eingestellt, weil man mit der Bahn schnell da ist. Die Hamburger könnten ja einfach zum BER fahren…

 

Und Emirates scheint ja nur bereit zu sein, zum BER zu fliegen, wenn es das fünfte Ziel wird und nicht anstelle eines bisherigen Ziels angeflogen wird. Und da weiß ich nicht, ob man mit der Condor Vereinbarung, die ja viele Umsteiger über DXB routet, eine Lösung gefunden hat, die sicherlich nicht perfekt ist, aber vielleicht gut genug, um nicht noch mehr Lobbyarbeit und Personalkapazitäten in die Aufnahme von DXB-BER zu stecken. 
 

Aber warten wir mal ab ;) 

Bearbeitet von Alibaba1408
Typos und letzten Satz ergänzt
Geschrieben

Dieses ewige Geschrei nach Emirates, dem „Erlösungsengel“ aus dem viel zu engen (oder nicht existenten?) Lufthansa-Korsett Berlins. Mit bis zu 3x täglich Qatar AW ist man doch aktuell bereits bestens versorgt für den „Sprung“ in alle Teile der Welt. Liegt bekanntermaßen nicht weit weg von den VAE, die man ja idR gar nicht besuchen sondern über die man ja nur umsteigen will… Was genau ist es also? Echte, derzeit nicht befriedigte Nachfrage oder doch eher Prestigedenken (wobei QTR nicht weniger prestigeträchtig sein dürfte)? 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Alibaba1408:

Totschlagargument gegen die Aufhebung dürfte sein, dass Emirates jederzeit Berlin ansteuern könnte. Man müsste halt nur ein anderes Ziel dafür aufgeben.

und über den Condor Codeshare kann man doch bereits Emirates ab BER durchbuchen, also ändert sich für den Kunden (außer dem Comfort) genau nichts

Geschrieben

Aus Flughafen-, Airline- und Pax-Sicht ist ja alles schon 100x - auch hier im Forum - durchgekaut. Wer kann wo umsteigen, in kleineren Flugzeugen, mit Billigtöchtern von A nach B fliegen oder mit anderen Airlines über deren Drehkreuz… Codeshare, Interlining, pi pa po … alles hundert mal besprochen.

 

Spannend ist das Ganze dennoch aus politischer Sicht.

 

Im Ergebnis ist’s so, dass Emirates BER als neues Ziel gerne aufnehmen würde, aber keine der etablierten Strecken aufgeben möchte. Man arbeitet also an der Erweiterung der Möglichkeiten. 

LH arbeitet zusammen mit der Politik, jeweils mit nachvollziehbaren Gründen dagegen. Gleichzeitig gibt es Teile in der Politik, die es anders sehen. 

 

Die Frage ist, wie lange die Politik steht, um das Drängen des Marktes einzuhegen.

Klar ist, dass Bayern und Hessen immer die LH und deren Drehkreuze goutieren werden. Im Osten (und in anderen Bundesländern?) bröckelt die patriotische Sicht, weil man vom Kuchen eben nichts abbekommt. (außer natürlich über den Länderfinanzausgleich - das kommt ja immer als erstes, eben wie der Dachdecker, wenn es um die Veränderung des Renteneintrittsalters geht). Für LH natürlich super, aber warum sollen die Bundesländer außerhalb BY und HE die Airline mit den Drehkreuzen in Hessen und Bayern unterstützen und ihren Bürgern die Möglichkeit zusätzlichen Airline-Angebots verweigern, wenn die LH sich aus den bundesweiten Standorten zurückzieht? 

 

Aus nationaler Sicht finde ich das natürlich top, wenn die LH stark bleibt und möglichst wenig Konkurrenz hat. Stichwort: nationaler Champion. Am Ende könnte sich mE aber der Markt durchsetzen, staatliche Bevormundung ist ja auch nicht mehr so en vogue inzwischen. Und Deutschland ist gerade in einer schwachen Phase, da sitzt einigen das Hemd näher als die Hose. Und der Verkehrsminister ist kein Bayer mehr.

Geschrieben
2 hours ago, AirForceOne said:

Aus Flughafen-, Airline- und Pax-Sicht ist ja alles schon 100x - auch hier im Forum - durchgekaut. Wer kann wo umsteigen, in kleineren Flugzeugen, mit Billigtöchtern von A nach B fliegen oder mit anderen Airlines über deren Drehkreuz… Codeshare, Interlining, pi pa po … alles hundert mal besprochen.

 

Spannend ist das Ganze dennoch aus politischer Sicht.

 

Im Ergebnis ist’s so, dass Emirates BER als neues Ziel gerne aufnehmen würde, aber keine der etablierten Strecken aufgeben möchte. Man arbeitet also an der Erweiterung der Möglichkeiten. 

LH arbeitet zusammen mit der Politik, jeweils mit nachvollziehbaren Gründen dagegen. Gleichzeitig gibt es Teile in der Politik, die es anders sehen. 

 

Die Frage ist, wie lange die Politik steht, um das Drängen des Marktes einzuhegen.

Klar ist, dass Bayern und Hessen immer die LH und deren Drehkreuze goutieren werden. Im Osten (und in anderen Bundesländern?) bröckelt die patriotische Sicht, weil man vom Kuchen eben nichts abbekommt. (außer natürlich über den Länderfinanzausgleich - das kommt ja immer als erstes, eben wie der Dachdecker, wenn es um die Veränderung des Renteneintrittsalters geht). Für LH natürlich super, aber warum sollen die Bundesländer außerhalb BY und HE die Airline mit den Drehkreuzen in Hessen und Bayern unterstützen und ihren Bürgern die Möglichkeit zusätzlichen Airline-Angebots verweigern, wenn die LH sich aus den bundesweiten Standorten zurückzieht? 

 

Aus nationaler Sicht finde ich das natürlich top, wenn die LH stark bleibt und möglichst wenig Konkurrenz hat. Stichwort: nationaler Champion. Am Ende könnte sich mE aber der Markt durchsetzen, staatliche Bevormundung ist ja auch nicht mehr so en vogue inzwischen. Und Deutschland ist gerade in einer schwachen Phase, da sitzt einigen das Hemd näher als die Hose. Und der Verkehrsminister ist kein Bayer mehr.

Die Frage ist halt wie „fair” der Markt ist. Das Emirates aufgrund größerer staatlicher Steuerung einige Vorteile hat, stimmt bestimmt. Die Frage ist - und das ist eine politische - ob man dadurch normale Marktbedingungen aushebeln möchte. 
 

Staatliche Bevormundung im „freien” Markt gibt es reichlich, angefangen vom Handwerk mit Meisterpflicht bis zum Anwaltszwang im Zivilprozess. Die wenigsten Märkte sind gänzlich frei, einfach weil wir einen gesellschaftlichen Konsens haben, dass es sinnvoll ist, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass z.B. mein Auto in der Werkstatt nach den Regeln der Kunst repariert wurde oder die Person, die mich in einer Erbschaftsstreitigkeit vertritt, weiß was sie tut. 
 

Ebenso erheben wir z.B. Zölle auf ausländische Waren, einfach weil die in anderen Ländern günstiger produziert werden können. 
 

Emirates kann sicherlich aufgrund diverser Faktoren (praktisch unbegrenzte staatliche Unterstützung, Zugang zu sehr billigen Arbeitskräften und vergleichsweise einfache Verfügbarkeit preiswerten Öls) teils deutlich günstiger als die LH „produzieren”. Das ist an sich schon nicht fair, die Frage, die man sich stellen sollte, ist, ob unter Berücksichtigung dieser Marktvorteile und der positiven und negativen wirtschaftlichen Auswirkungen eine Zulassung eines fünften Ziels sachgerecht ist.
Das Argument, dass damit das Fernost Geschäft der LH geschädigt werden könnte, stimmt schon. 

Ebenso stimmt aber auch, dass Emirates der Region Berlin wirtschaftlich helfen würde. Das muss man abwägen. 
 

Die Frage, die sich Politiker stellen, ist aber, wie man wiedergewählt werden kann bzw. innerparteilich seine Posten behalten bzw. verbessern kann. 

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