Zum Inhalt springen
airliners.de

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Die Trump Administration macht die Angabe von Social-Media-Konten nun auch für ESTA-Reisende verpflichtend. Entsprechende Felder im ESTA-Formular konnten bisher freigelassen werden, jedoch musste Beamten vor Grenzübertritt auf Verlangen Auskunft erteilt werden. Sofern gegen diese Änderung der Verwaltungsvorschriften nicht geklagt wird, müssen ab Anfang Februar folgende Angaben den US-Behörden übermittelt werden; darunter personenbezogene Daten Dritter, deren Weitergabe vor allem außerhalb der hiesigen Gerichtsbarkeit wahrscheinlich zustimmungsbedürftig wäre:

- sämtliche Konten/Profile in sozialen Medien der letzten fünf Jahre
- Telefonnummern und E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre

- u.a. Namen, Geburtsdaten, Anschriften, Telefonnummern von Angehörigen

 

Von einer inhaltlichen Überprüfung auf Gesinnung und Meinung ist auszugehen. Mit etwas Glück erfolgt dies bereits bei Prüfung des ESTA-Formulars, sodass Abschiebehaft bzw. -flug (auch finanziell) erspart bleiben.

Geschrieben

Wenn man angibt nicht in den sozialen Medin unterwegs zu sein (bzw, kaum) - dann erscheint das dann bestimmt auch höchst verdächtig.

Ich habe noch irgendwo ein Facebook Account das ich mal für eine Registrierung gebraucht habe. Keine Ahnung wie das heißt oder ob es noch aktiv ist. Das schließt mich dann faktisch davon aus in die USA zu reisen wenn ich das nicht angebe. Und wenn das leer ist geht der Officer wohl davon aus, dass ich alles gelöscht habe.

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb FKB:

Wenn man angibt nicht in den sozialen Medin unterwegs zu sein (bzw, kaum) - dann erscheint das dann bestimmt auch höchst verdächtig.

Tja. Das wäre aber echt doof. Ich hatte noch nie einen Account bei Facebook, Twitter. X, Instagram, Tik Tok oder Ähnlichem.

 

Viel schlimmer könnte aber sein, nach allen E-Mail-Adressen gefragt zu werden. Keine Ahnung, ob ich da noch alle kenne, manche sind ja nur recht kurz als Spam-Catcher im Einsatz. Und da nicht alle anzugeben kann eventuell als mangelnde Kooperation und unwahre Aussage angesehen werden - insbesondere auf Letzteres reagieren die meisten US-Behörden mit nur mäßiger Toleranz.

Geschrieben

Die Verwaltungsvorlage ist tatsächlich etwas umfangreicher:
a. Telephone numbers used in the last five years;
b. Email addresses used in the last ten years;
c. IP addresses and metadata from electronically submitted photos;
d. Family member names (parents, spouse, siblings, children);
e. Family number telephone numbers used in the last five years;
f. Family member dates of birth;
g. Family member places of birth;
h. Family member residencies;
i. Biometrics—face, fingerprint, DNA, and iris;
j. Business telephone numbers used in the last five years;
k. Business email addresses used in the last ten years.

 

Punkt c liest sich, wie von Trump persönlich ersonnen. Von der schieren Datenmenge einmal abgesehen, können in 99,99 Prozent aller Fälle diese Daten vom Antragsteller nicht erbracht werden. Punkt i soll per App (biometrisches Foto, Fingerabdruck, Foto der Iris) erfüllt werden. Wie die DNA übertragen werden soll, bleibt schleierhaft. Das alles liest sich nach einem feuchten Traum Orwell'schen Ausmaßes im US-Heimatschutzministerium. Blöderweise werden diese Anforderungen selbst von einer gemäßigteren Administration, wann auch immer das sein wird, kaum zurückgenommen werden - bestenfalls angepasst.

Geschrieben (bearbeitet)

Also die IP-Adressen werden vermutlich spannend. Wusste gar nicht, dass Bilder auch IPs haben...

 

Mal bitte Hand hoch hier, wer weiß alles, ohne Googeln oder Copiloten oder was auch immer, was ne IP ist und wie man die rausfindet? Und wer hat alle genutzten IPs in den letzten paar Jahren gespeichert?

Wer hat alle verschickten Photos und deren Meta-Daten gespeichert?

 

DNA wird vermutlich direkt an der Immigration abgenommen. Aber wahrscheinlich nicht per Samenprobe, das wäre zu viel Spaß für den Reisenden.

Bearbeitet von abdul099
Geschrieben (bearbeitet)

Außerdem werden IP-Adressen bei Privat-Anwendern (zumindest im stationären Bereich) häufig alle 24 Stunden rotiert. Allein dies macht das Vorhalten entsprechender Daten aus meiner Sicht unmöglich und ist somit völlig weltfremd.

Bearbeitet von Faktencheck
Geschrieben
vor 38 Minuten schrieb Faktencheck:

Außerdem werden IP-Adressen bei Privat-Anwendern (zumindest im stationären Bereich) häufig alle 24 Stunden rotiert. Allein dies macht das Vorhalten entsprechender Daten aus meiner Sicht unmöglich und ist somit völlig weltfremd.

Ja das waren noch schöne Zeiten als mein privater Rechner noch seine eigene fest zugeteilte IP4-Adresse hatte.

 

Das IP Adressen angefordert werden ist ein klarer Hinweis, dass die Administration nicht den geringsten Schimmer von der Materie hat - selbst wenn man das IPv6 Thema mal außen vor lässt.

Das Daten von Familienmitgliedern angefordert werden ist meiner m.M. nach mit keiner westlichen Verfassung vereinbar wenn man die möglichen Konsequenzen in Betracht zieht - Stichwort Sippenhaft.

 

Das Ansinnen liegt ja auch auf einer Linie mit anderen bereits beschlossenen Maßnahmen Touristen aus dem Ausland einen USA-Urlaub möglichst unattraktiv zu machen (s.a. höhere Eintrittsgebühren in Nationalparks für Ausländer).

Geschrieben
vor 21 Minuten schrieb FKB:

Ja das waren noch schöne Zeiten als mein privater Rechner noch seine eigene fest zugeteilte IP4-Adresse hatte.

 

Das IP Adressen angefordert werden ist ein klarer Hinweis, dass die Administration nicht den geringsten Schimmer von der Materie hat - selbst wenn man das IPv6 Thema mal außen vor lässt.

Das Daten von Familienmitgliedern angefordert werden ist meiner m.M. nach mit keiner westlichen Verfassung vereinbar wenn man die möglichen Konsequenzen in Betracht zieht - Stichwort Sippenhaft.

 

Das Ansinnen liegt ja auch auf einer Linie mit anderen bereits beschlossenen Maßnahmen Touristen aus dem Ausland einen USA-Urlaub möglichst unattraktiv zu machen (s.a. höhere Eintrittsgebühren in Nationalparks für Ausländer).

Ist doch jeder selber Schuld, wenn er trotz aller Hürden dort hinfährt und dieses System unterstützt.

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb schwarzerAbt:

Ist doch jeder selber Schuld, wenn er trotz aller Hürden dort hinfährt und dieses System unterstützt.

Naja, ganz so einfach ist es ja dann doch nicht immer. Es soll Leute geben, die dort bspw. Freunde, Verwandte haben oder Wohneigentum besitzen… 

 

Ich bin mal gespannt zu sehen, wie sich diese Maßnahmen im Hinblick auf die nächsten Großereignisse (Fußball WM 2026 und die olympischen Sommerspiele 2028) auswirken. Zumal ja auch Niemand nachvollziehen kann, in welche Kanäle diese ganze Datenflut hinschwappt und was damit hinter den Kulissen geschieht… 

Geschrieben
Am 11.12.2025 um 10:31 schrieb jetstream:

Ein weiterer Grund, Reisen in die USA zukünftig - sofern möglich - zu vermeiden. Entsprechende Boykott-Aufrufe machen bereits die Runde.  

Die massive Erhöhung der Nationalpark-Eintritte für Ausländer durch die Trump-Regierung konnte man ja auch schon als ausgestreckten Mittelfinger für Touristen werten. Da braucht man keine Boykott-Aufrufe, da kommen schon genug selber auf die Idee, bei diesen Rahmenbedingungen mal ein paar Jahre einen Bogen um die USA zu machen.

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb Nosig:

Für die Airlines ist das ganz schlecht.

Auf den ersten Blick: ja.

 

Es kann dann aber auch zu weiteren Marktbereinigungen führen, inklusive der damit verbundenen Nebeneffekte (höhere Preise am Markt durchsetzbar, günstigere Piloten dank Pilotenüberschuss, eigene Gewerkschaften machen Zugeständnisse, Flugzeughersteller sind lieferfähig und müssen Nachlässe gewähren, etc.)

Geschrieben

Nur interessehalber eine Frage.
Ich habe in einem 1984 abgelaufenen Pass noch ein US-Visum mit Datum Jan. 1974 und dem Hinweis "Valid until INDEFINITELY for MULTIPLE Applications for Entry.
Würde ich damit das ganze ESTA-Gedöns umgehen können?

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb aaspere:

Ich habe in einem 1984 abgelaufenen Pass noch ein US-Visum mit Datum Jan. 1974 und dem Hinweis "Valid until INDEFINITELY for MULTIPLE Applications for Entry.

Alle zeitlich unbegrenzten Visa sind nach 9/11 für ungültig erklärt worden. Meins wurde in Miami ungültig gemacht mit dem Hinweis "without prejudice"  oder so ähnlich.

Geschrieben
vor 51 Minuten schrieb BWE320:

Alle zeitlich unbegrenzten Visa sind nach 9/11 für ungültig erklärt worden. Meins wurde in Miami ungültig gemacht mit dem Hinweis "without prejudice"  oder so ähnlich.


Danke für die Antwort. Ich hatte sowas schon vermutet, aber nicht mit 9/11 in Verbindung gebracht.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb aaspere:

Nur interessehalber eine Frage.
Ich habe in einem 1984 abgelaufenen Pass noch ein US-Visum mit Datum Jan. 1974 und dem Hinweis "Valid until INDEFINITELY for MULTIPLE Applications for Entry.
Würde ich damit das ganze ESTA-Gedöns umgehen können?

Wenn die USA Dir in 1974 im zarten Alter gefühlt von Mitte 60 ein unbegrenztes Visum ausstellten konnten die nicht davon ausgehen, dass Du so ein zäher Knochen bist ;-) 

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Lässt einen die Bundespolizei mit einem abgelaufenen Pass überhaupt ausreisen. 

Man muss im Ausland beide Pässe vorzeigen. Den alten ungültigen mit dem Visavermerk und den aktuellen. Ausreisen tut man natürlich nur mit dem aktuellen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Lässt einen die Bundespolizei mit einem abgelaufenen Pass überhaupt ausreisen. 


Natürlich nicht. Die Frage betraf nur das im abgelaufenen Pass enthaltene Visum. Und die Seite mit dem US-Visum enthält keinen "UNGÜLTIG-Stempel". Wenn das Visum noch gültig gewesen wäre, bräuchte ich es nur in den jetzigen Pass übertragen lassen.
Das war der Hintergrund meiner Frage.

 

FKB war schneller. 

Bearbeitet von aaspere
Geschrieben (bearbeitet)
vor 7 Minuten schrieb FKB:

Man muss im Ausland beide Pässe vorzeigen. Den alten ungültigen mit dem Visavermerk und den aktuellen. Ausreisen tut man natürlich nur mit dem aktuellen.

Sorry! Zu schnell gedrückt: Früher war es so (bevor den ganzen Computersystemen), dass es durchaus sinnvoll sein konnte alte Reisepässe mitzuführen, um zu beweisen, dass man brav wieder ausreist. Heute sieht man das wohl im System.

Bearbeitet von FKB
Geschrieben (bearbeitet)
vor 21 Stunden schrieb abdul099:

Mal bitte Hand hoch hier, wer weiß alles, ohne Googeln oder Copiloten oder was auch immer, was ne IP ist und wie man die rausfindet? Und wer hat alle genutzten IPs in den letzten paar Jahren gespeichert?

also ich nutze immer die 127.0.0.1

 

aber im Ernst: in Zeiten von dynamischen IPs, IPv6 und CGN (nicht dem Flughafen, sondern Carrier Grade NAT) ist es auch für den Profi unmöglich, seine eigenen IPs (zu Hause, Firma, Mobilfunk, Bahn WLAN, Hotel WLAN, ...) selbst von einer Woche lückenlos zu kennen

Bearbeitet von JSQMYL3rV

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden
×
×
  • Neu erstellen...