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Guenni

Gesellschaftliche Akzeptanz von Mängeln bei Passagierkontrollen an Flughäfen

Empfohlene Beiträge

Ich mache die Diskussion aufgrund der jüngsten Ereignisse an den Flughäfen in München und Frankfurt auf. Ich habe mir die Frage gestellt, ob man nach der Erkenntnis,

- dass man einen Passagier aus Versehen nicht richtig oder gar nicht kontrolliert hat

- der Passagier kein auffälliges Verhalten gezeigt hat, dass auf eine beabsichtigte Straftat schließen lässt

 

nicht einfach auf die danach folgenden Sicherungsmaßnahmen verzichten könnte. Ich habe dann versucht, das sich daraus ergebende Risiko abzuschätzen

 

Meine Annahmen waren für Deutschland:

 

- alle Flughäfenzusammen: 235.000.000 paxe/a

- an allen Flughäfen sichergestellte Waffen-/Munitions-/Sprengstoffteile = 3.500 /a (eine erschreckend hohe Zahl wie ich finde)

- Anzahl sicherheitsrelevanter Ereignisse wie zuletzt in Frankfurt und München: Geschätzt: 2 pro Jahr

 

Dann hab ich noch angenommen

- dass sich von den 3.500 /a sichergestellten Waffen etc. nur 50 % auf Passagier und Handgepäck entfällt, die anderen 50 % auf aufgegebenes Gepäck.

- von den 235.000.000 paxen pro Jahr 50 % abfliegen, also durch die Sicherheitskontrollen müssen.

 

Das ergibt:

p (böser Passagier) = 1,5 x 10-5

p (Passagier schlüpft durch Kontrolle)  = 1,7 x 10-8

 

und somit

 

p (böser Passagier schlüpft durch Kontrolle) = 1,5 x 1,7 x 10-5 x 10-8 =  2,55 x 10-13

 

Würden wir ab heute konstante Passagierzahlen von 235.000.000 pro Jahr in Deutschland haben, würde ein Verzicht auf nachfolgende Sicherungsmaßnahmen (also Sperrung, Abfertigungsstop) ein womöglich gefährliches Ereignis etwa alle  1/ [2,55 x 10-13] pax / 117.500.000 pax/a = 33.375 a bedeuten.

 

Meine Frage ist, ob dies nicht ein akzeptables Risiko wäre. Immerhin fliegt man heute auch mit nur 2 engines über den Teich, auch hier hat die Abwägung Wirtschaftlichkeit/Sicherheit einen guten Weg gefunden.

 

Wer bessere Zahlen hat als ich sie im Internet gefunden oder angenommen habe - ich aktualisiere gerne meine Rechnung.

 

 

 

 

 

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Was sich nicht berechnen lässt, wie viele "p" versuchen es erst gar nicht, aufgrund der bekannten Sicherheitskontrolle.

 

Es ist sicher unbestritten das ein Flugzeug ein besonderes Objekt ist, welches sich für böse Zwecke nutzen lässt. Neben der räumlichen Möglickeit ist es eben auch besonders Medienwirksam. Ein Gefangenen genommener Terrorist sagte wohl mal, das es weniger das Ereignis selbst ist, was sie erreichen wollen, als vielmehr die Langzeitwirkung die ein erfolgreicher Angriff mit sich bringt.

Die gesteigerten Sicherheitskontrollen sind seit 911 ein gutes Beispiel.

 

Dennoch unterstütze ich deine These. Weniger im Grundsatz ob es überhaupt Siko geben müsste, als vielmehr den Sinn zu hinterfragen,  ob ständig neue Vorschriften und noch striktere Maßnahmen einen messbaren Sicherheitsgewinn bringen, oder ob dies mehr in der zunehmenden Intensität verpufft. 

In vielen Bereichen nehme ich persönlich eine Histerie zur Kenntnis die mich ungläubig zurück lässt, ob dem Wissen das jede zusätzliche Maßnahme zwei Hintertüren öffnet. Jeder der täglich einen Sicherheitsbereich betritt, kennt die örtliche Schwachstelle im System. Und jeder der sich mit immer neuen Pseudomaßnahmen kontrollieren lässt ( lassen muss) gibt auch immer ein Stück Selbstbestimmung und persönliche Freiheit ab. Ich finde das ist der falsche Weg, eben der Weg der Terroristen.

" Ab heute kein Weihnachtsmarkt mehr, der nicht mit Pollern und Traktoren gesichert ist. Selbst auf dem kleinen Dorf. " 

In diesem Thema Terror haben wir uns  alle zum Getriebenen gemacht. Dabei ist diese Gefahr statistisch vernachlässigbar gegenüber dringenderen Problemen.

 

 

 

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Zitat

Was sich nicht berechnen lässt, wie viele "p" versuchen es erst gar nicht, aufgrund der bekannten Sicherheitskontrolle. 

Ja, das ist richtig, aber für meine Berechnungen nicht relevant. Die Kontrollen sind ja schon da - mit dem angenommenen Fehler, dass von 117.500.000 paxen im Jahr zwei paxe fälschlicherweise nicht oder nicht richtig kontrolliert werden.

 

Ich stelle mit der Risikoabschätzung ja nur die Frage, ob es bei einem festgestellten Durchschlüpfen eines Passagiers anschließend noch Sinn macht, den halben Flughafen abzusperren oder man es einfach dabei belässt dass halt mal jemand nicht kontrolliert wurde.

 

Und mit Sinn meine ich eine Abwägung "Restrisiko gegen wirtschaftlichen Schaden" für alle Betroffenen.

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Vielleicht wird dieses Thema bald nicht mehr gefragt sein.

 

Die USA überlegt an über 150 eher kleineren Flughäfen die Sicherheitskontrollen einzustellen.

 

Womöglich könnte das auch in Deutschland funktionieren. 

 

Ist es wirklich  sinnvoll jeden Domestic-Fluggast zu kontrollieren ?

 

https://www.aerotelegraph.com/bald-keine-kontrollen-mehr-an-kleinen-us-flughaefen

 

Mal schauen was die EU macht.

 

bearbeitet von chris_flyer

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@chris_flyer in Schottland gibt es schon 3 Flughäfen ohne Sicherheitskontrolle.

 

In Deutschland wären das dann ehr die Flughäfen wie Heringsdorf, Siegerland oder noch kleiner.

Ich sehe da offen gestanden kein Problem.

 

Und anderswo wird das längst praktiziert, ohne dass dort irgend etwas passiert wäre.

Wer mit Regionlaairlines in Australien unterwegs ist, muss nie durch eine Sicherheitskontrolle. Allerdings sind dort die "Terminals" dieser Regio-Airlines baulich vom eigentliche Domestic-Terminal der großen Flughäfen getrennt.

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vor 12 Stunden schrieb Guenni:

Ich mache die Diskussion aufgrund der jüngsten Ereignisse an den Flughäfen in München und Frankfurt auf. Ich habe mir die Frage gestellt, ob man nach der Erkenntnis,

- dass man einen Passagier aus Versehen nicht richtig oder gar nicht kontrolliert hat

- der Passagier kein auffälliges Verhalten gezeigt hat, dass auf eine beabsichtigte Straftat schließen lässt

 

nicht einfach auf die danach folgenden Sicherungsmaßnahmen verzichten könnte. Ich habe dann versucht, das sich daraus ergebende Risiko abzuschätzen

[...]

Würden wir ab heute konstante Passagierzahlen von 235.000.000 pro Jahr in Deutschland haben, würde ein Verzicht auf nachfolgende Sicherungsmaßnahmen (also Sperrung, Abfertigungsstop) ein womöglich gefährliches Ereignis etwa alle  1/ [2,55 x 10-13] pax / 117.500.000 pax/a = 33.375 a bedeuten.

Die Rechnung sollte dahingehend geändetr werden, dass nicht nur ankommende Passagiere sondern ebenfalls auch Umsteiger und Transitpassagiere von den 235 Mio. auf deutschen Flughäfern abzuziehen sind. Dann hätten wir statt o.a. 177 Mio. nur ca. 89 Mio in die o.a. Rechnung einzusetzen.

Ein bisschen erinnert mich das an die Diskussionen um die Sicherheit der Nutzung der Kernenergie. Trotz auch hier sehr geringem rechnerischen Risiko hat es Three Mile Island und Tschernobyl gegeben.

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vor 8 Stunden schrieb L49:

Die Rechnung sollte dahingehend geändetr werden, dass nicht nur ankommende Passagiere sondern ebenfalls auch Umsteiger und Transitpassagiere von den 235 Mio. auf deutschen Flughäfern abzuziehen sind. Dann hätten wir statt o.a. 177 Mio. nur ca. 89 Mio in die o.a. Rechnung einzusetzen.

 

Auch das stimmt nicht zu 100%, weil man nach der Einreise aus "uncleanen" Länder auch als Umsteiger/Transitpassagier ebenfalls durch die Siko muss.

 

 

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Ohne Siko wird es nicht gehen. Die Frage ist halt nur, ob man nach Alternativen zu den momentanen Sicherheitskontrollen (in D-land) sucht, sich z.B. Abläufe in anderen Ländern wie z.B. Israel oder USA ansieht und zumindest Teile davon womöglich auch hier umsetzen kann. Habe den Eindruck, daß wir hier eine Art Beamtenmentalität bei den Entscheidungsträgern haben, gepaart mit dem Zwang, diese Dienstleistung Sicherheitskontrolle so günstig wie möglich durchzuführen. 

PS: Das die Siko auch ein emotionales Thema ist, hier ein Beispiel:

2 Flüge FRA - JFK. gleiche Startzeit, gleicher Flugzeugtyp, gleiche Airline, die Gates liegen nebeneinander. Bei einem Flug werden die gewohnten Sicherheitskontrollen durchgeführt, bei dem anderen Flug gibt es keine Sicherheitskontrolle, sondern die Passagiere können unkontrolliert direkt zum Gate. Nach dem CKI kann der Passagier sich entscheiden, welchen der beiden Flüge er nimmt. Vermute mal, daß die meisten doch durch die Siko gehen würden.

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vor 11 Stunden schrieb Waldo Pepper:

Ohne Siko wird es nicht gehen. Die Frage ist halt nur, ob man nach Alternativen zu den momentanen Sicherheitskontrollen (in D-land) sucht, sich z.B. Abläufe in anderen Ländern wie z.B. Israel oder USA ansieht und zumindest Teile davon womöglich auch hier umsetzen kann. Habe den Eindruck, daß wir hier eine Art Beamtenmentalität bei den Entscheidungsträgern haben, gepaart mit dem Zwang, diese Dienstleistung Sicherheitskontrolle so günstig wie möglich durchzuführen.

 

Jupp. Man muss nur überlegen, wann und warum die Sicherheitskontrollen eingeführt bzw. hochgefahren wurde. In den 70ern waren Flugzeugentführungen fast an der Tagesordnung, sie gingen sehr deutlich zurück seit es nicht mehr so einfach möglich ist, Waffen an Bord zu gekommen (Schmuggeln musste man früher ja nicht mal).

Die gepanzerten Cockpittüren mögen zwar verhindern, dass da noch jemand ins Cockpit kommt aber das Szenario, dass jemand an Bord in aller Ruhe einen Passagier nach dem anderen tötet und genau weiß, dass es bis zur Landung (und damit bis zum Eintreffen der Sicherheitskräfte) je nach Ort noch Stunden dauern wird ist ein Szenario, das niemand erleben will. Bisher passieren solche Sachen eher in Zügen, die können jederzeit gestoppt werden und binnen Minuten ist Hilfe da. Im Flugzeug ist das anders...

 

Über das "wie" muss man hingegen meiner Meinung nach sehr stark diskutieren. Das Flüssigkeitsverbot mit seinen ganzen absurden Folgen halte ich z.B. nach wie vor für absolut übertrieben und der Sicherheit nicht dienlicht...

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Die Siko ist doch nur eine Methode dem Passagier mehr Sicherheit vorzugaukeln.

 

Wenn jemand etwas an Bord bringen möchte, wird er einen Weg finden.

 

 

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Ja das Thema ist emotional, hier wird nun auch schon über Sicherheitskontrollen grundsätzlich diskutiert.

Ich wollte mit meiner Rechnung nur das zusätzliche Risiko aufzeigen, dass man eingehen würde, wenn man im Fall eines ohne Hinterlist oder Gewalt bei der Sicherheitskontrolle durchgeschlüpften Passagiers auf zusätzliche nachgelagerte Maßnahmen (Abfertigungsstop, Sicherheitsbereichsperrung usw.) verzichtet.

 

Dieses Risiko führt zusätzlich zu dem ohnehin schon vorhandenen Risiko, dass ein gefährlicher Gegenstand trotz Kontrolle nicht bemerkt wird, zu einem weiteren gefährlichen Ereignis ca. alle 33.000 Jahre (22.400 Jahre bei Rausrechnen der Umsteiger/Transitler).

 

Das Risiko, dass bei einer Passagierkontrolle eine Waffe übersehen wird, ist leider öffentlich nicht dokumentiert, ich gehe aber davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit ungleich höher ist und bestenfalls zwischen 10E-3 und 10E-4 liegt. D.h. wenn 10.000 mal versucht wird, eine Waffe durch die Sicherheitskontrolle zu bringen, dann wird das in ca. 1-10 Fällen auch gelingen. Rechnen wir mal mit einem einzigen Fall pro 10.000.

 

Dann haben wir durch dieses Nichterkennen einer Waffe trotz ordnungsgemäß durchgeführter Kontrolle im Mittel alle 5,7 Jahre ein möglicherweise gefährliches Ereignis im Luftverkehr.

 

Wenn wir nun bei durchgeschlüpften Passagieren auf nachträgliche Maßnahmen verzichten, reduziert sich dieser Wert um 0,011 auf 5,699 Jahre! Ich glaube da muss man nicht mehr drüber nachdenken, was nun vernünftig wäre.

 

Vermutlich sind die von mir berechneten Risiken noch zu groß, da natürlich viele Passagiere aus Dummheit oder Naivität gefährliche Gegenstände mitnehmen und gar keine bösen Absichten dabei haben. Ich habe aber nur eine Statistik gehabt, wieviel gefährliche Gegenstände im Jahr insgesamt gefunden werden. Dieser Fehler geht aber bei der Berechnung beider Wahrscheinlichkeiten gleichermaßen ein, das Ergebnis bleibt praktisch gleich.

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Der Staat setzt speziell ausgebildete Zollbeamte ein, um Koffer der Passagiere am Flughafen nach nicht versteuern Zigaretten, Schmuggelware, Bargeld oder Plagiaten zu untersuchen.

 

Die Sicherheitskontrolle zur Suche nach Waffen, Sprengstoff und  anderen gefährlichen Gegenständen wird dagegen meist "nur" von externen Dienstleistern durchgeführt. Die haben knallharte wirtschaftliche Interessen, wollen schwarze Zahlen schreiben - mit allen üblichen Rahmenbedingungen und manchen Problemen für das Personal. Soll nicht heißen, daß alle privaten Secutity-Anbieter nur schlechtes Personal beschäftigen, aber die Privatwirtschaft hat in dem Zusammenhang nunmal ihre Tücken.

 

Mag sein, dass ich gerade Äpfel mit Birnen vergleiche - Egal, es geht um die Verhältnismäßigkeit des öffentlichen Interesses.

 

Warum macht der Staat keine reine Hoheitsaufgabe aus der Passagierkontrolle? Ausschließlich Staatsbedienstete! Das würde die Fehler auch nicht gänzlich vermeiden, aber der Staat könnte die Auswahl, Ausbildung und sämtliche Bedingungen selbst steuern. Zudem hat das Personal eine klare Identifikation - den deutschen Staat - und nicht die Müller-Maier-Schulze Security GmbH & Co. KG. Das Thema wurde sicherlich schon oft rauf und runter diskutiert. Aber Sicherheit fängt nunmal wesentlich mit der Qualifikation und Motivation des eingesetzten Personals an! Sparsamkeit würde ich dabei als "obzön" bezeichnen.

 

 

bearbeitet von Tschentelmän

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vor 6 Stunden schrieb Tschentelmän:

Der Staat setzt speziell ausgebildete Zollbeamte ein, um Koffer der Passagiere am Flughafen nach nicht versteuern Zigaretten, Schmuggelware, Bargeld oder Plagiaten zu untersuchen.

 

Die Sicherheitskontrolle zur Suche nach Waffen, Sprengstoff und  anderen gefährlichen Gegenständen wird dagegen meist "nur" von externen Dienstleistern durchgeführt. Die haben knallharte wirtschaftliche Interessen, wollen schwarze Zahlen schreiben - mit allen üblichen Rahmenbedingungen und manchen Problemen für das Personal. Soll nicht heißen, daß alle privaten Secutity-Anbieter nur schlechtes Personal beschäftigen, aber die Privatwirtschaft hat in dem Zusammenhang nunmal ihre Tücken.

 

Mag sein, dass ich gerade Äpfel mit Birnen vergleiche - Egal, es geht um die Verhältnismäßigkeit des öffentlichen Interesses.

 

Warum macht der Staat keine reine Hoheitsaufgabe aus der Passagierkontrolle? Ausschließlich Staatsbedienstete! Das würde die Fehler auch nicht gänzlich vermeiden, aber der Staat könnte die Auswahl, Ausbildung und sämtliche Bedingungen selbst steuern. Zudem hat das Personal eine klare Identifikation - den deutschen Staat - und nicht die Müller-Maier-Schulze Security GmbH & Co. KG. Das Thema wurde sicherlich schon oft rauf und runter diskutiert. Aber Sicherheit fängt nunmal wesentlich mit der Qualifikation und Motivation des eingesetzten Personals an! Sparsamkeit würde ich dabei als "obzön" bezeichnen.

 

 

Die ausschließlich von Staatsbediensteten durchgeführten Sicherheitskontrollen wird es nicht geben, eben wegen der schon mehrfach angesprochenen Kosten. Das diese einen anscheinend hohen Stellenwert haben, lässt doch irgendwie den Verdacht aufkommen, daß die Sikos genau den bei den zuständigen Behörden eben nicht haben, auch wenn natürlich lauthals das Gegenteil behauptet wird. Aber wie auch immer, Änderungen müssen her, nur welche und wie diese umsetzen; das wird bei der momentanen "Beamtenmentalität" noch ein langer Weg !

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Ich halte Beamte für keinesfalls motivierter oder besser qualifizierter als "gewerbliches Personal". Und sie machen genau dieselben Fehler weil sie eben auch Menschen sind. Einzig das "System dahinter könnte für den Unterschied sorgen. Schaut man sich den aktuellen Fall am Flughafen München an, so sollte die Bundespolizei sogar vor Scham in den Boden sinken:

- Sie haben mit dem Abfertigungsstop und Sperrung des Sicherheitsbereichs viel zu lange gewartet, solange bis die durchgeschlüpfte Passagierin abgeflogen war! Inkompetenter gehts nimmer!

- Sie haben dann trotzdem eine Maßnahme eingeleitet, die

-- im speziellen Fall nicht mehr wirksam sein hat können, weil eben zu spät

-- grundsätzlich von der Wahrscheinlichkeit her die Sicherheit so gut wie nicht erhöht (siehe meine Berechnungen)

-- erheblichen wirtschaftlichen Schaden bei Flughafen, Fluglinien und Passagieren verursacht.

bearbeitet von Guenni

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Ja na klar - wo Menschen sind, sind auch immer ein paar Fehler, Faulenzer und Doofköpfe. Egal ob Staatsdiener oder Privatwirtschaft. Trotzdem sehe ich die "potentielle Qualifikation" bei staatlichen Sicherheitsorganen besser kontrollier- und steuerbar. Reine Ansichtssache. Hierzu kann man definitiv viele leidenschaftliche Diskussionen führen.

 

Primär sehe ich das Thema eher unter dem Aspekt der Verantwortung und Priorität. Die Sicherheit und Ordnung am Flughafen gehört für mich in staatliche Hände - inkl der Fluggastkontrolle. Genauso wie die polizeiliche Verkehrskontrolle draußen auf der Straße oder eben dem bereits erwähnten Zöllner, der deinen Koffer nach diversen Produkten durchsuchen darf. Da traut sich dagegen niemand heran, eine Privatisierung durch zertifizierte Sicherheitsfirmen voranzubringen.

 

Ist eben alles eine granatenmäßig weitreichende Grundsatzdebatte, die weit über die Flughäfen hinaus geht... Vielleicht bald bei der Maybrit im ZDF....

bearbeitet von Tschentelmän

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Die Qualifikation der Luftsicherheitsassistenten wird sich dadurch aber nicht ändern, weil diese ja in der EU-VO 2015/1998 geregelt ist, soweit ich weiß. Somit wird ein staatlicher LuftAss nicht anders qualifiziert sein als ein privater. Abgesehen davon sind die Luftsicherheitsassistenten von der Bundespolizei beliehen, d.h. sie dürfen hoheitliche Aufgaben im Namen der Bundespolizei durchführen. Sicherheit und Ordnung an Verkehrsflughäfen (zumindest der §5-Bereich (LuftSiG)) liegt in staatlichen Händen. 

 

Sollte jetzt die Bundespolizei alle in D angestellten Luftsicherheitsassistenten übernehmen (kann ja auch in einem Angestelltenverhältnis passieren) dürfte sich außer der eventuell besseren Plan- und Steuerbarkeit nicht viel ändern. 

 

Ich bin ja im §8-Bereich (Sicherungsmaßnahmen der Flughafenbetreiber)am HAM tätig und somit unterliegen wir nicht der staatlichen Schiene. Neben den Personal- und Warenkontrollen gehört auch die Flughafen- bzw. Terminalbestreifung zu den Sicherungsmaßnahmen des Flughafenbetreibers. Diese wurden bislang wie die Personal- und Warenkontrollen vom Dienstleister Securitas durchgeführt. Nun hat der Flughafen die Bestreifungen in die eigene Hand genommen. Aber das Personal ist weitestgehend das gleiche geblieben, nur rennt es jetzt mit einer anderen Uniform herum. Der Vergleich mit der Fluggastkontrolle mag jetzt etwas hinken, aber ich persönlich sehe keinen Unterschied ob ich den Luftsicherheitsassistenten in die Securitas-Kötter-I-Sec- oder in die Bundespolizeiuniform stecke. Die Polizeiuniform könnte höchstens bei den Passagieren mehr Respekt einflößen. 

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vor 16 Stunden schrieb Tschentelmän:

Der Staat setzt speziell ausgebildete Zollbeamte ein, um Koffer der Passagiere am Flughafen nach nicht versteuern Zigaretten, Schmuggelware, Bargeld oder Plagiaten zu untersuchen.

 

Die Sicherheitskontrolle zur Suche nach Waffen, Sprengstoff und  anderen gefährlichen Gegenständen wird dagegen meist "nur" von externen Dienstleistern durchgeführt. Die haben knallharte wirtschaftliche Interessen, wollen schwarze Zahlen schreiben - mit allen üblichen Rahmenbedingungen und manchen Problemen für das Personal. Soll nicht heißen, daß alle privaten Secutity-Anbieter nur schlechtes Personal beschäftigen, aber die Privatwirtschaft hat in dem Zusammenhang nunmal ihre Tücken.

 

Mag sein, dass ich gerade Äpfel mit Birnen vergleiche - Egal, es geht um die Verhältnismäßigkeit des öffentlichen Interesses.

 

Warum macht der Staat keine reine Hoheitsaufgabe aus der Passagierkontrolle? Ausschließlich Staatsbedienstete! Das würde die Fehler auch nicht gänzlich vermeiden, aber der Staat könnte die Auswahl, Ausbildung und sämtliche Bedingungen selbst steuern. Zudem hat das Personal eine klare Identifikation - den deutschen Staat - und nicht die Müller-Maier-Schulze Security GmbH & Co. KG. Das Thema wurde sicherlich schon oft rauf und runter diskutiert. Aber Sicherheit fängt nunmal wesentlich mit der Qualifikation und Motivation des eingesetzten Personals an! Sparsamkeit würde ich dabei als "obzön" bezeichnen.

 

 

Also für mich ist ein Hund der BPol oder des Zolls, der nach Waffen, Sprengstoff oder anderen Dingen sucht kein externer Dienstleister.

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Am 10.8.2018 um 22:11 schrieb Guenni:

Ja das Thema ist emotional, hier wird nun auch schon über Sicherheitskontrollen grundsätzlich diskutiert.

Ich wollte mit meiner Rechnung nur das zusätzliche Risiko aufzeigen, dass man eingehen würde, wenn man im Fall eines ohne Hinterlist oder Gewalt bei der Sicherheitskontrolle durchgeschlüpften Passagiers auf zusätzliche nachgelagerte Maßnahmen (Abfertigungsstop, Sicherheitsbereichsperrung usw.) verzichtet.

 

 

Und hier gibt es meiner Meinung nach einen systematischen Fehler. Die Fälle, die jetzt passierten, waren Versehen der Passagiere. Ja, damit kann man kalkulieren und kommt zu dem von Dir genannten Ergebnis.

 

Wenn die Versehen allerdings "akzeptiert" werden und dann gesagt wird "wird schon gutgehen, die Wahrscheinlichkeit, dass es ein wirkliches Problem gibt, ist verschwindend gering", dies bekannt wird, dann kann man da auch gezielt ausnutzen. Person A verursacht Chaos bei der Kontrolle und Person B schlüpft durch. Das kannst Du nicht mehr berechnen.

 

 

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Erinnert mich an das mittlerweile schon ein paar Jahre alte Filmchen aus einer Lanz-Sendung zum Thema Nacktscanner (als damals die Diskussion aufkommt) und der gute Herr Bosbach (den ich sogar als SPD-Wähler sehr schätze) doch ein wenig vorgeführt wurde, was Herr Gruber so alles dabei hatte:

 

https://www.youtube.com/watch?v=nrKvweNugnQ

 

Klassischer Beleg für auch meine Meinung, die hier auch kundgetan wurde: Sicherheit vorgaukeln. Oder warum gibt es sonst keine adäquaten Kontrollen an Zügen? Weihnachtsmärkten? Bahnhöfen? Bussen? Diese kleinen Mengen Sprengstoff kriegt man doch auch in jedes Stadion? (siehe Pyros).

 

Habt ihr mal selber gesehen, wie die Eingänge ins Terminal in Brüssel aussehen nach den Anschlägen aus März 2016? Du kommst Dir vor, in einen Knast zu gehen und nicht auf eine Reise.

 

Ich wurde dieses Jahr in Deutschland zweimal "randomized" zu den Kollegen der Bundespolizei rausgezogen, einmal wg. Drogenscan, einmal Sprengstoff (Düsseldorf und Hannover). Und da ich (zumindest dieses Jahr bisher) immer nur mit Handgepäck gereist bin, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich zumindest kleine (flüssige) Substanzen mit Explosionspotential in meinem Rucksack hätte haben können. Teilweise waren die Kontrollen doch auch recht "oberflächlich" (Kollege am Monitor redet nebenher mit Kollegen o.ä.). Nicht von ungefähr beginnen doch die Diskussionen, das Flüssigkeitsverbot langsam wieder aufzuweichen (was mir recht wäre, der ganze Beutel verschmiert, wenn das Duschgel-Päckchen nicht ganz zu war).

 

Also entweder konsequent arbeiten und das auch mit Staatspersonal - oder es (viel besser) so zu machen, wie die Australier oder Norweger (oder auch die USA?), und die Kontrollen an den kleinen Domestic-Flügen langsam auszudünnen.

 

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Wo gearbeitet wird passieren auch Fehler und je grösser der finanzielle oder berufliche Druck wird, desto eher versucht man auch was zu vertuschen. Von daher:

Was ich in dieser Diskussion vermisse ist eher die Folgende Fragestellung:

Man kann ja sicherlich die Sicherheit an private Dienstleister auslagern. Aber wer kontrolliert denn wie und wie oft deren Ausbildung, deren Tarifvereinbarungen, die Umsetzung nach den allgemeinen Sicherheitsvorschriften etc...Wer verhindert, dass z.b. mangels angemessenener Bezahlung nicht doch ein Team bestechlich wird, oder jemand "falsches" eingestellt wird...? 

Dies ist in meinen Augen der grösste Unsicherheitsfaktor

 

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vor 9 Stunden schrieb Stef1704:

Wer verhindert, dass z.b. mangels angemessenener Bezahlung nicht doch ein Team bestechlich wird, oder jemand "falsches" eingestellt wird...? 

 

Wer verhindert das bei der Polizei/Bundespolizei/Bundeswehr/Zoll?

 

Selbst dort gibt es immer wieder Fälle. Ich denke der viel wichtigere Ansatz als das "Wer" ist das "Wie". Und das erreicht man z.B. durch wechselnde Teams und 4-Augen-Prinzip. Hierbei fällt dann auch jemand "falsches" auf, bzw. bekommt gar nicht die Gelegenheit, irgendeinen "Mist" zu machen.

 

 

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https://www.munich-airport.de/_b/0000000000000000838654bb586bb691/2015-11-25-eu-verordnung-gemeinsamen-grundstandards-luftsicherheit.pdf

 

Dieses Kapitel könnte für die letzten beiden Beiträge dieses Threads interessant sein. 

 

Wechselnde Teams gibt es bereits, dem ist aber durch die Gesamtzahl der beim Sicherheitsunternehmen am Flughafen beschäftigten Mitarbeiter auch irgendwo eine Grenze gesetzt. 

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vor 3 Stunden schrieb PHIRAOS:

Danke für diesen Link! Die Verordnung ist auch im Hinblick auf meine ursprüngliche Frage in diesem Thread interessant:

 

Ich zitiere daraus:

1.1.2.3. Jedes Mal, wenn Unbefugte Zugang zu einem Sicherheitsbereich hatten, wird so bald wie möglich eine Sicherheitsdurchsuchung der Bereiche vorgenommen, deren Sicherheit möglicherweise beeinträchtigt wurde, um hinreichend sicherzustellen, dass der betreffende Bereich keine verbotenen Gegenstände enthält.

 

Die Frage ist nun:

- Was ist sobald als möglich? Da steht nicht "sofort" oder "unmittelbar".

- Was ist hinreichende Sicherheit? Ein netter unbestimmter Rechtsbegriff der meines Erachtens auch jetzt schon den Behörden einen gewissen Spielraum lassen würde.

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Am 13.8.2018 um 11:43 schrieb ilam:

 

Und hier gibt es meiner Meinung nach einen systematischen Fehler. Die Fälle, die jetzt passierten, waren Versehen der Passagiere. Ja, damit kann man kalkulieren und kommt zu dem von Dir genannten Ergebnis.

 

Wenn die Versehen allerdings "akzeptiert" werden und dann gesagt wird "wird schon gutgehen, die Wahrscheinlichkeit, dass es ein wirkliches Problem gibt, ist verschwindend gering", dies bekannt wird, dann kann man da auch gezielt ausnutzen. Person A verursacht Chaos bei der Kontrolle und Person B schlüpft durch. Das kannst Du nicht mehr berechnen.

 

 

Die Fälle um die es mir geht, sieht man sich ja auf Video erst an, bevor man agiert. In München sogar so lange, bis der durchgeschlüpfte Passagier abgeflogen ist. Da kann man mutwillige Chaoserzeugung vielleicht schon erkennen. Aber im Prinzip hast Du Recht. Die Praxis ist viel komplexer als sie ein Statistiker am Schreibtisch ausrechnet.

 

Ein anderer Weg wäre natürlich, Fälle wie in München mit durchgeschlüpften Passagieren gar nicht erst zu kommunizieren. Einfach gut sein lassen. Das würde dann aber auch meine Frage nach der gesellschaftlichen Akzeptanz sinnlos machen.

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