Jochen Hansen Geschrieben 16. Dezember 2025 Melden Geschrieben 16. Dezember 2025 Am 5.12.2025 um 05:00 schrieb Pyling: Wenn internationale Standards nicht mehr eingehalten würden, könnten die Russen nicht mehr international fliegen; das tun sie aber weiterhin. Von daher klingt das für mich nicht schlüssig. Moin, natürlich werden internationale Standards nicht eingehalten. Denn wenn per Order von oben ein Aufarbeitungsbetrieb (in dem Fall Triebwerksaufarbeitung) bestimmt wird, welches der Hersteller (OEM) nicht genehmigt hat bzw. supportet, dann ist das aufgearbeitete Bauteil nicht lufttüchtig. Denn der Hersteller hat keine Kenntnis mit welchen Ersatzteilen/Verfahren dieses Bauteil (Triebwerke) eigentlich repariert/bearbeitet werden. Eins ist sicher, seine Teile/Prozesse (CFMi) sind es nicht, weil alles unter die Sanktionen läuft. Daher ist die ausgestellte Form One, CofC etc. nichts wert, wie auch die Flugzeuge im Westen kaum ein Wert mehr haben dürften. Dies bezieht sich aber meines Wissens nach auf die Standardrumpfflotte. Wer ein GE90 überholt wüste ich mal gern bzw. könnte ich mir vorstellen, dass bei den Bauteilen mit 150% Aufschlag etwas über Drittstaaten funktioniert. Ich gehe generell davon aus, wie im Fall Sri Lanka (Aeroflot Maschine wurde festgesetzt, danach wurden keine Visa mehr ausgestellt für Russen und Sri Lanka ist schnell wieder umgeschwenkt), dass bei den internationalen Verbindungen auch die (Wirtschaft-)Politik ein Wörtchen Mitreden könnte, daher wird es von Seiten der betreffenden, nationalen Luftfahrtbehörden einfach weiterlaufen lassen. Gruß, Jochen
abdul099 Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar Ural airlines plant diesem Artikel im Focus zufolge, die Lebensdauer der A320-Familie um bis zu 20.000 Flugstunden zu erhöhen (auf bis zu 96.000). Man will dazu die Flugzeuge weitgehend zerlegen, prüfen und neu zusammen setzen, auch wenn man dafür nicht von Airbus zertifiziert ist.
Aero88 Geschrieben 21. Februar Melden Geschrieben 21. Februar Am 20.2.2026 um 09:37 schrieb abdul099: Ural airlines plant diesem Artikel im Focus zufolge, die Lebensdauer der A320-Familie um bis zu 20.000 Flugstunden zu erhöhen (auf bis zu 96.000). Man will dazu die Flugzeuge weitgehend zerlegen, prüfen und neu zusammen setzen, auch wenn man dafür nicht von Airbus zertifiziert ist. Das wird wohl die Zukunft der russischen Luftfahrt sein. Ganz nach dem iranischen Modell. Sollte der Krieg irgendwann mal vorbei sein, glaubt doch niemand, dass diese Flugzeuge irgendeinen Flughafen in Europa anfliegen dürfen. 1
Pyling Geschrieben 25. Februar Melden Geschrieben 25. Februar Mal schauen, das Problem ist ja, dass dann auch EU-europäische Fluggesellschaften weiterhin nicht nur Russland nicht anfliegen dürfen, sondern auch nicht überfliegen dürfen. Das bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Nachteil im Konkurrenzkampf und damit wirtschaftlichen Schaden.
jubo14 Geschrieben 25. Februar Melden Geschrieben 25. Februar @Pyling: Das siehst Du falsch. Es geht nicht um die generellen Einflug- und Überflugrechte, es geht darum, dass jedes nicht ordnungsgemäß gewartete Flugzeug nicht in den EU-Luftraum einfliegen darf. Wenn sich Aeroflot und die anderen russischen Airlines dann die Mühe machen ihre Flugzeuge einem kompletten Regelcheck zu unterziehen, dann kann für dieses Luftfahrzeug auch wieder die Erlaubnis erteilt werden. Aber da reden wir von Monaten pro Flugzeug. Und neben der Dauer stellt sich dann auch die Frage, wer es denn machen soll. Denn russischen Wartungsfirmen wird erst einmal niemand mehr vertrauen. Und ob das dann wirtschaftlich (für die russische Airline) irgendeinen Sinn macht, müsste man auch erst einmal durchrechnen. Kaufen die Russen neue Flugzeuge, lassen die im Ausland warten, dann können sie mit denen natürlich wieder nach Europa fliegen. Nur wartet gerade kein Flugzeughersteller auf die Bestellungen russischer Airlines. Und das Leasing-Unternehmen, dass dann sofort wieder Flieger nach Russland verleased, muss auch erst einmal gefunden werden. Denn die Mehrzahl der Flieger westlicher Bauart, die derzeit in Russland sind, gehörten mal Leasing-Firmen. Und wenn man mich praktisch schon einmal enteignet, man könnte auch sagen bestohlen, hat, ist die Bereitschaft für weitere Geschäfte doch wohl sehr begrenzt. 1
locodtm Geschrieben 25. Februar Melden Geschrieben 25. Februar vor 7 Minuten schrieb jubo14: Es geht nicht um die generellen Einflug- und Überflugrechte, es geht darum, dass jedes nicht ordnungsgemäß gewartete Flugzeug nicht in den EU-Luftraum einfliegen darf. Soweit die Theorie. Ich kann mir schon vorstellen, dass Russland seinen Luftraum schließt oder aber exorbitante Gebühren verlangt, solange die eigenen Airlines nicht mit dem Schrottgerät wieder in die EU einfliegen dürfen. Machen wir uns nichts vor, auch nach einem Kriegsende oder gar einem Nachfolger von Putin ist es ja kein freundschaftliches Verhältnis.
Pyling Geschrieben 25. Februar Melden Geschrieben 25. Februar Soweit die Theorie das sehe ich auch so, in der Praxis wird wohl niemand ernsthaft glauben, dass Russland seinen Luftraum öffnen wird, wenn die EU dies nicht im Gegenzug mit ihrem genauso tut. Man kann sich also überlegen, eine diplomatische Lösung zu finden, für beide Seiten gesichtswahrend, oder weiterhin tausende Kilometer lange Umwege zu fliegen, um nach Ostasien zu kommen und damit ein Produkt zu haben, das nicht konkurrenzfähig ist. Vielleicht wäre ja eine Lösung, moderne russische Flugzeuge im EU-Luftraum zuzulassen, dann könnten die westlichen Modelle den russischen Binnenmarkt bedienen.
FKB Geschrieben 26. Februar Melden Geschrieben 26. Februar vor 20 Stunden schrieb jubo14: @Pyling: Das siehst Du falsch. Es geht nicht um die generellen Einflug- und Überflugrechte, es geht darum, dass jedes nicht ordnungsgemäß gewartete Flugzeug nicht in den EU-Luftraum einfliegen darf. Wenn sich Aeroflot und die anderen russischen Airlines dann die Mühe machen ihre Flugzeuge einem kompletten Regelcheck zu unterziehen, dann kann für dieses Luftfahrzeug auch wieder die Erlaubnis erteilt werden. Aber da reden wir von Monaten pro Flugzeug. Und neben der Dauer stellt sich dann auch die Frage, wer es denn machen soll. Denn russischen Wartungsfirmen wird erst einmal niemand mehr vertrauen. Und ob das dann wirtschaftlich (für die russische Airline) irgendeinen Sinn macht, müsste man auch erst einmal durchrechnen. Das Problem ist doch noch viel größer: Es sind ja nicht nur die Flugzeuge, sondern auch das ganze Ersatzteilsystem mit Nachweisen, gültige Zertifizierungen. Ja auch der Status der russischen Luftfahrtbehörden bei der ICAO ist ja problematisch. Und was ist mit dem Personal? Das dauert auch seine Zeit bis wieder genügend Kapa vorhanden ist - unter den Rahmenbedingungen wie Kriegswirtschaft und Bevölkerungsverlusten.
Lufticus Geschrieben 26. Februar Melden Geschrieben 26. Februar vor 10 Stunden schrieb Pyling: Man kann sich also überlegen, eine diplomatische Lösung zu finden, für beide Seiten gesichtswahrend Beim Thema Sicherheit einen diplomatische, für die Russen - nicht für die westliche Seite; Flugzeuge, Wartungsbetriebe, Ersatzteile etc. sind hierzulande pauschal nicht zu beanstanden - gesichtwahrende Lösung zu finden, ist nichts weiter als eine Phrase. Abstriche beim Thema Sicherheit zu machen, birgt stets Gefahren. 2
OliverWendellHolmesJr Geschrieben 26. Februar Melden Geschrieben 26. Februar vor 19 Stunden schrieb Pyling: Man kann sich also überlegen, eine diplomatische Lösung zu finden, für beide Seiten gesichtswahrend, Warum soll man einem Kriegsverbrecher eine gesichtswahrende Off-Ramp bieten. Stand jetzt ist es vollkommen ausreichend im sein Lebensabend in seinem Verschlag in Sochi zu gewähren. Der Gute gehört nach Den Haag. Und auch dem Rest der herrschenden Klasse Russlands muss man nichts gewähren. 6
Pyling Geschrieben 26. Februar Melden Geschrieben 26. Februar 15 minutes ago, OliverWendellHolmesJr said: Warum soll man einem Kriegsverbrecher eine gesichtswahrende Off-Ramp bieten. Stand jetzt ist es vollkommen ausreichend im sein Lebensabend in seinem Verschlag in Sochi zu gewähren. Der Gute gehört nach Den Haag. Und auch dem Rest der herrschenden Klasse Russlands muss man nichts gewähren. Kann man natürlich so sehen, dann machen eben andere weiterhin das Geschäft alleine. Die Welt dreht sich auch ohne europäische Moralvorstellungen weiter. So wichtig sind wir nicht. 8 hours ago, Lufticus said: Beim Thema Sicherheit einen diplomatische, für die Russen - nicht für die westliche Seite; Flugzeuge, Wartungsbetriebe, Ersatzteile etc. sind hierzulande pauschal nicht zu beanstanden - gesichtwahrende Lösung zu finden, ist nichts weiter als eine Phrase. Abstriche beim Thema Sicherheit zu machen, birgt stets Gefahren. Daher ja meine Überlegung, als Kompromiss gewissermaßen, neue russische Flugzeuge zuzulassen. Die westlichen Modelle können dann auf den heutigen Strecken weiter genutzt werden.
abdul099 Geschrieben 26. Februar Melden Geschrieben 26. Februar (bearbeitet) Ich hätte nicht mal ein Problem damit, wenn russische Modelle in Europa fliegen, vorausgesetzt, zwei Bedingungen sind eingehalten. 1. Die Sicherheitsanforderungen sind exakt die Selben, wie für alle anderen Flugzeuge auch. Wir müssen die Latte nicht höher hängen, aber sollten sie auch keinen mm absenken, nur um einen Despoten den glattrasierten Bart zu kraulen. 2. Russland muss den Krieg beendet haben und glaubwürdig Reue zeigen. Letzteres z.B. durch finanziellen Ausgleich mindestens eines substanziellen Teils des Schadens, den es angerichtet hat. Dass andere Geschäfte machen und wir nicht darf niemals eine Begründung sein, um Prinzipien über Bord zu werfen. Sonst können wir auch gleich Sklaverei und Kinderarbeit wieder einführen. Weil in anderen Teilen der Welt gibt es das ja, und die machen damit Geschäfte... Bearbeitet 26. Februar von abdul099 6
Tschentelmän Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar Die Frage der Luftfahrt ist nur eine von Vielen in der gesamten Sanktionspolitik. Zuvor sollte man sich vielmehr Gedanken über eine stärkere Befähigung der Ukraine machen, damit sie sich besser und wirkungsvoller gegen Angriffe aus Russland wehren kann. Daran scheitert es leider schon lange - insbesondere zur Frage nach weitreichenden Waffen, die beispielsweise russische Raffinerien und Waffenfabriken auf deren Territorium treffen können - völkerrechtlich wäre das grundsätzlich legal. Bisherige Sanktionen treffen Russland hart - aber offensichtlich nicht hart genug - Putin verlangt von seinem Volk alles ab und lässt keine Widerworte zu - dazu immer wieder Atomare Fantasien Russlands, die "uns" schon jahrelang vor wirkungsvolleren Militärhilfen für die Ukraine zurückschrecken lassen. Ja - Scheiße-gefährlich - aber solange man sich davon beeindrucken lässt, geht nichts wirklich voran. Aktuelle Show-Friedensgespräche sind komplett für die Tonne, solange Russland nicht viel stärker unter Druck steht - und der Druck kann offensichtlich dadurch maßgeblich erzeugt werden, in dem Russland militärisch viel wirkungsvoller - innerhalb völkerrechtlicher Linien - getroffen wird. Jedes Zugeständnis gegenüber Russland für eine Reduktion von Sanktionen wäre ein Geschenk, für das man keine seriöses Gegen-Zugeständnis bekommen würde - zumindest nicht solange Putin an der Macht ist. 6
FKB Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor 12 Stunden schrieb Pyling: Daher ja meine Überlegung, als Kompromiss gewissermaßen, neue russische Flugzeuge zuzulassen. Nicht nur die Flugzeuge sind das Problem, sondern auch das gesamte Umfeld. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija hat die Anerkennung durch die ICAO verloren und alles was die zertifizieren ist formal im Rest der Welt wertlos. Das Vorgehen der Rosawiazija ist auch objektiv betrachtet nicht konform und so lange die nicht auf den Pfad der Tugend zurück finden wird das so nichts. Abgesehen davon ist Russland derzeit überhaupt nicht in der Lage eine ausreichende Anzahl von Verkehrsflugzeugen zu produzieren.
Ich86 Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar Wie auch immer das Thema ausgeht, ich gehe davon aus, dass die ganze Welt, inklusive und insbesondere Westeuropa, nach Ende der Sanktionen ein großes Interesse hat, Russland wieder in die Wirtschaftsströme aufzunehmen. Sei es aus eigenen Interessen, aber auch um eine weitere Isolation Russlands zu Verhindern. Da wird auch das "Bestrafen" wahrscheinlich in den Hintergrund rücken, eine Lehre die Europa vielleicht auch aus Versailles gelernt hat. Dazu kommt, dass ich selbst überrascht bin, wie gut sich die russische Luftfahrt schlägt. Auch wenn viele Informationen nicht nach außen dringen, hätte ich erwartet, dass inzwischen mehr passiert wäre, 4 Jahre nachdem Russland von offiziellen Teileversorgungswegen abgeschnitten ist.
Jochen Hansen Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar (bearbeitet) vor 8 Stunden schrieb abdul099: Ich hätte nicht mal ein Problem damit, wenn russische Modelle in Europa fliegen, vorausgesetzt, zwei Bedingungen sind eingehalten. 1. Die Sicherheitsanforderungen sind exakt die Selben, wie für alle anderen Flugzeuge auch. Wir müssen die Latte nicht höher hängen, aber sollten sie auch keinen mm absenken, nur um einen Despoten den glattrasierten Bart zu kraulen. 2. Russland muss den Krieg beendet haben und glaubwürdig Reue zeigen. Letzteres z.B. durch finanziellen Ausgleich mindestens eines substanziellen Teils des Schadens, den es angerichtet hat. Dass andere Geschäfte machen und wir nicht darf niemals eine Begründung sein, um Prinzipien über Bord zu werfen. Sonst können wir auch gleich Sklaverei und Kinderarbeit wieder einführen. Weil in anderen Teilen der Welt gibt es das ja, und die machen damit Geschäfte... Moin, Mich würde mal interessieren, ob die russischen Airlines eine "internationale Flotte" (bei der die Besitzverhältnisse geklärt/legal sind und die Wartungspläne eingehalten werden) und eine "Binnenflotte" betreiben, bei der aktuelles, russisches Recht angewendet wird, bei dem die Punkte eben nicht passen? Ich könnte mir vorstellen, dass einige Länder die Augen zudrücken, wenn eine russische Maschine landet, denn man könnte sie garantiert stehen lassen, wenn man will. Aber dann wird der Druck recht groß, wie 2022 in Sri Lanka und das Thema ist gegessen. Money matters. Wenn die Russen ihre Instandhaltungsprogramme selbst strecken, weil die Flieger ansonsten am Boden stehen und ohne Herstellerdokumentation Reparaturen/Modifikationen durchführen, kann man davon ausgehen, dass die Flieger toxisch sind. 3-4 Jahre systematische Misswartung kannst du nicht so einfach abstellen. Es kann, sicherheitstechnisch nur darauf hinauslaufen, dass man einen Binnen-Ist-Flotte geben wird, eine "fly on your own risk" Flotte und dann (wenn es nach Trump geht, denn da wird schwer verhandelt) eine neue, gut gewartete Boeing-International-Flotte. Denn wir Europäer (mit Airbus) sind nicht gerade weit oben auf deren Beliebtheitsskala. https://www.aerotelegraph.com/airlines/schwerer-hackerangriff-legt-aeroflot-technics-lahm-an-einem-ganz-besonderen-datum/q43w2z4 Wie will man unter solchen Arbeitsbedingungen sicher arbeiten? Gruß, Jochen Bearbeitet 27. Februar von Jochen Hansen Ergänzungen eingefügt
Lufticus Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor 14 Stunden schrieb Pyling: Daher ja meine Überlegung, als Kompromiss gewissermaßen, neue russische Flugzeuge zuzulassen. Die westlichen Modelle können dann auf den heutigen Strecken weiter genutzt werden. Die Zulassung russischer Modelle wäre ein ganz normaler Vorgang und kein Kompromiss. Es sei denn, Du schlägst vor, keinerlei technischer Abnahme durchzuführen. COMAC hat für ihre C919 letztes Jahr das Zulassungsverfahren gestartet. Dauert halt (die EASA sprach von drei bis sechs Jahren).
FKB Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor einer Stunde schrieb Jochen Hansen: Mich würde mal interessieren, ob die russischen Airlines eine "internationale Flotte" (bei der die Besitzverhältnisse geklärt/legal sind und die Wartungspläne eingehalten werden) und eine "Binnenflotte" betreiben, bei der aktuelles, russisches Recht angewendet wird, bei dem die Punkte eben nicht passen? Wenn man sich die Flüge von Aeroflot anschaut würde ich eher sagen, dass keine Binnen- und internationale Flotte gibt. Die B737 werden eher im Inland eingesetzt, die A320 sehr oft international. Kann aber auch einfach dem Flugplan geschuldet sein und es gibt Gegenbeispiele. Man muss auch sagen, dass Aeroflot immer noch ganz viel international fliegt. Unsere europäische Sicht ist da verzerrt. Eine gewisse Trennung ergibt sich halt auch einfach aus der Tatsache, dass Widebodies sehr häufig für die internationalen Routen bzw. nach Ostsibirien eingesetzt werden.
Pyling Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar 9 hours ago, abdul099 said: Ich hätte nicht mal ein Problem damit, wenn russische Modelle in Europa fliegen, vorausgesetzt, zwei Bedingungen sind eingehalten. 1. Die Sicherheitsanforderungen sind exakt die Selben, wie für alle anderen Flugzeuge auch. Wir müssen die Latte nicht höher hängen, aber sollten sie auch keinen mm absenken, nur um einen Despoten den glattrasierten Bart zu kraulen. 2. Russland muss den Krieg beendet haben und glaubwürdig Reue zeigen. Letzteres z.B. durch finanziellen Ausgleich mindestens eines substanziellen Teils des Schadens, den es angerichtet hat. Dass andere Geschäfte machen und wir nicht darf niemals eine Begründung sein, um Prinzipien über Bord zu werfen. Sonst können wir auch gleich Sklaverei und Kinderarbeit wieder einführen. Weil in anderen Teilen der Welt gibt es das ja, und die machen damit Geschäfte... Bei den Sicherheitsanforderungen würde ich ebenfalls keine Abstriche machen wollen, und ehrlich gesagt wollen das die Russen eigentlich auch nicht. Bei den neuen Fliegern geht man ja auch nach internationalen Standards vor. Unter welchen Bedingungen der Krieg eingefroren oder beendet wird, werden wir hier in Europa sowieso nicht entscheiden, und an Reparationszahlungen seitens Russlands glaube ich nicht. Reparationen zahlen Verlierer, Russland wird diesen Krieg aber nicht verlieren. Realistisch betrachtet, kann die Ukraine zufrieden sein, wenn sie mit einem 1 : 1 vom Platz geht.
OliverWendellHolmesJr Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor 22 Stunden schrieb Pyling: Kann man natürlich so sehen, dann machen eben andere weiterhin das Geschäft alleine. Die Welt dreht sich auch ohne europäische Moralvorstellungen weiter. So wichtig sind wir nicht. Man kann natürlich auch einen Völkermord (oder versuchten) am ukrainischen Volk zu einer "Störung" im Geschäftsverkehr herunterdefinieren und sich über "europäische Moralvorstellungen" aufregen. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden. vor 9 Stunden schrieb Ich86: Da wird auch das "Bestrafen" wahrscheinlich in den Hintergrund rücken, eine Lehre die Europa vielleicht auch aus Versailles gelernt hat. Aus Versailles lernen und "Bestrafung" schließen sich nicht aus. Alleine schon aus dem Grund, da es mit dem derzeitigen Regime in Russland keine Grundlage für normale Beziehungen gibt. Die Existenz des Regimes hängt am Kampf gegen den Westen. Stoppen sie den Kampf bricht das Regime zusammen. 4
Tschentelmän Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar (bearbeitet) vor 10 Stunden schrieb Pyling: Russland wird diesen Krieg aber nicht verlieren Da stellt sich die Frage, wie man Krieg verlieren definiert. Russland verliert tagtäglich an Substanz - Hunderte Gefallene, Verwundete, Verstümmelte - dazu vermutlich Unzählige, die infolge Posttraumatischer Belastungsstörungen nur noch bedingt in die Gesellschaft und das Berufsleben zurück integriert werden können - jeden Monat Zehntausende insgesamt. Nicht zu vergessen - Mütter, Väter, Geschwister, Familien, die oft ebenso am Verlust kaputt gehen. Bereits zu Beginn des Krieges verließen viele Hunderttausende vor allem junge und gut ausgebildete Menschen Russland, um dem Regime und der drohenden Mobilisierung den Rücken zu kehren. Sie fehlen der Wirtschaft und der Gesellschaft unermesslich. China, extrem wichtiger "Handelspartner" für Russland - Importiert in Massen russische Rohstoffe - diktiert dabei Preise weit unter dem Marktniveau. Natürlich sind sie "Beste Freunde"! Die Ukraine - schwer gezeichnet - jeden Tag kommen Wunden dazu - wird Jahre und Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen, wenn der Scheiß-Krieg irgendwann zu Ende ist. Russland - schwer gezeichnet - jeden Tag kommen Wunden dazu - wird Jahre - Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen - und sie (Putin) haben es selbst in der Hand, den Scheiß-Krieg zu zu beenden, den sie selbst angefangen haben. Ob Russland den Krieg verlieren wird oder nicht hängt also tatsächlich vom Auge des Betrachters ab. Bearbeitet 27. Februar von Tschentelmän 5
abdul099 Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor 29 Minuten schrieb Tschentelmän: Ob Russland den Krieg verlieren wird oder nicht hängt also tatsächlich vom Auge des Betrachters ab. Man kann aber auch durchaus sagen, dass Russland den Krieg bereits verloren hat. Klar, abhängig davon, wie man darauf schaut, aber dennoch nicht falsch. Krieg ist nur die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Wenn man von den politischen Zielen ausgeht, also die Stärkung Russlands und Festigung des Statuses als Großmacht, Kontrolle über die Ukraine und Zurückdrängen der NATO und des Einflusses des Westens hat Russland bisher in den meisten Punkten das Gegenteil erreicht. Selbst wenn es zu einem Friedensvertrag kommt, bei dem Russland die Krim, den Donbass und Donezk und Luhansk zugesprochen bekommt, ist die Position schwächer als vor Beginn des Krieges. Militärisch mag ein Sieg drin sein, und man könnten mit mehr Gelände aus dem Gefecht gehen, als man angefangen hat. Strategisch und politisch ist das Spiel aber bereits verloren, denn momentan nimmt niemand mehr Russland als die Großmacht wahr, die man gerne wäre. Und auf dem ganzen Globus verliert man an Einfluss und wird nicht mehr als Schutzmacht wahrgenommen, sondern als Belastung. 3
Pyling Geschrieben 28. Februar Melden Geschrieben 28. Februar 19 hours ago, OliverWendellHolmesJr said: Aus Versailles lernen und "Bestrafung" schließen sich nicht aus. Alleine schon aus dem Grund, da es mit dem derzeitigen Regime in Russland keine Grundlage für normale Beziehungen gibt. Die Existenz des Regimes hängt am Kampf gegen den Westen. Stoppen sie den Kampf bricht das Regime zusammen. Das halte ich für etwas zu einfach gedacht, mit wenig Wissen über Russland. Ich denke, dass Putin durchaus weiter regieren könnte ohne diesen Krieg. Deshalb wird man mit ihm und seinen Nachfolgern noch lange zu rechnen haben. 15 hours ago, abdul099 said: Man kann aber auch durchaus sagen, dass Russland den Krieg bereits verloren hat. Klar, abhängig davon, wie man darauf schaut, aber dennoch nicht falsch. Man kann dazu unterschiedliche Meinungen haben, mir ging es aber um Reparationszahlungen. Die wird es in realistischen Szenarien nicht geben, denn dafür müsste Russland den Krieg in einem Maße verlieren, wie Deutschland die Weltkriege. Das ist meiner Meinung nach nicht realistisch.
abdul099 Geschrieben 28. Februar Melden Geschrieben 28. Februar vor 5 Stunden schrieb Pyling: Man kann dazu unterschiedliche Meinungen haben, mir ging es aber um Reparationszahlungen. Die wird es in realistischen Szenarien nicht geben, denn dafür müsste Russland den Krieg in einem Maße verlieren, wie Deutschland die Weltkriege. Das ist meiner Meinung nach nicht realistisch. Russland kann ja nicht auf diese Art und Weise verlieren, weil natürlich niemand in Russland einmarschiert und das komplette Land zu Boden ringt. Jede größere Niederlage ist rein politisch, Trotzdem hoffe ich, dass wir Russland nach dem Krieg wieder im Kreise unserer Handelspartner willkommen heißen - wenn Russland zumindest einen Teil bezahlt hat, und bis dahin sollten wir sie zur Hölle sanktionieren. Meine persönliche Meinung. Ob das realistisch ist, drücke ich hiermit ausdrücklich nicht aus. Abweichende Meinungen tun mir nicht weh, jeder darf das so sehen, wie er will. 1
Micha Geschrieben Mittwoch um 19:15 Melden Geschrieben Mittwoch um 19:15 Es wurde immer wieder berichtet, dass die Tu 214 den geringsten "Russifizierungsaufwand" mitbringt. Wenn man diesem Blogeintrag (russisch) glaubt. Sind zumindest Systeme wie TCAS, GWPS und Teile der Hydraulik weiterhin importiert. Am 27.2.2026 um 09:28 schrieb Lufticus: Die Zulassung russischer Modelle wäre ein ganz normaler Vorgang und kein Kompromiss. Es sei denn, Du schlägst vor, keinerlei technischer Abnahme durchzuführen. COMAC hat für ihre C919 letztes Jahr das Zulassungsverfahren gestartet. Dauert halt (die EASA sprach von drei bis sechs Jahren). Die Zertifizierung nach EASA wäre noch gar nicht mal nötig, solange die Flugzeuge Kennzeichen von Ländern tragen, in denen der Typ zertifiziert ist. Eine in China oder Vietnam registrierte C919 oder C909 von einem Betreiber dieser Länder kann in die EU einfliegen und auch landen. 1
Empfohlene Beiträge
Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren
Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können
Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!
Neues Benutzerkonto erstellenAnmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.
Jetzt anmelden