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Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb exitrow:

Am Flughafen beim Check-In Bereich läuft ne "kleine Kundgebung" mit Trillerpfeifchen.

 

Die Hälfte der Teilnehmer sind von LH selbst, seitens OCN dürften (aktuell) kaum mehr als 15-20 MA da sein.

Gibt ein etwas "trauriges" Bild ab (persönliche Meinung)


Agree.

Trauriges Bild gibt es ab schon ab bei der ganzen Stimmungsmache im Vorfeld.

Man positioniert sich im Lufthansa Business Check In Bereich (nicht bei Discover) und dem Konzernweiten Aufruf sind maximal (!) 40-50 Personen gefolgt, und das inkl. UFO / VC Funktionären und Family & Friends plus 1 Hund.

 

Mehr als 20 Discover Mitarbeiter dürften sich kaum eingefunden haben dort.

 

Das dürfte Carsten (bislang) bestenfalls zum Schmunzeln bringen.

Aber es ist wie gesagt auch „nur“ der Aufruf zur Kundgebung.

 

Bearbeitet von FlyingSickbag
Geschrieben

An die Leute, die hier nahezu hämisch auf den Streik blicken:

 

Darf ich mal fragen, was eure Pferde in dem Rennen sind? Was begründet eure Genugtuung, dass dieser Arbeitskampf nicht so gut läuft?

 

Weil ich gehe absolut mit, dass die Hintergründe des Streiks fragwürdig sind. Aber dann ist meine emotionale Reaktion darauf, dass ich es schade finde, dass Arbeitskampf so unstrukturiert stattfindet. Mir tut es leid für die Mitarbeiter bei 4Y, die gerade aus zwei beschissenen Optionen wählen können. (Vertreten werden von zwei Gewerkschaften, die bekanntermaßen mehr für die Interessen der Mainline arbeiten vs. vertreten werden von einer Gewerkschaft, die ohne jedes moralische Bedenken eine Hinterzimmernummer mit einem Konzernvorstand deichselt). Es gibt keinen Gewinner in der Situation, und darüber bin ich wenn dann traurig, aber nicht hämisch.

Geschrieben

Warum wertest du dies als hämisch ab?

 

Es ist immer ein Unterschied ob für eigene Rechte gekämpft wird, oder nicht.

 

Die Faktenlage ist dass es bei Discover einen Tarif gibt. Ob gut/schlecht, optimal ausgehandelt, optimal representiert usw ist nebensächlich, diesen gibt es. Und es besteht die Möglichkeit nach Ablauf dieses Tarifes Dinge neu zu verhandeln.

 

Was allerdings jetzt passiert ist ein Schwanzvergleich der Gewerkschaften untereinander. Das vorgeschobene Ziel ist ein Tarif, weil man anders nicht streiken könnte. Hinter der Fassade geht es aber um den Konkkurenzkapmpf von Gewerkschaften und um nichts anderes.

 

Faire Verhandlungen laufen immer ab (das gilt beidseitig) wie ein Schachspiel - anhand der Spielstärke der einen Seite (Konjunktur, Gewinnerwartung usw) kann man sehr wohl im Voraus das Ergebnis antizipieren.

 

Im Fall LH vs Gewerkschaften des fliegenden Persoanls ist jedoch alles zu einer XXL Pokerrunde ausgeartet. Es wird geblufft, gezockt, sich verzockt usw.

 

Der optimale Zeitpunkt für eine "all inn" Einigung zwischen Piloten und Firma bei der Mainline ist längst passe, dementsprechend wird es mehr oder weniger konsequent auf Nebenmarken gesetzt.

 

Worum es hier geht ist Macht - innerhalb der Arbeitnehmervertretungen - und nichts anderes. 

 

Es ist der Punkt gekommen an dem die Verhandlunsmacht der VC und UFO wesentlich geringer werden, eben druch die neuen Tochtergesellschaften als auch durch die Tatsache dass bei bald 800+ Flugzeuge im Konzern die LH Mainline bei ca 1/3 bleiben wird und mit Wachstum an anderen Hubs auch die Optionen der Arbeitgeberseite zu reagieren höher werden.

 

Man muss auch realistisch sein - der Weg der Gewrkschaften war es für eine eigene "Kerntruppe" das meiste rauszuholen und die anderen aussen vor zu lassen. Aktuell zahlt man den Preis dafür, früher nicht partnerschaftlich etwas für alles haben zu wollen - weil dies für die besagte "Kernklientel" ein Teilen und nicht mehr für sich beanspruchen bedeutet hat.

 

Und hier mit der Sotzialromatntik zu argumentieren ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Geschrieben (bearbeitet)

 

vor 12 Minuten schrieb oldblueeyes:

Es ist immer ein Unterschied ob für eigene Rechte gekämpft wird, oder nicht.

 

Die Faktenlage ist dass es bei Discover einen Tarif gibt. Ob gut/schlecht, optimal ausgehandelt, optimal representiert usw ist nebensächlich, diesen gibt es. Und es besteht die Möglichkeit nach Ablauf dieses Tarifes Dinge neu zu verhandeln.

 

 

Du verpasst den springenden Punkt. Es ist eben nicht egal ob der Verhandlungspartner, mit dem ein Tarifvertrag geschlossen wird, optimal repräsentiert oder nicht! Gewerkschaften sind nicht Zulieferer die Arbeitskraft verkaufen und zwischen denen man shoppen kann! Das ist was die Arbeitgeberseite gerade versucht, man hat jetzt einen Vertrag mit dem aus seiner Sicht besten Anbieter. 

 

So funktioniert aber Tarifpartnerschaft nicht, es ist eben doch gerade entscheidend, wer die Mehrheit der Belegschaft vertritt und wer nicht. Der Feststellung durch Dritte auf friedlichem Weg hat man sich, wie weiter oben zu lesen, verweigert, also muss der harte Weg gegangen werden.

 

Ja es geht hier nur vordergründig um den Tarif bei Discover. Die Mainline hat damit aber wenig zu tun, es geht darum durchzusetzen das die Arbeitgeberseite sich nicht einfach einen genehmen Tarifpartner aussucht sondern sicherzustellen, dass es der Tarifpartner ist, der tatsächlich die Belegschaft repräsentiert.

Bearbeitet von 8stein
Geschrieben
vor 16 Minuten schrieb Lucky Luke:

An die Leute, die hier nahezu hämisch auf den Streik blicken:

 

Darf ich mal fragen, was eure Pferde in dem Rennen sind? Was begründet eure Genugtuung, dass dieser Arbeitskampf nicht so gut läuft?

 

Weil ich gehe absolut mit, dass die Hintergründe des Streiks fragwürdig sind. Aber dann ist meine emotionale Reaktion darauf, dass ich es schade finde, dass Arbeitskampf so unstrukturiert stattfindet. Mir tut es leid für die Mitarbeiter bei 4Y, die gerade aus zwei beschissenen Optionen wählen können. (Vertreten werden von zwei Gewerkschaften, die bekanntermaßen mehr für die Interessen der Mainline arbeiten vs. vertreten werden von einer Gewerkschaft, die ohne jedes moralische Bedenken eine Hinterzimmernummer mit einem Konzernvorstand deichselt). Es gibt keinen Gewinner in der Situation, und darüber bin ich wenn dann traurig, aber nicht hämisch.

Wenn Beide optionen Beschissen sind, frage ich mich warum man dort arbeitet. Bsonders wo überall gesucht wird.

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb 8stein:

 

Ja es geht hier nur vordergründig um den Tarif bei Discover. Die Mainline hat damit aber wenig zu tun, es geht darum durchzusetzen das die Arbeitgeberseite sich nicht einfach einen genehmen Tarifpartner aussucht sondern sicherzustellen, dass es der Tarifpartner ist, der tatsächlich die Belegschaft repräsentiert.

 

Und was hat dann die Allgemeinheit / Kunden und der Arbeitgeber dann mit einem Streit zwischen Gewerkschaften?

Das ist ein Problem der Gewerkscchaften unter sich.

 

Das ein Arbeitgeber in einer frühen Organisierungsphase sich den angenehmsten PArtner sucht ist nicht verwerflich. 

Man kann aber bis zur nächsten Tarifrunde intern klären unter Arbeitnehmer, wer sie representiert.

 

So wie es aussieht - auch hier im Forum - sidn die lautesten diejenigen die gar nicht bei Discover arbeiten sondern zugeben eine nicht ausgesprochene Agenda zu haben.

 

qed.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb oldblueeyes:

 

Und was hat dann die Allgemeinheit / Kunden und der Arbeitgeber dann mit einem Streit zwischen Gewerkschaften?

Das ist ein Problem der Gewerkscchaften unter sich.

 

Das ein Arbeitgeber in einer frühen Organisierungsphase sich den angenehmsten PArtner sucht ist nicht verwerflich. 

Man kann aber bis zur nächsten Tarifrunde intern klären unter Arbeitnehmer, wer sie representiert.

 

So wie es aussieht - auch hier im Forum - sidn die lautesten diejenigen die gar nicht bei Discover arbeiten sondern zugeben eine nicht ausgesprochene Agenda zu haben.

 

qed.

 

Es ist kein Streit zwischen Gewerkschaften. Der Arbeitgeber hat sich für eine mutmaßlich nicht repräsentative Gewerkschaft als Tarifpartner entschieden und verweigert jegliche Verhandlungen mit den mutmaßlich größeren/repräsentativeren Partnern - der Arbeitgeber hat damit dieses Problem geschaffen und nein, das kann man jetzt nicht mal so für ein paar Jahre lassen und doch, es ist verwerflich wenn der Arbeitgeber bewusst den Mitarbeitern ihre zustehende Representation verweigert - auch "in einer frühen Orientierungsphase" (die Firma gibts jetzt auch schon ein paar Jahre und die Mitarbeitervertretungen ebenso... 🙄).

 

Du brauchst gar nicht mit Verschwörungstheorien um die Ecke kommen, wenn Arbeitgeber sich in Zukunft einfach die für sie beste Gewerkschaft aussuchen haben wir ein allgemeines, weit über die Luftfahrt hinaus gehendes Problem - ist ja aber auch nix neues, so "schlaue" Ideen kommen immer wieder auf, siehe die arbeitgebernahen, "christlichen" Gewerkschaften vor ein paar Jahren...

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb 8stein:

 

Es ist kein Streit zwischen Gewerkschaften. Der Arbeitgeber hat sich für eine mutmaßlich nicht repräsentative Gewerkschaft als Tarifpartner entschieden und verweigert jegliche Verhandlungen mit den mutmaßlich größeren/repräsentativeren Partnern - der Arbeitgeber hat damit dieses Problem geschaffen und nein, das kann man jetzt nicht mal so für ein paar Jahre lassen und doch, es ist verwerflich wenn der Arbeitgeber bewusst den Mitarbeitern ihre zustehende Representation verweigert - auch "in einer frühen Orientierungsphase" (die Firma gibts jetzt auch schon ein paar Jahre und die Mitarbeitervertretungen ebenso... 🙄).

 

Du brauchst gar nicht mit Verschwörungstheorien um die Ecke kommen, wenn Arbeitgeber sich in Zukunft einfach die für sie beste Gewerkschaft aussuchen haben wir ein allgemeines, weit über die Luftfahrt hinaus gehendes Problem - ist ja aber auch nix neues, so "schlaue" Ideen kommen immer wieder auf, siehe die arbeitgebernahen, "christlichen" Gewerkschaften vor ein paar Jahren...


Passend beschrieben. Die anderen Beiträge lassen ja schon eine demokratieferne Haltung erkennen.

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb schwarzerAbt:

Oder habe ich was übersehen?

Ja. Den Punkt, an dem VC und UFO angeboten haben, genau das von dir geforderte notariell beglaubigt zu tun.

 

vor 32 Minuten schrieb schwarzerAbt:

Wenn Beide optionen Beschissen sind, frage ich mich warum man dort arbeitet. Bsonders wo überall gesucht wird.

Kontext is king. In der gegebenen Frage sind beide Optionen beschissen. Deswegen ist es aber noch lange keine Tragödie, bei Discover zu arbeiten. Willst du eigentlich eine ergebnisorientierte Debatte führen, oder willst du einfach nur maximal provokativ derailen?

Geschrieben

Es ist beklemmend zu sehen wie hier viele auf eine Gewerkschaft losgehen aus dem bloßem Grund es geschafft zu haben, einen Tarifvertrag abzuschließen. Der aktuelle Vorgang steht exemplarisch dafür, dass es den Spartengewerkschaften um bloße Macht geht. Wenn es nur um die Arbeitnehmerinteressen ginge, hätte sich zweifellos ein kooperativer Ansatz mit der Ver.di finden lassen. Fragt man sich natürlich welche Agenda diejenigen haben, die hier den Laden brennen sehen wollen...

Geschrieben

Eine Gewerkschaft wird auch nie Ihre Mitgliedszahlen offen legen, das ist so, wird auch so bleiben.

 

Ich empfinde die Häme hier im Forum auch als deplatziert - lasst doch die Mitarbeiter für Ihre Rechte streiken. 

vor 1 Minute schrieb Netzplaner:

Es ist beklemmend zu sehen wie hier viele auf eine Gewerkschaft losgehen aus dem bloßem Grund es geschafft zu haben, einen Tarifvertrag abzuschließen. Der aktuelle Vorgang steht exemplarisch dafür, dass es den Spartengewerkschaften um bloße Macht geht. Wenn es nur um die Arbeitnehmerinteressen ginge, hätte sich zweifellos ein kooperativer Ansatz mit der Ver.di finden lassen. Fragt man sich natürlich welche Agenda diejenigen haben, die hier den Laden brennen sehen wollen...


Es ist beklemmend zu sehen, welchen verqueren Blick man aus dem LAC auf die andere Straßenseite haben kann. 

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Netzplaner:

Es ist beklemmend zu sehen wie hier viele auf eine Gewerkschaft losgehen aus dem bloßem Grund es geschafft zu haben, einen Tarifvertrag abzuschließen. Der aktuelle Vorgang steht exemplarisch dafür, dass es den Spartengewerkschaften um bloße Macht geht. Wenn es nur um die Arbeitnehmerinteressen ginge, hätte sich zweifellos ein kooperativer Ansatz mit der Ver.di finden lassen. Fragt man sich natürlich welche Agenda diejenigen haben, die hier den Laden brennen sehen wollen...


Nun hat es Verdi aber nicht geschafft einen Vertrag zu verhandeln, geschweige denn die Arbeitnehmerschaft zu repräsentieren.

 

Das Ergebis der Verhandlung der UFO und VC wurde 1:1 kopiert und umgesetzt, um eine arbeitnehmerfreundliche und zahnlose Gewerkschaft von Geschäftsführungsgnaden einzusetzen die bereits seit einem guten Jahrzehnt der Ausnahmegewinnmargen von LH beim Bodenpersonal für Nullrunden gesorgt hat - mit dem letzten Abschluss als Ausnahme. Das Problem in Deutschland ist zudem, dass sich leider nahezu alles in Richtung LH Gruppe kaputtkonsolidiert hat. Da bleibt einem als luftfahrtaffinen Arbeitnehmer leider nicht viel Spielraum.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Netzplaner:

Wenn es nur um die Arbeitnehmerinteressen ginge, hätte sich zweifellos ein kooperativer Ansatz mit der Ver.di finden lassen.

Deinen Optimismus hätte ich gerne. Ich weiß nicht, ob ich als Arbeitnehmer so viel Vertrauen darin hätte, dass eine Gewerkschaft meine Interessen kooperativ vertreten wird, wenn sie sich durch einen Hinterzimmerdeal mit dem Konzernvorstand überhaupt erst in diese Position gebracht hat.

 

vor 11 Minuten schrieb Netzplaner:

Fragt man sich natürlich welche Agenda diejenigen haben, die hier den Laden brennen sehen wollen...

Wer will denn den Laden brennen sehen? In meiner Wunschvorstellung hätte LH den konkreten Konflikt gar nicht erst vom Zaun gebrochen und ein bisschen weiter gefasst hätten sich VC/UFO und der Konzern schon im letzten Jahrzehnt nicht so brutal zerkracht.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Lucky Luke:

Deinen Optimismus hätte ich gerne. Ich weiß nicht, ob ich als Arbeitnehmer so viel Vertrauen darin hätte, dass eine Gewerkschaft meine Interessen kooperativ vertreten wird, wenn sie sich durch einen Hinterzimmerdeal mit dem Konzernvorstand überhaupt erst in diese Position gebracht hat.

 

Wer will denn den Laden brennen sehen? In meiner Wunschvorstellung hätte LH den konkreten Konflikt gar nicht erst vom Zaun gebrochen und ein bisschen weiter gefasst hätten sich VC/UFO und der Konzern schon im letzten Jahrzehnt nicht so brutal zerkracht.


Exakt das ist der springende Punkt. Man hat den Vertrag mit beiden Parteien verhandelt und war bereit ihn zu unterzeichnen. Nur hat man sich , in üblicher Manier, schlussendlich dafür entschieden einen Konflikt herbeizuführen.

 

Das wird dem Laden in naher Zukunft ziemlich auf die Füße fallen, denn die Extra-Meile geht hier keiner mehr.

 

Während im Glaskastel hypothetisch über Szenarien nachgedacht wird, die niemals stattfinden („wir gaben jede Menge Reserven“), kündigen die Mitarbeiter in den Fachabteilungen der LHA und LHT gerade schneller als man neu einstellen kann.

Alleine die Tatsache dass hierüber ein gigantischer Kompetenz- und Wissensabgang stattfindet ist enorm bedenklich, schlussendlich auch für die Flugsicherheit. Die soll es ja, neben dem Gewinn, auch noch geben.

Geschrieben

Mein Problem bei diesem Streit ist, dass ein Streik hier komplett überflüssig und wenig hilfreich ist.

 

Denn das Tarifeinheitsgesetz (TVG) ist in §4a (2) recht deutlich.

Zitat

Soweit sich die Geltungsbereiche nicht inhaltsgleicher Tarifverträge verschiedener Gewerkschaften überschneiden (kollidierende Tarifverträge), sind im Betrieb nur die Rechtsnormen des Tarifvertrags derjenigen Gewerkschaft anwendbar, die zum Zeitpunkt des Abschlusses des zuletzt abgeschlossenen kollidierenden Tarifvertrags im Betrieb die meisten in einem Arbeitsverhältnis stehenden Mitglieder hat (Mehrheitstarifvertrag)

Wenn VC und UFO davon ünerzeugt sind, dass sie mehr Mitglieder bei Discover haben als ver.di, steht es ihne jederzeit frei, das Arbeitsgericht Frankfurt anzurufen, ihre Mitgliederzahl dem Gericht offen zu legen, und vom Gericht erklären zu lassen, dass Discover mit VC und UFO verhandeln muss.

 

Das Angebot von VC und UFO, die Zahl ihrer Mitglieder notariell zu belegen, ist übrigens eine komplette Luftnummer.

Was nützt es mir, wenn mir notariell nachgewiesen wird, dass VC und UFO 600 Mitglieder haben?

Um daraus etwas brauchbares zu machen müsste ich entweder wissen, wieviele Mitglieder ver.di hat, oder wie hoch der gewerkschaftliche Organisationsgrad in meinem Unternehmen ist. Und das nebenbei auch getrennt nach Piloten und Kabinenpersonal.

 

Mit einer Klage gegen den Tarifvertrag vor dem Arbeitsgericht könnte man genau das feststellen.

Denn das Gericht würde in diesem Fall auch ein Mitgliederverzeichnis von ver.di anfordern und könnte durch einen einfachnen Vergleich von 4 Zahlen feststellen, wer bei Discover einen gültigen Tarifvertrag abschließen darf, und wer eben nicht.

Denn es könnte z.B. durchaus passieren, dass UFO  in der Kabine die Mehrheit hat, bei den Piloten aber dann doch wieder ver.di. (nur mal so als Gedankenspiel)

Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb 8stein:

Es ist kein Streit zwischen Gewerkschaften. Der Arbeitgeber hat sich für eine mutmaßlich nicht repräsentative Gewerkschaft als Tarifpartner entschieden und verweigert jegliche Verhandlungen mit den mutmaßlich größeren/repräsentativeren Partnern - der Arbeitgeber hat damit dieses Problem geschaffen und nein, das kann man jetzt nicht mal so für ein paar Jahre lassen und doch, es ist verwerflich wenn der Arbeitgeber bewusst den Mitarbeitern ihre zustehende Representation verweigert - auch "in einer frühen Orientierungsphase" (die Firma gibts jetzt auch schon ein paar Jahre und die Mitarbeitervertretungen ebenso... 🙄).


Momentan scheint es für mich, als ob keine Gewerkschaft eine repräsentative Größe hat. 
 

Das wäre ja der Ansatzpunkt, den ich als Gewerkschaft sehen würde, eine signifikante Vertretungsbasis schaffen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 23 Minuten schrieb jubo14:

Mein Problem bei diesem Streit ist, dass ein Streik hier komplett überflüssig und wenig hilfreich ist.

 

Denn das Tarifeinheitsgesetz (TVG) ist in §4a (2) recht deutlich.

Wenn VC und UFO davon ünerzeugt sind, dass sie mehr Mitglieder bei Discover haben als ver.di, steht es ihne jederzeit frei, das Arbeitsgericht Frankfurt anzurufen, ihre Mitgliederzahl dem Gericht offen zu legen, und vom Gericht erklären zu lassen, dass Discover mit VC und UFO verhandeln muss.

 

Das Angebot von VC und UFO, die Zahl ihrer Mitglieder notariell zu belegen, ist übrigens eine komplette Luftnummer.

Was nützt es mir, wenn mir notariell nachgewiesen wird, dass VC und UFO 600 Mitglieder haben?

Um daraus etwas brauchbares zu machen müsste ich entweder wissen, wieviele Mitglieder ver.di hat, oder wie hoch der gewerkschaftliche Organisationsgrad in meinem Unternehmen ist. Und das nebenbei auch getrennt nach Piloten und Kabinenpersonal.

 

Mit einer Klage gegen den Tarifvertrag vor dem Arbeitsgericht könnte man genau das feststellen.

Denn das Gericht würde in diesem Fall auch ein Mitgliederverzeichnis von ver.di anfordern und könnte durch einen einfachnen Vergleich von 4 Zahlen feststellen, wer bei Discover einen gültigen Tarifvertrag abschließen darf, und wer eben nicht.

Denn es könnte z.B. durchaus passieren, dass UFO  in der Kabine die Mehrheit hat, bei den Piloten aber dann doch wieder ver.di. (nur mal so als Gedankenspiel)

 

Um das Tarifeinheitsgesetz anwenden zu können brauchen VC und UFO einen Tarifvertrag. Dieser bzw. Verhandlungen darüber wird ihnen verweigert, deshalb der Streik.

 

Andersrum, wenn sich die Arbeitgeberseite so sicher ist das man mit Verdi mit dem relevanten Partner abgeschlossen zu haben, warum unterschriebt man dann nicht einfach auch mit UFO und VC und bringt im Zweifel selbst das Tarifeinheitsgesetz zur Anwendung..?

Bearbeitet von 8stein
Geschrieben (bearbeitet)
vor 51 Minuten schrieb Flugvorbereitung:


Nun hat es Verdi aber nicht geschafft einen Vertrag zu verhandeln, geschweige denn die Arbeitnehmerschaft zu repräsentieren.

 

Das Ergebis der Verhandlung der UFO und VC wurde 1:1 kopiert und umgesetzt, um eine arbeitnehmerfreundliche und zahnlose Gewerkschaft von Geschäftsführungsgnaden einzusetzen die bereits seit einem guten Jahrzehnt der Ausnahmegewinnmargen von LH beim Bodenpersonal für Nullrunden gesorgt hat - mit dem letzten Abschluss als Ausnahme. Das Problem in Deutschland ist zudem, dass sich leider nahezu alles in Richtung LH Gruppe kaputtkonsolidiert hat. Da bleibt einem als luftfahrtaffinen Arbeitnehmer leider nicht viel Spielraum.

Mit diesen Infos gehe ich davon aus dass du Infos zum Prozess hinter dem Tarifabschluss aus erster Hand hast? Denn ich kenne auf der anderen Straßenseite die langen Gesichter, die ganz und gar nicht froh sind über die Inhalte, die in der Vereinbarung getroffen wurden. Und ich habe keine lange Geschichte mit Ver.di, aber Marvin Reschinsky und Team haben es nun mehrfach geschafft innerhalb des Konzerns gute Abschlüsse zu finden, teilweise nachdem als erstes Angebot von Arbeitgeberseite nur ein feuchter Händedruck angeboten wurde.

vor 45 Minuten schrieb Lucky Luke:

Deinen Optimismus hätte ich gerne. Ich weiß nicht, ob ich als Arbeitnehmer so viel Vertrauen darin hätte, dass eine Gewerkschaft meine Interessen kooperativ vertreten wird, wenn sie sich durch einen Hinterzimmerdeal mit dem Konzernvorstand überhaupt erst in diese Position gebracht hat.

Und genau das ist das Problem: Die bloße Tatsache, dass ein Abschluss vereinbart wurde, passt dir (und vielen anderen hier) scheinbar nicht in den Kram. Wie belegst du die Behauptung, der Abschluss wäre durch einen Ansatz erfolgt, der nicht auf normalen tarifpartnerschaftlichen Verhandlungen beruht? Weil es, anders als mit UFO und VC, kein Begleit-Drama gab? Es geht halt auch mal ohne. Denn die andere Sichtweise könnte sein dass so Abschlüsse im Konzern aussehen, wenn auch von Gewerkschaftsseite konstruktiv verhandelt wird.

 

 

Bearbeitet von Netzplaner
Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Netzplaner:

 

...

Weil es, anders als mit UFO und VC, kein Begleit-Drama gab?

Aber warum 

vor 5 Minuten schrieb Netzplaner:

 

vor 5 Minuten schrieb Netzplaner:

Es geht halt auch mal ohne.

 

Genau, z.b. bei Condor 

vor 5 Minuten schrieb Netzplaner:

 

 

vor 5 Minuten schrieb Netzplaner:

 

Denn die andere Sichtweise könnte sein dass so Abschlüsse im Konzern aussehen, wenn auch von Gewerkschaftsseite konstruktiv verhandelt wird.

 

Und natürlich auch die Arbeitgeberseite.

 

Bisher hat aber nur eine von beiden Seiten bewiesen, konstruktiv zu verhandeln.

Ganz ohne hauen und stechen und Streik .... Dafür mit Ergebnissen, mit dem beide Seiten glücklich sind.

 

 

Die andere Seite Gründet  lieber neue Fluggesellschaften.....

 

Der nächste Streich, in dem Zusammenhang ,ist Lufthansa City....

Geschrieben
vor 32 Minuten schrieb Netzplaner:

Die bloße Tatsache, dass ein Abschluss vereinbart wurde, passt dir (und vielen anderen hier) scheinbar nicht in den Kram.

Das stimmt halt überhaupt nicht. Der Abschluss an sich ist ja nicht mal schlecht und den verhandelten Konditionen mit der VC ebenbürtig.

 

Aber:

vor 33 Minuten schrieb Netzplaner:

Wie belegst du die Behauptung, der Abschluss wäre durch einen Ansatz erfolgt, der nicht auf normalen tarifpartnerschaftlichen Verhandlungen beruht? Weil es, anders als mit UFO und VC, kein Begleit-Drama gab?

Das Begleit-Drama gab es. Zumindest für alle Leute, die Fan von normalen gewerkschaftlichen Vorgängen sind, die nicht nur pro forma, sondern tatsächlich im ursprünglichen Sinne der festgeschriebenen Regeln durchgeführt werden. Dazu gehört halt, dass man tatsächlich aus der Arbeitnehmervertretung eine Tarifkommission wählt, die somit demokratisch legitimiert ist.

 

Sich selbst in einer Nacht- und Nebel-Aktion eine Tarifkommission zu zimmern, die natürlich prompt den vorher verhandelten Bedingungen zustimmt, hat einen mehr als faden Beigeschmack. Wenn sich Konzerne demnächst aussuchen können, mit welcher handzahmen Gewerkschaft sie verhandeln wollen, dann haben wir, wie @8stein schon vorhin festgestellt hat, ein mehr als gewaltiges Problem. Das geht dann nämlich an die Grundfesten der Arbeitnehmerrechte im Staat. Und sorry, ja, DAMIT habe ich ein Problem.

Geschrieben
vor 9 Minuten schrieb Lucky Luke:

Sich selbst in einer Nacht- und Nebel-Aktion eine Tarifkommission zu zimmern, die natürlich prompt den vorher verhandelten Bedingungen zustimmt, hat einen mehr als faden Beigeschmack.

Hast Du Dich schon mal ernsthaft mit der Bildung einer Tarifkommission auseinandergesetzt?

Dies "Nacht-und-Nebel-Vorwurf" wirkt schon wie eine unbeholfene und (Entschuldigung) kindliche Hilflosigkeit.

Wenn man schon inhaltlich eigentlich keine Kritik anbringen kann, dann müssen doch wenigstens die Umstände "verwerflich" sein. (Wie ein anderer hier gepostet hat.)

Da ver.di keine Spartengewerkschaft ist, hat sie halt eine Tarifkommission für die Luftfahrtindustrie. Und die hat vor dem Discover-Tarifvertrag unter anderem auch mit der Lufthansa für das Bodenpersonal erfolgreich verhandelt.

Und ver.di nun als "handzahm" zu bezeichnen, ist fast schon ein Schenkelklopfer!

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