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vor 14 Stunden schrieb OliverWendellHolmesJr:

Stand jetzt würde es am 31.03.2019 wieder gelten, da an dem Tag in UK die VO (EG) 1008/2008 nicht mehr gilt. Bis zu dem Tag verdrängt Art. 15(4) das Luftverkehrsabkommen. Ich würde sagen, das Abkommen ist weiter in Kraft, da nichts gegenteiliges gefunden, aber verdrängt.

Danke OWH. Jetzt klärt sich das langsam für mich. Ich versuche nochmal in meinen Worten den worst case darzustellen unter der Voraussetzung, es gibt in den EU/UK-Verhandlungen keine Anschlusslösung, die für alle EU27 und UK gilt..
1. Soweit es binationale Luftverkehrsabkommen zwischen UK und den EU27 gibt, treten die nach 3/19 wieder in Kraft.
2. Ebenso dürfte das für UK/USA gelten.
3. Eventuell müssen die dann per Notenaustausch hinsichtlich Airlines, Linien usw. bei den binationalen Luftverkehrsabkommen nachgebessert werden.
4. Damit wären dann die Verkehre von UK-Airlines ins Gemeinschaftsgebiet und von Gemeinschafts-Airlines nach UK gesichert.
5. Easyjet hat durch Gründung der Tochter in Wien darüberhinaus die Voraussetzung geschaffen, auch innerhalb der EU zu fliegen, wobei mir noch nicht klar ist, wie das aktienrechtlich bei der Wiener Tochter organisiert wird. Bedacht wird man das in London aber haben.
6. Schwierig wird es z.B. für Ryanair, die dann zwar auch zwischen Irland und UK pendeln können, aber nicht zwischen UK und EU27 (ausgenommen Irland), weil das Luftverkehrsabkommen zwischen beiden Ländern das wohl nicht hergibt.
7. Das betrifft auch alle anderen EU-Airlines, die zwischen UK und Nichtheimatland fliegen wollen. 

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@aaspere Die Zusammenfassung trifft es, denke ich. Mit folgenden Ergänzungen:

  1. Und die drei Länder der EEA (Norwegen, Island, Lichtenstein), sowie den Ländern, die nur in der ECAA sind (Albanien, Bosnien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo).
  2. Kanada, Georgien, Jordanien, Moldawien und Marroko sind auch betroffen.
  3. Für die reinen Streckenrechte kein Problem, für diverse Aspekte die in alleiniger EU-Hoheit stehen gilt, sie müssen von der EU verhandelt werden. 
  4. Ja, unter der Vorraussetzung, das May heute im Unterhaus nochmal wiederholt hat, das UK am Ende der Verhandlungszeit aus der EU austritt, ohne das die Nachfolge-Regelungen geklärt oder funktionsfähig sind. (Wenn sie denn den Herbst als Premier überlebt.)
  5. Ich nehme an mit einem Stiftungsmodell wie es auch für OS/HG galt, worauf auch IAG basiert.
  6. und 7, Kann man darüber regeln, dass per Notenwechsel die Strecken für gemeinschaftsunternehmen geöffnet werden.

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Ja, so sehe ich das mit Deinen Ergänzungen auch. Dann bin ich mal gespannt, ob Vernunft auf beiden Seiten die Verhandlungen in diesem Punkt begleiten wird.

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Faszinierendes Interview mit Corbyn heute in der BBC. Zumindest Corbyn gibt sein bestes, Tories und UKIP beim harten Brexit in nichts nachzustehen. Er versteht Zusammenhänge ebensowenig oder will sie aus opportunen Gründen nicht verstehen. 

Und Reste von postimperialer Delusion oder nationalismus sind auch vorhanden. Aber wenn man @flieg wech glauben darf, handelt es sich bei Labour unter Corbyn um konventionelle Sozialdemokratie.

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Am 22.7.2017 um 11:34 schrieb aaspere:

Ryanair droht mit Abzug von Flugzeugen aus UK, wenn bis September 2018 keine Lösung gefunden wurde.
http://www.t-online.de/finanzen/boerse/news/id_81716158/ryanair-droht-mit-abzug-der-england-flotte.html

Tja, dann wird MOL wohl auf die Bedienung zahlreicher Strecken von/nach UK verzichten müssen, wenn er - statt sich ein britisches AOC zuzulegen - lieber 50 Kisten von der Insel abzieht. Die von ihrem jeweiligen Heitmatland aus nach UK fliegenden Carrier wird es, ebenso wie UK Carrier, freuen.

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Am 19.7.2017 um 15:33 schrieb OliverWendellHolmesJr:

@aaspere Die Zusammenfassung trifft es, denke ich. Mit folgenden Ergänzungen:

6. und 7, Kann man darüber regeln, dass per Notenwechsel die Strecken für gemeinschaftsunternehmen geöffnet werden.

Hierzu noch folgende Anmerkung:

Bezüglich der Verkehre der 7. Freiheit von EU-Fluggesellschaften in ein von der EU losgelöstes Großbritannien sollte eigentlich die in 2002 vom EUGH geforderte Außerkraftsetzung nationalitätsbedingter Beschränkungen (Vgl. http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:61998C0466:EN:HTML:NOT) greifen müssen, so wie sie auch bereits in vielen („horizontalen“) Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und Drittstaaten umgesetzt ist. Airlines wie Ryanair dürften dann doch ab jedem EU-Staat weiter nach Großbritannien fliegen, sofern die Verkehrsrechte im dann jeweils wieder gültigen Bilateral noch nicht ausgeschöpft sind. 

Meines Wissens können nationalitätsbedingte Beschränkungen durch zwei Maßnahmen geheilt werden: eine Änderung des Bilaterals (müsste dann für alle EU/EWR/ECAA-bilaterals mit UK erfolgen) oder ein neues horizontales LVA der EU/EWR/ggf. ECAA mit UK, das nicht zwingend mit einem horizontalen Open Sky gleichzusetzen ist.

Insofern hätte eine von OWH vorgeschlagene Öffnung der UK-Strecken für Gemeinschaftsunternehmen per Notenwechsel auch eine verpflichtende rechtliche Grundlage.

bearbeitet von airevent

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Aus einer IFG-Anfrage an das Bundesministerium: 

  • Das Luftverkehrsabkommen zwischen DE und UK ist weiter in Kraft.
  • Zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich finden keine bilateralen Luftverkehrsverhandlungen statt.
  • Zukünftigen Luftverkehrsbeziehungen hängen entscheidend von dem Verlauf der Austrittsverhandlungen ab.
  • Austritt aus der EU bedeutet weniger wirtschaftliche Verpflechtung.

Zu den Fragen, wie die Luftverkehrsbeziehungen im Detail aussehen können, gab es keine Antwort.

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Für heute war eine wegweisende Rede von PM May in Florenz erwartet worden. Inhaltlich war es leider nichts neues.
Man will eine übergangszeit von zwei Jahren, in denen sich quasi nichts ändert, aber man weiß immer noch nicht, wohin man danach will. 

Immerhin ein Symbolbild:

 

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vor 16 Stunden schrieb touchdown99:

Ja, sie hat damit mal zwei Jahre extra gebucht, anscheinend in der Hoffnung, dass in der Zeit mal irgendwer Hirn vom Himmel schmeißt...

Es ist ein Versuch, denn "gebucht" bedeutet nicht, daß es so stattfindet ...

(bin mir nicht sicher, daß dies der Britischen Regierung wirklich klar ist)

Interessant in dem Zusammenhang ist, daß man keine nennenswerten Reaktionen auf EU-Seite dazu hört.

Jedenfalls kommt von den Medien nichts diesbezüglich.

 

... und ja, es ist inzwischen unfaßbar, daß die Britische Regierung (regieren die tatsächlich ???) ganz offensichtlich auch jetzt keinen keinen Plan hat und es ist schon peinlich, wie oft offensichtlich unvorbereitet öffentlich aufgetreten wird.

Man will nach Außen hin einen harten Brexit und hat Angst davor der Bevölkerung zu erklären, was dies dann praktisch für sie bedeutet.

Um die negativen Folgen abzumildern versucht man gegenüber der EU möglichst bei allen Themen den Impact zu mildern (Beispiel: nur 20Mrd € anbieten und die Zahlung außerdem noch auf 2 Jahre nach dem Austritt zu strecken)

Ich orakel mal, daß die derzeitige Strategie (sofern da eine zu erkennen ist) zu einer politischen Katastrophe im UK führen wird, weil man die Versprechungen im besten Fall allenfalls Ansatzweise wird einhalten können.

Ich sehe nicht, daß die EU gewillt ist, den Briten allzusehr entgegen zu kommen - zu recht.

Die Regierung May verschlechtert kontinuierlich ihre eigene Verhandlungsposition, denn die Zeit arbeitet gegen sie.

Tja, und was nach dem Brexit kommt ist anscheinend auch noch nicht wirklich im Fokus.

Ich verstehe nicht wie Politiker so kurzfristig denken können. Die Zeit galoppiert der Regierung May davon.

Bis zum März 2019 sind es noch 1,5 Jahre und es gibt noch nicht eine einziges Thema, bei dem man sich mindestens prinzipiell geeinigt hat.

bearbeitet von MHG
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Vor Allem finde ich es schon eine völlige Fehleinschätzung der britischen Regierung, dass man etwas über den 29.03.2019 hinaus strecken könnte. Denn das geht nur, wenn ALLE 27 anderen Mitglieder der EU dem auch zustimmen würden. Warum sollten die das tun? Für nichts? Wohl kaum!

Und so wie es momentan läuft, werden spätestens in 6 Monaten in Nordirland ganz andere Stimmen laut. Denn im Gegensatz zu den Schotten haben die Iren einen bindenden Vertrag in der Hand. Das "Karfreitagsabkommen" regelt eindeutig, unter welchen Bedingungen Nordirland wieder ein Bestandteil der Republik Irland wird. Und so wie es läuft, hat Frau May zunehmend weniger in der Hand, um eine Volksabstimmung in Nordirland zu verhindern. DAS ist ihr offensichtlich auch nicht klar!

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Gestern hat May eine dürftige und unzureichende Regierungserklärung vor dem Parlament abgegeben. Die EU-Staaten sind sich weiterhin einig. Es gibt derzeit zwei realistische Szenarien, ein 24 monatige Übergangszeitraum in dem UK Mitglied im gemeinsamen Markt und in Zollunion ist und sich der EuGH-Gerichtsbarkeit unterwirft - ohne Mitspracherechte in den europäischen Institutionen. Das Problem ist, die Übergangsfrist würde im März 2021 auslaufen, 14 Monate vor der nächsten regulären Parlamentswahl. Das zweite Problem, was ist der Wert eines Übergangszeitraums, wenn man nicht weiß, wohin man danach will.

Oder der Crash.

Intererssanterweise lobbyieren die deutschen Industrieverbände derzeit vor allem in London um dort auf die Folgen eines Crashes aufmerksam zu machen und für einen möglichst weichen Brexit zu werben. Die Erwartungshaltung der britischen politischen Klasse war, dass genau diese Verbände in Berlin und Brüssel für UK-Positionen eintreten.

Und der britische Pilotenverband meldet sich zu Wort.

Zitat

“Unlike most other sectors there are no World Trade Organisation or any other rules to fall back on for aviation if there is no deal. [...] UK airlines could find they have to stop flying [...] And this would impact passengers long before March 2019 because airlines couldn’t sell advance tickets and, frankly, would passengers risk buying them? [...] “It is utter madness for anyone to think that a Brexit ‘no deal’ would be anything but a total disaster for our world leading UK aviation sector and beyond. After all, without air cargo we will not be able to export or import freely. The entire industry has said that we have to see evidence of the post-Brexit plan for aviation now if we are to avert a catastrophic crisis of confidence.”

 

bearbeitet von OliverWendellHolmesJr
Nachtrag, Stellungnahme des britischen Pilotenverbands:

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