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Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)

Der indonesische Staat stützt die kriselnde Garuda mit 405 Millionen US-Dollar. 

Damit sollen erst mal die akutesten Löcher gestopft werden. Zuletzt musste die Lowcost Tochter Citylink 15 Flugzeuge abstellen, da sie die Wartung nicht mehr bezahlen konnte. Außerdem sollen aus dem Topf die noch offenen Airbus-Orders zumindest teilweise beglichen werden. Garuda hat noch 12 A339 und Citylink 25 A320neos offen. 

 

Das Geld wird vermutlich nicht lange reichen, aber sofern sich Garuda erfolgreich saniert, will der Staat nochmal mit einem weiteren Rettungspaket nachlegen. 

 

Nebenbei hängt Garuda auch noch in einem Korruptionsskandal rund um das Leasing der ATR und CRJ Teilflotten. 

 

https://www.aero.de/news-50124/Indonesien-springt-bei-Garuda-Indonesia-in-die-Bresche.html

Bearbeitet von Avroliner100
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb spandauer:

Zum Schluss noch mal schön Gas gegeben, damit das Höhenleitwerk auch wirklich durch ist :/

S E I T E N ruder. Dafür gab es ja eine Art Szenenapplaus.

Geschrieben
Am 11.6.2025 um 17:30 schrieb derflo95:

FlyOne nutzt mittlerweile auch ihr rumänisches AOC (FOE) und fliegt mit einer A320 (9H-MMO opb MaltaMed Air) n paar Feriencharter.

Dazu erwartet man dieses Jahr wohl noch 2x A321SL ER-00001 & ER-00003 (ex Vietravel) und 2x A320SL ER-00004 & ER-00011 (ex Frontier). Wo diese eingesetzt werden bleibt noch abzuwarten, vermutlich eher Richtung moldawischer und armenischer Tochter...

1ster Flieger von FlyOne in neuem Farbgewand:
https://www.jetphotos.com/photo/11750686

Geschrieben
Am 3.6.2025 um 20:55 schrieb Avroliner100:

Belavia hat sich über wilde Quellen aus Gambia und den VAE drei A330-200 besorgt und will damit auf Langstrecke gehen.

...

Angeblich sollen die Flieger aber in ziemlich schlechtem Zustand sein, die Kabine wurde wohl als schäbig beschrieben. Vorbesitzer der Flieger war Onur Air (TC-OCM/TC-OCN/TC-OCO) - in diesem Zusammenhang überrascht der Zustand „schäbig“ nicht wirklich. 

Scheinbar hat B2 auch Geld in die Ausstattung gesteckt... ¬¬

 

https://www.jetphotos.com/photo/11749659

  • 2 Wochen später...
Geschrieben (bearbeitet)
Am 17.4.2024 um 13:17 schrieb Emanuel Franceso:

Aegean Airlines plant 4 A321neo LR oder XLR einzuflotten, diese sollen auf Strecken mit bis zu 7 1/2 Stunden Flugzeit eingesetzt werden (von den 29 bestellten A321neo werden vorerst 4 mit erweiterter Reichweite sein). Ausgestattet werden die Flugzeuge mit weniger als 180 Plätzen, zudem bekommen sie Lie Flat Sitze in der Business Class sowie ein IFE. Mögliche Ziele für diese Flugzeuge sind Ziele im arabischen Raum (Riad, Jeddah, Dubai, die bereits angeflogen werden oder neu Oman, Doha, Bahrain) sowie Zentralafrika (Lagos, Addis Abeba, Nairobi) und Asien (Delhi, Mumbai, Almaty). Die Flugzeuge sollen in 2026/27 ausgeliefert werden.

https://en.about.aegeanair.com/media-center/press-releases/2024/aegean-invests-in-4-airbus-a321neo-s-with-extended-range-capabilities/

Neben 4 Airbus A321LR (sollen in 2027 und 2028 in die Flotte kommen), wird Aegean Airlines nun auch 2 Airbus A321XLR einflotten (vsl. in 12/25 und 1/26) und damit im kommenden Frühjahr Flüge nach Delhi (5/7 ab 3/26) und Mumbai (3/7 ab 5/26) aufnehmen.

https://en.about.aegeanair.com/media-center/press-releases/2025/aegean-invests-in-two-new-airbus-a321neo-xlr-aircraft-with-even-greater-range-and-comfort-new-direct-flights-to-new-delhi-and-mumbai-in-india-to-commence-as-of-march-2026/

Bearbeitet von Emanuel Franceso
Geschrieben (bearbeitet)
Am 16.7.2025 um 18:45 schrieb Emanuel Franceso:

Neben 4 Airbus A321LR (sollen in 2027 und 2028 in die Flotte kommen), wird Aegean Airlines nun auch 2 Airbus A321XLR einflotten (vsl. in 12/25 und 1/26) und damit im kommenden Frühjahr Flüge nach Delhi (5/7 ab 3/26) und Mumbai (3/7 ab 5/26) aufnehmen.

https://en.about.aegeanair.com/media-center/press-releases/2025/aegean-invests-in-two-new-airbus-a321neo-xlr-aircraft-with-even-greater-range-and-comfort-new-direct-flights-to-new-delhi-and-mumbai-in-india-to-commence-as-of-march-2026/


Aegean will die A321XLR mit 24 Business Sitzen und 114 Economy Plätzen ausstatten. Das ist genau dieselbe Konfiguration, die auch JetBlue einsetzt. Entsprechend spricht vieles dafür, dass Aegean spontan 2 JetBlue NTUs übernommen hat und auch die JetBlue Kabine behält (vermutlich mit leichten Anpassungen). Zuletzt hatte B6 ja eigene XLR Auslieferungen nach hinten in Richtung 2030 geschoben.
 

Sollte es so kommen, spielt man in Punkte Produkt zumindest mal in der oberen Liga mit. 
 

Quelle:

https://www.airliners.de/aegean-airlines-kauft-airbus-a321-xlr/82017

Bearbeitet von Avroliner100
Geschrieben

Dazu im Vergleich 2 Bilder von jetBlue's erstem A321XLR.

20. Mai

21. Juli

 

Es kann auch an den Lichtverhältnissen liegen, aber für mich haben die Triebwerke mittlerweile ein dunkleres Blau (wie Aegean Airlines), auch dass er mittlerweile offenbar All White lackiert ist könnte ein Hinweis darauf sein, dass er an Aegean Airlines und nicht an jetBlue geht.

Geschrieben
vor 37 Minuten schrieb Emanuel Franceso:

Dazu im Vergleich 2 Bilder von jetBlue's erstem A321XLR.

20. Mai

21. Juli

 

Es kann auch an den Lichtverhältnissen liegen, aber für mich haben die Triebwerke mittlerweile ein dunkleres Blau (wie Aegean Airlines), auch dass er mittlerweile offenbar All White lackiert ist könnte ein Hinweis darauf sein, dass er an Aegean Airlines und nicht an jetBlue geht.

Dann würde JetBlue bis 2030 wohl gar keinen XLR mehr bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere hieß es mal, dass genau ein einziger schon in der Produktion steckte und nicht mehr storniert/umgewandelt werden konnte. Ansonsten würde man die ungewollten Flieger wohl auch recht einfach an andere weitergeben können, sprich Aegean.

 

vor 3 Stunden schrieb Avroliner100:

Aegean will die A321XLR mit 24 Business Sitzen und 114 Economy Plätzen ausstatten. Das ist genau dieselbe Konfiguration, die auch JetBlue einsetzt. Entsprechend spricht vieles dafür, dass Aegean spontan 2 JetBlue NTUs übernommen hat und auch die JetBlue Kabine behält (vermutlich mit leichten Anpassungen). Zuletzt hatte B6 ja eigene XLR Auslieferungen nach hinten in Richtung 2030 geschoben.

Immer wieder interessant zu sehen, das sind mehr als 100 Sitze weniger als andere in einen A321 packen. Aber genau für solche Airlines ist das Konzept des XLR natürlich genial.

Geschrieben (bearbeitet)

Aegean könnte möglicherweise Athen-Hannover und Athen-Stuttgart einstellen. 

 

Hannover-Athen ist bislang noch bis Ende Oktober 2025 buchbar mit 2/7. Für Sommer 2025 ist die Strecke bisher aber noch nicht buchbar. 

 

Stuttgart-Athen ist bislang noch bis Ende März 2026 buchbar und ist für den Sommerflugplan 2026 bisher noch nicht im System. Die Strecke wird aktuell bis zu 4/7 geflogen.

 

Für beide Flughäfen wäre das ein weiterer (herber) Rückschlag, denn mit Netzwerkern wird es langsam immer dünner. Abwarten, ob es tatsächlich so kommt - oder ob die Daten für Sommer 26 teils noch geladen werden. 

Bearbeitet von Avroliner100
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Avroliner100:

Aegean könnte möglicherweise Athen-Hannover und Athen-Stuttgart einstellen. 

 

Hannover-Athen ist bislang noch bis Ende Oktober 2025 buchbar mit 2/7. Für Sommer 2025 ist die Strecke bisher aber noch nicht buchbar. 

 

Stuttgart-Athen ist bislang noch bis Ende März 2026 buchbar und ist für den Sommerflugplan 2026 bisher noch nicht im System. Die Strecke wird aktuell bis zu 4/7 geflogen.

 

Für beide Flughäfen wäre das ein weiterer (herber) Rückschlag, denn mit Netzwerkern wird es langsam immer dünner. Abwarten, ob es tatsächlich so kommt - oder ob die Daten für Sommer 26 teils noch geladen werden. 

Das ist richtig, aber selbst wenn ATH eingestellt wird würde man nach jetzigem Stand trotzdem an beiden Flughäfen Aegean nicht verlieren. Das liegt daran, dass A3 HAJ (2x/w VT25) und STR (7x/w VTD) auch mit Thessaloniki verbindet.

Führt zwar zu geringerer Konnektivität in Anbetracht des Umsteigenetzes in SKG, aber ob A3
a) auf 2x/w HAJ-ATH (Start netterweise um 02:35 in HAJ)
b) auf 4x/w STR-ATH mit Landung ATH um 00:10 (ATH hat zwar kein Nachtflugverbot, aber zwischen 01:00 und 04:30 geht so ziemlich nichts raus)
momentan so viele Umsteiger mitnimmt?

Geschrieben
Am 25.7.2025 um 18:46 schrieb Avroliner100:

Aegean könnte möglicherweise Athen-Hannover und Athen-Stuttgart einstellen. 

 

Hannover-Athen ist bislang noch bis Ende Oktober 2025 buchbar mit 2/7. Für Sommer 2025 ist die Strecke bisher aber noch nicht buchbar. 

 

Stuttgart-Athen ist bislang noch bis Ende März 2026 buchbar und ist für den Sommerflugplan 2026 bisher noch nicht im System. Die Strecke wird aktuell bis zu 4/7 geflogen.

 

Für beide Flughäfen wäre das ein weiterer (herber) Rückschlag, denn mit Netzwerkern wird es langsam immer dünner. Abwarten, ob es tatsächlich so kommt - oder ob die Daten für Sommer 26 teils noch geladen werden. 

Beide Strecken sind im SFP26 buchbar (Stuttgart 4/7 ab Ende März, Hannover 2/7 ab Ende Juni).

Geschrieben
vor 19 Minuten schrieb Mike_Bravo:

Warum muss in diesem Land immer gleich jemend um die Ecke kommen und mit der Rassismuskeule um sich werfen, das kann ich einfach nicht verstehen.

Weil es in diesem Land immer noch an vielen Ecken Rassismus gibt. Das wird auch nie verschwinden. Wir alle - mich eingeschlossen - tragen Rassismen in uns. Das ist soweit auch erstmal nicht schlimm, das liegt in der menschlichen Natur.

 

Nur gehört es dann halt genauso dazu, das bei sich selbst und anderen permanent zu hinterfragen und weiter an sich zu arbeiten. Ich frage mich manchmal, ob Menschen, die ähnlich wie du argumentieren, irgendwie den Wunsch haben, dass man mit 30 jetzt mal charakterlich fertig ist und bitte nie wieder Kritik an der eigenen Existenz in der Welt geübt werden soll.

 

vor 31 Minuten schrieb Mike_Bravo:

Aber ich denke, dass alle Forenteilnehmer intelligent genug sind, diesen Beitrag von Avroliner entsprechend einzuordnen und auch inhaltlich richtig zu verstehen.

Was soll man da richtig einordnen und "inhaltlich richtig verstehen"? Der zugrunde liegende Wirkmechanismus hinter dem Humor ist doch offensichtlich. Jetzt erklär mir mal, wie eine Dynamik, bei der sich Deutsche über die schlechten Sprachkenntnisse von Menschen mit Migrationshintergrund lustig machen, nicht wenigstens klassistisch bis eben an der Grenze zum rassistischen ist?

 

Aber - um den Gedanken aufzugreifen, den du wahrscheinlich äußern wolltest: Nein, ich halte deswegen Avroliner nicht für einen glühenden Rassisten. Er ist deswegen jetzt auch in meinen Augen kein schlechterer Mensch geworden. Aber - gelebter Alltagsrassismus ist eben oft keine bewusste Entscheidung dazu, sondern findet subtil statt. Die wenigsten Menschen, die rassistisch handeln, wachen morgens auf und entscheiden sich, heute mal was rassistisches zu machen. Und ich bin meinen Freunden sehr dankbar, dass sie mich immer wieder darauf hinweisen, wenn ich selbst was rassistisches mache oder sage.

 

vor 21 Minuten schrieb Mike_Bravo:

Meinst Du ernsthaft, das dieses von dir beschriebene Klientel besser über Menschen aus dem "Bildungsbürgertum" denkt oder spricht, mitnichten und da gibt es keine Rassismusdebatte.

Erstens wäre das keine Rassismus-Debatte, weil die zugrunde liegende Mechanik in dem von dir genannten Fall keine rassistische, sondern eine anti-intellektuelle wäre. Zweitens: Was ist das für eine Mentalität? Weil andere Menschen schlechte Charakterzüge ausleben, legitimiert das, auch selbst so zu handeln?

 

vor 25 Minuten schrieb Mike_Bravo:

Es wäre wünschenswert und einer Demokratie würdig, Menschen nicht ständig in irgend einen "Meinungskorridor" zu drängen, sondern auch andere Ansichten und in diesem Fall eher Satire, einfach mal zu ertragen.

Die Ironie, mir meine kritische Meinung verbieten zu wollen, und gleichzeitig etwas von "in einen Meinungskorridor drängen" zu fabulieren, merkst du selber, oder?

 

Und Satire ist kein Deckmantel, der schlechten Humor entschuldigt. In dem Kontext finde ich es auch ein bisschen zynisch, davon zu reden, dass man etwas "zu ertragen" habe. Klar erträgt sich so etwas leicht, wenn man nicht selbst zu der Gruppe gehört, auf die draufgetreten wird. Ich könnte auch super Witze über Menschen mit Behinderung ertragen. Aber ich hab halt auch selber keine.

Geschrieben (bearbeitet)

Auch wenn es ausartet kurz meine paar Cent dazu:

 

Ich hätte es jetzt nicht beleidigend gegenüber einer Minderheit empfunden. Und ich finde die gewollte Aussage sollte bewertet werden, nicht, wie etwas ankommen könnte.

Ich erkenne ich dem Beitrag zuvor wirklich keine beleidigende / diskriminierende Absicht (außer der iranischen Regierung gegenüber, die sich auch mMn ruhig etwas anhören darf...) und ich finde, wenn man zu schnell dran ist immer sowas zu wittern und gefühlt ohnehin alles hinterfragt und angeklagt wird was man sagt, benutzt irgendwann keiner mehr einen Filter ("es ist ja eh alles falsch was ich sage"), deshalb finde ich es nicht richtig, jede Kleinigkeit zu bemängeln, weil damit wirklich schlimme Fälle untergehen und man diese damit irgendwann normalisiert. Sollte es so sein ? Nein. Ist der Mensch so - mMn ja.

 

Aber bei so einem Thema wird es eh nie Einigkeit geben....Meine persönliche Beobachtung ist jedoch, je mehr die "Sprachpolizei" eingreift, desto mehr Leute wandern sprachlich - schon aus Reaktanz - nach rechts. Damit erweist man diesem Thema einen Bärendienst, gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht. Wohin das führt sieht man bspw. in der USA, wo Trump mMn durch die Reaktanz auf die Wokeness die entscheidenden Stimmen zum Sieg geholt hat. Bei dessen Wählern ist das "ich sag was ich denke, ist eh alles falsch" deutlich zu beobachten in Interviews.

 

vor 27 Minuten schrieb Lucky Luke:

Und Satire ist kein Deckmantel, der schlechten Humor entschuldigt

Warum muss ich dabei nur an Jan Böhermann denken :D

 

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben

Sind jetzt wirklich meine letzten 50 Cent, dann hab ich auch alles zu dem Thema gesagt, was ich zu sagen habe:

 

vor 17 Stunden schrieb d@ni!3l:

Ich erkenne ich dem Beitrag zuvor wirklich keine beleidigende / diskriminierende Absicht

Die Absicht würde ich auch nicht unterstellen. Aber oft sind sich Leute gar nicht bewusst, welchen Mechanismen ihr Humor unterliegt. Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer. Meistens kann man recht einfach innerhalb von Sekunden analysieren, auf wessen Kosten ein Witz geht und ob man dabei nach oben oder nach unten tritt. Oder - mein Lieblingshumor: Auf sich selbst.

 

Was ich dabei allerdings immer wieder beobachte: In der Hinsicht hat tatsächlich über die letzten zwanzig Jahre ein Wandel stattgefunden. Rund um die 1990er und frühen 2000er bestand deutsche Comedy hauptsächlich daraus, irgendwie gegen andere Gruppen zu keilen und sich auf deren Kosten zu amüsieren. Siehe Traumschiff Surprise, siehe Der Schuh des Manitu oder eben die erwähnten Erkan und Stefan. Ich habe darüber als jüngeres Kind auch herzlich gelacht, aber wenn ich die gleichen Sache heute anschaue, kriege ich nur noch Fremdscham.

 

Und auf eine Art bin ich dankbar, dass ich noch jung genug war, um diesen Shift mit eingeprägt zu bekommen, ohne, dass ich irgendwie aktiv daran hätte arbeiten müssen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass, wenn man zu den etwas älteren Semestern gehört und das quasi schon in eine Zeit gefallen ist, in der man charakterlich relativ zu Ende geprägt war, dieser Wandel einem schwerer fällt.

 

vor 17 Stunden schrieb d@ni!3l:

Meine persönliche Beobachtung ist jedoch, je mehr die "Sprachpolizei" eingreift, desto mehr Leute wandern sprachlich - schon aus Reaktanz - nach rechts.

Was hat das ganze Thema jetzt eigentlich mit der Sprachpolizei zu tun? Jemanden darauf hinzuweisen, dass sein Humor in einer konkreten Situation nun mal eindeutig nach unten tritt, ist keine Sprachpolizei. Es ist schon bemerkenswert, dass du dennoch gleich zu einem Begriff aus dem Werkzeugkasten rechter Populisten greifst. Ich würde dir nie im Leben eine rechte Einstellung unterstellen. Dennoch: Kulturkampf funktioniert, auch bei dir.

 

Und was ich tatsächlich wieder super interessant zu beobachten finde: Ich habe mir bei dem ersten Beitrag wirklich Mühe gegeben, das ganze so unkonfrontativ, deeskalativ und freundlich, wie es nur geht, zu formulieren. Weil es mir eben nicht darum geht, mich selbst moralisch zu überhöhen, sondern weil ich tatsächlich den (vielleicht naiven) Wunsch habe, dass ich damit beim einen oder anderen einen Denkprozess anstoßen kann.

 

Trotzdem kommt eine angefasste Reaktion. Und die kommt lustigerweise gar nicht von der angesprochenen Person, sondern von einem völlig unbeteiligten Dritten, der sich - aus Kontaktschuld oder whatever? - gleich mit angegriffen gefühlt hat.

 

Ich werde es für mein Leben nicht verstehen, warum manche Menschen so völlig kritikunfähig sind. Wenn ich aus meinem Umfeld auf problematisches Verhalten meinerseits hingewiesen werde, dann ist nicht meine erste Reaktion, beleidigt abzublocken und in eine wirklich kindische "Jetzt-erst-recht"-Haltung zu gehen. Und nein, eine solche Reaktion ist auch nicht menschlich, die ist einfach charakterschwach.

 

Deswegen sehe ich es auch nicht ein, Kompromisse auf Kosten marginalisierter Gruppen einzugehen, nur, damit sich eben solche charakterschwache Menschen nicht in ihrer Ehre gekränkt fühlen. Einigkeit ist kein Selbstzweck. Je mehr Rücksicht man auf Menschen mit problematischem Verhalten nimmt, desto mehr normalisiert man problematisches Verhalten.

 

Und jetzt drehe ich ein Argument um, was gerne in Richtung der "Sprachpolizei" gebracht wird: Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass Leute viel zimperlicher geworden sind. Aber eben nicht die Leute, die auf so etwas hinweisen, sondern die Leute, die darauf hingewiesen werden.

 

Meine Güte, früher hätte man sich darüber noch laut in der Sache gestritten, sich eventuell die Köpfe eingeschlagen und danach mit nem Bier zusammen angestoßen. Heute weint man rum, weil man von vermeintlichen Wokies auf problematisches Verhalten, das sich im Nullkommanix abstellen lassen würde, hingewiesen wurde. Herrgott, werdet erwachsen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Lucky Luke:

 

Trotzdem kommt eine angefasste Reaktion. Und die kommt lustigerweise gar nicht von der angesprochenen Person, sondern von einem völlig unbeteiligten Dritten, der sich - aus Kontaktschuld oder whatever? - gleich mit angegriffen gefühlt hat.

Nein, es geht nicht ums angegriffen fühlen. Ich weiß du meinst es gut. Aber mein Punkt ist, dass nicht alles was gut gemeint ist auch gut ankommt. Die Beispiele habe ich gemacht. Es wäre schön, da bin ich im Ziel bei dir, dass man ein rationales Argument macht, andere Menschen das Argument rational aufnehmen und dann entsprechend handeln. So sind Menschen jedoch nicht.  Alle die sich "falsch äußern" wurden mind 1x "belehrt" und machen es dennoch. Teilweise aus Trotz (siehe "Fuck you Greta" Sticker auf SUVs). 

 

Man erreicht auch mit guten Absichten nicht immer was man will... Und jedes kleine bisschen zu kritisieren nutzt sich ab, dann wird das gut gemeinte Argument bei großen Problemen nicht mehr gehört bzw motiviert Leute noch, weil es eben Reaktanz gibt.

 

Finde ich das gut? Nein. Sollte man menschliches Verhalten berücksichtigen wenn man es ändern will? Ja...

 

vor 2 Stunden schrieb Lucky Luke:

, dass sein Humor in einer konkreten Situation nun mal eindeutig nach unten tritt,

Nein, nach "oben". Es geht primär gegen die iranische Führung und die Art und Weise wie man sich die 777 besorgt hat. Man muss ja nicht immer alles falsch verstehen wollen....

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb d@ni!3l:

Nein, nach "oben". Es geht primär gegen die iranische Führung und die Art und Weise wie man sich die 777 besorgt hat. Man muss ja nicht immer alles falsch verstehen wollen....

Der Witz hätte genauso gut ohne den Vallah-Schwör-Digga-Soziolekt funktioniert. Den halt auch niemand im Iran spricht.

 

Die Intention war, nach oben zu treten, da stimme ich dir zu. Dass er dabei ausversehen mal eben Menschen mit mangelnden Deutschkenntnissen als Kollateralschaden mitgenommen hat, war sicherlich nicht seine Absicht, macht aber den Humor in seiner Form nicht besser. Nicht hinter jeder misslungenen Handlung steht das Bestreben, sich unkorrekt zu verhalten. Deswegen differenziere ich ja auch zwischen Kritik an der Sache und Kritik am Menschen.

 

vor 13 Minuten schrieb d@ni!3l:

So sind Menschen jedoch nicht.

Ich glaube, ab jetzt drehen wir uns gleich im Kreis. Aber: Wie sind Menschen denn dann? Und welchen Schluss ziehst du aus der Erkenntnis?

 

Weil - mit den charakterlichen Unzulänglichkeiten einzelner Individuen kann ich halt ganz super jede Form von Nihilismus durchargumentieren. Am Ende bringt ja alle Arbeit für eine bessere Gesellschaft nichts, weil es wird immer Menschen geben, die auf Grund ihres charakterlichen Profils das nicht von jetzt auf gleich umsetzen wollen oder können.

 

Da gibts ein ganzes Spektrum zwischen sanftem Anecken und wirklichen pathologischen Profilneurotikern - aber an denen können wir nicht unser Ideal einer Gesellschaft ausrichten. Sonst hätten Menschen auch schon vor 500, 200, 100, 50 und 20 Jahren sagen können "joa, bringt ja eh nix, bei manchen erfährst du eh nur Widerstand".

 

vor 18 Minuten schrieb d@ni!3l:

Man erreicht auch mit guten Absichten nicht immer was man will... Und jedes kleine bisschen zu kritisieren nutzt sich ab, dann wird das gut gemeinte Argument bei großen Problemen nicht mehr gehört...

Ich weiß, dass du es ehrlich meinst, halte das Argument aber für Augenwischerei. Weil die Leute, die sich derlei Kritik im kleinen nicht zu Herzen nehmen können, werden sich genauso wenig die Kritik bei großen Problemen zu Herzen nehmen. Da legt sich ja kein charakterlicher Schalter um, der objektiv erkennen kann, dass etwas wirklich drüber war. Im Gegenteil: Die Trotzreaktion ist genau die gleiche.

 

Ich behaupte sogar: Indem du derartige Formen von Kritik im kleinen bagatellisierst, erweist du der gesellschaftlichen Debatte einen Bärendienst. Weil du damit genau den Weg asphaltierst, mit dem die Kritik bei großen Problemen invalidiert wird.

 

Zu guter letzt möchte ich die Frage in den Raum werfen: Wer bestimmt denn dann, wie viel Verächtlichkeit und Spott eine marginalisierte Gruppe auszuhalten hat? Weil - da kann ich mich nur wiederholen: Es fühlt sich schon sehr verkehrt an, wenn Menschen aus einer privilegierten Position heraus urteilen, dass eine benachteiligte Gruppe jetzt mal diesen Spott auszuhalten habe.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 38 Minuten schrieb Lucky Luke:

 

Ich behaupte sogar: Indem du derartige Formen von Kritik im kleinen bagatellisierst, erweist du der gesellschaftlichen Debatte einen Bärendienst. Weil du damit genau den Weg asphaltierst, mit dem die Kritik bei großen Problemen invalidiert wird.

Naja, mag ggf auch an Social Media und anderen Trends liegen,  aber ich habe nicht das Gefühl, dass das vermehrte Ansprechen dieser "woken Themen"  und das eben  "nicht bagatellisieren" seit ca 2013 unbedingt dafür gesorgt hat, dass die Menschen weniger radikal Denken, Sprechen und Wählen, oder ?  Eher im Gegenteil. Und das nicht nur bei uns . 

 

Aber wir werden uns eh nicht einigen, das ist etwas Utopie vs reale Welt. Und das ist nicht böse gemeint, aber wer da einmal seine Sichtweise hat wird darauf bestehen und nicht ändern, deshalb hör ich nun auf. Ich war lange genug in der Hochschulpolitik und habe die Diskussion genug geführt, deshalb hab ich mich da nun auch eingemischt. Wie gesagt, ich teile das Ziel, ich glaube aber mit Leute falsch verstehen (wie aktuell bei der Sydney Sweeney Werbung) sorgt man nicht für Veränderung. Im Gegenteil. Aber jeder wie er mag, ggf irr ich mich ja auch und die Beobachtungen treffen alle nicht zu und die Menschen passen ihre Sprache an. Ich hab auch keine bessere Idee, behaupte nur so funktioniert es irgendwie auch nicht...

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb d@ni!3l:

ich habe nicht das Gefühl, dass das vermehrte Ansprechen dieser "woken Themen"  und das eben  "nicht bagatellisieren" seit ca 2013 unbedingt dafür gesorgt hat, dass die Menschen weniger radikal Denken, Sprechen und Wählen, oder ?

Da verwechselst du in meinen Augen Ursache und Wirkung. Social Media hat schon einen Einfluss, richtig. Aber nicht den, dass dadurch vermehrt woke Themen angesprochen werden.

 

Wo soll das überhaupt stattfinden? Die klassischen woken Debattenräume waren noch nie Social Media. Sondern universitäre Umfelder (AStA hast du ja selber schon angesprochen), sozialwissenschaftliche Publikationen und Interessenverbände marginalisierter Gruppen.

 

Auch das ist übrigens meiner Ansicht nach sehr erfolgreich geführter Kulturkampf von rechts: Dass Leute in der Mitte davon überzeugt sind, dass woke Menschen vermehrt derlei Themen ansprechen würden, obwohl eigentlich die prinzipiellen Forderungen und Ideen der Wokeness-Bewegung, seitdem sie Mitte der 1900er durch Afroamerikaner gegründet wurde, die gleichen sind.

 

Andersherum: Wir bewegen uns de facto gesellschaftlich zurück. Wir erleben aktuell weniger Toleranz und Empathie gegenüber Randgruppen, als wir sie vor zehn Jahren hatten. Deiner Logik folgend müsste also wieder mehr Toleranz und Empathie entstehen, wenn man...weniger auf die Probleme hinweist? Klingt das für dich wirklich schlüssig?

 

Was Social Media allerdings tatsächlich bewirkt: Es eint eine Gegenkultur. Wenn sich in den 80er-Jahren Opa Josef aufgeregt hat, dass jetzt die Leute sagen, dass man das N-Wort nicht mehr sagen sollte, dann hat er sich halt aufgeregt. Bestenfalls hat er noch zwei Kumpel gefunden, die sich mit ihm zusammen in der Kneipe darüber aufgeregt haben.

 

Er hatte aber nicht die technischen Möglichkeiten, um sich mit allen anderen Leuten, die sich weltweit darüber aufregen, zusammenzuschließen und daraus eine identitätsstiftende Kultur zu schaffen. Mittlerweile kannst du dabei ja sogar Leute mitnehmen, die eigentlich gar kein Interesse an der Sache haben, aber denen der identitätsstiftende Aspekt ermöglicht, sich selbst zu profilieren.

 

In dem Sinne kann man tatsächlich einen Punkt machen, dass die Demokratisierung öffentlicher Debatten durch Social Media mehr Fluch als Segen war. Über lange Zeit war es ein Privileg, an der öffentlichen Debatte mitwirken zu können. Das war zumiest neben Politikern nur Schriftstellern, Journalisten und anderen Kulturschaffenden möglich. Alles Professionen, die tendenziell eher im linken Spektrum verortet sind.

 

Und dementsprechend galt: Auch wenn die meisten Leitmedien unserer Gesellschaft weit entfernt davon sind, wirtschaftspolitisch links zu stehen, hat sie doch größtenteils geeint, dass sie gesellschaftspolitisch meist recht progressive Positionen vertreten haben.

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