TobiBER

Aktuelles zu Easyjet

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Hier wurde schon einiges richtig angemerkt. EJ zerlegt im Prinzip die alten starren Wartungsintervalle in kleine Häppchen, die im normalen Alltag üblicherweise in der Nacht erledigt werden können und erreicht damit letztendlich eine höhere Dispatch-Reliability, weniger maintenance ground-time und höhere Sicherheit. Alles natürlich streng in Absprache mit Herstellern und Behörden. Es gibt auch "maintenance-forecasting" Systeme, die "was wäre wenn" Szenarien ermöglicht. Das ist alles sehr sehr komplex und ich kann das hier aus Zeitgründen nicht weiter erläutern, letztendlich kann man aber (am Computer) eine beliebig große Flotte (jahrelang) im voraus fliegen lassen und "sich ausdrucken lassen", wann welcher Flieger welche Wartung an welchem Ort zu welcher Zeit durchführen sollte, um die höchste Wahrscheinlichkeit eines problemlosen Betriebs zu haben. Das ist schon nicht schlecht, was da so läuft...

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Durch das E-Check Concept bzw. heisst es jetzt wohl P-Check (P=Phase) erreiche ich keine höhere Dispatch reliability aber eine höhere Availability der Flotte, da mir längere Standzeiten wie bei der Block Maintenance erspart bleiben. Ich habe nur vereinzelt, etwa alle 30-40 Tage, eine längere Standzeit welche dann etwa einen 8-10 Stündigen Hangar Input benötigt, bei den restlichen Arbeitspaketen ist es innerhalb des Nightstops auf der Rampe zu schaffen. Die erste grössere Standzeit ist dann der IL Check nach 6 Jahren. Hat aber alles seine Vor- und Nachteile. Solange ich eine junge Flotte unter 6 Jahren habe ist Equalized Maintenance ideal, bedarf aber einen recht hohen logistischen Aufwand um die Line Stations mit Material und Ersatzteilen sowie Werkzeugen zu versorgen. Bei der Block Maintenance entfällt dieser Aufwand da ich fixe Wartungsstandorte habe und eine bessere planerische Sicherheit habe. Nach 6 Jahren fällt die erste Entscheidung ob der Flieger im E-check Concept bleibt oder in das Block Maintenance Program überführt wird. Das kommt dann auf den strukturellen Zustand des Fliegers drauf an und ich muss auch dann eine sampling Flotte am Start haben da gewisse strukturelle Inspektionen (sampling Tasks) nur auf einer gewissen Anzahl an Flugzeugen durchgeführt werden muss. Wenn der Flieger die 12 Jahres Marke überschritten hat muss er auf jeden Fall in die Block Maintenance überführt werden, da dort spezielle strukturelle Inspektionsintervalle anfallen, welche ich im E-Check nicht mehr bewerkstelligen kann.

 

easyJet bzw. deren damaliger MRO habe das E-Check Konzept auch exakt mit dem Ziel entworfen, die Bodenzeiten zu verringern und damit die Verfügbarkeit zu erhöhen. Das ging rauf bis inklusive IL Check bei dem auch EJ und deren MRO Federführend waren. Das hat damals einen ganz gewaltigen Ruck in dem Mief der Maintenance Programme und der Spare Parts Logistik gebracht. Das Problem mit der klassischen Block Maintenance hatte man damals nicht gesehen, da es eigentlich immer der Plan der EJ war die Flugzeuge nach 12 Jahren abzustossen. Das Problem der dispatch reliability war nie ein grösseres Thema, da diese Marktweit im oberen drittel lag und liegt. Dies hat man mit Herstellergarantien abgehandelt um die OEMs so unter druck zu setzten um Verbesserungen anzubringen. Aber in der heutigen Welt von predictive Maintenance und den Tools (Databird, FOMAX, big data, AI....) die mittlerweile verfügbar sind, hat sich auch das geändert. Bis das aber Wirkung zeigt wird es wohl noch ein bisschen dauern.

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Am 16.7.2019 um 21:07 schrieb EZY:

 

Das ist völlig "wurscht" bei den heutigen Maintenance Intervallen. Ein A Check z.Bsp. ist ja nur alle 600 Stunden fällig. (ca 2,5 Monate!). Da spielen ein paar Stunden mehr oder weniger "null" Rolle....

Wenn EZY dazu ein Konzept entwickelt hat wo das "wurscht" ist Glückwunsch!

 

Ich kenne es anders, in der Hochsaison (wo alles auf Kante genäht ist) spielte es immer wieder eine Rolle was der Flieger wann fliegt.

Da war öfters die Frage ob ein Szenario zum Troubleshooting nach Hinten heraus zum Boomerang wird, d.h.

"Passt es oder stehen wir dann mit 0 Hours Remaining in Irgendwo fest?"

 

Und es ist auch mal schief gegangen wegen Zahlendreher, sprich aus ca. 41 Std Remaining wurden am Abend auf einmal 14 und die nächsten 2 Tage im Büro...

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