DJ112 Geschrieben Montag um 07:42 Melden Geschrieben Montag um 07:42 vor 6 Minuten schrieb groffel: Dieser Narrativ hilft nur jemandem, der eine langsame Entwicklung des BER erklären will, ohne das Problem aber lösen zu müssen. Klar muss die Führung des BER das Problem lösen, ich denke das würde auch niemand bestreiten. Aber mit dem Narrativ hat man jedoch gleich die Erklärung, warum das Problem nicht gelöst wird/werden kann, wenn dies seitens BER nicht gelingt oder länger dauert als geplant. Niemand würde sich hinstellen und sagen "Ja, alles ist unsere Schuld, dass es nicht voran geht."
Alibaba1408 Geschrieben Montag um 08:07 Melden Geschrieben Montag um 08:07 23 minutes ago, groffel said: Dieser Narrativ hilft nur jemandem, der eine langsame Entwicklung des BER erklären will, ohne das Problem aber lösen zu müssen. Du sagst es. Das Narrativ hilft der Flughafenführung vielleicht nicht direkt, da sie das Problem eben - irgendwie irgendwann - lösen müssen. Dass politische Akteure und somit die wichtigsten stakeholder des Flughafens dieses Narrativ aber weitestgehend übernehmen - ob jetzt berechtigterweise oder nicht - dürfte m.E. schon dafür sorgen, dass man etwas nachsichtiger mit dem Management ist. 3
groffel Geschrieben Montag um 08:38 Melden Geschrieben Montag um 08:38 Hat die Geschäftsführung dieses Narrativ denn verbreitet? Das würde mich tatsächlich interessieren, wenn du das irgendwo vom BER gehört hast. Die Lufthansagruppe ist der größte Kunde am BER; wenn ein Vorstand hingeht und sich halb-öffentlich über seinen größten Kunden beschwert, dann wäre das schon ziemlich unprofessionell - und da ich auch für diesen Flughafen bezahlt habe, würde ich gerne wissen, wenn dessen Geschäftsführung so einen Mist baut. Und auch, wenn die Geschäftsführung dieses Narrativ gegenüber dem Aufsichtsrat verbreitet als Erklärung, warum der BER nciht schneller wächst. Denn: Einmal kann man als Vorstand ja sagen, warum es schlecht läuft. Aber im nächsten Jahr würde ich als Aufsichtsrat dann wissen wollen, wie man mit diesen widrigen Umständen umgeht, und sie nicht als Erklärung nutzen und nichts tun. Wenn der Aufsichtsrat sich tatsächlich im dritten Jahr in Folge mit so einer Erklärung zufrieden gibt, dann wüsste ich das daher auch gerne. Deshalb halt meine Frage: Da du geschrieben hast, dass du den Eindruck hast, die Geschäftsführung will diesen Narrativ so in der Welt haben - gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, dass die Geschäftsführung dieses Narrativ verbreitet oder unterstützt? Stützt sich dein Eindruck auf mehr als die obige "Wem nützt es?"-Analyse? 1
locodtm Geschrieben Montag um 09:46 Melden Geschrieben Montag um 09:46 vor einer Stunde schrieb groffel: Hat die Geschäftsführung dieses Narrativ denn verbreitet? Das würde mich tatsächlich interessieren, wenn du das irgendwo vom BER gehört hast. Die Lufthansagruppe ist der größte Kunde am BER; wenn ein Vorstand hingeht und sich halb-öffentlich über seinen größten Kunden beschwert, dann wäre das schon ziemlich unprofessionell - und da ich auch für diesen Flughafen bezahlt habe, würde ich gerne wissen, wenn dessen Geschäftsführung so einen Mist baut. Nach schneller Suche: https://taz.de/Flughafenchef-Luetke-Daldrup-zum-BER/!5702212/ Auszug aus dem Interview: Zitat TAZ: Der Aufsichtsrat hat Ihren Vertrag als Geschäftsführer bis Anfang 2022 verlängert. Was haben Sie noch vor – außer die Coronakrise zu meistern natürlich? LD: Mein Anspruch war immer, dass der Hauptstadtflughafen den Flughäfen Frankfurt und München echte Konkurrenz macht. TAZ: Wie soll das klappen? LD: Tegel und Schönefeld sind heute schon die deutschen Flughäfen, an denen zusammengenommen die meisten Menschen ein- und aussteigen, Umsteiger haben wir bisher wenige. Durch den digitalen Wandel haben wir die Chance, mehr Interkontinentalflüge direkt an Berlin anzubinden. Das wäre auch gut für die Umwelt, weil Umsteigeverkehre dadurch entfallen würden. Damit können wir unsere Marktposition ausbauen. Wir haben auch die klare Erwartung, dass die Lufthansa als nationaler Carrier, der mit 9 Milliarden Euro Steuergeldern in der Coronakrise unterstützt worden ist, die Hauptstadtregion besser anbindet. Hervorhebung durch mich. Das ist diplomatisch verpackt, aber schon klar formuliert. Betrifft erstmal nicht EK verhindern, aber schon einen verwandten Punkt.
Emanuel Franceso Geschrieben Montag um 10:15 Melden Geschrieben Montag um 10:15 vor 15 Stunden schrieb barti103: Wer hätte zu diesem Zeitpunkt z. B. schon gedacht, dass eine Air India inzwischen ernsthaft darüber verhandelt eine Verbindung nach Dehli aufzunehmen, obwohl sie die Hubs in FRA und MUC anfliegt und über die *Alliance sehr eng mit der LH verbandelt ist. Air India fliegt bislang nur nach Frankfurt. Man wird auch abwarten müssen, inwieweit die Ausbaupläne bei Air India zurück gefahren werden. vor 27 Minuten schrieb locodtm: Nach schneller Suche: https://taz.de/Flughafenchef-Luetke-Daldrup-zum-BER/!5702212/ Auszug aus dem Interview: Hervorhebung durch mich. Das ist diplomatisch verpackt, aber schon klar formuliert. Betrifft erstmal nicht EK verhindern, aber schon einen verwandten Punkt. In Form von Eurowings setzt die Lufthansa Group dies doch um (stetiger Ausbau der Basis Berlin). 1
Alibaba1408 Geschrieben Montag um 10:18 Melden Geschrieben Montag um 10:18 1 hour ago, groffel said: Hat die Geschäftsführung dieses Narrativ denn verbreitet? Dazu was @locodtm geschrieben hat, auch wenn hier keiner behauptet hat, dass das die BER Geschäftsführung verbreitet hat. Ich denke aber, dass es darauf auch gar nicht ankommt. Wenn die Stakeholder (insbesondere die Politiker als Vertreter der Gesellschafter) das verbreiten bzw. wirklich denken, reicht es doch aus. Schlussendlich ist der entscheidende Effekt aus Sicht des Managements, dass man die - vermeintlich - schlechte Entwicklung eher bzw. länger verzeiht.
groffel Geschrieben Montag um 11:20 Melden Geschrieben Montag um 11:20 vor 37 Minuten schrieb Alibaba1408: Dazu was @locodtm geschrieben hat, auch wenn hier keiner behauptet hat, dass das die BER Geschäftsführung verbreitet hat. Ich denke aber, dass es darauf auch gar nicht ankommt. Wenn die Stakeholder (insbesondere die Politiker als Vertreter der Gesellschafter) das verbreiten bzw. wirklich denken, reicht es doch aus. Schlussendlich ist der entscheidende Effekt aus Sicht des Managements, dass man die - vermeintlich - schlechte Entwicklung eher bzw. länger verzeiht. Danke, dann weiß ich deine Aussage jetzt einzuordnen. vor einer Stunde schrieb locodtm: Nach schneller Suche: https://taz.de/Flughafenchef-Luetke-Daldrup-zum-BER/!5702212/ Auszug aus dem Interview: Hervorhebung durch mich. Das ist diplomatisch verpackt, aber schon klar formuliert. Betrifft erstmal nicht EK verhindern, aber schon einen verwandten Punkt. Man sollte bei dem Zitat bedenken, dass es sechs Jahre her ist und was der Hintergrund war: Airberlin war drei Jahre vorher Pleite gegangen und alle hatten damit gerechnet, dass Lufthansa jetzt einspringt. Deswegen hatte man die Lufthansa ja auch nicht daran gehindert, einen großen Teil der Reste zu übernehmen. Was dann aber kam, war das Gegenteil: Während Easyjet und Ryanair in die Lücke von Airberlin gegangen sind, hat sich die Lufthansa sogar noch weiter aus Berlin zurückgezogen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es 2019 von der Lufthansagruppe in Berlin nur noch Hubverkehre, innerdeutsche Flüge (STR, CGN, DUS) und ein oder zwei tägliche Flüge ans Mittelmeer. Und damit weniger Verbindungen als zu Zeiten, in denen es Airberlin noch gab. Zum ursprünglich geplanten Eröffnungstermin 2012 hatte die Lufthansa TXL zur Focus-City ausgebaut; bei der tatsächlichen BER-Eröffnung dann aber nicht (möglicherweise wollte Lütke-Daldrup daher auch darauf hinweisen, dass das noch kommen könnte - und ist es inzwischen mit Eurowings ja auch). Die Berliner Flughäfen waren bis Mitte 2019 seit Jahren rasant gewachsen, selbst während der Airblerin-Pleite. Erst im Herbst 2019 gab es einen leichten Knick. Man kann zwar die Aussage so interpretieren, dass Lütke-Daldrup der Lufthansa eine Blockadehaltung vorwarf. Allerdings halte ich das für sehr frei interpretiert, denn: er hatte es gar nicht nötig, sich für langsames Wachstum zu rechtfertigen, die Passagierzahlen waren eigentlich sogar zu groß für den BER (dass sie nach Corona nicht wieder steigen würden, damit hatten Mitte 2020 wohl die meisten noch nicht gerechnet); und: das Engagement der Lufthansa am BER war halt objektiv enttäuschend. 1
Stef1704 Geschrieben Dienstag um 16:58 Melden Geschrieben Dienstag um 16:58 Am 6.7.2026 um 13:20 schrieb groffel: ..... Wenn ich mich richtig erinnere, gab es 2019 von der Lufthansagruppe in Berlin nur noch Hubverkehre, innerdeutsche Flüge (STR, CGN, DUS) und ein oder zwei tägliche Flüge ans Mittelmeer. Und damit weniger Verbindungen als zu Zeiten, in denen es Airberlin noch gab. ...... Zur Ergänzung: Lufthansa hat in der Zeit noch mit dem Konzept geworben seinen Verkehr zu den Hubs auf regelmässige "Stundentakt" auszubauen - das klappte bis Corona auch ganz gut - Ziel war es die Paxe an den Hubs wie beim Busverkehr einfach in den nächsten (Air-)bus zu laden ... Hab ich selber oft und häufig genutzt, wenn ich keine Gepäck hatte: man ging zum Gate des nächsten Abflugs und hat gefragt ob man noch mitkommen kann, je nach Tarif ging das ganz gut, manchmal mit kleiner Nachzahlung. Die innerdeutschen sollten damals schon zu Germanwings
Jochen Hansen Geschrieben Gestern um 07:18 Melden Geschrieben Gestern um 07:18 Am 6.7.2026 um 10:38 schrieb groffel: Hat die Geschäftsführung dieses Narrativ denn verbreitet? Das würde mich tatsächlich interessieren, wenn du das irgendwo vom BER gehört hast. Die Lufthansagruppe ist der größte Kunde am BER; wenn ein Vorstand hingeht und sich halb-öffentlich über seinen größten Kunden beschwert, dann wäre das schon ziemlich unprofessionell - und da ich auch für diesen Flughafen bezahlt habe, würde ich gerne wissen, wenn dessen Geschäftsführung so einen Mist baut. Und auch, wenn die Geschäftsführung dieses Narrativ gegenüber dem Aufsichtsrat verbreitet als Erklärung, warum der BER nciht schneller wächst. Denn: Einmal kann man als Vorstand ja sagen, warum es schlecht läuft. Aber im nächsten Jahr würde ich als Aufsichtsrat dann wissen wollen, wie man mit diesen widrigen Umständen umgeht, und sie nicht als Erklärung nutzen und nichts tun. Wenn der Aufsichtsrat sich tatsächlich im dritten Jahr in Folge mit so einer Erklärung zufrieden gibt, dann wüsste ich das daher auch gerne. Deshalb halt meine Frage: Da du geschrieben hast, dass du den Eindruck hast, die Geschäftsführung will diesen Narrativ so in der Welt haben - gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, dass die Geschäftsführung dieses Narrativ verbreitet oder unterstützt? Stützt sich dein Eindruck auf mehr als die obige "Wem nützt es?"-Analyse? Moin, weil hier immer viele über BER-Fanboys reden. Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von min 5 Mio EW, von den beiden im Land vorhandenen Long-Range-Airlines nicht angeflogen wird, kann jemand auf unseres Erdball mal ein zweites mal suchen. Warum es so ist, ist bekannt. Dass es so bleiben muss, kann durchaus kritisiert werden. ich denke auch, dass die LH (sie macht mit EW ja kontinuierlich langsam etwas, in Sachen Ausbau), der BER GF dies durch aus ins Hausaufgabenheft diktiert, dass das langsame Wachstum der EW auch mal schnell, wie bei FR enden kann. Daher geht eher die Politik das Thema an. EK wird nicht auch das vergiftete Angebot nicht annehmen, genauso wenig wir LH 1/7 in der Woche irgendwo hinfliegt. Weiterhin finde ich sehr lustig wie die Anti-EK Fraktion auf den potentiellen Arbeitsplätzen und Umsatz herumhacken, welche Tim Clark zu ILA Zeiten gegeben hat. Habt ihr euch mal überlegt, was in Toulouse/Finki los wäre (plus Diehl, Premium Aerotec und wie sie nicht alle heißen), welchen Input es auf die Volkswirtschafften D/F gegeben hat, wenn EK dort in den letzten 30 Jahren nicht so massiv Flauzeuge rausgeschleppt hätten? Wenn sie sagen: Die Europäer sind doof, wir bestellen nur Boeing, wird es dunkler als die paar Arbeitsplätze, welche ggf. in FRA/MUC wegfallen. Die LH hat zur ILA auch gezeugt, wie wichtig ihr das Berliner Publikum ist. Pünktlich zu den Besuchertagen rauschte der A321NEO ab, EK hat dann mit dem A380 und allen Klassen erst richtig angefangen. Könnte man als Deutscher Platzhirsch in seinem grandiosen Jubiläumsjahr auch anders handhaben. Gruß, Jochen 2
abdul099 Geschrieben Gestern um 07:28 Melden Geschrieben Gestern um 07:28 vor 5 Minuten schrieb Jochen Hansen: Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von min 5 Mio EW, von den beiden im Land vorhandenen Long-Range-Airlines nicht angeflogen wird, kann jemand auf unseres Erdball mal ein zweites mal suchen. Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von egal wie groß über Jahrzehnte in separate Zonen mit erheblichen Reisebeschränkungen geteilt war, kann man auf unserem Erdball allerdings auch ein zweites Mal suchen. 4
Emanuel Franceso Geschrieben Gestern um 07:31 Melden Geschrieben Gestern um 07:31 vor 12 Minuten schrieb Jochen Hansen: Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von min 5 Mio EW, von den beiden im Land vorhandenen Long-Range-Airlines nicht angeflogen wird, kann jemand auf unseres Erdball mal ein zweites mal suchen. Condor und Lufthansa fliegen doch den BER an. 6
jetstream Geschrieben Gestern um 08:18 Melden Geschrieben Gestern um 08:18 vor 59 Minuten schrieb Jochen Hansen: weil hier immer viele über BER-Fanboys reden. Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von min 5 Mio EW, von den beiden im Land vorhandenen Long-Range-Airlines nicht angeflogen wird, kann jemand auf unseres Erdball mal ein zweites mal suchen. Warum es so ist, ist bekannt. Dass es so bleiben muss, kann durchaus kritisiert werden. Und ewig grüßt das Murmeltier 🥱🥱🥱 3
groffel Geschrieben Gestern um 08:51 Melden Geschrieben Gestern um 08:51 vor 47 Minuten schrieb Jochen Hansen: Moin, weil hier immer viele über BER-Fanboys reden. Einen Zustand, dass die größte Stadt des Landes, welche auch noch Hauptstadt ist, mit einem Einzugsgebiet von min 5 Mio EW, von den beiden im Land vorhandenen Long-Range-Airlines nicht angeflogen wird, kann jemand auf unseres Erdball mal ein zweites mal suchen. Warum es so ist, ist bekannt. Dass es so bleiben muss, kann durchaus kritisiert werden. ich denke auch, dass die LH (sie macht mit EW ja kontinuierlich langsam etwas, in Sachen Ausbau), der BER GF dies durch aus ins Hausaufgabenheft diktiert, dass das langsame Wachstum der EW auch mal schnell, wie bei FR enden kann. Daher geht eher die Politik das Thema an. EK wird nicht auch das vergiftete Angebot nicht annehmen, genauso wenig wir LH 1/7 in der Woche irgendwo hinfliegt. Weiterhin finde ich sehr lustig wie die Anti-EK Fraktion auf den potentiellen Arbeitsplätzen und Umsatz herumhacken, welche Tim Clark zu ILA Zeiten gegeben hat. Habt ihr euch mal überlegt, was in Toulouse/Finki los wäre (plus Diehl, Premium Aerotec und wie sie nicht alle heißen), welchen Input es auf die Volkswirtschafften D/F gegeben hat, wenn EK dort in den letzten 30 Jahren nicht so massiv Flauzeuge rausgeschleppt hätten? Wenn sie sagen: Die Europäer sind doof, wir bestellen nur Boeing, wird es dunkler als die paar Arbeitsplätze, welche ggf. in FRA/MUC wegfallen. Die LH hat zur ILA auch gezeugt, wie wichtig ihr das Berliner Publikum ist. Pünktlich zu den Besuchertagen rauschte der A321NEO ab, EK hat dann mit dem A380 und allen Klassen erst richtig angefangen. Könnte man als Deutscher Platzhirsch in seinem grandiosen Jubiläumsjahr auch anders handhaben. Gruß, Jochen Ich finde zwar den Ton von einigen Foristen gegenüber - nennen wir sie mal Berlin-Sympathisanten - nicht gerade einer Diskussion zweckdienlich (selbst in Threads, in denen es gar nicht um Berlin geht, kommen einem da schon mal aus heiterem Himmel Beleidigungen entgegen). Aber: Ich glaube, deine Argumente gerade sind auch eher emotional als rational. Denn: Die Lufthansa war schon immer schlecht in Sachen PR, das hat wenig mit Berlin zu tun. Beispiel Piloten: Ryanair schließt knallhart eine Basis, nur weil sich ein Betriebsrat gründen will. Manchester-Kapitalismus vom Feinsten. Aber anstelle, dass es einen großen Aufschrei gibt, schafft es die PR-Abteilung, den schwarzen Peter der Politik in die Schuhe zu schieben (Steuern, Gebühren, Nachtflugverbot,...), indem sie direkt eine Pressemitteilung raushaut. Eine perfekte Aktion: Der Gewerkschaft die Macht gezeigt, für niedrigere Gebühren lobbyiert, und niemand ist ihnen böse, dass sie Strecken streichen. Die Lufthansa hat quasi das gleiche gemacht, aber die PR Abteilung hat komplett geschlafen, so dass jetzt alle wissen, dass CityLine wegen des Streiks geschlossen wurde, und die Politik ist wütend, dass Frequenzen zu kleineren Flughäfen gestrichen werden. Beispiel ILA: Seit Jahren bekommt EK es hier hin, der Lufthansa die Show zu stehlen, nicht nur dieses Jahr. Lufthansa kommt mit ihrem ersten A380 vorbei, um ihn vorzuführen? EK bestellt einfach mal 50 weitere - dreimal darf man raten, für wen Merkel dann bei Pressefotos auftrat. Entweder hat die PR-Abteilung der Lufthansa inzwischen aufgegeben, oder sie ist wirklich unfähig. Beispiel Eurowings: Der Service auf Europastrecken unterscheidet sich ja quasi gar nicht mehr von Lufthansa. Würde man auf die Flieger einfach Lufthansa statt Eurowings schreiben, wären alle glücklich, obwohl es objektiv nichts anderes wäre. Mit der Marke Eurowings stellt sich Lufthansa zumindest PR-technisch ein Bein. Und was den Sonderfall Berlin angeht: Ja, man findet ihn nicht woanders auf der Welt. Allerdings gibt es auch nur etwa 80 Länder mit einer ernstzunehmenden Langstreckenairline. Und von den Ländern gibt es dann noch weniger, in denen die Haupstadt die größte Stadt ist, aber nicht das wirtschaftliche Zentrum - außer Deutschland fällt mir da nur noch Italien ein. Und die Diskussion sollte dann meiner Meinung nach nicht sein, "sollte die größte Airline auch von der Hauptstadt fliegen?" Sondern: "Sollen wir die größte Airline einfach machen lassen, oder steuern wir sie (und bezahlen im Zweifel auch dafür), so dass alle Regionen einen direkten Anschluss an die Welt haben?" Neben Ostdeutschland sind ja auch Nord- und Westdeutschland nicht wirklich an die Welt angebunden, während es südlich des Mains gleich zwei internationale Drehkreuze gibt. Allerdings wäre das dann eine deutlich grundsätzlichere Diskussion. 1
Emanuel Franceso Geschrieben Gestern um 09:04 Melden Geschrieben Gestern um 09:04 Oder aber, man bemüht sich Airlines anzulocken, die BER, DUS, HAM,... schon heute anfliegen können, es aber nicht tun, anstatt mit dem Finger immer wieder auf Lufthansa zu zeigen. 5
oldblueeyes Geschrieben Gestern um 09:14 Melden Geschrieben Gestern um 09:14 (bearbeitet) Es gibt auf der Welt genügend Hauptstädte die ähnlich wie Berlin sind - Verwaltungshauptstädte. Türkei - Ankara - 5,8 Mio Bevölkerung Australien - Canberra , 0,5 Mio EInwohner - 250km von Sydney ( vergleichbar Berlin-Hamburg) Brasilien - Brasilia 2,5 Mio, 4,5Mio im Districto Federal - jeweils 800km bis Sao Paolo oder Rio ( so am Rande wie Berlin verglichen mit Paris) Kanada - Ottawa 1 Mio Einwohner , Montreal liegt ca 200km entfernt ,also ähnliche Situation wie Berlin-Hamburg (Sekundärairport) Neu Zeeland - Wellington ist zwar die Hauptstadt, das Landeszentrum auch flogtechnisch ist aber Auckland Und es gibt ähnliche Situationen auch in weniger bekannte Länder : Pakistan mit Islamabad vs Karachi, Südafrika in der Pretoria (Sitz der Executive) auch nicht von den grossen Airlines angeflogen wird Man sollte sich in Berlin mit der Realität befassen - (Ost)Berlin war das Zentrum der DDR, Berlin heute ist nicht das Zentrum der BRD. Sozialismusstandard im Kapitalismus funktioniert nur wenn man geistig Jagdschnitzel mit einer panierten Scheibe Salami assoziiert. Berlin ist zusammen mit Bonn die zentrale Verwaltungsstadt Deutschlands, nicht mehr nicht weniger. Wirtschaftlich holt es auf und es wird ihren Weg gehen, vor allem in neueren Branchen, das wird aber noch mindestens eine Generation dauern. Und die dünne Besiedlung im Umkreis von 150km ist nun mal wie sie ist. Bearbeitet Gestern um 09:19 von oldblueeyes 1
groffel Geschrieben Gestern um 10:30 Melden Geschrieben Gestern um 10:30 vor einer Stunde schrieb Emanuel Franceso: Oder aber, man bemüht sich Airlines anzulocken, die BER, DUS, HAM,... schon heute anfliegen können, es aber nicht tun, anstatt mit dem Finger immer wieder auf Lufthansa zu zeigen. Naja, es gibt schon einen guten Grund, warum man auf die Lufthansa zeigen kann: Die deutsche Politik hat ihr durchaus immer wieder geholfen. Sei es, indem man den Luftverkehrsmarkt nur bedingt öffnet, sei es durch eine Luftverkehrssteuer, die Lufthansa gegenüber Billigfliegern bevorzugt, sei es, indem man ihr erlaubt hat, Assets von Airberlin quasi ohne Auflagen zu übernehmen. Und ganz besonders hat man sie halt in Corona gerettet anstelle einfach anschließend eine neue Airline zu gründen. Dafür könnte man durchaus mal eine Gegenleistung verlangen, bisher haben da nur die Aktionäre was von gehabt. Die belgische Regierung zum Beispiel war da durchaus fordernder - während Brüssel noch Langstreckenhub ist, hat Lufthansa Düsseldorf als Hub quasi aufgegeben, ohne dass es groß Widerstand aus der Politik gab. Allerdings wäre eine deutsche Regierung ziemlich bescheuert, wenn sie denn endlich mal eine Gegenleistung von der Lufthansa erwartet, dann mit dezentralen Langstrecken anzufangen. Deutlich wichtiger sollte ihr eine verlässliche Hubanbindung aller Regionen sein, danach direkte Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Wirtschaftszentren - und dann erst direkte Verbindungen zu weltweiten Wirtschaftszentren. Der BER würde sich da also recht weit hinten anstellen müssen. Insofern bringt es tatsächlich nichts, auf die Lufthansa zu zeigen. Macht die aktuelle Chefin meiner Meinung nach aber auch nicht.
groffel Geschrieben Gestern um 10:54 Melden Geschrieben Gestern um 10:54 vor einer Stunde schrieb oldblueeyes: Es gibt auf der Welt genügend Hauptstädte die ähnlich wie Berlin sind - Verwaltungshauptstädte. Türkei - Ankara - 5,8 Mio Bevölkerung Australien - Canberra , 0,5 Mio EInwohner - 250km von Sydney ( vergleichbar Berlin-Hamburg) Brasilien - Brasilia 2,5 Mio, 4,5Mio im Districto Federal - jeweils 800km bis Sao Paolo oder Rio ( so am Rande wie Berlin verglichen mit Paris) Kanada - Ottawa 1 Mio Einwohner , Montreal liegt ca 200km entfernt ,also ähnliche Situation wie Berlin-Hamburg (Sekundärairport) Neu Zeeland - Wellington ist zwar die Hauptstadt, das Landeszentrum auch flogtechnisch ist aber Auckland Und es gibt ähnliche Situationen auch in weniger bekannte Länder : Pakistan mit Islamabad vs Karachi, Südafrika in der Pretoria (Sitz der Executive) auch nicht von den grossen Airlines angeflogen wird Man sollte sich in Berlin mit der Realität befassen - (Ost)Berlin war das Zentrum der DDR, Berlin heute ist nicht das Zentrum der BRD. Sozialismusstandard im Kapitalismus funktioniert nur wenn man geistig Jagdschnitzel mit einer panierten Scheibe Salami assoziiert. Berlin ist zusammen mit Bonn die zentrale Verwaltungsstadt Deutschlands, nicht mehr nicht weniger. Wirtschaftlich holt es auf und es wird ihren Weg gehen, vor allem in neueren Branchen, das wird aber noch mindestens eine Generation dauern. Und die dünne Besiedlung im Umkreis von 150km ist nun mal wie sie ist. Nun war die ursprüngliche Aussage, dass die Hauptstadt auch die größte Stadt des Landes ist, da fallen deine Beispiele alle raus... allerdings wäre das tatsächlich einfach nur spitzfindig. Sinnvoller fände ich den Ansatz, dass die Hauptstadt eine Metropole ist, also durchaus eine überregionale Bedeutung hat. Da würde ich aus deinen Beispielen allerdings noch Ankara und Brasilia lassen (Canberra, Wellington und Ottawa sind für mich nicht von überregionaler Bedeutung (und Ottawa hat sogar eine Langstrecke von Air Canada); Islamabad hat eine Langstrecke der nationalen Airline, und Pretoria liegt im Einzugsbereich von JNB). Insofern würde ich dir aber recht geben, Ankara und Brasilia sind zwei weitere Beispiele, so selten ist das also nicht. Wenn wir aber als Kriterium nehmen, dass die Hauptstadt nach ihrem eigenen Verständnis auch das Zentrum und der mit Abstand wichtigste Ort des Landes ist, dann ist Berlin wahrscheinlich wirklich der einzige Fall, in dem dieses Zentrum keine Langstrecken der wichtigsten Fluglinie des Landes hat. Allerdings sind wir dann tatsächlich an der Stelle, wo wir uns ein Bier aufmachen können - denn man kann ja gerne in diese Richtung argumentieren (und ich werde es auch tatsächlich tun), aber man sollte nicht damit rechnen, dass man dann auch ernst genommen wird.
Emanuel Franceso Geschrieben Gestern um 11:39 Melden Geschrieben Gestern um 11:39 vor 45 Minuten schrieb groffel: sei es durch eine Luftverkehrssteuer, die Lufthansa gegenüber Billigfliegern bevorzugt Und der Lufthansa in Deutschland dennoch das Leben schwer macht. vor 45 Minuten schrieb groffel: Und ganz besonders hat man sie halt in Corona gerettet anstelle einfach anschließend eine neue Airline zu gründen. Dafür könnte man durchaus mal eine Gegenleistung verlangen, bisher haben da nur die Aktionäre was von gehabt. Der deutsche Staat hat mit den Corona Hilfen für die Lufthansa ein gutes Geschäft gemacht. 6
Alibaba1408 Geschrieben Gestern um 12:31 Melden Geschrieben Gestern um 12:31 17 minutes ago, groffel said: Wenn wir aber als Kriterium nehmen, dass die Hauptstadt nach ihrem eigenen Verständnis auch das Zentrum und der mit Abstand wichtigste Ort des Landes ist, dann ist Berlin wahrscheinlich wirklich der einzige Fall, in dem dieses Zentrum keine Langstrecken der wichtigsten Fluglinie des Landes hat. Allerdings sind wir dann tatsächlich an der Stelle, wo wir uns ein Bier aufmachen können - denn man kann ja gerne in diese Richtung argumentieren (und ich werde es auch tatsächlich tun), aber man sollte nicht damit rechnen, dass man dann auch ernst genommen wird. Nach ihrem eigenen Verständnis ist hier vermutlich der Punkt. Denn Berlin ist schlichtweg nicht der mit Abstand wichtigste Ort der BRD. Die Frage ist, ob das polyzentrische Deutschland überhaupt einen „mit Abstand wichtigsten Ort“ hat, aber müsste man einen aussuchen, so wäre Berlin als solcher m.E. unvertretbar. Gut, man ist Regierungssitz und somit wichtig, aber spielt wirtschaftlich eben eine relativ kleine Rolle. Dazu ist die Stadt zwar die mit den meisten Einwohnern (und Städte sind immer ein Stück weit arbiträre Gebilde, hätte man bspw. im Rhein-Ruhr Gebiet ähnlich mit ineinander wachsenden Städte verfahren, so wäre Berlins Nr. 1 Position auch unsicher) aber eben nicht der größte Ballungsraum und außerdem in den heutigen deutschen Grenzen suboptimal gelegen. Müsste man eine wichtigste Stadt in Deutschland festlegen, so würde ich unter Einbezug urbaner Ballungsräume für Frankfurt am Main plädieren, da eben relativ zentral gelegen, eindeutig eines der wichtigsten wirtschaftlichen und logistischen Zentren und auch für die jüngere intellektuelle Geschichte der BRD sehr relevant (Frankfurter Schule). Im Übrigen wurden in der frühen Neuzeit die römisch-deutschen Kaiser in Frankfurt gekrönt. Nicht umsonst war es der Legende nach die Stimme Adenauers, die Frankfurt den Hauptstadt Status verwehrte. Ob Berlin nach 1990 Hauptstadt geworden wäre, wäre Frankfurt damals Hauptstadt gewesen? Ich denke, die Abstimmung wäre anders ausgegangen als mit Bonn. Aber genug damit, das waren jetzt nur ein paar Gedanken zum möglichen wichtigsten Ort Deutschland. Bei Frankfurt hätte man zumindest eine „angemessene“ Luftverkehrsanbindung. Zugegebenermaßen ist die Situation, dass die Hauptstadt nicht auch das tatsächliche Zentrum relativ selten oder zumindest denken wir das. In Großbritannien und Frankreich dürfte es z.B. relativ klar sein. In den USA ist DC sicherlich nicht das wichtigste Zentrum, DC wurde aber auch als Verwaltungshauptstadt konzipiert. In Europa fallen mir spontan noch Bern und Den Haag ein. Allerdings sind die Schweiz und die Niederlande eben auch deutlich kleiner als Deutschland, sodass sich fehlende Langstreckenanbindungen einfach weniger auswirken. Dahingehend mag es stimmen, dass die Berliner Situation in der Tat relativ ungewöhnlich ist. Die Frage ist nur, warum das so ist und vor allem auch, warum das so bleibt? Ich meine Berlin ist das politische Zentrum dieses Landes. Man kann hier irgendwie schlecht argumentieren (auch wenn du das nicht machst, aber nur exemplarisch), die in Berlin ansässige Bundesregierung - also eine Gruppe Menschen, die dort mehr oder weniger ihren beruflichen Lebensmittelpunkt haben - hat sich aus blinder Liebe zur Lufthansa gegen den BER verschworen, um die wirtschaftlichen Interessen der LHG zu schützen. Das macht wenig Sinn, gerade Mitglieder der politischen Elite hätten doch eigentlich ein großes Interesse daran, schnell von Berlin aus in die Welt zu kommen. Die fliegen vlt. auf Dienstreisen mit den Regierungsmaschinen, aber wenn die privat unterwegs sind - mit Ausnahme von Herrn Merz vielleicht - dann sind die doch mit normalen Linienflügen unterwegs… Klar hätte man von der Lufthansa eine „Gegenleistung“ verlangen können. Dass man es nicht gemacht hat spricht für mich dafür, dass man hier eine Abwägung getroffen hat: Offenbar ist der Bundesregierung der Erhalt eines erfolgreichen deutschen Unternehmens mit seinem derzeitigen Geschäftsmodell wichtiger, als die Bedienung sämtlicher Sekundärmärkte. Die LH ist mit zwei vollwertigen Hubs in Europa schon ein Sonderfall. Eine dritte Langstreckenbasis würde das noch weiter verkomplizieren. Ganz abgesehen davon, wäre es nur bei Berlin als zusätzlicher Langstreckenbasis geblieben? Wäre es bspw. NRW oder Hamburg vermittelbar, dass ein solcher Deal nicht auch Zugeständnisse für DUS oder HAM beinhalten würde? Politisch wäre es m.E. nicht vermittelbar derart einseitige Zugeständnisse zu fordern (ganz abgesehen davon, dass die Auflage, einen dezidierten - im Übrigen teilweise bundeseigenen Flughafen - präferiert zu bedienen, juristisch heikel sein könnte). Schlussendlich wäre man leicht in das LH-Langstreckenszenario von 2013/2014 geschlittert, dabei gab es doch handfeste Gründe, dass man dieses aufgegeben hat und z.B. den Hub in Düsseldorf geschlossen hat. Von daher ist das schon verständlich gewesen. Es besteht halt kein subjektives Recht, dass bestimmte Flughäfen von einem privaten Unternehmen in einem bestimmten Umfang bedient werden. Entweder man macht ein Staatsunternehmen daraus oder man erhält die wirtschaftliche Autonomie. M.E. steht das auch in keinem Widerspruch zu staatlichen Rettungstaten. Die Lufthansa ist für viele Arbeitsplätze verantwortlich und die Bundesregierung kann oft - z.B. bei Evakuierungsflügen - auf die LH zählen. Das volkswirtschaftliche Interesse am Erhalt der Lufthansa kann das volkswirtschaftliche Interesse an der besseren Anbindung des Berliner Flughafens durchaus überwiegen. Es gibt ja auch noch genug andere Airlines, die noch fliegen könnten. 3
oldblueeyes Geschrieben Gestern um 13:17 Melden Geschrieben Gestern um 13:17 vor 2 Stunden schrieb groffel: Nun war die ursprüngliche Aussage, dass die Hauptstadt auch die größte Stadt des Landes ist, da fallen deine Beispiele alle raus... allerdings wäre das tatsächlich einfach nur spitzfindig. Sinnvoller fände ich den Ansatz, dass die Hauptstadt eine Metropole ist, also durchaus eine überregionale Bedeutung hat. Da würde ich aus deinen Beispielen allerdings noch Ankara und Brasilia lassen (Canberra, Wellington und Ottawa sind für mich nicht von überregionaler Bedeutung (und Ottawa hat sogar eine Langstrecke von Air Canada); Islamabad hat eine Langstrecke der nationalen Airline, und Pretoria liegt im Einzugsbereich von JNB). Insofern würde ich dir aber recht geben, Ankara und Brasilia sind zwei weitere Beispiele, so selten ist das also nicht. Wenn wir aber als Kriterium nehmen, dass die Hauptstadt nach ihrem eigenen Verständnis auch das Zentrum und der mit Abstand wichtigste Ort des Landes ist, dann ist Berlin wahrscheinlich wirklich der einzige Fall, in dem dieses Zentrum keine Langstrecken der wichtigsten Fluglinie des Landes hat. Allerdings sind wir dann tatsächlich an der Stelle, wo wir uns ein Bier aufmachen können - denn man kann ja gerne in diese Richtung argumentieren (und ich werde es auch tatsächlich tun), aber man sollte nicht damit rechnen, dass man dann auch ernst genommen wird. Man kann sich immer ein Kriterium aussuchen das einem passt, vor allem wenn man Berlinerisch in der Jammerposition ist. Bleibem wir aber beim Kern meiner Beispiele: - es gibt durchaus reine Verwaltungshauptstädte, die nicht das wirtschaftliche Zentrum ihrer Länder abbilden - die wichtigste politischen Institutionen da zu haben bedeutet nicht dass diese einen internationalen Flughafen in der Nähe bräuchten - wenn man Deutschland spezifisch nimmt, dann ist die Hälfte der Zentralverwaltung sowieso noch in Bonn - Grösse einer Stadt, wie hier angemerkt, ist oft eine administrative Betrachtung - Kaufkraft und Kaufentscheidungen bestimmen die Nachfrage - wenn anderswo die Leute mehr frei verfügbare Mitteln haben und diese für Reisen aufwenden, dann entsteht automatisch die Nachfrage Berlin ist mit seiner Geschichte dort wo es ist, die Sandwichsituation nicht so richtig cooler Osten aber nicht richtiger Westen zu sein hat nur begrenzt Vermarktungsmöglichkeiten derzeit ausgeschöpft. Und last but not least, die Stadt liegt in Deutschland auch relativ abgelegen. Ich persönlich wohne in Frankfurt, die ICE Reisedauer wäre zwischen Berlin und Paris theoretisch gleich (praktisch gewinnt Paris immer), aber wenn ich für ein WE ein Citybreak plane siegt Paris in 10/10 Fälle. Und ähnlich geht es anderen mit Amsterdam, Wien, Copenhagen usw.
BALU321 Geschrieben Gestern um 13:41 Melden Geschrieben Gestern um 13:41 Und aus welchem Grund funktioniert FRA dann gerade mal so und eigentlich nur mit massivem Zubringerverkehr aus ganz Deutschland und Europa,welcher aber das gesamte Geschäftsmodell der LH ins Defizit treibt und mittlerweile alle Langstrecken Gewinne auffrisst?Stimmt,weil das kleine Frankfurt eben kein geeigneter Standort für einen Grosshub ist.Die Lufthansa mutiert mit dieser hessischen Basis langsam zum VW der Lüfte und orientiert sich deshalb längst Richtung Italien und Portugal.Die Geschichte FRA ist auserzählt.
Alibaba1408 Geschrieben Gestern um 13:47 Melden Geschrieben Gestern um 13:47 4 minutes ago, BALU321 said: Und aus welchem Grund funktioniert FRA dann gerade mal so und eigentlich nur mit massivem Zubringerverkehr aus ganz Deutschland und Europa,welcher aber das gesamte Geschäftsmodell der LH ins Defizit treibt und mittlerweile alle Langstrecken Gewinne auffrisst?Stimmt,weil das kleine Frankfurt eben kein geeigneter Standort für einen Grosshub ist.Die Lufthansa mutiert mit dieser hessischen Basis langsam zum VW der Lüfte und orientiert sich deshalb längst Richtung Italien und Portugal.Die Geschichte FRA ist auserzählt. Welcher Hub funktioniert denn ohne Zubringerverkehr? 9
HLX73G Geschrieben Gestern um 14:05 Melden Geschrieben Gestern um 14:05 (bearbeitet) vor 4 Stunden schrieb oldblueeyes: wenn man geistig Jagdschnitzel mit einer panierten Scheibe Salami assoziiert. Wenn's schon vom Stil her unterirdisch ist, dann doch wenigstens faktisch korrekt herumpolemisieren: es heißt Jägerschnitzel und es ist keine panierte Salami, sondern panierte Jagdwurst. Hat mit Salami soviel zu tun wie du mit "Ol' Blue Eyes". Bearbeitet Gestern um 14:05 von HLX73G 2
BWE320 Geschrieben vor 23 Stunden Melden Geschrieben vor 23 Stunden Es ist in diesem Zusammenhang auch interessant, zu beobachten, dass Thai Airways seit Weihnachten 2024 ziemlich expandiert in Europa. Wiederaufnahme Brüssel 7/7 nach Corona, Wiederaufnahme Amsterdam 7/7 nach 28 Jahren Unterbrechung, Verdopplung Paris von 7/7 auf 14/7, Aufstockung München von 7/7 auf 10/7. Da stellt sich die Frage, warum Berlin es nicht schafft diese Fluggesellschaft zu interessieren. Vielleicht sollte sich das Management überlegen, den Instrumentenkasten zur Anwerbung neuer Airlines neu zu gestalten. Oder sind Qatar und Turkish schon so stark, dass Berlin für TG zu schwierig wäre? Es gibt sicher auch andere Airlines aus Übersee, die in Europa expandieren und dabei Berlin nicht berücksichtigen, obwohl die Verkehrsrechte kein Problem wären.
spandauer Geschrieben vor 23 Stunden Melden Geschrieben vor 23 Stunden (bearbeitet) Thai und auch SIA mit ihrer angekündigten Expansion, u.a. nach MUC, zeigen doch eigentlich ganz gut, wie man gedenkt, Passagiere von bzw. gegen die ME3/TK auf dem Weg nach Südostasien zu verteidigen. Mit Expansion und attraktivem Angebot. Warum das nicht auch ex BER oder DUS funktionieren soll, wo es doch ab Flughäfen geht, die viel mehr Kapazität der ME3/TK aufweisen, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Dort werden die Yields durch die vielen täglichen Sitze der ME3 doch noch mehr unter Druck stehen. Beispiel BRU: EY fliegt bis im WFP 26/27 bis zu 11/7 nach AUH (7/7 77W + 4/7 A321LR) QR fliegt 7/7 mit 787 nach DOH EK fliegt 14/7 mit 77W nach DXB Ab AMS und CDG ist das Sitzplatzangebot nach AUH, DOH und DXB nochmals deutlich größer, trotzdem der Ausbau bzw. Wiederaufnahme von Thai. BER könnte längst ganzjährig 7/7 nach BKK vertragen, Star-Mitglied Thai wächst aber natürlich erst mal lieber am Star-Hub MUC. Condor konzentriert seine Langstrecke, bis auf DXB und AUH, auch erst mal in FRA und routet durch die Kooperation mit EY sogar selber freiwillig via AUH, anstatt selber BER-BKK/HKT zu fliegen. Bearbeitet vor 23 Stunden von spandauer 1
Empfohlene Beiträge
Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren
Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können
Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!
Neues Benutzerkonto erstellenAnmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.
Jetzt anmelden