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Geschrieben

Es wird hier viel Spekulatius getrieben und das eine oder andere Feindbild bedient.

 

Wenn wir die vorhandenen Informationen wissen : Verlust 2023/24 nach HGB und Verlust 2024/25 nach IFRS, dann sehen wir zweimal Minusergebnise. Das ist ein Fakt. Ohne Transparenz wird niemand sagen können ob man 2024/25 nach HGB besser oder schlechter gestanden wäre als das Jahr zuvor.

 

Das man auf der Suche nach Investoren das EBITDA ( funny meme : neuerdings Earnings Before Iran Tariffs and Donalds Announcements) als Hebel in der Bewertung für einen Multiplikator verschönert, ist auch nichts schlimmes, sondern eigentlich übliches Handwerk vor einem Exit.

 

Bezgl. der Flotte ist man natürlich ein hohes Risiko eingegangen : die 339 waren eine Marktchance durch die Stornierung der Ankerorder von Air Asia, bei den 320fam NEOs war es vielleicht etwas zu viel Optimismus als Re-Starter aus der Kostenstruktur eines Leisureanbieter herauszukommen.

 

Wenn man Bewertungen anspricht, muss man das Ganze sehen. Sollte Attestor das Geld zusammenkriegen um die 49% herauszukaufen, so ist es verständlich dass man eine günstige Bewertung anpeilt oder durch Zinsforderungen diese in Equity umwandeln kann/möchte. Da man aber offensichtlich seit längerem im Markt aktiv nach einen Partner sucht, ist ein Weiterreichen von Anteile unumgänglich. Sollte ein "Weisser Ritter" direkt die Mehrheit haben wollen ( um sich nicht sehr teuer in paar Jahren rauskaufen zu müssen) und dies als Bedingung machen, so wäre eine bestmögliche Bewertung jetzt das Beste was man erreichen kann.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 8 Stunden schrieb Aero88:

Also meinst du guckt Attestor munter zu wie Condor Minus einfliegt? Irgendwann wird sich ein neuer Käufer die Bücher ganz genau ansehen.

Nein, sie schauen nicht zu bei Attestor, sondern sie arbeiten ihren Plan Schritt für Schritt ab und der ist offensichtlich erst einmal die staatlichen Anteile nach der Neubewertung zu einem möglichst günstigen Preis zu bekommen. Da es sich hierbei um eine hohe zweistellige Millionensumme handeln kann die als Eigenkapital beim Kauf der Anteile nicht aufgebracht werden muß, hat dieses für Attestor sicher zum jetzigen Zeitpunkt eine höhere Priorität als steuerlich abschreibbare Zinszahlungen.

Erst wenn dieser Umbau abgeschlossen ist wird man sehen wie es wirklich um Condor steht, da dann ggf. auflaufende Verluste nicht nur den  Condor Firmenwert belasten sondern genauso dann auch Attestor als 100%igen Eigentümer.

Sicherlich wird sich dann ein Käufer die Bücher genauer anschauen, aber das wird ganz bestimmt nicht durch einen Laien durchgeführt, sondern durch Wirtschaftsprüfer und diese schauen eben nicht nur oberflächlich nach Gewinn oder Verlust, sondern wissen auch die Dinge die dazu geführt haben einzuordnen.

 

Bearbeitet von schneekiller
Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb oldblueeyes:

Es wird hier viel Spekulatius getrieben und das eine oder andere Feindbild bedient.

 

Wenn wir die vorhandenen Informationen wissen : Verlust 2023/24 nach HGB und Verlust 2024/25 nach IFRS, dann sehen wir zweimal Minusergebnise. Das ist ein Fakt. Ohne Transparenz wird niemand sagen können ob man 2024/25 nach HGB besser oder schlechter gestanden wäre als das Jahr zuvor.

 

Das man auf der Suche nach Investoren das EBITDA ( funny meme : neuerdings Earnings Before Iran Tariffs and Donalds Announcements) als Hebel in der Bewertung für einen Multiplikator verschönert, ist auch nichts schlimmes, sondern eigentlich übliches Handwerk vor einem Exit.

 

Bezgl. der Flotte ist man natürlich ein hohes Risiko eingegangen : die 339 waren eine Marktchance durch die Stornierung der Ankerorder von Air Asia, bei den 320fam NEOs war es vielleicht etwas zu viel Optimismus als Re-Starter aus der Kostenstruktur eines Leisureanbieter herauszukommen.

 

Wenn man Bewertungen anspricht, muss man das Ganze sehen. Sollte Attestor das Geld zusammenkriegen um die 49% herauszukaufen, so ist es verständlich dass man eine günstige Bewertung anpeilt oder durch Zinsforderungen diese in Equity umwandeln kann/möchte. Da man aber offensichtlich seit längerem im Markt aktiv nach einen Partner sucht, ist ein Weiterreichen von Anteile unumgänglich. Sollte ein "Weisser Ritter" direkt die Mehrheit haben wollen ( um sich nicht sehr teuer in paar Jahren rauskaufen zu müssen) und dies als Bedingung machen, so wäre eine bestmögliche Bewertung jetzt das Beste was man erreichen kann.

 

Was mir noch nicht ganz klar ist: wie kann Attestor überhaupt selbst bei Condor 100% übernehmen und damit nicht alle Verkehrsrechte riskieren? Die sitzen doch in England soweit ich weiß.

Geschrieben
vor 39 Minuten schrieb 0815:

Was mir noch nicht ganz klar ist: wie kann Attestor überhaupt selbst bei Condor 100% übernehmen und damit nicht alle Verkehrsrechte riskieren? Die sitzen doch in England soweit ich weiß.

Swiss und Easyjet Switzerland haben auch keine Probleme mit den Verkehrsrechten. Entsprechende Konstrukte könnte man bestimmt auch in Deutschland bauen

Geschrieben
2 hours ago, 0815 said:

 

Was mir noch nicht ganz klar ist: wie kann Attestor überhaupt selbst bei Condor 100% übernehmen und damit nicht alle Verkehrsrechte riskieren? Die sitzen doch in England soweit ich weiß.

 

Funktioniert mit Marabu bereits jetzt schon.

 

Das war auch Thema im Airliners-Podcast von vor zwei Wochen. Das Vermögen von Attestor stammt wohl vor allem von Geldgebern aus der EU. Daher ist es rechtlich zulässig (aber auch etwas im Graubereich).

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb leipziger17:

 

Funktioniert mit Marabu bereits jetzt schon.

 

Das war auch Thema im Airliners-Podcast von vor zwei Wochen. Das Vermögen von Attestor stammt wohl vor allem von Geldgebern aus der EU. Daher ist es rechtlich zulässig (aber auch etwas im Graubereich).

 

Der Hauptshareholder von Marabu ist die CD Ferienflug Hessen Holding GmbH.  

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb JSQMYL3rV:

Was mir noch nicht ganz klar ist: wie kann Attestor überhaupt selbst bei Condor 100% übernehmen und damit nicht alle Verkehrsrechte riskieren? Die sitzen doch in England soweit ich weiß.

Der einfachste Weg dürfte sein, dass Attestor nicht die 51% Anteile der Condor von der SG Luftfahrt GmbH übernimmt, sondern die SG Luftfahrt GmbH selbst, denn solange sie ihren Sitz in Frankfurt behält oder dann in ein steuersparendes europäisches Ausland verlegt wird ändern sich die Besitzverhältnisse auf dem Papier bei Condor erst einmal gar nicht. Das ist zwar auch nicht ganz sauber, aber sicherlich lässt sich auch noch ein europäischer Fond dazwischen bauen der von Attestor gespeist wird.

vor 2 Minuten schrieb AeroSpott:

Der Hauptshareholder von Marabu ist die CD Ferienflug Hessen Holding GmbH

Das ist doch das gleiche Ding wie ich gerade mit der SG Luftfahrt GmbH beschrieben habe. Also kann dann auch die CD Ferienflug Hessen Holding GmbH die Condoranteile übernehmen. 

Da es sich bei solchen "Firmen" nur um Institutionen handelt, die dazu gedacht sind bestimmte Reglungen legal zu umgehen dürfte dieses das kleinste Problem darstellen.

Bearbeitet von schneekiller
Geschrieben
vor 15 Stunden schrieb Avroliner100:

Für die Bewertung vor einem möglichen Komplettverkauf an Attestor soll Condor nun von externen Wirtschaftsprüfern bewertet werden. Eine transparentere Ausweisung hoher Leasing-Verbindlichkeiten sowie ein höherer Verlust unterm Strich im Vergleich zur HGB-Bilanzierung führt dabei nun zu einer niedrigeren Bewertung.


Man kann natürlich bewerten wie man möchte. Aber ob sich die gut bezahlten Investmentbanker da so leicht mit offensichtlichen und in der Presse diskutierten Bilanzierungs”Tricks” an der Nase herumführen lassen? Ich habe meine Zweifel.

 

 

Zurück zum Thema: 

 

Wenn man annimmt, dass man unter HGB die Leasingverpflichtungen nicht bilanzieren musste (gibt dort gewisse Kriterien), dann hat der Wechsel folgende Auswirkungen:

 

Vorher war Leasing als Mietaufwand in der GuV. Jetzt wird es unter IFRS 16 in Abschreibung und Zins aufgeteilt. (Bei konstanter Rate steigt die Abschreibung und sinkt der Zins über die Laufzeit).

 

EBITDA erhöht sich um die gesamten Leasingaufwände, EBIT um den Zinsanteil.

 

Um Airlines mit verschiedenen Leasing/Eigentummodellen zu vergleichen hat man früher übrigens EBITDAR Multiplikatoren herangezogen.

Geschrieben
vor 37 Minuten schrieb d@ni!3l:

Beide Parteien die sich nicht einigen können/ wollen.

Das stimmt, dass sich Management und Gewerkschaften nicht einigen können schadet dem Unternehmen. 

Geschrieben
On 4/12/2026 at 12:22 AM, Blablupp said:


Man kann natürlich bewerten wie man möchte. Aber ob sich die gut bezahlten Investmentbanker da so leicht mit offensichtlichen und in der Presse diskutierten Bilanzierungs”Tricks” an der Nase herumführen lassen? Ich habe meine Zweifel.

 

 

Zurück zum Thema: 

 

Wenn man annimmt, dass man unter HGB die Leasingverpflichtungen nicht bilanzieren musste (gibt dort gewisse Kriterien), dann hat der Wechsel folgende Auswirkungen:

 

Vorher war Leasing als Mietaufwand in der GuV. Jetzt wird es unter IFRS 16 in Abschreibung und Zins aufgeteilt. (Bei konstanter Rate steigt die Abschreibung und sinkt der Zins über die Laufzeit).

 

EBITDA erhöht sich um die gesamten Leasingaufwände, EBIT um den Zinsanteil.

 

Um Airlines mit verschiedenen Leasing/Eigentummodellen zu vergleichen hat man früher übrigens EBITDAR Multiplikatoren herangezogen.

 

Richtig, und das EBT ändert sich über die Zeit (wenn ich es richtig verstanden habe): Durch den Abbau der Verbindlichkeit plus Zins ist der EBT-Effekt "front loaded", soll heißen in den ersten Jahren fallen durch die höhere Verbindlichkeit mehr (virtuelle) Zinsen an, in den späteren Jahren weniger. Im Gegensatz dazu ist die Leaserate (im operativen Ergebnis) vermutlich linear. Über die Gesamtlaufzeit des Leases kommt es natürlich aufs Gleiche raus.

17 hours ago, d@ni!3l said:

Bekommen VC und UFO eigentlich bei Condor in der Zentrale ein Denkmal gestellt ? :D Ich glaube bessere Werbung für Condor kann die LH kaum machen :D .

 

Also bei einer Kritik an dem "Fanboy Gehabe" mancher "Condor Jünger" hier, die ihren Arbeitgeber ggf. etwas zu viel lieben, so dass manche Diskussion unsachlich wird -  ich muss doch anerkennen, dass dies am Ende wohltuender ist als seinen Arbeitgeber so abgrundtief zu hassen, dass man im Zweifel tausende Kollegen / Angestellte mit runter zieht statt sich mal zu versuchen zu einigen.

Ich weiß, ich kritisiere selbst häufig, wenn DE News bei LH kommentiert werden und andersrum, aber diese Abbitte muss ich mal an alle DE Leute hier leisten ;) 

 

 

Ich kenne zufällig auch ein, zwei LH Kapitäne, die die Linie der VC nicht wirklich nachvollziehen können. Da sind sich sicher auch innerhalb derselben Berufsgruppe nicht alle unbedingt einig.

Geschrieben
Am 14.4.2026 um 11:34 schrieb SAF_Laden:

 

Richtig, und das EBT ändert sich über die Zeit (wenn ich es richtig verstanden habe): Durch den Abbau der Verbindlichkeit plus Zins ist der EBT-Effekt "front loaded", soll heißen in den ersten Jahren fallen durch die höhere Verbindlichkeit mehr (virtuelle) Zinsen an, in den späteren Jahren weniger. Im Gegensatz dazu ist die Leaserate (im operativen Ergebnis) vermutlich linear. Über die Gesamtlaufzeit des Leases kommt es natürlich aufs Gleiche raus.

 

 

Die Wirkung ist die Einpreisung einer harten Landung. Genauso wie ein Neuwagen nach dem Kauf schnell eine Entwertung hat, hat ein neues Flugzeug ein erhöhtes Risiko beim Abbruch eines Leasings. Eine lineare Betrachtung der Leasingrate lässt diese latente Risiken dabei, eine Betrachtung nach IFRS nivelliert das Ganze.

 

Auf die Flotte bezogen sieht es natürlich nicht so gut aus wenn diese massiv erneuert ist und "hilft" in Krisenzeiten wenn sie überaltert ist und man daran noch etwas zerren kann.

 

Wie immer, kommt es darauf an die Zahlen und Informationen richtig zu interpretieren.

Geschrieben

Condor scheint die Menüs in der Businessclass auf der Kurz- und Mittelstrecke zu überarbeiten.

 

Für den Sommerflugplan lassen sich weiterhin die „Taste the world“-Gerichte auswählen, im Winterflugplan werden einem (noch etwas provisorisch mit Abkürzungen) nur noch Sondermenüs zur Auswahl angezeigt. Die sind aber abgebildet mit Vorspeise und Dessert.

 

Geschrieben
On 4/15/2026 at 6:20 PM, FACoff said:

nächster Neo im Anflug: DANLD wird übermorgen in Frankfurt erwartet

 

Schon bei Flightradar in XFW zu sehen - wird wohl bald losgehen.

Geschrieben (bearbeitet)
Am 23.3.2026 um 17:16 schrieb Emanuel Franceso:

Condor hat die Abu Dhabi Flüge nun bis Ende März 2027 aus dem Verkauf genommen; bei Etihad sind die Condor Flüge momentan noch ab Ende Oktober buchbar.

Die Abu Dhabi Flüge sind nun auch bei Condor wieder ab Ende Oktober buchbar.

Bearbeitet von Emanuel Franceso
Geschrieben

Ais einem Bericht der Welt.

Zitat

Wie andere Airlines auch, ist Condor zu 80 Prozent gegen Preissteigerungen beim Treibstoff abgesichert. Allerdings verteuern sich auch die dafür notwendigen sogenannten Hedges, so dass die Preise zeitverzögert dennoch auf die Airlines und ihre Kunden durchschlagen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article69d75ca9a05d13983c7d66f4/teures-kerosin-akut-kein-shortage-condor-prueft-trotzdem-streichung-von-strecken.html

Geschrieben

Das Problem aktuell ist nicht der Rohölpreis. Gegen den haben sich die meisten europäischen Airlines abgesichert. 

Viel mehr ist es der crack spread, also der Raffineriezuschlag auf die Produkte. Da hat Kerosin zum Teil einen Anstieg von 75% verzeichnet, welcher nicht abgesichert werden kann.

Mit der zunehmenden Verknappung, dürfte es auch in den kommenden Wochen und Monaten, also in der Zeit in der die Airlines am meisten Kerosin benötigen, nicht viel besser werden. 

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