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Folgen des Angriffs Russlands auf die Ukraine


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die Russische Bevölkerung kann bei Ausschluss Nicht-Russischer Informationsquellen noch einige Zeit desinformiert bzw falsch informiert bleiben, aber wenn die Versorgungs- und Wirtschaftslage schlecht werden, wird Unruhe aufkommen. Die Frage ist, wann wird man der Russischen Führung keinen Glauben mehr schenken und gegen diese aufbegehren, wann werden wieviele Teile der Bevölkerung sich trauen, aufzubegehren. Nachhaltig hat noch kein Unterdrückungsregime überlebt, aber manchmal schon viel zu lange.

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@YankeeZulu1Die Bevölkerung wird noch am ehesten aufbegehrten, wenn es an unverzichtbarem fehlt. Dann wird vielleicht dazu aufgerufen, die Ukraine ihrem selbst gewählten Schicksal zu überlassen und Russland sich um das eigene Volk zu kümmern. Nach dem was ich mitbekomme, ist die Erkenntnis noch weit weg, und die die sich kritisch äußern, ernten einen Shitstorm.

Die russische Bevölkerung ist es gewohnt von der eigenen Regierung im Stich gelassen zu werden, also nicht unbedingt etwas außergewöhnliches, eher außergewöhnliche Umstände.

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vor 2 Stunden schrieb Micha:

@YankeeZulu1Die Bevölkerung wird noch am ehesten aufbegehrten, wenn es an unverzichtbarem fehlt. Dann wird vielleicht dazu aufgerufen, die Ukraine ihrem selbst gewählten Schicksal zu überlassen und Russland sich um das eigene Volk zu kümmern. Nach dem was ich mitbekomme, ist die Erkenntnis noch weit weg, und die die sich kritisch äußern, ernten einen Shitstorm.

Die russische Bevölkerung ist es gewohnt von der eigenen Regierung im Stich gelassen zu werden, also nicht unbedingt etwas außergewöhnliches, eher außergewöhnliche Umstände.

Sehe ich genauso. Es hat in Russland noch nie über einen längeren Zeitraum eine echte (lupenreine...) Demokratie gegeben und die 1990er waren bestenfalls ein bald wieder erstickter Keim davon. Russen sämtlicher Generation sind Diktaturen, illiberale Demokratien oder Ähnliches gewohnt. Man resigniert, wird gleichgültig und arrangiert sich und solange nicht ein großer Teil der Bevölkerung überhaupt nichts mehr auf dem Teller hat, wird vermutlich nichts passieren. Russen, die damit nicht klar kommen, gehen ins Ausland.

Traurig, aber wahr.

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vor einer Stunde schrieb Spie10:

Sehe ich genauso. Es hat in Russland noch nie über einen längeren Zeitraum eine echte (lupenreine...) Demokratie gegeben und die 1990er waren bestenfalls ein bald wieder erstickter Keim davon. Russen sämtlicher Generation sind Diktaturen, illiberale Demokratien oder Ähnliches gewohnt. Man resigniert, wird gleichgültig und arrangiert sich und solange nicht ein großer Teil der Bevölkerung überhaupt nichts mehr auf dem Teller hat, wird vermutlich nichts passieren. Russen, die damit nicht klar kommen, gehen ins Ausland.

Traurig, aber wahr.

Ich denke ein großer Teil junger, gut ausgebildeter, studierter Russen blieb bis jetzt im Land, weil diese dachten es würde sich ggf doch etwas positives entwickeln. Diese Russen haben nun aber das Land in Scharen verlassen. Da ist der IT Sektor ein gutes Beispiel. Viele z.B. med. Studenten bringen nun ihr Studium an den Unis in Russland noch zu Ende und werden so schnell wie möglich das Land verlassen, Ingenieure, Leute welche im Bereich Medien oder Journalismus arbeiten wird die Arbeit in Zukunft äußerst eintönig werden und zunehmend schwieriger. Wohin dieses Land steuert ist der gebildeten Bevölkerungsschicht bewusst und einige haben bereits ihre persönlichen Konsequenzen gezogen. 
 

Bei N-TV war gestern ein interessanter Bericht aus Russland zu sehen. Dort sind sehr wohl Regale in den Supermärkten leer. Als Beispiel zeigte man ein Ehepaar welches bereits in Rente ist. Der Mann musste noch nebenbei als Elektriker arbeiten und beide Kinder müssen ihre Eltern finanziell dennoch unterstützen, weil sie sich sonst das Leben nicht leisten könnten, auch vor dem Krieg schon. Was passiert wenn die beiden Kinder nun ihre Arbeit verlieren würden? Vier Erwachsene samt zwei Kinder würden in die Armut stürzen. Birnen kosteten vor dem Krieg 100 Rubel, jetzt werden sie für 399 Rubel verkauft. Warum dies so sei, konnte sich die Rentnerin aber nicht erklären. Dies zeigte leider, unter was einer Unwissenheit diese Menschen in dem Land leben. Diese Unwissenheit kann im Extremfall jedoch genau das hervorrufen, wovon der verrückte Diktator glaubt, dass das niemals eintreten wird, nämlich Unruhen unter seinem Volk. Der Plan welchen Putler strickt, ist mit heißer Nadel gestrickt. Der Krieg kostet dem Land jeden Tag Geld und Menschenleben. 
Die Chefin der Notenbank hat öffentlich zugegeben, dass die Sanktionen auf wirtschaftlicher Ebene bereits wirken. 
 

 

https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-04/russland-sanktionen-wirtschaft-zentralbank-finanzreserven?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

Bearbeitet von Aero88
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Der Beitritt Schwedens wird Russland sicher auch ärgern, man hat dort ja immer wieder seinen Schabernack mit den Kampfjets betrieben, das wird in Zukunft wohl vorbei sein, aber gerade der geplante Beitritt Finnlands ist wirklich eine fundamentale, strategische Niederlage für Russland. Man wollte an der Ukraine ein Exempel statuieren und sich möglichst viele Pufferstaaten zwischen sich selbst und der NATO legen, jetzt vervielfacht sich die Länge der gemeinsamen Grenze aufgrund der mörderischen Provokationen. Selbst schuld.

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vor 35 Minuten schrieb Leon8499:

seinen Schabernack mit den Kampfjets betrieben,

Das macht die russische Luftwaffe auch bei NATO-Staaten, inkl. USA. Die Grenzen des Luftraums testen machen NATO-Armeen auch. Gehört irgendwo zum "Great Game". Schweden revanchiert sich und fliegt seit Kriegsbeginn Luftaufklärung an der polnisch-belarussischen, bzw. polnisch-ukrainisischen Grenze. 

 

Was dagegen krank ist, sind die Atomkrieg-Pornos, die Sonntagsabends im russischen Staatsfernsehen laufen. Daran erfreut sich wahrscheinlich @Su-34.

 

vor 40 Minuten schrieb Leon8499:

Ukraine ein Exempel statuieren und sich möglichst viele Pufferstaaten zwischen sich selbst und der NATO

Ich halte den Begriff "Pufferstaat" für russische Propaganda um zu verdecken, dass es um das Imperialismus und die Unterjochung der Ukraine ging. Mit "Pufferstaat" kann man neutrale auf seine Seite ziehen. 

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vor 12 Stunden schrieb Leon8499:

Der Beitritt Schwedens wird Russland sicher auch ärgern, man hat dort ja immer wieder seinen Schabernack mit den Kampfjets betrieben, das wird in Zukunft wohl vorbei sein, aber gerade der geplante Beitritt Finnlands ist wirklich eine fundamentale, strategische Niederlage für Russland. Man wollte an der Ukraine ein Exempel statuieren und sich möglichst viele Pufferstaaten zwischen sich selbst und der NATO legen, jetzt vervielfacht sich die Länge der gemeinsamen Grenze aufgrund der mörderischen Provokationen. Selbst schuld.

Man sollte sich das übrigens mal genauer anschauen, was ein Nato-Beitritt Finnlands eigentlich bedeutet (alles, was ich jetzt schreibe entnahm ich Quellen wie dem finnischen öffentlich-rechtlichen (YLE) bzw. seinem All-Points-North-Podcast https://yle.fi/news/3-12411892 und Podcasts u.a. mit Carlo Masala und Thomas Wiegold ("Sicherheitshalber") bzw. Wiegolds Blog "augengeradeaus" https://augengeradeaus.net/2019/08/wir-machen-soldaten-finnlands-reservistenarmee-als-abschreckungsinstrument/ )

 

Auch wenn wir Finnland geostrategisch aufgrund seiner innerhalb Europas abgeschiedenen Lage im Nordosten sowie den "nur" knapp 5.5 Mio. Einwohnern gerne gedanklich (wie Schweden) diesem romantischen Skandinavien-Friedlichkeits-Kitsch zudichten, so darf man nicht übersehen, dass Finnland eben genau wegen seiner Lage über ein Militär verfügt, was (Zitat Masala) eine echte militärische Bereicherung der Nato ist. Das betrifft sowohl die Anzahl der Reservisten als auch die Anzahl des hochmodernen Geräts. Finnland hat nämlich sehr wohl trotz Jahrzehnten der Neutralität (oder gerade deshalb) immer genau gewusst, welcher Riese hinter der gemeinsamen 1340km-Grenze im Osten lauert und nie Zweifel daran gelassen, dass die eigene Souveräntität über allem steht.

 

Und das geht dann nahtlos über in die Meldungen über diese kruden Videoschnipsel, wo offenbar irgendwo schweres Gerät entlang der russischen-finnischen Grenze zum Zwecke der Drohung umhertransportiert wird (im Hintergrund sieht man rein zufällig ein Straßenschild mit "Helsinki" ausgeschildert) - diese Meldungen schaffen eine Drohkulisse bspw. bei Bild.de (dort war das in der Tat als Bild-Plus-Artikel neulich als Headline), aber tangieren genau ein Land überhaupt nicht -> nämlich Finnland selbst:

 

- diese Drohgebärden kennt Finnland seit Jahrzehnten.

- Finnland weiß genau, dass spätestens jetzt, wo ein Großteil des Militärs der Russen in der Ukraine gebunden ist, jegliche militärische Operationen hin in Richtung Finnland unmöglich sind (die russischen Militärstantorte nahe der Grenze sind offenbar aktuell auch fast nicht mehr besetzt, da abgezogen in den Süden) -> Dazu ein Zitat aus o.g. Podcast All-Points-North: "Some (Militärbasen, Hinweis von mir) are even completely destroyed. So from a Finnish defence perspective, that's of course not a bad thing. And that's one of the reasons why basically every Finnish military analyst, or people who do research on these things, is saying that Russia does not have anywhere near the ability to conduct an operation against Finland like we're seeing in Ukraine."

- und weiß drittens natürlich am besten Bescheid, welche eigenen Verteidigungsmöglichkeiten man selbst hat.

 

EDIT: Rechtschreibfehler und Zitat eingefügt

Bearbeitet von Isavind
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vor 14 Stunden schrieb OliverWendellHolmesJr:

 

Ich halte den Begriff "Pufferstaat" für russische Propaganda um zu verdecken, dass es um das Imperialismus und die Unterjochung der Ukraine ging. Mit "Pufferstaat" kann man neutrale auf seine Seite ziehen. 

 So sieht es aus. Und kalter Krieg hat jahrzehntelang ohne Pufferstaaten besser funktioniert als das was wir jetzt sehen.

Bearbeitet von Spie10
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vor 15 Stunden schrieb OliverWendellHolmesJr:

Ich halte den Begriff "Pufferstaat" für russische Propaganda um zu verdecken, dass es um das Imperialismus und die Unterjochung der Ukraine ging. Mit "Pufferstaat" kann man neutrale auf seine Seite ziehen. 

 

Dass ich komplett unverdächtig bin, auf russische Propaganda hereinzufallen und/oder diese zu verbreiten, solltest du doch wissen. Aber statt sich über solche Nickligkeiten auszutauschen, sollte man mal das meiner Meinung nach viel größere Problem angehen: Die öffentliche Debatte wird immer öfter von Russentrollen und Angsthasen, die Angst vor dem Atomkrieg eingeflößt bekommen haben (vermutlich dieselben Personen, die auch Todesangst vor Corona haben) ins Visier genommen. Diese Personen sind meiner Meinung nach eine Gefahr für die nationale Sicherheit.

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Dazu paßt dann auch, was ich gerade bei t-online.de las:
"Die Mehrheit der Bundesbürger fürchtet eine Ausweitung des Ukraine-Krieges auf andere Länder, wenn weiter Waffen geliefert werden. In dem am Dienstag veröffentlichten RTL/ntv-"Trendbarometer" äußerten 56 Prozent der Befragten diese Befürchtung, 39 Prozent teilten sie nicht."
Auszug aus: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_92079120/umfrage-mehrheit-der-deutschen-befuerchtet-ausweitung-des-ukraine-krieges.html
Ich erinnere mich noch an die Nachrüstungsdebatte und den NATO-Doppelbeschluss vom Dezember 1979. Kanzler Helmut Schmidt brachte damals die Genossen fast auf Linie. Aber er war ja auch noch durch die Erfahrungen aus WK II geprägt.
https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Doppelbeschluss

Bearbeitet von aaspere
"fast" eingefügt
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Könnte man genauso gut im Technikbereich bei der MC-21 posten, da der Keim des Übels aber politischer Natur ist: Die MC-21 wird nicht mehr mit PW Triebwerken angeboten.

Da auch andere wichtige Baugruppen nicht mehr importiert werden können, möchte Russland Importe substituieren. Ob es gelingt, wie lange das dauert usw. steht in den Sternen.

Man könnte argumentieren, dass dies in der Sowjetunion auch ging, dagegen halte ich: Ingenieure und Fertigungstechnik von damals sind nicht mehr unbedingt verfügbar.

Machbar ist es, Zeitrahmen und Wirtschaftlichkeit sind die großen Unbekannten.

 

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vor 19 Minuten schrieb Micha:

Man könnte argumentieren, dass dies in der Sowjetunion auch ging, dagegen halte ich: Ingenieure und Fertigungstechnik von damals sind nicht mehr unbedingt verfügbar.

Machbar ist es, Zeitrahmen und Wirtschaftlichkeit sind die großen Unbekannten.

Ach, ein Triebwerk, welches ein Flugzeug irgendwie in die Luft bekommt, kann ich dir sogar in der Garage entwickeln. Schwierig wird eher, wenn noch russisches Öl für den Export übrig bleiben soll, wenn der Durst eines solchen aus alten Ofenrohren zusammengeschustertes Teil gestillt ist.

 

Soll heißen: Triebwerke sind einfach, irgendwas fliegendes bekommen die schon hin. Ein Exportschlager wird es dann aber eher nicht.

Effiziente, leichte und zuverlässige Triebwerke sind aber ne Hausnummer, die man nicht mal kurz aufholen kann. 

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@abdul099

Der Aussage "Triebwerke sind einfach" kann ich mich nicht anschließen. Auch, wenn man erheblich höheren Verbrauch toleriert, nicht. Nicht ohne Grund fährt auch China bei der Triebwerkwahl der C919 zweigleisig.

Obendrein muss erheblich mehr als nur das Triebwerk substituiert werden.

Sehr bedauerlich für die Ingenieure, aber verglichen mit vielen ukrainischen Schicksalen ist dies noch nicht einmal eine Erwähnung wert.

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vor 4 Stunden schrieb Leon8499:

Dass ich komplett unverdächtig bin, auf russische Propaganda hereinzufallen und/oder diese zu verbreiten, solltest du doch wissen

Schon, das Problem mit Propaganda ist, sie wirkt durch Wiederholung. Und man verifiziert das Argument in dem man es selber nutzt.

Deshalb würde ich nicht als "Aussage" unwidersprochen in den Raum stellen. Sondern bei dem Russischen Krieg immer von einem imperialistischen oder Vernichtungskrieg sprechen.

 

vor 4 Stunden schrieb Leon8499:

Die öffentliche Debatte wird immer öfter von Russentrollen und Angsthasen, die Angst vor dem Atomkrieg eingeflößt bekommen haben

Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes ist real, vielleicht 1 %, wie derzeit US-Militärs schätzen, vielleicht weniger. 

 

Gerade deshalb sollte man mit den Fakten argumentieren. Es geht nicht um einen Pufferstaat, sondern um unterwerfung. Und nachdem die Ukraine unterworfen wurde kommt das nächste Ziel. - Vermutlich Georgien oder Kasachstan, was beides fast soweit weg ist, wie Syrien und man deshalb genau wie den Krieg in Syrien ignorieren kann. - Oder das Baltikum. 

 

vor 6 Stunden schrieb Spie10:

Und kalter Krieg hat jahrzehntelang ohne Pufferstaaten besser funktioniert als das was wir jetzt sehen.

Schon, andererseits hatten die DDR und Polen, Belarus und Ukraine im sowjetischen Imperium Puffer-Funktion. Neben ihrer Funktion als Subjekte des Sowjetimperiums zur Ausbeutung.

 

vor 52 Minuten schrieb Micha:

Man könnte argumentieren, dass dies in der Sowjetunion auch ging, dagegen halte ich: Ingenieure und Fertigungstechnik von damals sind nicht mehr unbedingt verfügbar.

Die ja bekanntermaßen freie Verfügung über DDR- und Ukrainische "Hochtechnologie" verfügte. 

 

 

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@OliverWendellHolmesJr

Zumindest bei der Ukraine würde ich streiten. Antonov selbst wollte sein Konstruktionsbüro nicht in der Ukraine ansiedeln, auch wurden die Mittel zentral aus Moskau vergeben.

Und trotzdem wurde nicht alles realisiert, was man hätte realisieren können, oder müssen. So ist die Entwicklung von leistungsfähigen Triebwerken für die Il-86 nicht der Fähigkeit, sondern an Unverträglichkeit zwischen Konstrukteuren und Entscheidungsträgern gescheitert.

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vor 1 Stunde schrieb OliverWendellHolmesJr:

Schon, das Problem mit Propaganda ist, sie wirkt durch Wiederholung. Und man verifiziert das Argument in dem man es selber nutzt.

Deshalb würde ich nicht als "Aussage" unwidersprochen in den Raum stellen. Sondern bei dem Russischen Krieg immer von einem imperialistischen oder Vernichtungskrieg sprechen.

 

Korrekt. Und da wie von mir angesprochen der öffentliche Diskurs durch bezahlte Trolle und nützliche Idioten, die auf die russische Propaganda hereinfallen, beeinträchtigt wird, werde ich da an meiner Wortwahl arbeiten, eben um diesen beiden Personengruppen nicht noch weiteres Futter für ihre Wahnvorstellungen vorzusetzen.

 

Wie kaputt der öffentliche Diskurs zum Thema Ukraine hier in Deutschland ist, sieht man ja daran, dass diese sogenannten "Ostermärsche" kaum kritisch durch die Presse eingeordnet werden. In meinen Augen sind das lediglich Paraden von verblendeten Verschwörungstheoretikern auf der geistigen Ebene der Chemtrailfraktion. Statt dessen werden deren krude, aus der Zeit gefallene Thesen als legitime Gegenmeinung zur Verteidigung eines überfallenen Landes, dessen einziges "Vergehen" es war, lieber in westlichem Wohlstand statt unter der Russenknute zu leben, präsentiert.

 

vor 1 Stunde schrieb OliverWendellHolmesJr:

Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes ist real, vielleicht 1 %, wie derzeit US-Militärs schätzen, vielleicht weniger. 

 

Gerade deshalb sollte man mit den Fakten argumentieren. Es geht nicht um einen Pufferstaat, sondern um unterwerfung. Und nachdem die Ukraine unterworfen wurde kommt das nächste Ziel. - Vermutlich Georgien oder Kasachstan, was beides fast soweit weg ist, wie Syrien und man deshalb genau wie den Krieg in Syrien ignorieren kann. - Oder das Baltikum.

 

Ich befürchte eher, dass Putler Moldawien vor der Flinte hat. Mit Transnistrien ist dort bereits eine fünfte Kolonne Russlands installiert, das Land ist weder in der EU noch in der NATO und außerdem würde Russland hier wieder ein Gebiet schaffen, welches in der eigenen Weltanschauung ein "Puffer" zwischen dem eigenen Land und der NATO ist. An das Baltikum wird sich Russland nicht herantrauen, denke ich, dann bricht nämlich wirklich Zeter und Mordio aus. Aber bevor man sich solche Gedanken macht, sollte man sich eher mal fragen, ob Russland überhaupt noch Geld, Personal und Ausstattung für eine zweite Front hat.

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vor 27 Minuten schrieb Leon8499:

Ich befürchte eher, dass Putler Moldawien vor der Flinte hat. Mit Transnistrien ist dort bereits eine fünfte Kolonne Russlands installiert, das Land ist weder in der EU noch in der NATO und außerdem würde Russland hier wieder ein Gebiet schaffen, welches in der eigenen Weltanschauung ein "Puffer" zwischen dem eigenen Land und der NATO ist. An das Baltikum wird sich Russland nicht herantrauen, denke ich, dann bricht nämlich wirklich Zeter und Mordio aus. Aber bevor man sich solche Gedanken macht, sollte man sich eher mal fragen, ob Russland überhaupt noch Geld, Personal und Ausstattung für eine zweite Front hat.

 

Zu Moldawien stimme ich zu.

Aber Überlegungen was er sich traut, und er Material und Personal dafür hat sind nicht zielführend. Bis zum 21.02.2022 habe ich auch gedacht, dass ein Krieg gegen die Ukraine aus rationalen Überlegungen ausfällt. Bei seiner Rede an die Nation lief es mir kalt den Rücken runter.

Bearbeitet von Micha
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  • 3 Wochen später...

Finnland macht jetzt ernst mit dem Gesuch auf NATO-Mitgliedschaft. Da bin ich mal gespannt, wie sich die Türkei und Ungarn verhalten, ob sie zustimmen. Putin weiß natürlich, dass die NATO ein reines Verteidigungsbündnis ist, tut aber so, als ob das eine zusätzliche Bedrohung für Russland sei. 
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_92172404/finnland-will-nato-beitreten-russland-spricht-von-bedrohung-.html

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Im Gegensatz zur Ukraine und Georgien kann er aber die Karte "Unterdrückung der russischen Ethnie" nicht spielen. Gegenüber der Presse bleibt ihm auch gar nicht anderes mehr übrig als von Bedrohung zu sprechen, mit allem anderen würde er Zweifel an seine Legitimität zulassen.

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Das UK hat auch schon eine militärische Beistandserklärung mit Finnland unterzeichnet. Wenn noch weitere Nato-Länder, am wichtigsten wäre natürlich die USA, so etwas als Zwischenlösung bis zum Nato-Beitritt machen würden, wird man Putin das Stoppschild wohl deutlich genug vor die Nase gestellt haben. Ganz wie ein Schulhofschläger geht er ja schon immer nur auf schwache, nicht gut vernetzte Staaten los.

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vor 2 Stunden schrieb Micha:

Im Gegensatz zur Ukraine und Georgien kann er aber die Karte "Unterdrückung der russischen Ethnie" nicht spielen.


Wundere Dich nicht, wenn in den nächsten Tagen aus Moskau vermeldet wird, dass die Minderheit von 28.000 russischer Staatsbürger in Finnland unerträglich unterdrückt werden.

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Selbst als reines Verteidigungsbündnis ist die Nato eine erhebliche Bedrohung für Russland. Denn die Nato bedroht die Fähigkeit Russlands, den Rest von Europa zu bedrohen.

 

Auch wenn man manchmal an Putins Zurechnungsfähigkeit zweifeln muss, um Finnland mache ich mir keine Sorgen. Wenn die russische Armee schon die Ukraine nicht in die Knie zwingen kann, wird das mit Finnland noch weniger klappen. Hier ist das eingesetzte Gerät etwas moderner... 

 

Ungarn und die Türkei stimmen dem Beitritt bestimmt auch zu - die Frage ist nur, was man ihnen dafür versprechen muss.

Wie üblich sind Verträge, die Entscheidungen nur einstimmig akzeptieren, ziemlich hinderlich. Irgendjemand mit Vertretungsbefugnis für ein Land mit der Bevölkerung eines gut gefüllten A320 findet sich doch immer, der stets nur den eigenen Vorteil im Kopf hat und die Entscheidungen, welche die Vertreter von hunderten Millionen Menschen getroffen haben, blockiert...

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Das hatte ich befürchtet.
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_92182020/erdogan-gegen-nato-beitritt-finnlands-und-schwedens-keine-positive-meinung-.html
Erdogan spricht sich gegen die Aufnahme von Finnland und Schweden in die NATO aus. Seine Begründung: Beide Länder würden die, in seinen Augen, terroristischen Aktivitäten der Kurden gewähren lassen. Ich kann das nicht beurteilen. In Deutschland ist die PKK jedenfalls genau wegen deren terroristischer Aktivitäten verboten.

 

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