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Berliner Flughäfen ( Tegel & Schönefeld)


Patrick W

Empfohlene Beiträge

Es ist doch schon ein Skandal, dass sich jeder, ohne Fachwissen nachweisen zu müssen, im Internet anmelden kann, dabei kann niemand überprüfen, ob man ein Hund ist. Und dann die vollkommene Dekadenz, dass es keine Kompetenztests am eingang zur Bundestagswahl gibt. 

Um jetzt noch was inhatliches beizutragen: Ich finde 69% erstaunlich. Sollte das Ergebnis so hoch ausfallen, hat die Politik ein größeres Problem, den Planungsauftrag dann auszusitzen, bzw. es muss dann einen klaren Prozess geben, mit dem erklärt wird, den Flughafen zu schließen. Und das vor dem Hintergrund, dass sich Bundes- und Landespoltik bei so vielen Berliner Bauprojekten durch Inkompetenz geglänzt haben - es handelt sich hier ja nicht um ein BER-Problem.

Ich persönlich halte nicht viel von direkter auf Landes- oder Bundesebene. Dazu sind viele Probleme zu komplex, was durch politische Ignoranz (eine legitime Einstellung) verschärft wird. Gut, wir sind jetzt hier und die Abstimmung steht vor der Tür, da ist es asozial, sich mit bestimmten Beiträgen zu äußern. Im übrigen kann sich jeder ein Bild von der Kompetenz des Autors machen.

Das gilt aber auch für Dr. Woidke, der muss sich als Gesetzgeber nicht hinter dem Argument juristische Risiken verstecken.

Der zweite Punkt, ich halte die Schließung von TXL für die bessere Option, siehe MXP/LIN zur Flughafen-Problematik und ganz allgemein zur Wertschöpfung pro Flächeneinheit. Eine reduzierte Offenhaltung, in Anlehnung an LCY wäre vertretbar. Was meines erachtens gar nicht geht ist die "Ryanair"-Option, das in TXL an 16 Stunden jeweils 52 Slots an den LCC-Verkehr vergeben werden. 

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Am 2.6.2017 um 22:00 schrieb Faro:

Dein Beitrag ist aber überhaupt nicht vollgestopft mit Vorurteilen gegenüber "Normalbürgern". Mit dem Argument kannst du ja gleich die Demokratie im Allgemeinen abschaffen. 

Interessant ist ja, dass der eine sofort als Voreigenommen bezichtigt wird und aus allen Ecken parolie geboten bekommt, aber andere User quasi genau das gleiche tun und es dann niemanden interessiert und hier unkommentiert gelassen wird. Man brauch dazu nur ein paar Beiträge höher schauen.

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Am 2.6.2017 um 22:00 schrieb Faro:

Dein Beitrag ist aber überhaupt nicht vollgestopft mit Vorurteilen gegenüber "Normalbürgern". Mit dem Argument kannst du ja gleich die Demokratie im Allgemeinen abschaffen. 

Der Normalbürger ist in der Tat ein Vollhorst, der fehlendes Wissen durch Annahmen ersetzt, die ihn zu Fehlschlüssen verleiten. Da wird dann oft gemutmaßt, dass mehr Flughäfen, mehr Landebahnen, mehr Terminals, mehr Check-In-Schalter etc. zwangsläufig zu einer höheren Verkehrskapazität führen müssen. Gerne wird auch vermutet, dass die Weiternutzung von vorhandener Infrastruktur stets billiger sein müsse als ein kompletter Neubau.

Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, dass gerade besonders inkompetente Menschen die Tendenz haben, das eigene Können und Wissen zu überschätzen und die Kompetenz anderer Menschen zu unterschätzen, da ihnen ein ausreichender Überblick über das Wissensgebiet fehlt, um ihre eigene Ahnungslosigkeit korrekt abzuschätzen. Dieses Phänomen zieht die Sinnhaftigkeit von Volksentscheiden zu Expertenfragen stark in Zweifel. 

Leider wusste ich noch nicht genug über diese Thematik als in Berlin die Volksbefragung zur Einführung von Volksentscheiden stattfand. Das nächste Mal bin ich schlauer und stimme ganz klar gegen Volksentscheide und für eine Abschaffung der Direkten Demokratie in Berlin! Preußen ist mit einer aufgeklärten Monarchie groß geworden, die Demokratie führte zunächst direkt zu Hitler. Heute sind wir fast alle schlau genug, um nicht mehr rechtsextrem zu wählen. Aber ich vermeide Fehler gerne auch dann, wenn nur eine Minderheit weiß, warum es ein Fehler ist?

Am 3.6.2017 um 00:21 schrieb aaspere:

Sowas ähnliches dachte ich auch. Und was sagt unser Ausbund an Arroganz, wenn die, die er meint sowieso nicht an der Abstimmung teilnehmen, weil sie auch nicht zur Bundestagswahl gehen?

Es sagt uns, dass noch Hoffnung besteht, solange schlaue Menschen nicht auf dumme Menschen hören.

Berliner Arroganz für Deutschland und die Welt !!!

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Man muss sich nicht extra auf eine Geisterfahrt durch Psychologie und Geschichte begeben, um die gegenwärtige Stimmungslage zu verstehen. Das beste Argument gegen Tegel ist ein funktionierender eröffneter neuer Flughafen. Die Berliner haben allerdings das Vertrauen darin, dass dies stattfindet, verloren. Die letzte Personalrochade, die allein auf beleidigte Leberwurst Müller zurückging, hat einen, der seit Jahren erfolglos die Katastrophe mitverursacht hat, an die Spitze gespült. Jede Stimme für Tegel ist erst einmal ein Misstrauensvotum gegen die seit Jahren inkompetente Politik.

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Womöglich verstehen sie auch nicht genau was Arroganz bedeutet. Das Misstrauensvotum der Bürger und deren Zustimmungsquote zur Berliner Flughafenpolitik interessieren uns überhaupt nicht. Wir argumentieren niemals mit Meinungen, sondern immer nur mit Zwängen von Logistik, Rechtslage und Eigentümerstruktur. Aber im Endeffekt müssten schon mindestens physikalische Gesetze im Weg stehen, bevor wir uns von dem abbringen lassen, was wir für die Entwicklung unserer Stadt für notwendig erachten.

Tegel-Volksentscheid „Eine einzigartige demokratische Mogelpackung“

Soll der Volksentscheid doch ruhig mit 70% der Stimmen gewonnen werden, bindend ist er sowieso nicht. Bestenfalls hilft er der FDP bei der Bundestagswahl nicht ganz so katastrophal abzuschneiden. Auch nicht schlimm, schließlich verdankt Berlin der FDP den Sieg beim Hauptstadtbeschluss. Die Expertenrunde zur Standortfrage Großflughafen hat in den 90ern getagt und eine finale Entscheidung getroffen. Auch die Jahre für Planfeststellung, Finanzierung, Bau, Abnahme und Inbetriebnahme ändern daran nichts mehr.

Hätten sie sich mal vor Mai 1996 dafür interessiert, als es noch keinen Konsensbeschluss gab. Sie dürfen das hier nicht als ergebnisoffene Diskussion missverstehen, in der sie auch nur den Hauch einer Chance haben, an der Sache noch irgendwas zu ändern. Tegel wird unwiderruflich schließen und alles Gerede dient nur ihrer Information, wieso das so sein muss.

Bearbeitet von gudi
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vor 2 Stunden schrieb gudi:

Womöglich verstehen sie auch nicht genau was Arroganz bedeutet.

Da ich ja den Begriff Arroganz (allerdings bezogen auf Käptn_Adler) benutzte, fühle ich mich angesprochen. Ich wußte es zwar vorher schon, was Arroganz bedeutet; Wenn es aber nicht so gewesen wär, nach Deinem Beitrag weiß es jeder hier. Etwas Abrüstung wär nicht schlecht.

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Besser wäre, ihr würdet alle mal ein bisschen was gegen eure Ignoranz tun. Denn wir hatten das alles schon mal mit dem Tempelhof-Volksbegehren. Selbe Stadt, selber Sachverhalt, selbe Rechtslage. Alle Dokumente sprechen stets nur davon, dass "Tempelhof und Tegel" nach dem Ausbau von Schönefeld zum BER zu schließen sind. Wir können gerne alle Klageabweisungen gegen die Schließung von Tempelhof nochmal mit Tegel wiederholen. Das wäre wirklich ganz Toll!

vor einer Stunde schrieb aaspere:

Da ich ja den Begriff Arroganz (allerdings bezogen auf Käptn_Adler) benutzte, fühle ich mich angesprochen.

Käptn_Adler ist nicht arrogant, er sagt nur wie es ist. Das Problem ist die Ignoranz und letztlich die Unwissenheit, welche fast alle Menschen daran hindert Fakt und Fiktion zu unterscheiden. Da der bisher zum Winken verwendete Lattenzaun noch nicht groß genug war, muss nun zwangsläufig auf deutlichere Winkelemente zurückgegriffen werden. Dazu zählen auch Lektionen über die Urteilskompetenz von Normalbürgern und die Wirksamkeit von nichtbindenden Volksentscheiden.

Wir wären ja schön blöd, würden wir die Standortfrage tatsächlich von Leuten entscheiden lassen, deren einzige nachweisbare Fähigkeit es ist, ein Kreuz in ein Kästchen zu machen. Tut mir leid aber Demokratie bedeutet nur, dass sie sich aussuchen dürfen, wer ihnen erklären darf, zu welchem Ergebnis die Experten schon vor 20 Jahren gekommen sind. Als die Frage der richtigen Flughafenpolitik für das wiedervereinte Berlin noch offen war. Alles was danach kam war nur Nörgeln.

 

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Mein Vorschlag um "Abrüstung" ist zwar kein Fremdwort, wie Dein Vorwurf  "Ignoranz"; den Usern hier Ignoranz zu unterstellen ist aber schon ziemlich frech, paßt aber zu Dir.
Jeder User, der sich hier an diesem Gedankenaustausch beteiligt, tut das mit dem Faktenwissen, das hier verbreitet wurde. Aber das zu akzeptieren, und deshalb höflich mit den Kollegen umzugehen, die Deine Meinung nicht teilen, ist wohl nicht Deine Sache.

Ich denke, wir warten jetzt einfach mal den 24. September ab, stellen dann überrascht fest oder auch nicht, wie in Berlin das Volk entschieden hat. Was dann möglicherweise Politik oder auch Gerichte daraus machen, diskutieren wir dann. Und bis dahin denkst Du einfach mal etwas über deinen Kommunikationsstil und Deine grundsätzliche Einstellung zu demokratischen Prozessen nach.
Und wenn Du meinst, dieser Beitrag von mir sei auch Zeichen von Arroganz, dann liegst Du völlig richtig. Ich kann das nämlich auch.

Bearbeitet von aaspere
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Die Beiträge einiger BER-Jubelperser sind auf der nach Trump skalierten Bullshit-Skala eine gute Sieben. Einer besseren Benotung verweigere ich mich, da sie mit Flughafen-Planung und der Funktionsweise einer parlamentarischen Demokratie in einem eng abgesteckten Feld operieren. Auch wenn es herausfordernd ist, den Bullshit auszuleuchten. 
Die fehlenden mentalen Kapazitäten, Grundzüge des Rechtsstaats und der parlamentarischen Demokratie zu verinnerlichen und am Ende von drei Jahrzenten deutscher Einheit dem Diskurs aus dem Weg zu gehen sind allerdings traurig. Andererseits, der Weg in den Westen wurde in Deutschland immer schon langsamer beschritten als in anderen Ländern.

Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass das bestehende Flughafen-Konzept einem Flughafen-Konzept mit BER und TXL vorzuziehen ist. Aber wie Wozzo schrieb, ein Problem, dass die Berliner Politiker selber verursacht haben.

Bearbeitet von OliverWendellHolmesJr
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vor 5 Stunden schrieb aaspere:

Ich kann das nämlich auch.

Kannst du offenkundig nicht, denn ich bin arrogant und du bist nur ignorant. Berliner Volksentscheide geben dem Wähler lediglich die Gesetzgebungskompetenz des Abgeordnetenhauses von Berlin und Luftfahrtrecht fällt nicht in dessen Zuständigkeit. Executiv hat der Wähler mal gar nichts zu entscheiden, denn dafür haben wir schon einen Senat. Mit Volksentscheiden dürfen sie höchstens bestimmen, welche acht Sonntage im Jahr verkaufsoffen sein sollen. Aber Obacht, sie müssen trotzdem noch jeden einzelnen Termin mit einem aktuellen Anlass begründen, sonst wird ihr neues Ladenöffnungsgesetz gleich wieder vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Wäre ja noch schöner, wenn hier jeder macht was er will.

Die Meinungsfreiheit gibt jedem individuell das Recht allerlei fantastische Überzeugungen und Wunschvorstellungen zu vertreten, die nichts mit der Realität zu tun haben. Dieses Recht hat auch ein Parlament und mittels nichtbindendem Volksentscheid haben es auch die Bürger als Kollektiv. Genauso gut können sie aber auch per Volksentscheid beschließen, dass Hertha nächstes Jahr die Championsleague gewinnen möge. Sicherlich eine populäre mehrheitsfähige Meinung, nur keine wirksame Änderung der UEFA Wettbewerbsregeln. Eine Meinung bleibt eine Meinung, ob Einzelmeinung oder Mehrheitsmeinung spielt überhaupt keine Rolle. Gerichte entscheiden nur nach Gesetzen, die im diesem Fall vom Bundestag beschlossen werden müssten.

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Viele der letzten Beiträge vermitteln irgendwie das Bild "Wer nicht meiner Meinung ist, hat automatisch keine Ahnung". Gesetzliche Maßgaben hin und her, Infrastrukturprojekte - wie eben auch Flughäfen - werden zu einem nicht gerade geringen Anteil aus Steuermitteln gebaut und finanziert, und dieses Steuereinkommen wird nun einmal auch zu einem Großteil aus den Steuerzahlungen der "Normalbürger" generiert. Allein daraus ergibt sich schon das Recht, sich nicht nur eine Meinung bilden zu dürfen, sondern diese  auch zu äußern und mitzubestimmen. Letzteres ist durch unsere Gesetze eindeutig geregelt. Dass nicht alle Menschen gleich interessiert und gleich gut informiert sind, ist klar, ebenso klar ist aber auch, dass nicht alle gewählten Parlamentarier gleich gut informiert bzw spezialisiert sind, sie sind auch nur Menschen und können nicht zu allen Themen gleichermaßen Experten sein. Also der bereits zuvor genannten Ratschlag, verbal abzurüsten und nicht alle anderen pauschal für dumm zu erklären, wäre hier jetzt mal gerade passend!

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Bloß nicht, Eisern passt perfekt in die 2te Liga und könnte bei einem Aufstieg nur Schaden nehmen, siehe 1860 München. Wichtiger wäre eine Verschlimmbesserung des Olympiastadions zu verhindern. Das fällt genau in die Kompetenz des Abgeordnetenhauses und wenn der Senat nicht bald zur Besinnung kommt, dann sammle ich tatsächlich noch Unterschriften. Verglichen mit dem Flughafen ist das Land Berlin beim Stadion alleiniger Eigentümer und hat auch die Hoheit über das Landesdenkmalamt. Hier lässt sich tatsächlich mal ein verbindlicher Volksentscheid formulieren, ähnlich dem Gesetz zur Bewahrung des Tempelhofer Feldes (THFG). Ist ein bisschen ironisch, die Brache können wir per Landesgesetz bewahren, aber für den Flugbetrieb ist der Bundestag zuständig.

Bearbeitet von gudi
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vor 8 Stunden schrieb Faro:

Allein daraus ergibt sich schon das Recht, sich nicht nur eine Meinung bilden zu dürfen, sondern diese auch zu äußern und mitzubestimmen.

Steuerzahlungen gab es auch schon unter den absolutistischen Monarchen, ebenso wie eine Zensur der Presse und gelegentlich wurden Demonstranten und Streikende vom Militär niedergeschossen. Auch Leibeigenschaft der Landarbeiter und der Verkauf von Landeskindern als Söldner in fremde Kriege vertragen sich ganz wunderbar mit der Steuerpflicht.

Ja auch Abgeordnete sind nicht in allem Experten, aber es ist ihr Hauptberuf sich schlau zu machen, bevor sie über wichtige Gesetze abstimmen. Unter anderem deswegen gibt es ja die Bundestagsdebatte, im Gegensatz zum Feuilleton einer Tageszeitung oder dem immer beliebteren YouTube-Verschwörungsvideo.

Bestes Beispiel ist das rein beratende Brexit-Referendum, getroffen auf Basis von Slogans auf roten Bussen. Der Supreme Court hat geurteilt, dass außerdem noch zwingend ein Parlamentsbeschluss notwendig ist, damit die Regierung Artikel 50 auslösen darf. Aber anstelle einer ernsthaften Parlamentsdebatte über das Für und Wider gab es nur ein sinnentleertes 'Brexit means Brexit'. 

Infolgedessen ist die Demokratie in Großbritannien nun kaputt und das Regierungshandeln steht in keinem Zusammenhang mehr mit realistisch erwartbaren Resultaten. In Deuschland dürfen sie keinen Flughafen ausbauen ohne ihre Wachstumserwartung wissenschaftlich zu begründen. Großbritannien verhandelt mal eben alle Handelsverträge neu, auf Basis eines Gefühls das BMW Angela Merkel schon noch zu Zugeständnissen in den Verhandlungen drängen wird.

Auch bei Trump zeigt sich allerorten wie dringend Experten in der Politik gebraucht werden.

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Am 6/4/2017 um 12:04 schrieb gudi:

Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, dass gerade besonders inkompetente Menschen die Tendenz haben, das eigene Können und Wissen zu überschätzen und die Kompetenz anderer Menschen zu unterschätzen, da ihnen ein ausreichender Überblick über das Wissensgebiet fehlt, um ihre eigene Ahnungslosigkeit korrekt abzuschätzen.

Das hast Du uns nun wirklich zur Genüge vorgeführt.

Reicht's langsam?

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Zur Diskussion, in wie weit der Bürger überhaupt in der Lage oder willens ist, sich mit komplexen Sachverhalten auseinanderzusetzen, um dann darüber abzustimmen, möchte ich darauf hinweisen, wie das in der Schweiz gehandhabt wird. Hier gibt es oftmals Abstimmungsempfehlungen von von politischen Gliederungen, Parteien etc. Beispeilhaft hier:

Parolen für nationale Abstimmungen vom 28. Februar 2016

Wer sich also persönlich nicht in der Lage sieht, sich eigenständig über einen Abstimmungsgegenstand zu informieren, kann sich so orientieren, was andere (z.B. die vom ihm präferierte Partei) empfehlen. Die Komplexität einer Fragestellung ist damit nicht per se ein Grund, dem Bürger die Abstimmung darüber zu verweigern.

Konkret zur Fragestellung

weiterhin TXL+SXF vs. BER solo

muss man einfach konstatieren, dass in Berlin die Zahl derer, für die TXL bequemer zu erreichen ist als SXF, deutlich größer ist, als die Zahl derjenigen, die sich durch den Fluglärm in TXL massiv beeinträchtigt fühlen oder für die SXF besser gelegen ist als TXL. Und zugegebermaßen hat das ursprüngliche Konzept von TXL als Spoke-Flughafen, bei dem man dem Taxifahrer sagt, mit welcher Airline man wohin fliegt und der einen quasi direkt vor das Gate fährt, aus Fluggastsicht schon was Bestechendes.

Ein bisschen erinnert das mich an die Situation in Fukuoka (FUK). Nur zwei U-Bahn-Stationen vom Hbf entfernt, Aufkommen mit TXL vergleichbar, während Alternativstandorte (HSG, KKJ) nachfragemäßig vor sich hindümpeln.

Noch ein Beispiel zur Thematik: YMX

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vor 8 Stunden schrieb L49:

Hier gibt es oftmals Abstimmungsempfehlungen von von politischen Gliederungen, Parteien etc.

Ist ja auch gut, wenn die politischen Parteien für ein bestimmtes Thema Vertrauen genießen.

Doch der BER wird, ob gerecht oder nicht, als politisches Versagen wahrgenommen.

Deshalb ist es auch egal was der Berliner Senat oder andere Stimmen als Pro-BER oder Contra-Tegel Argumente anführen.

Das Wahlvolk wird die Abstimmung in erster Linie als Watsche für die Baustellenpannen, sprich als Politikerschelte, hernehmen.

Bearbeitet von Käptn_Adler
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Doch der BER wird, ob gerecht oder nicht, als politisches Versagen wahrgenommen.
Ich denke, man kann darüber streiten, welcher Politiker wie viel Verantwortung für das Desaster trägt.
Politiker aus der Verantwortung zu nehmen gelingt nur mit strammer autokratischer Didaktik.

Baustellenpannen
Wir müssen die Diskussion ja nicht unendlich in die Länge ziehen, aber wenn am BER lediglich "Baustellenpannen" oder "Architektenfehler" das Problem sind, vergewaltigt man die deutsche Sprache.

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Am 6.6.2017 um 05:58 schrieb foobar:

Reicht's langsam?

Nein, natürlich nicht. Bisher haben wir das Thema 'Singleflughafen Berlin' gerade erst zwei Jahrzehnte lang besprochen. Und noch immer gibt es Stimmen, die meinen die Frage wäre noch irgendwie offen und weiterhin diskussionswürdig. Das ebbt erst ab, wenn der BER tatsächlich offen und TXL tatsächlich geschlossen ist.

Die Idee die Bürger mit Abstimmungsempfehlungen der Parteien zu informieren, scheitert an zwei Problemen. Erstens Politiker lügen und um zu erkennen wer lügt, ob Nigel Farage oder David Cameron die Wahrheit sagen, muss man wiederum Brexit-Experte sein. Zum Anderen hatten wir bereits festgestellt, dass Abgeordnete nicht automatisch klüger sind als der Normalbürger. Das werden sie erst durch langjährige Regierungserfahrung und ständiges Einlesen in die Themen.

Wowereit als dienstältester Ministerpräsident war irgendwann ein ebenso geachtetes wie gefürchtetes allwissendes Politgenie. Auch Angela Merkels Ansehen steigt mit jedem Amtsjahr. Auf dem letzten G7-Gipfel in Taormina waren vier Teilnehmer zum ersten Mal dabei. Trump, Macron, May und Gentiloni üben erst noch wie Weltpolitik geht. Merkel hat drei US-Präsidenten kennengelernt und kann vergleichen und einordnen.

Dem Namen nach ist der Berliner 'Senat' ein Ältestenrat der weisen Greise, aber mit jeder Wahl alle 5 Jahre droht Wissen verloren zu gehen, falls die Regierungsmannschaft ausgetauscht wird. Schlimmer noch in den USA, wo nach maximal 8 Jahren Schluß ist für den Präsidenten, egal wie hoch die Zustimmungswerte sind.

Wie soll da über 25 Jahre hinweg eine einheitliche und sinnvolle Verkehrs- und Infrastrukturpolitik betrieben werden? Nein, das solideste ist die Rückkehr zu einer aufgeklärten Monarchie preußischer Art. Wir bauen das Stadtschloss ja nicht wieder auf, weil wir die Barockfassade so mögen. Das Schloss ist ein Denkmal preußischer Staatskunst. Ein Gegenmodel zur ahnungslos meinungsgetriebenen Demokratie.

Bearbeitet von gudi
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Wenn die Monarchie gegen Ende verblendet war, warum investiert diese Republik dann über eine halbe Milliarde Euro ( eine ganze Milliarde D-Mark ) in den Wiederaufbau ihres Herrschaftssitz? Jede Entscheidung bzgl. des Humboldt-Forums wurde demokratisch getroffen, wobei reihenweise Kritiker ignoriert wurden.

"Was soll das eigentlich? Die Großartigkeit, mit der in Berlin das Geld anderer ausgegeben wird, ist phänomenal. Ich prophezeie, dass das nicht mehr lange so weitergehen wird." — Helmut Schmidt (2013)

Disneyland-Attrappe, Symbol des preußischen Militarismus, Multikulti-Tamtam, nostalgische Puppenstube, kitschiger Mischmasch, antimoderne Paradoxie, teures Prestigeprojekt, Spende für Baden-Württemberg-Saal, Kuppelkreuz als Gefahr für weltanschauliche Neutralität etc. pp. Nichts davon hält das Projekt auf.

Ebenso lang ist die Liste von BER-Kritikern, denen Standort, Größe, Layout, Konzept und Ausrichtung nicht passen. Die Baumängel, Verzögerungen und Kostenüberschreitungen sind nur die Sahne auf dem Kuchen. Lufthansa, Airberlin, Easyjet und Ryanair haben sich alle zu irgendeinem Zeitpunkt entschieden gegen die Flughafenplanung ausgesprochen. A380-Brücke, Vorfeld-Tunnel, One-Roof-Terminal, Nachtflugverbot, Gebührenerhöhung. Keinem ist es gelungen das Konzept der Planer auch nur um ein Jota zu ändern.

Und die Airlines sind die zahlenden Kunden des Flughafens, keine Otto-Normal-Wutbürger. Selbst Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollte kurz vor Baubeginn mit dem Y-Konzept rasch noch eine Milliarde Euro einsparen. Denken sie, nur weil der Bund Miteigentümer des Flughafens ist, wäre dieser Vorschlag ernsthaft diskutiert worden? Da irren sie sich! Auch die Bedenken eines Finanzministers sind manchmal nur ahnungsloses Geschwafel, welches von den eigentlichen Entscheidungsträgern ignoriert wird.

Nur wer versteht, wo und wie in diesem Land Flughäfen geplant werden, der kann auch die Bedeutung des Tegel-Volksentscheids richtig einschätzen! Der Landesentwicklungsplan Flughafenstandortentwicklung (LEP FS) ist das Gesetz und laut Gesetz wird Tegel unwiderruflich geschlossen. Basta!

Bearbeitet von gudi
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vor 5 Minuten schrieb aaspere:

Verstehe nur ich dieses Geschwafel nicht?

Ganz im Gegenteil, die große Mehrheit versteht nicht, wie ein Rechtsstaat funktioniert. Dass es in der Tat illegal ist, TXL nach der BER Eröffnung weiter offenzuhalten. Und dass auch ein gewonnener Volksentscheid auf Landesebene nichts daran ändert. Die meisten nehmen einfach an, dass Volkes Wille alles möglich machen kann. Sie denken, weil es jetzt legal ist, Tegel zu betreiben, müsste dass auch später noch so der Fall sein. Aber so ist es nicht. Spätestens sechs Monate nach BER Eröffnung ist Schluss. Und gegen diese juristische Wand kommen sie genauso wenig an, wie gegen die Order eines absoluten Monarchen. Das ist einfach so. Sie haben zwar die Meinungsfreiheit zu glauben es sei anders. Aber ihre Stimme beim Volksentscheid ändert gar nichts an der Gesetzeslage. Die Anwohner von Tegel werden bei der ersten Gelegenheit klagen, sie werden Recht erhalten und der Flughafen ist zu.

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