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airliners.de

737 MAX Grounding Thread


BÄHM!

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Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb ZuGast:

 

 und könnte zumindest die Zulieferer am leben halten.

US-Zulieferer? Bis zu den nächsten Sanktionen? Die C919 darf dann nicht in Land X verkauft werden weil zu viel US-Technik? Wieso entwickeln die Russen eine Superjet-Version mit möglichst viel eigener Technik?

Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb Tschentelmän:

Jetzt komm mal runter!! Kapitalismus zwingt dazu, Kosten zu begrenzen und bestmöglich Profit zu machen - manche Schweinereien kann man dabei kaum vermeiden, aber das ist ein weltweites Phänomen...

 

Das ist mit Verlaub, Unsinn! Der Chef von Huawei berichtete neulich voller Stolz wie er weder die Löhne erhöht noch höhere Gewinne ausgeschüttet hat, sondern den gesamten Konzerngewinn in die Forschung steckt, um bei der 6. Generation des Mobilfunkstandard führend zu sein.

 

Außerhalb der angelsächsischen Welt ist Profitstreben nahezu unbekannt. In Frankreich strebt man nach Prestige. In Deutschland nach Präzision. In Japan nach Harmonie. In Italien nach la Dolce Vita. Jede Kultur ist anders und die wenigsten geilen sich an einem reinen Buchungsgewinn auf.

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb DennyLong:

Ohne Frage hat man bei Boeing das Paradigma gewechselt. Vom bestmöglichem Flugzeug zum gewinnmaximiertem Flugzeug. Ich sehe hier einfach schlechtes Management. Sicherheit kann man in den Ingenieurwissenschaften nicht optimieren, das wissen auch alle, da dies umgehend zu ernsten Problemen führt und in der Folge viel mehr kostet als man verdienen kann. Von daher denke ich, dass das Boeing Management einfach sehr schlecht ist.

 

Boeing ist nur ein Symptom. Nicht das Management hat das Paradigma gewechselt, sondern die Gesellschaft. Reagonomics/Thatcherismus. Radikale Steuersenkungen, Zerschlagung der Gewerkschaften, Immobilienspekulation, Handelsdefizit, Nullzinspolitik.

 

Es ist einfach nicht möglich für Boeing ein komplett neues Flugzeug zu entwickeln, wenn gleichzeitig erwartet wird, dass Jahr für Jahr Gewinne ausgewiesen werden. Airbus könnte es ohne Staatshilfen auch nicht. Hauptziel von Airbus ist es einen lebensfähigen europäischen Flugzeugbau zu ermöglichen. Gewinne sind dabei nur Mittel zum Zweck.

 

Selbstverständlich kann man auf Sicherheit optimieren, man kann diese Investitionen nur nicht refinanzieren. Ein Beifahrer-Airbag eignet sich nicht für die Aufpreisliste. Sicherheit wird erwartet, aber nicht extra bezahlt. Zumal wenn die Ausgaben das Sicherheitsniveau nur erhalten sollen, nicht aber erhöhen.

 

Es ist ein reiner Kostenfaktor, den man sich nur dann gönnt, wenn man noch etwas Wichtigeres kennt im Leben als den Profit. Volvo hat das Problem, dass sie zwar weiterhin Millionen in die Forschung zur Verkehrssicherheit investieren, sich bei  den Fahrzeugen aber kaum noch von der Konkurrenz unterscheiden, die immer schneller nachzieht.

 

Entweder empfindet man das dann als seine gesellschaftliche Verantwortung oder man streicht den unnötigen Kostenfaktor irgendwann.

Geschrieben

Klar, Flugzeuge die außerhalb kapitalistischer Länder enteickelt wurden haben sich ja als deutlich sicherer erwiesen...

 

Kapitalismus wirkt da doch  - um die Nachfrage nach deren Flugzeugen sinkt und sie müssen Strafen zahlen. Es hat sich nicht gelohnt.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Hightower:

Möchtest du ernsthaft über das Thema diskutieren oder Comedy machen?

 

Ich bleibe bei Comedy! Ganz Asien und insbesondere Japan ist dafür bekannt, dass persönliche Beziehungen und Vertrauen bei weitem wichtiger sind als das profitabelste Angebot. Und ist man erstmal eine solche Beziehung eingegangen, zählt das Gesicht zu wahren weit mehr als der Gewinn. Etliche japanische Konzerne kranken daran, dass sie seit Jahren keinen Gewinn mehr erwirtschaften und alle Beteiligten die tatsächliche finanzielle Situation des Unternehmens verschleiern, weil der Gesichtsverlust vor den Anlegern und Mitarbeitern tausend mal schlimmer wäre.

 

Dass Boeing in dieser Krise voller Stolz eine unverändert hohe Dividende verkündet, zeigt dass der Shareholder Value in den USA eine ganz eigene Prioritätensetzung hervorbringt, die es sonst nirgendwo in der Welt gibt. Es sei denn man importiert sie von der Quelle.

— — —

vor 20 Minuten schrieb d@ni!3l:

Kapitalismus wirkt da doch - um die Nachfrage nach deren Flugzeugen sinkt und sie müssen Strafen zahlen. Es hat sich nicht gelohnt.

 

Oh doch, es hat sich finanziell gelohnt. Boeing hat jahrzehntelang höhere Gewinne ausgewiesen als Airbus. Und wenn sie jetzt endgültig aus der Flugzeugproduktion aussteigen und stattdessen irgendwas mit Social Media machen, werden sie bald wieder profitabler sein als Airbus. Es sind gesellschaftliche Missstände, die entstehen, wenn man den Unternehmensprofit als höchstes Ziel über alles stellt. Aber dafür fliegt man dann in Privatjet und nicht im Billigflieger 737. Dem Investor kann egal sein, ob Boeing hohe Strafen zahlen muss, wenn er nur rechtzeitig von long auf short Positionen umgestellt hat. Privatwirtschaftliche Gewinne gehen nur allzu oft mit volkswirtschaftlichen Verlusten einher.

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb d@ni!3l:

Klar, Flugzeuge die außerhalb kapitalistischer Länder enteickelt wurden haben sich ja als deutlich sicherer erwiesen...

 

Sie müssten in dem Zusammenhang erstmal klären, ob das dt-frz. Gemeinschaftsprojekt Airbüs nun als staatlich oder kapitalistisch gilt? Ist der von Hitler ins Leben gerufene VOLKswagen aus WOLFsburg staatlich oder kapitalistisch? Die Wirtschaft in Japan, Korea und Taiwan ist jeweils unter einer klassischen Militärdiktatur mit nur oberflächlichem demokratischen Anstrich aufgebaut worden. Wo sind denn die sicheren Flugzeuge und Automobile, die unter rein kapitalistischen Verhältnissen entstanden sind?!?

Geschrieben
vor 20 Stunden schrieb ilam:

 

Warum schön?

 

Ich meinte es als juristisch-strafrechtlichen Befreiungsschlag nach dem Motto: "Die, die das verbrochen haben, sind nicht mehr hier, der Rest waren nur Befehlsempfänger", obwohl >99% des aktuellen Boeing-Personals auch zur entscheidenden Zeit in der Firma waren und nicht nur diese zwei Personen die Unternehmenskultur ausgemacht haben.

 

Dass sich die Unternehmenskultur tatsächlich entscheidend ändert, glaube ich im Leben nicht, das sind alles nur Lippenbekenntnisse.

Es wäre schön, wenn Boeing sich erholen würde, denn ansonsten hätte Airbus eine Monopolstellung bezgl. der Herstellung von Airlinern, und das wünscht sich wohl keiner.

Geschrieben

Die Gefahr, dass die USA den Markt der zivilen Verkehrsflugzeuge verlassen, sehe ich nicht. Ja, Boeing kann es durchaus erwischen, die Trümmer werden dann aber (ggfs. mit staatlicher Unterstützung) von jemand anders ein eine "noch greatere Company" übernommen. Die US-Regierung (egal ob Republikaner oder Demokraten) wird nicht zusehen, wie erstmal ein Airbus-Monopol und später absehbar ein Duopol China-EU entsteht.

Irgendwann eine A350 als Präsidentenmaschine? Never ever.

 

 

 

Geschrieben

Ja, Ja! Keiner will ein Monopol, keiner wird ein Monopol zulassen. Aber faktisch wird die 737 nicht mehr gebaut. Welche Auswahl haben sie denn noch, wenn sie heute ein neues Kurzstreckenflugzeug für innereuropäische Flüge kaufen möchten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Airbus derzeit viel Rabatt auf die A320 gewährt.

Geschrieben
vor 59 Minuten schrieb gudi:

Aber faktisch wird die 737 nicht mehr gebaut.

 

Faktisch setzt Boeing die Produktion vorübergehend aus, das ist ein bedeutender Unterschied zu "nicht mehr gebaut". Und faktisch hat Airbus nicht signifikant im Auftragsbuch profitiert. Aber wie denn auch? Wer jetzt bestellt, kriegt den Flieger irgendwann in 5-6 Jahren. Da muss es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die MAX bis dahin immer noch auf dem Boden steht.

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb Hightower:

 Da muss es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die MAX bis dahin immer noch auf dem Boden steht.

Sie steht jetzt seit 9 Monaten und außer irgendwelcher Sprüche von Boeing in dieser Zeit, gibt es bis heute keine Fakten, wie der Stand der Dinge im Moment ist und wie es weiter geht. Die ersten Airlines rechnen auch nicht mal mehr vor dem nächsten Sommer damit. 

 

Im Moment ist - was die Zukunft der 737Max angeht - alles nur Kaffeesatz lesen.

 

...NCC1701

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb NCC1701:

Die ersten Airlines rechnen auch nicht mal mehr vor dem nächsten Sommer damit. 

Da interpretierst du etwas falsch.

Nur weil manche Airlines die MAX bis zum Sommer aus dem Flugplan nehmen, bedeutet das nicht, dass sie erst mit der Freigabe im Sommer rechnen. Die Airlines brauchen Vorlauf - für Schulungen, für Hard/Softwareupdates, und für die Wiederinbetriebnahme.

TUI z.B. wird die MAX im SFP, zumindest in Deutschland, nicht fliegen, wenn das go der Behörden bis Ende Februar nicht da ist.

vor 12 Minuten schrieb NCC1701:

Im Moment ist - was die Zukunft der 737Max angeht - alles nur Kaffeesatz lesen.

Das einzige was Kaffeesatzleserei ist das "wann geht es weiter" und "wie geht es weiter" (welches Updates benötigt der Flieger, und welche Schulungen kommen auf das Personal zu).

Alle andere Theorien, welche die MAX nie wieder fliegen sehen, haben eine extrem geringe Eintrittswahrscheinlichkeit, dass sie eigentlich nicht diskussionswürdig sind.

Geschrieben
21 hours ago, Tschentelmän said:

 unter Trump gleich fünfmal nicht... 

 

Unser täglich Trump-Bashing gib uns heute? Hatten wir ja hier schon so lange nicht mehr. "Nicht" lässt sich nicht steigern und auch mit den amerikanischen Demokraten wäre es ein klares "no".

 

Und Fachforum und Müllenbürger und E-Mails und was auch immer, neues Spekulatius: Der Herr Vorstandsvorsitzender ist einfach gewahr geworden, dass in seiner Amtszeit keine MAX mehr zugelassen wird???

Geschrieben
vor 49 Minuten schrieb medion:

 

Unser täglich Trump-Bashing gib uns heute? Hatten wir ja hier schon so lange nicht mehr. "Nicht" lässt sich nicht steigern und auch mit den amerikanischen Demokraten wäre es ein klares "no".

 

Ach Medion, nun leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage... Und Nein (für dieses Wort gibt es tatsächlich keine Steigerung) - das war nicht als Trump-Bashing gedacht, sondern als rein sachliche Interpretation des weltweiten Geschehens....

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb EDDS:

TUI z.B. wird die MAX im SFP, zumindest in Deutschland, nicht fliegen, wenn das go der Behörden bis Ende Februar nicht da ist.

Und der Februar ist etwa schon abzusehen?

 

vor 2 Stunden schrieb EDDS:

Das einzige was Kaffeesatzleserei ist das "wann geht es weiter" und "wie geht es weiter" (welches Updates benötigt der Flieger, und welche Schulungen kommen auf das Personal zu).

Alle andere Theorien, welche die MAX nie wieder fliegen sehen, haben eine extrem geringe Eintrittswahrscheinlichkeit, dass sie eigentlich nicht diskussionswürdig sind.

Das "Wie" ist ja bereits von Boeing beantwortet worden. Nennt sich Softwareupdate.

Das "Wann" aber eben nicht (oder habe ich was verpasst und das Update wurde offiziell zur Freigabe bei der FAA vorgelegt). Solange aber das Wann nicht klar ist - bzw. mal ein Plan vorgelegt wird - wird die von dir benannte Eintrittswahrscheinlichkeit, dass das Teil nicht fliegen wird keine Zulassung bekommt, immer größer.

Ich habe es schon vorher angedeutet. Wenn "nur" die Software (Algorithmus) fehlerhaft wäre, gebe es schon das Update oder wenn die Überarbeitung nicht ganz trivial ist zumindestens einen Zeitplan für das Update - diesen ist man den Aktionären gegenüber schuldig. Aber nichts. Immer nur Sprüche. Daraus interpretiere ich (als Informatiker), dass sich das Problem nicht einfach mit einer reinen Softwareänderung beseitigen lässt.

 

...NCC1701

 

Geschrieben
vor 33 Minuten schrieb white wings:

39 Millionen Dollar Entschädigung plus zusätzlich Aktienoptionen ist für den guten Dennis Muilenburg eine hoffentlich angemessene Summe. 

 

Mal sehen, wie viel davon später übrig bleiben wird, falls der Aufsichtsrat oder die Aktionäre ein paar Star-Anwälte auf ihn los lassen, um Schadenersatz für falsches Krisenmanagement einzufordern.... 

Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb gudi:

Boeing ist nur ein Symptom. Nicht das Management hat das Paradigma gewechselt, sondern die Gesellschaft. Reagonomics/Thatcherismus. Radikale Steuersenkungen, Zerschlagung der Gewerkschaften, Immobilienspekulation, Handelsdefizit, Nullzinspolitik.

Naja, als wäre das in Deutschland anders.

 

Wie wird denn im Vergleich zu Boeing bei Lockheed-Martin oder Northop-Grumman gearbeitet. Das wären ja passende Vergleiche.

 

Ohne Frage wird in den USA kein "Over-Engineering" wie in Deutschland oder Japan betrieben. Die Kollegen kennen sich trotzdem genauso gut aus. Die Gewinnmaximierung steht in den USA mehr im Fokus, wenn es nicht gerade um Sicherheit geht finde ich das wünschenswert.

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