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Geschrieben (bearbeitet)

Und einem Käufer so quasi 600 Mio schenken? Für die Summe kann man statt Arbeitsplätze künstlich zu erhalten auch Jahrelang ALG zahlen bis der Markt wieder wächst und die Mitarbeiter eine neue Beschäftigung finden...

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben

Grundsätzlich halte ich eine vorübergehende Verstaatlichung für eine gute Lösung. Nach Corona geht das Lebn weiter und vielleicht schneller, als viele von uns sich das vorstellen können. Auch wenn die Spanier heute sagen, daß der Sommer für Ausländer in Spanien 2020 ausfällt, dann warten wir mal die Reaktion ab, wenn alle anderen Mittelmeerländer wieder öffnen.

Geschrieben

Ein Arbeitnehmer in Lohn und Brot konsumiert aber mehr Brot als einer in ALG Bezug. Sicher wäre der Effekt für nur Condor kaum messbar. Aber trotzdem für den einzelnen Wertvoll.

 

Es steht auch immer noch das politische Wort im Raum, keinen der Profitabel gewirtschaftet hat, wegen der Corona Situation drauf gehen zu lassen. Da wird man nun sehen wie Belastbar das Wort ist. Das werden viele genau Beobachten.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 17 Minuten schrieb Hubi206:

Grundsätzlich halte ich eine vorübergehende Verstaatlichung für eine gute Lösung. Nach Corona geht das Lebn weiter und vielleicht schneller, als viele von uns sich das vorstellen können. Auch wenn die Spanier heute sagen, daß der Sommer für Ausländer in Spanien 2020 ausfällt, dann warten wir mal die Reaktion ab, wenn alle anderen Mittelmeerländer wieder öffnen.

Ja eben, das meine ich ja. Erstmal wird ja eh nur KAG bezahlt, aber selbst ein volles Gehalt könnte für 600 Mio über Jahre gezahlt werden, ohne, den Wettbewerb massiv zu verzerren. So schwächt man nämlich die mit positiver Perspektive und kann da direkt weiter machen mit dem staatlichen Beistand. 

Zudem sagt wirklich jeder, dass der Markt Jahre brauchen wird zur Erholung. Nicht umsonst phasen alle Flugzeuge aus. Also bräuchte es mehr als Optimismus, dass DE bis - bestimmt 2023 - profitabel wird. Dann stehen Flottenrollover und Kreditzahlungen an. Ohje. Da kann man als potentieller Investor ja schon fast besser in ThyssenKrupp investieren und das muss was heißen.

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben (bearbeitet)
vor 26 Minuten schrieb hornoxe:

Den Kredit könnte der Staat aber auch einfach abschreiben. Denn ob Pleite oder Verkauf ohne Schulden spielt für den Staat erstmal keine Rolle. Im zweiten werden, sollten Verhandlungen entsprechend Geführt werden, Arbeitsplätze erhalten werden. Und das kommt ja immer gut an...

 

Die Frage ist aber auch:

Schreibst du 380 Mio ab

Oder ggf noch zusätzliche 200 Mio plus X, sprich c.a. 600 Mio €

Denn abschreiben wirst du das (vermutlich meiner Meinung nach) so oder so machen müssen - ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ca. 600 Mio plus X für eine Condor hinlegt - oder Condor jetzt irgendwo 380 Mio plus Zinsen auftreibt.

 

Und das ist ja der Punkt, in dem man sich aktuell dreht.

Schießt man weiteres Geld mit höchst unsicheren Aussichten nach - also quasi ein Schrecken ohne (offenes) Ende.

Oder schreibt die 380 Mio € ab - ein Ende mit Schrecken.

 

Klar wünsche ich mir auch ein Fortbestehen der Condor.

Aber ob man das noch weiter, politisch und wirtschaftlich, wie im September ruhigen Gewissens machen kann - rein subjektiv fällt es mir schon schwerer.

Für lau hätte - den Medienberichten nach - auch die LOT die Condor genommen. Und das wollte man ja seitens des Staates nicht.

Bearbeitet von FlyingSickbag
Geschrieben (bearbeitet)

Also wenn der Staat Condor die Schulden in der Höhe erlässt, damit Arbeitsplätze gesichert werden würde ich als LH sagen "dann zahlt uns bitte auch für uns x A350, damit Airbus die Arbeitsplätze behält, schließlich hätten wir die Schulden ja auch haben können und wenn wenn wir die alle zahlen müssen, sind bei uns auch Arbeitsplätze in Gefahr". Also rein plakativ, aber das ginge mMn gar nicht.

Bearbeitet von d@ni!3l
Geschrieben

War es bei der Airberlin Pleite nicht mal kommuniziert worden, dass ein Sachwalter mit seinem Privatvermögen haftet? Wenn also der Kredit morgen zurückzuzahlen ist und man vermutlich sehr viel davon verbraucht hat, dann muss er doch sofort die Reißleine ziehen, schon alleine um jeden Cent der noch da ist für die Gläubiger zu erhalten. Oder ist das durch das neue Corona Insolvenzrecht ebenfalls ausgehebelt?

Geschrieben

Die einzige Möglichkeit die ich für Condor sehe ist eine Übernahme durch LH die von der Bundesregierung aktiv mitgetragen wird. LH ist systemrelevant und muss langfristig bestehen bleiben. Alle weiteren Maßnahmen werden sicherlich in Hinblick darauf überprüft und getätigt. Da Condor nun nicht gerade ein Sahnestückchen ist (wurde weiter oben dezidiert dargestellt) kann ich mir nicht vorstellen, dass ein privater Investor einsteigt in diesen Zeiten.

 

Der Luftfahrtsektor wird in der kommenden Dekade kleiner sein als in der letzen, sowohl national als auch international. Zusammen mit den Überlegungen bzgl. Klimaschutz und der Systemrelevanz der LH gehe ich davon aus, dass man Condor abwickelt. Zudem stehen zur Zeit ganz andere Branchen und Sektoren der Wirtschaft im Vordergrund, da hat sowohl Politik als auch Medien den Fokus auf anderen Dingen.

Geschrieben

Update

 

"... seit Ende September 2019 alle Einnahmen aus Ticketverkäufen der Condor für deren Kunden sicher geparkt worden. Ein dreistelliger Millionen-Betrag dürfte das sein, sagen Insider. Darüber hinaus soll der Ferienflieger aus dem KfW-Kredit nur die wöchentlich benötigte Liquidität finanziert haben. Ziel sei es nie gewesen, die Kreditlinie komplett auszureizen."

 

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/condor-169.html

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb emdebo:

Ein dreistelliger Millionen-Betrag dürfte das sein, sagen Insider

Ja, aber der ist doch:

 

vor 2 Minuten schrieb emdebo:

für deren Kunden sicher geparkt worden

 

Kann also nicht zur Rückzahlung der Schulden verwendet werden, oder?

 

vor 2 Minuten schrieb emdebo:

Ziel sei es nie gewesen

Das Ziel nicht, aber seit Corona ggf. nötig, oder?

Geschrieben

Wenn das Schutzschirm-Insolvenzverfahren aufgehoben wird, sind die Beträge für 

ein "normal" arbeitendes Unternehmen frei. Die Frage ist nur, ob die von der 

Gläubigerversammlung gegebene Zustimmung nach dem Wegfall des PGL / LOT

Vertrages noch Gültigkeit hat. 

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb Besserwisser:

Meines Wissen hat Lufthansa seit Anfang 2019 kein Interesse mehr an Condor gezeigt bzw. sich dazu geäußert.

 

Das ist nicht korrekt. LH hat für den damals geplanten Verkauf der TC Group Airlines (inklusive Condor) geboten!

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb emdebo:

Wenn das Schutzschirm-Insolvenzverfahren aufgehoben wird, sind die Beträge für 

ein "normal" arbeitendes Unternehmen frei. Die Frage ist nur, ob die von der 

Gläubigerversammlung gegebene Zustimmung nach dem Wegfall des PGL / LOT

Vertrages noch Gültigkeit hat. 

 

Nope

Essenziell für das Verlassen des Schutzschirmes war das Geld von PGL - welches es ja jetzt nicht gibt.

 

Ergo ist man da erstmal wieder bei 0 angekommen.

 

seit Ende September 2019 alle Einnahmen aus Ticketverkäufen der Condor für deren Kunden sicher geparkt worden.

 

Ja, aber da man ja aktuell quasi nichts fliegt und es viele Stornierungen gibt, steht prinzipiell den Kunden ihr Geld auch wieder zu, wenn sie sich auf die Gutscheinlösung nicht einlassen wollen (es sei denn sie haben vor der TC Insolvenz gebucht, dann schaust du eh in die Röhre)

 

Der Kredit war (bislang) nicht voll ausgeschöpft. 

Aber irgendwo meine ich, was von 250-280 Mio gelesen zu haben - und da ist man teils noch geflogen.

Geschrieben

Der Verkauf der Group Airlines wurde im Februar 2019 angekündigt und im Juli selben Jahres gestoppt. Da gehörte LH zu den Interessenten. 

 

Richtig aber ist, dass LH für DE im Rahmen des Schutzschirmverfahrens nicht geboten hat! 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Minuten schrieb FlyingSickbag:

Essenziell für das Verlassen des Schutzschirmes war das Geld von PGL -

 

Nur mal so gedacht: Soweit PGL den KfW Kredit getilgt hätte, wäre ja ohnehin

eine nicht allzu nennenswerte Summe für die Gläubiger übriggeblieben.

 

Jetzt zahlt PGL nicht, KfW verlängert den Kredit. Restsumme gem. Gläubigerversammlung

kommt aus neuen Corona-Hilfsmitteln oder den zitierten Ticketgeldern.

Schutzschirm wäre aufgehoben. Möglich? 

 

Bearbeitet von emdebo
Geschrieben

Was die LH mal gemacht hat oder nicht spielt aktuell kaum noch eine Rolle. Aus dem Verhalten der LH in der Vergangenheit kann man höchstens eine Motivation oder ggf. strategische Ausrichtung ableiten. Beides ist nun aber hinfällig, da sich die Randbedingungen gravierend geändert haben.

 

Bei LH wird man gegenwertig in enger Abstimmung mit der Bundesregierung arbeiten, schließlich kann nur die Bundesregierung im Notfall den Rettungsring gegen das Ertrinken zuwerfen.

Geschrieben

Unter der Vorraussetzung, dass Condor operativ Geld in den letzten Jahren verdient hat und ein Geschäftsmodell hat, was 2021 bei 50 % der Nachfrage aus 2019 operativ Geld verdienen kann wäre es meiner Meinung nach richtig, dass die Bundesregierung Condor unabhängig von der Lufthansa über das Jahr 2020 bringt. 

Gleichzeitig sollte die Bundesregierung ein Paket der Lufthansa unterstützen, dass es der Lufthansa Gruppe ermöglicht 2020 und 2021 zu überstehen indem sich Lufthansa auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Das darf durchaus auch so radikal sein, dass Lufthansa das dezentrale Geschäft weiter reduziert.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Unter der Vorraussetzung, dass Condor operativ Geld in den letzten Jahren verdient hat und ein Geschäftsmodell hat, was 2021 bei 50 % der Nachfrage aus 2019 operativ Geld verdienen kann wäre es meiner Meinung nach richtig, dass die Bundesregierung Condor unabhängig von der Lufthansa über das Jahr 2020 bringt.

50% wenigerr Nachfrage bedeutet auch etwa 50% weniger Mitarbeitern, wenn Geld verdient werden soll. Ich halte das mal für fraglich, da man kaum die Kosten so fix runter bekommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man geleaste Flugzeuge gegenwertig so leicht los wird ohne Kosten.

 

Bei den Minimargen im Luftfahrtsektor halte ich das alles für unrealistisch, sonst gäbe die Probleme ja alle nicht bei Condor.

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

. Das darf durchaus auch so radikal sein, dass Lufthansa das dezentrale Geschäft weiter reduziert.

Und wer legt fest was Kerngeschäft ist und was man für optional hält?

Geschrieben
vor 35 Minuten schrieb OliverWendellHolmesJr:

Unter der Vorraussetzung, dass Condor operativ Geld in den letzten Jahren verdient hat und ein Geschäftsmodell hat, was 2021 bei 50 % der Nachfrage aus 2019 operativ Geld verdienen kann wäre es meiner Meinung nach richtig, dass die Bundesregierung Condor unabhängig von der Lufthansa über das Jahr 2020 bringt. 

Gleichzeitig sollte die Bundesregierung ein Paket der Lufthansa unterstützen, dass es der Lufthansa Gruppe ermöglicht 2020 und 2021 zu überstehen indem sich Lufthansa auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Das darf durchaus auch so radikal sein, dass Lufthansa das dezentrale Geschäft weiter reduziert.

 

Am besten dann nach Erhalt der 5000 Condor Arbeitsplätze LH dazu zwingen die Jobs aller dezentralen LH Angestellten (was wird Eurowings, SXD, Germanwings etc. haben) aufzugeben??? 

 

Klar super Idee!

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb vielflieger2020:

Hier wird oft von profitabler Airline gesprochen. Condor war 2019 aber nur operativ bei 57 mio plus. Was ist denn mit Abschreibungen und Steuern? Wurde auch mal ein Nettoergebnis veröffentlicht?

 

Danke. Condor wird hier immer als absolute Cash Cow hingestellt. Dabei ist ein operatives Ergebnis von +57 Mio. akzeptabel, aber mehr auch nicht. Da fängt kein Manager an, vor Freude zu sabbern.

 

Natürlich dürfte es im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung gelungen sein, Kosten zu drücken und so die Effizienz zu steigern.

Dem gegenüber steht allerdings immer noch die These, dass TC bei Condor Sitze zu recht gönnerhaften Konditionen abgenommen haben könnte.

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Lucky Luke:

Dabei ist ein operatives Ergebnis von +57 Mio. akzeptabel, aber mehr auch nicht.

Aber auch nur dank entsprechender Leasingraten für die 767. Jeder Ersatz wird teurer und drückt dies weiter. Und das war vor Corona.  Sinkt die Nachfrage (und somit der SLF) nur um wenige Prozentpunkte war es das mit der Marge.

Geschrieben
25 minutes ago, DennyLong said:

Bei den Minimargen im Luftfahrtsektor halte ich das alles für unrealistisch, sonst gäbe die Probleme ja alle nicht bei Condor.

 

Über diese Minimargen würde man sich aktuell wohl extrem freuen; dies - wie so Vieles andere - hat vor ein paar Monaten noch keiner für möglich gehalten. Traurig aber wahr. Und das Jahr 2020 ist sowieso jetzt schon tot, egal wie schnell oder langsam es zu einer Normalisierung kommen wird.

 

Selbst wenn (!!!) unter Corona-Bedingungen (was auf einmal so alles möglich ist...) LH einen Teil von Condor übernehmen könnte, sie werden es meiner Meinung nach schlicht nicht wollen. Selbst genug am Hals, Cargo-Umstruktierung, nennen wir es mal so, Ocean-Gedöns, Germanwings 'elegant' losgeworden, Eurowings ist immer noch viel zu groß bzw. strategielos, zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit, unabsehbare Folgen für Bestandsflotte und Bestellungen und die Kernmarke LH wird schrumpfen, wie deutlich werden wir noch sehen. Ist doch alles längst von LH kommuniziert. Da braucht es kaum einen Haufen alter 767er mit noch einer weiteren Gruppe Personal und dem Motto "das haben wir schon immer so gemacht"... 

 

Wenn es zum Ärgsten kommt, ist vielleicht gerade noch eine Rumpf-LH für Deutschland/Zentraleuropa 'systemrelevant' und alles andere nicht.

 

[Bei aller Wertschätzung die ich Condor, dem Condorpersonal und der 767 stets entgegenbrachte...]

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