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Aktuelles zum Flughafen BER

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vor 5 Stunden schrieb flyer1974:

Mein persönlicher Eindruck ist, man hat das Ding nun abgesegnet, weil es eröffnet werden muss. Aber eine lange Mängelliste ist bekannt, das in der Folge noch lange kostenintensiv nachgearbeitet werden muss. 

Mit der Begründung (weil er eröffnet werden muss) hätte man die BER-Eröffnung aber auch schon vor acht, vor sechs, vor fünf oder vor zwei Jahren absegnen müssen. 

 

Es ist einfach ziemlich anmaßend, nach einem teilgenommenen Probebetriebstag von außen feststellen zu wollen, dass ein Gebäude baurechtlich gefährlich / unsicher ist. Dafür haben wir aber zum Glück technische Sachverständige und unabhängige Behörden, die machen ihre Arbeit in der Regel gut (klar gibt es auch Ausnahmen, siehe TÜV-geprüfter Staudamm in Brasilien). Aber gerade den Baubehörden des Landkreises Dahme-Spreewald indirekt Kungelei und Augen-Zudrücken vorzuwerfen, nachdem diese über ein Jahrzehnt standhaft geblieben sind und allen Versuchen der jeweiligen Geschäftsführungen der Flughafengesellschaft widerstanden haben, einen technisch bestenfalls halbfertigen Flughafen zu eröffnen, spricht nicht für Deine Fachkompetenz und Sachkenntnis.

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vor 1 Stunde schrieb 101er:

Mit der Begründung (weil er eröffnet werden muss) hätte man die BER-Eröffnung aber auch schon vor acht, vor sechs, vor fünf oder vor zwei Jahren absegnen müssen. 

 

Es ist einfach ziemlich anmaßend, nach einem teilgenommenen Probebetriebstag von außen feststellen zu wollen, dass ein Gebäude baurechtlich gefährlich / unsicher ist. Dafür haben wir aber zum Glück technische Sachverständige und unabhängige Behörden, die machen ihre Arbeit in der Regel gut (klar gibt es auch Ausnahmen, siehe TÜV-geprüfter Staudamm in Brasilien). Aber gerade den Baubehörden des Landkreises Dahme-Spreewald indirekt Kungelei und Augen-Zudrücken vorzuwerfen, nachdem diese über ein Jahrzehnt standhaft geblieben sind und allen Versuchen der jeweiligen Geschäftsführungen der Flughafengesellschaft widerstanden haben, einen technisch bestenfalls halbfertigen Flughafen zu eröffnen, spricht nicht für Deine Fachkompetenz und Sachkenntnis.

Ich habe niemals gesagt das es unsicher ist, es herrschen jedoch immer noch große Abweichungen vom ursprünglich geplanten und angedachten  Brandschutzkonzept.  Der Vergleich mit dem Staudamm ist nicht allzu weit her geholt. Zu meiner Fachkompetenz, ich mach den Job seit 25 Jahren mit Erfolg, und ich weis was ich vor Ort gesehen habe. Aber ich glaube das würde nun hier wirklich zu weit gehen weiter über den Brandschutz zu sprechen. 

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vor 15 Stunden schrieb flyer1974:

Ich habe die LAR Brandenburg ( im Anhang ) mal schnell überflogen, diese ist sogar schärfer ausgelegt als die MLAR. Mein persönlicher Eindruck ist, man hat das Ding nun abgesegnet, weil es eröffnet werden muss. Aber eine lange Mängelliste ist bekannt, das in der Folge noch lange kostenintensiv nachgearbeitet werden muss. Der jenige, der da ein uneingeschränktes i.O. gegeben hat wäre Wahnsinnig. Wenn etwas passiert, was hoffentlich nie der Fall sein wird, würde es laufen wie in DUS, keiner ist Schuld,weil zu viele etwas gemeinsam verbockt haben und es wird alles unter unter Geldauflagen eingestellt. Was da im Probebetrieb gut aussah wäre in der Realität ganz anders. Alleine die Leute erst vom Bahnhof und auch der Ebene drüber die Treppen hoch, über die Vorfahrt zu schicken, dann die Treppen runter vors Steigenberger zeugt von Fehlplanung von Anfang an. Aber auch was positives das Gebäude bietet wenig Brandlast dafür sieht es auch kalt und karg aus. https://mil.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/Richtlinie Leitungsanlagen.pdf  

 

Aus Elektriker Sicht ist die LAR nicht unbedingt eine Herausforderung. Da gibt es noch wesentlich mehr Normen und VDE / BGU Regeln die einzuhalten sind und welche weit detaillierter ausgeführt sind - in Kerosinbereichen kommt noch der elektrische Explosionsschutz dazu.

2012 waren ja die fehlende Planungsgrundlagen für ganze Zwischenebenen und Räume die Ursache, es wurde wild gebaut und nichts mehr koordiniert, daher wollte man manuell mit Studenten und Rentnern nachsteuern bzw. auf Kommando Türen öffnen (wobei man nicht mal wusste wie viele Türen bzw. Räume man hat) - somit niemals akzeptabel oder genehmigungsfähig.  

 

Ich hatte schon weit, weit oben beschrieben, dass eine Anlagefreigabe durch den TÜV nicht gleichzusetzen ist mit Mängelfreiheit. Es wird garantiert eine Mängelliste geben. Aber Mängel werden eben klassifiziert. Und es gibt welche die resultieren in ein "No-Go" und es gibt solche die resultieren ein ein "Go, aber es wäre empfehlenswert, dass...." Letzteres ist auf Grund des Projektumfangs sehr wahrscheinlich. Anders ausgedrückt, wenn die komplette Sicherheitstechnik im Zusammenspiel mit der Haustechnik per se alles richtig macht, dann ist mir das völlig piepe, ob an einer Kabeltrasse eine Handvoll Leitungen einmalig im Biegeradius unterschritten wurden - Das ist kein Grund ein Stop Signal zu setzen. 

 

 

Edited by Stef1704
Edit: Bei meiner Besichtigung habe ich eine fehlende Netzwerkdose gesehen. Heißt das jetzt dass die ganze IT nicht funktioniert?

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vor 23 Stunden schrieb flyer1974:

Alleine die Leute erst vom Bahnhof und auch der Ebene drüber die Treppen hoch, über die Vorfahrt zu schicken, dann die Treppen runter vors Steigenberger zeugt von Fehlplanung von Anfang an

 

Dieser Satz von Dir hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe nochmal in meinem Fotofundus von meinem Probebetriebstag gewühlt.

 

Die Bahnsteige an sich waren ja für unseren Probetag nicht zugänglich, aber die Zwischenebene drüber / unterhalb der Ankunftsebene.

 

Soweit ich mich erinnere hat ja jeder Bahnsteig mindestens 3 teilweise 4 Treppenaufgänge (S-Bahnsteig ist kürzer): 2 im Gebäude selber, eine unter dem Vordach des Gebäudes zwischen Steigenberger und P 7/8 und eine Treppenaufgang direkt auf den Willy Brand Platz (aber alle münden zunächst auf der Ebene auf der auch der Willy Brand Platz ist). Dabei führen dann nur die beiden Treppenhäuser im Gebäude mehr oder weniger direkt weiter zur Ankunftsebene usw. 

 

Wenn man Euch jetzt also vom Bahnsteig erst auf die Zwischenebene, und dann noch weiter in die Ankunftsebene und erst dann nach draussen geführt hat, war das so ziemlich der dickste Worst Case den es gibt: Im Prinzip wurde in der Simulation mehr als die Hälfte der kürzesten Fluchtwege blockiert. Die Fliehenden wurden in den verbleibenden längst möglichen und kompliziertesten Fluchtweg geworfen (man betritt die Ankunfstebene quasi gegen die Fluchtrichtung und muss dort nach Treppenaufgang sich um 180° drehen, um "hinter sich" die Notausgänge zur Ankunfts-Vorfahrt zu erkennen- das macht man als Berliner der den BER kennt, aber nicht unbedingt als Tourist...     

 

Wenn das also offensichtlich sauber funktioniert hat und die Evakuierung in der vorgeschriebenen Zeit geklappt hat, finde ich das ein Super Ergebnis. 

 

Dann wird eine Evakuierung über direkten kurzen Weg (eine Treppe auf den Willy Brand Platz direkt ) sicher auch funktionieren. 

 

Hier die besagt Zwischenebene (S Bahnabgang direkt vorne rechts und hinten am Betonpfeiler nicht sichtbar - oben an der Kante die Ankunfstebene

Zwischenebene.thumb.jpg.aec9c442d363bd4256296a2499cfb237.jpg

 

Hier der Blick von der gleichen Position auf den Willy Brand Platz mit einem weitern überdachten Treppenaufgang - ein weiterer dann auf den WBP selber (der berühmte mit den zusätzlichen Stufen an der Rolltreppe, was aber zwischenzeitlich dort auch behoben und geglättet ist)

756936899_BlickaufWBP.thumb.jpg.f2efe227f3c996a26d0ce4ad04c16f65.jpg

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vor 7 Stunden schrieb Stef1704:

 

Dieser Satz von Dir hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe nochmal in meinem Fotofundus von meinem Probebetriebstag gewühlt.

 

Die Bahnsteige an sich waren ja für unseren Probetag nicht zugänglich, aber die Zwischenebene drüber / unterhalb der Ankunftsebene.

 

Soweit ich mich erinnere hat ja jeder Bahnsteig mindestens 3 teilweise 4 Treppenaufgänge (S-Bahnsteig ist kürzer): 2 im Gebäude selber, eine unter dem Vordach des Gebäudes zwischen Steigenberger und P 7/8 und eine Treppenaufgang direkt auf den Willy Brand Platz (aber alle münden zunächst auf der Ebene auf der auch der Willy Brand Platz ist). Dabei führen dann nur die beiden Treppenhäuser im Gebäude mehr oder weniger direkt weiter zur Ankunftsebene usw. 

 

Wenn man Euch jetzt also vom Bahnsteig erst auf die Zwischenebene, und dann noch weiter in die Ankunftsebene und erst dann nach draussen geführt hat, war das so ziemlich der dickste Worst Case den es gibt: Im Prinzip wurde in der Simulation mehr als die Hälfte der kürzesten Fluchtwege blockiert. Die Fliehenden wurden in den verbleibenden längst möglichen und kompliziertesten Fluchtweg geworfen (man betritt die Ankunfstebene quasi gegen die Fluchtrichtung und muss dort nach Treppenaufgang sich um 180° drehen, um "hinter sich" die Notausgänge zur Ankunfts-Vorfahrt zu erkennen- das macht man als Berliner der den BER kennt, aber nicht unbedingt als Tourist...     

 

Wenn das also offensichtlich sauber funktioniert hat und die Evakuierung in der vorgeschriebenen Zeit geklappt hat, finde ich das ein Super Ergebnis. 

 

Dann wird eine Evakuierung über direkten kurzen Weg (eine Treppe auf den Willy Brand Platz direkt ) sicher auch funktionieren. 

 

Hier die besagt Zwischenebene (S Bahnabgang direkt vorne rechts und hinten am Betonpfeiler nicht sichtbar - oben an der Kante die Ankunfstebene

Zwischenebene.thumb.jpg.aec9c442d363bd4256296a2499cfb237.jpg

 

Hier der Blick von der gleichen Position auf den Willy Brand Platz mit einem weitern überdachten Treppenaufgang - ein weiterer dann auf den WBP selber (der berühmte mit den zusätzlichen Stufen an der Rolltreppe, was aber zwischenzeitlich dort auch behoben und geglättet ist)

756936899_BlickaufWBP.thumb.jpg.f2efe227f3c996a26d0ce4ad04c16f65.jpg

 

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Wir sind grundsätzlich durch die schwarzen Türen oben entkommen.  Man muss nicht durch die Ankunftsebene. Übung 1 und 2 ( Team Rot) war ich direkt am Gleis. 

Es ging hoch und von der vorderen Seite der Zwischenebene in eines der Fluchttreppenhäuser, und dann oben über die Vorfahrt, und gegenüber wieder die Treppen runter zum Steigenberger.

Übung 3 habe ich mich in die hintereste Ecke von der Zwischenebene  ( Verteilerebene U1 ) gesetzt, Hier war ein nettes Flatterband gespannt, und 2 Beamten haben das auch bewacht.Als ich am Boden saß habe ich jedoch gesehen der kürzeste gekennzeichnete Fluchtweg führt durch das Flatterband hindurch. Zunächst ging die Alarmdurchsage schief, schrilles Gelächter in der Ebene. Kurzen Hinweis an den Beamten, auf das FuR Symbol gezeigt und er gab den Weg frei. Kurz gebrüllt, worauf mir auch andere folgten ( Normal wollen Menschen ja da raus wo Sie rein gekommen sind, was oft fatal ist.) Also in die ausgeschilderte Richtung !

Tür war nicht entriegelt, schäme mich fast dafür habe etwas dran rum gemacht, und wegen den Menschen drum rum kam ich nicht gleich zum Entriegelungstaster, sowas kann im Ernstfall kritisch werden, wenn die Tür nicht nachgibt und von hinten die Masse schiebt. Also Tür offen, dann ging es erstmal die Treppen runter, ( der FuR Weg Plan lag noch auf dem Treppengeländer ), dann ca. 70m durch den Fluchttunnel um dann wieder die Treppen hoch zu müssen, wieder zur schwarzen Tür raus, über die Vorfahrt, und beim Steigenberger wieder runter. Im Probebetrieb hat das alles irgendwie funktioniert, im Ernstfall mit internationalem und evtl. gehandicapten Publikum stelle ich mir das schwierig vor. Ebenso witzig find ich das es auf der Instruktionskarte von Hot Quarter 2020 eine abweichende Mobilfunktelefonnummer für die Feuerwehr gibt ? +4930 .... -112 ?, die erreicht man eigentlich immer unter der 112 auch aus dem Mobilfunknetz. 

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vor 6 Stunden schrieb flyer1974:

Wir sind grundsätzlich durch die schwarzen Türen oben entkommen.  Man muss nicht durch die Ankunftsebene. Übung 1 und 2 ( Team Rot) war ich direkt am Gleis. 

Es ging hoch und von der vorderen Seite der Zwischenebene in eines der Fluchttreppenhäuser, und dann oben über die Vorfahrt, und gegenüber wieder die Treppen runter zum Steigenberger.

Übung 3 habe ich mich in die hintereste Ecke von der Zwischenebene  ( Verteilerebene U1 ) gesetzt, Hier war ein nettes Flatterband gespannt, und 2 Beamten haben das auch bewacht.Als ich am Boden saß habe ich jedoch gesehen der kürzeste gekennzeichnete Fluchtweg führt durch das Flatterband hindurch. Zunächst ging die Alarmdurchsage schief, schrilles Gelächter in der Ebene. Kurzen Hinweis an den Beamten, auf das FuR Symbol gezeigt und er gab den Weg frei. Kurz gebrüllt, worauf mir auch andere folgten ( Normal wollen Menschen ja da raus wo Sie rein gekommen sind, was oft fatal ist.) Also in die ausgeschilderte Richtung !

Tür war nicht entriegelt, schäme mich fast dafür habe etwas dran rum gemacht, und wegen den Menschen drum rum kam ich nicht gleich zum Entriegelungstaster, sowas kann im Ernstfall kritisch werden, wenn die Tür nicht nachgibt und von hinten die Masse schiebt. Also Tür offen, dann ging es erstmal die Treppen runter, ( der FuR Weg Plan lag noch auf dem Treppengeländer ), dann ca. 70m durch den Fluchttunnel um dann wieder die Treppen hoch zu müssen, wieder zur schwarzen Tür raus, über die Vorfahrt, und beim Steigenberger wieder runter. Im Probebetrieb hat das alles irgendwie funktioniert, im Ernstfall mit internationalem und evtl. gehandicapten Publikum stelle ich mir das schwierig vor. Ebenso witzig find ich das es auf der Instruktionskarte von Hot Quarter 2020 eine abweichende Mobilfunktelefonnummer für die Feuerwehr gibt ? +4930 .... -112 ?, die erreicht man eigentlich immer unter der 112 auch aus dem Mobilfunknetz. 

 

Dann müsste man jetzt nur noch wissen, warum dort das Flatterband gespannt war. Wenn es ein Teil der Simulation war ist es kein Wunder, dass die lieben Kollegen vom TÜV den Kopf schütteln, falls da doch jemand durchrennt und die seit Wochen vorbereitete Simulation versaut.... wie gesagt, eine Simulation lebt davon, dass der schlimmste Fall simuliert wird und funktionieren muss

 

Die "Mobilfunknummer" auf der "Instruktionskarte" ist die +49 (0)30 6091-112.  >> Das ist die Notfalltelefonnummer der BER-Technik-Leitstelle, damit werden die lokalen Einsatzkräfte zuerst benachrichtig und es kann so schnell wie möglich Hilfe und weitere Maßnahmen erfolgen. (siehe Bild Rettungplan) - völlig korrekt.

 

Fatal wäre ein halbherzigen Notruf an die 112 Leitstelle der Berlin-Brandenburger Feuerwehr abzusetzen... die würde zwar ausrücken und die BER Leitstelle informieren, aber ohne eventuell detaillierte Ortsangabe schon ein Straucheln und Zeitverlust auf den ersten (entscheidenden) Metern der Rettungskette. 

 

Ausserdem bin ich mir nicht sicher, dass man mit jedem Mobilfunkvertrag der auf einem internationalen Flughafen "verfügbar" ist, bei 112 an der richtigen Stelle rauskommt. Zumindest konnte ich z.B. mit meinem deutschen O2 Vertrag im äthiopischen Flüchtlingslager Gambela, wo ich im Netz vom SüdSudan eingelockt war mangels Roomingvereinbarung nichts anfangen.  
 

Rettungsplan.thumb.jpeg.3aa4b5ba32b60795e1d73cb81da9f65a.jpeg

 

 

By the way eine Ergänzung für interessierte Leser am Themengebiet::

Bezgl. der panischen Reaktionen: seit Düsseldorf und Eschede (ICE Unfall) ist einiges passiert im deutschen Brand- und Katastrophenschutz: jeder Alarm wurde seitdem auch gewissenhaft analysiert, etliche Simulationen getätigt, jede Evakuierung auf Mängel untersucht, Rettungsketten und Reaktionen auf dem Prüfstand gestellt - die Erkenntnis ist, dass eine Masse Menschen selten panisch reagiert, wenn keine unmittelbare Gefahr wahrnehmbar ist. Solange ich kein Feuer sehe, keine Rauch rieche, keine Explosion höre, gehe ich gesittet aber zügig zum Ausgang. 

Erst das Spüren einer unmittelbaren Gefahr löst bei vielen eine panische (Überlebens-)Reaktion aus, welche im Herdentrieb exponentiell anwächst, weil es eben an grundlegende Instinkte anknüpft. Ist der Körper und der Geist einmal in den "Überlebensmodus" gegangen ist es nahezu unmöglich Ihn zu bremsen.

 

z.B. Ertrinkende schalten kurz vor dem "Einatmen des Wassers" in diesen Panikmodus und schlagen wild um sich - sie wollen sich quasi von der Gefahr (dem Wasser) durch Schläge befreien - das hat zur Folge das Retter, in dem Moment eingreifend, sogar verletzt werden, was sehr häufig vorkommt. Ein Mensch ist in dem Moment nicht zu halten. (Weshalb man Ihn durchaus mal bewusstlos schlägt)

Sieht man auch bei Verkehrsunfällen: der Verunfallte ist ohnmächtig, kommt zur Besinnung und schlägt um sich, weil er als letztes Bild die Gefahr sieht und sich davor wehren möchte - ein sehr kritischer Moment für Notärzte und Sanitäter, die werden dann auch schon mal k.o. geschlagen.    

Bei ICE Unglück in Eschede gab es nur ganz kurz vor dem unmittelbaren Knall ein panische Reaktion bei denen die den Radreifen bemerkten, es kam dann aber schon zur verhängnisvollen Entgleisung - Überlebende sind (unter Schock zwar) ausgestiegen, aber auf Grund mangelnder Gefahr, wollten Sie zu Fuss zum nächsten Bahnhof.  

 

Man kann natürlich solche Situationen wegtrainieren bzw. zur Routine werden lassen und dadurch eben das Umschalten verzögern:

Privat oder in Firmen macht man Fahrsicherheitstrainings, Feuerlöschübungen, Evakuierungsübungen....  

Feuerwehrleute lernen jeden Tag durchs Feuer zu gehen, an Höhenseilen zu hängen etc. - letztlich wird die Hemmschwelle für den Panikmodus dadurch massiv erhöht und kontrollierbar - aber auch das beste Training verhindert nicht, dass einen Feuerwehrmann im Angesicht des Todes doch die Muffe geht

 

Aber für private Personen mit Ihre persönlichen Komfortzone ist alles ungewöhnlich je nach Lebenserfahrung und Gemütsverhalten mehr oder weniger panikauslösend. Und das ist das auschlaggebende in der Gruppe: ich kann ein noch so entspannter Mensch sein, aber wenn die Masse um mich panisch rennt, wird der Überlebenstrieb in mir immer mehr wachgerüttelt - nicht aus Angst vor der Gefahr (z.B. dem Feuer) die ich meistens gar nicht sehe oder kenne, sondern aus Angst vor der Masse totgetrampelt zu werden, womit wir in Duisburg / Love Parade Situationen kommen - so weit, dass ich irgendwann einfach mit der Gruppe mitschwimme. 

 

Ich selber habe mal ein Sicherheitstraining bei der GIZ gemacht, da wurde u.a. so eine Massenpanik /-verhalten mehrfach in unterschiedlicher Weise simuliert. Die Eigendynamiken solcher System sind erstaunlich. Am Ende stand aber das Ergebnis, das 1. Helden meistens nicht überleben, und 2. Mitläufer - wenn überhaupt - sehr wahrscheinlich nur alleine überleben.    

    

 

 

 

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vor 7 Minuten schrieb Stef1704:

Man kann natürlich solche Situationen wegtrainieren bzw. zur Routine werden lassen und dadurch eben das Umschalten verzögern:

Privat oder in Firmen macht man Fahrsicherheitstrainings, Feuerlöschübungen, Evakuierungsübungen....  

Feuerwehrleute lernen jeden Tag durchs Feuer zu gehen, an Höhenseilen zu hängen etc. - letztlich wird die Hemmschwelle für den Panikmodus dadurch massiv erhöht und kontrollierbar - aber auch das beste Training verhindert nicht, dass einen Feuerwehrmann im Angesicht des Todes doch die Muffe geht

Dem ist so nichts hinzuzufügen, aus meiner eigenen Erfahrung kann ich für mich ganz klar sagen das mir trotz sehr guter Ausrüstung in Gewissen Situationen trotz gutem Training und Erfahrung die Muffe ging. 

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2 hours ago, Stef1704 said:

 

Rettungsplan.thumb.jpeg.3aa4b5ba32b60795e1d73cb81da9f65a.jpeg

 

 

By the way

 

Auch die Frage ist ganz ernstgemeint: Wer in aller Welt außer euch zwei guckt sich so einen Plan im Terminal an?

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vor 2 Stunden schrieb medion:

 

Auch die Frage ist ganz ernstgemeint: Wer in aller Welt außer euch zwei guckt sich so einen Plan im Terminal an?

 

Mein Frau belächelte mich auch immer darüber, inzwischen mit Corona findet sie es gar nicht mehr so dumm, weil sie gelernt hat wie man mit den Laufplänen die verschiedene Treppenhäuser im Hotel finden kann (Corona-unwahrscheinlicher zum Fahrstuhl). 

Letztlich war es bei mir auch nur meine Inbetriebnehmerkariere mit etlichen Sicherheits-, Entführungs-, Massenkundgebungs- und Notfallrettungstrainings, welche mich in Aber-Dutzende Krisenländer mit zweifelhafter Sicherheitslage gebracht hat. Irgendwann war das einfach drin, dass ich z.B. im Hotelzimmer als erstes den Fluchtwegeplan studiere, sich einzuprägen wo der safe-place bzw. emergency-escape-point in der Stadt ist und welche Alternativrouten es dorthin gibt. Eine Routine die ich selbst vor drei Wochen in Hamburg Hafencity in einem nigelnagelneuen Hotel oder auf der Dienstreise im bayrischen Landhotel letzte Woche gemacht hab. 

 

Aber letztlich ist jeder für seine eigene Sicherheit verantwortlich, ärgerlich ist es aber wenn jemand ohne Ahnung in Panik gerät und andere mitreisst. 

 

 

 

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vor 5 Stunden schrieb medion:

 

Auch die Frage ist ganz ernstgemeint: Wer in aller Welt außer euch zwei guckt sich so einen Plan im Terminal an?

Um ehrlich zu sein niemand ! Außer man ist interessehalber von Berufswegen daran interessiert. Im Ernstfall,in einer bedrohlichen Situation völlig sinnlos, da hat niemand Zeit sich auf dem Plan zurecht zu finden.Sinnvoll ist es wenn sich Mitarbeiter die dort arbeiten damit mal befasst haben bevor es brennt. So schule ich das auch. Wiederum was ich jedem empfehle, und ich gehe davon aus das hier viele von euch  oft unterwegs sind, im Hotel ist das Pflicht für mich, mir den anzusehen, und die Wege auch zu prüfen ! Das hat mit BER nichts mehr zu tun, aber letztes Jahr hatte ich im Raum DUS die Situation, das ich in einem Hotel nicht übernachten wollte. Meine Ansage war mich bitte umzubuchen in ein anderes Hotel der Gruppe, alternativ übernachtet hier die kommende Nacht niemand mehr ! Im Hotel empfehle ich jedem schaut euch das wirklich an ! ( evtl. geht das mal als Berufskrankheit durch das ich da ein Auge drauf habe) Ps.: ich wurde binnen 30 Minuten umgebucht, und die Hotelkette hat sich sehr erkenntlich gezeigt. 

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Am 15.9.2020 um 09:57 schrieb Stef1704:

 

Dann müsste man jetzt nur noch wissen, warum dort das Flatterband gespannt war. Wenn es ein Teil der Simulation war ist es kein Wunder, dass die lieben Kollegen vom TÜV den Kopf schütteln, falls da doch jemand durchrennt und die seit Wochen vorbereitete Simulation versaut.... wie gesagt, eine Simulation lebt davon, dass der schlimmste Fall simuliert wird und funktionieren muss

 

Die "Mobilfunknummer" auf der "Instruktionskarte" ist die +49 (0)30 6091-112.  >> Das ist die Notfalltelefonnummer der BER-Technik-Leitstelle, damit werden die lokalen Einsatzkräfte zuerst benachrichtig und es kann so schnell wie möglich Hilfe und weitere Maßnahmen erfolgen. (siehe Bild Rettungplan) - völlig korrekt.

 

Fatal wäre ein halbherzigen Notruf an die 112 Leitstelle der Berlin-Brandenburger Feuerwehr abzusetzen... die würde zwar ausrücken und die BER Leitstelle informieren, aber ohne eventuell detaillierte Ortsangabe schon ein Straucheln und Zeitverlust auf den ersten (entscheidenden) Metern der Rettungskette. 

 

Ausserdem bin ich mir nicht sicher, dass man mit jedem Mobilfunkvertrag der auf einem internationalen Flughafen "verfügbar" ist, bei 112 an der richtigen Stelle rauskommt. Zumindest konnte ich z.B. mit meinem deutschen O2 Vertrag im äthiopischen Flüchtlingslager Gambela, wo ich im Netz vom SüdSudan eingelockt war mangels Roomingvereinbarung nichts anfangen.  
 

Rettungsplan.thumb.jpeg.3aa4b5ba32b60795e1d73cb81da9f65a.jpeg

 

 

By the way eine Ergänzung für interessierte Leser am Themengebiet::

Bezgl. der panischen Reaktionen: seit Düsseldorf und Eschede (ICE Unfall) ist einiges passiert im deutschen Brand- und Katastrophenschutz: jeder Alarm wurde seitdem auch gewissenhaft analysiert, etliche Simulationen getätigt, jede Evakuierung auf Mängel untersucht, Rettungsketten und Reaktionen auf dem Prüfstand gestellt - die Erkenntnis ist, dass eine Masse Menschen selten panisch reagiert, wenn keine unmittelbare Gefahr wahrnehmbar ist. Solange ich kein Feuer sehe, keine Rauch rieche, keine Explosion höre, gehe ich gesittet aber zügig zum Ausgang. 

Erst das Spüren einer unmittelbaren Gefahr löst bei vielen eine panische (Überlebens-)Reaktion aus, welche im Herdentrieb exponentiell anwächst, weil es eben an grundlegende Instinkte anknüpft. Ist der Körper und der Geist einmal in den "Überlebensmodus" gegangen ist es nahezu unmöglich Ihn zu bremsen.

 

z.B. Ertrinkende schalten kurz vor dem "Einatmen des Wassers" in diesen Panikmodus und schlagen wild um sich - sie wollen sich quasi von der Gefahr (dem Wasser) durch Schläge befreien - das hat zur Folge das Retter, in dem Moment eingreifend, sogar verletzt werden, was sehr häufig vorkommt. Ein Mensch ist in dem Moment nicht zu halten. (Weshalb man Ihn durchaus mal bewusstlos schlägt)

Sieht man auch bei Verkehrsunfällen: der Verunfallte ist ohnmächtig, kommt zur Besinnung und schlägt um sich, weil er als letztes Bild die Gefahr sieht und sich davor wehren möchte - ein sehr kritischer Moment für Notärzte und Sanitäter, die werden dann auch schon mal k.o. geschlagen.    

Bei ICE Unglück in Eschede gab es nur ganz kurz vor dem unmittelbaren Knall ein panische Reaktion bei denen die den Radreifen bemerkten, es kam dann aber schon zur verhängnisvollen Entgleisung - Überlebende sind (unter Schock zwar) ausgestiegen, aber auf Grund mangelnder Gefahr, wollten Sie zu Fuss zum nächsten Bahnhof.  

 

Man kann natürlich solche Situationen wegtrainieren bzw. zur Routine werden lassen und dadurch eben das Umschalten verzögern:

Privat oder in Firmen macht man Fahrsicherheitstrainings, Feuerlöschübungen, Evakuierungsübungen....  

Feuerwehrleute lernen jeden Tag durchs Feuer zu gehen, an Höhenseilen zu hängen etc. - letztlich wird die Hemmschwelle für den Panikmodus dadurch massiv erhöht und kontrollierbar - aber auch das beste Training verhindert nicht, dass einen Feuerwehrmann im Angesicht des Todes doch die Muffe geht

 

Aber für private Personen mit Ihre persönlichen Komfortzone ist alles ungewöhnlich je nach Lebenserfahrung und Gemütsverhalten mehr oder weniger panikauslösend. Und das ist das auschlaggebende in der Gruppe: ich kann ein noch so entspannter Mensch sein, aber wenn die Masse um mich panisch rennt, wird der Überlebenstrieb in mir immer mehr wachgerüttelt - nicht aus Angst vor der Gefahr (z.B. dem Feuer) die ich meistens gar nicht sehe oder kenne, sondern aus Angst vor der Masse totgetrampelt zu werden, womit wir in Duisburg / Love Parade Situationen kommen - so weit, dass ich irgendwann einfach mit der Gruppe mitschwimme. 

 

Ich selber habe mal ein Sicherheitstraining bei der GIZ gemacht, da wurde u.a. so eine Massenpanik /-verhalten mehrfach in unterschiedlicher Weise simuliert. Die Eigendynamiken solcher System sind erstaunlich. Am Ende stand aber das Ergebnis, das 1. Helden meistens nicht überleben, und 2. Mitläufer - wenn überhaupt - sehr wahrscheinlich nur alleine überleben.    

    

 

 

 

Nach genauem Lesen möchte ich doch noch mal kurz auf das Thema zurückkommen.

 

1. Wenn ich wochenlang eine Simulation plane, und es nicht realistisch darstellen kann ( Rauch) hänge ich an das Flatterband Schilder. " Dieser Bereich ist verraucht, nicht begehbar, bzw. dieser Fluchtweg ist versperrt ! " Das macht inzwischen jede Dorffeuerwehr so, ein Großprojekt wie BER ist nicht so weit mit Ihrer Planung ?

2. Das mit der abweichenden Telefonnummer ist totaler Quatsch, es hat Jahre lang gedauert die 112 europaweit zu etablieren, jetzt haben wir das erreicht und ich rufe im Brandfall eine lange Nummer an um bei der Haustechnik zu landen. Wenn ich Pech habe diskutiert da gerade die Putzfrau über ein überlaufendes Urinal, und es ist besetzt ? Hier gehört die technische Möglichkeit geschaffen, das die Landkreisleitstelle die unter der 112 zu erreichen ist, per Knopfdruck die Feuerwehr des BER ins Gespräch hinzuzuschaltet. Das schaffen sogar normale Leitstellen mit dem Notfallmanagement der DB AG, aber am BER ist sowas nicht möglich ?  BER mit Äthiopien zu vergleichen ist dann schon etwas krass. Da sollte man wirklich aus DUS gelernt haben, das die Kommunikation zwischen Leitstelle, WF / FF / BF sichergestellt ist. Wenns tatsächlich brennt rufe ich die 112 und gehe nicht erst an den FuR Plan um mir die Telefonnummer zu suchen, oder bekommt in Zukunft jeder der den Airport betritt ein Faltkärtchen bezüglich des Verhaltens im Brandfall ? Das ist doch ein Aprilscherz !

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vor 34 Minuten schrieb flyer1974:

Nach genauem Lesen möchte ich doch noch mal kurz auf das Thema zurückkommen.

 

[...]

2. Das mit der abweichenden Telefonnummer ist totaler Quatsch, es hat Jahre lang gedauert die 112 europaweit zu etablieren, jetzt haben wir das erreicht und ich rufe im Brandfall eine lange Nummer an um bei der Haustechnik zu landen. Wenn ich Pech habe diskutiert da gerade die Putzfrau über ein überlaufendes Urinal, und es ist besetzt ? Hier gehört die technische Möglichkeit geschaffen, das die Landkreisleitstelle die unter der 112 zu erreichen ist, per Knopfdruck die Feuerwehr des BER ins Gespräch hinzuzuschaltet. Das schaffen sogar normale Leitstellen mit dem Notfallmanagement der DB AG, aber am BER ist sowas nicht möglich ?  BER mit Äthiopien zu vergleichen ist dann schon etwas krass. Da sollte man wirklich aus DUS gelernt haben, das die Kommunikation zwischen Leitstelle, WF / FF / BF sichergestellt ist. Wenns tatsächlich brennt rufe ich die 112 und gehe nicht erst an den FuR Plan um mir die Telefonnummer zu suchen, oder bekommt in Zukunft jeder der den Airport betritt ein Faltkärtchen bezüglich des Verhaltens im Brandfall ? Das ist doch ein Aprilscherz !


Würdest du häufiger solche Pläne lesen, wüsstest du, dass bei großen Gebäuden meistens die Nummer der Haustechnik angegeben ist. Aus folgendem Grund: je größer das Gebäude, desto eher treten „Störungen“ auf, die keine Alarmierung der Feuerwehr nötig machen, aber die der Haustechnik. Diese entscheidet dann selber, was weiter zu tun ist. 
Es wäre nicht sinnvoll, bei jeder Meldung gleich die Feuerwehr zu alarmieren.

 

Daher ist das vollkommen normales Vorgehen.

Abgesehen davon, wie du schon richtig festgestellt hast, liest ohnehin niemand diese Plakate und daher wird im Zweifel sowieso die 112 angerufen. Die interne Nummer der Technik wird vermutlich ohnehin nur von Mitarbeitern gefunden und angerufen.

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vor 8 Stunden schrieb Yassakka:


Würdest du häufiger solche Pläne lesen, wüsstest du, dass bei großen Gebäuden meistens die Nummer der Haustechnik angegeben ist. Aus folgendem Grund: je größer das Gebäude, desto eher treten „Störungen“ auf, die keine Alarmierung der Feuerwehr nötig machen, aber die der Haustechnik. Diese entscheidet dann selber, was weiter zu tun ist. 
Es wäre nicht sinnvoll, bei jeder Meldung gleich die Feuerwehr zu alarmieren.

 

Daher ist das vollkommen normales Vorgehen.

Abgesehen davon, wie du schon richtig festgestellt hast, liest ohnehin niemand diese Plakate und daher wird im Zweifel sowieso die 112 angerufen. Die interne Nummer der Technik wird vermutlich ohnehin nur von Mitarbeitern gefunden und angerufen.

Sorry ich erstelle solche Pläne , und gem.DIN ISO 23601, DIN EN ISO 7010 haben da keine verwirrenden Telefonnummern etwas verloren. man berät  im Moment sogar darüber ob 0-112 in Zukunft noch tragbar ist ?   

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Am 17.9.2020 um 18:12 schrieb flyer1974:

Wenns tatsächlich brennt rufe ich die 112 und gehe nicht erst an den FuR Plan um mir die Telefonnummer zu suchen, oder bekommt in Zukunft jeder der den Airport betritt ein Faltkärtchen bezüglich des Verhaltens im Brandfall ? Das ist doch ein Aprilscherz !

 

In meiner Einweisung als Teilnehmer am 26.08. wurde das für mich schlüssig und ziemlich ausführlich vom Moderator erklärt: Man kann den Notruf ganz normal die 112 über Handy absetzen, landet dann aber in der zuständigen Regionalleitstelle (am BER wohl Lausitz?), die dann die Flughafenfeuerwehr informieren würde. Alternativ über Handy die angegebene Nummer, damit man gleich bei der Leitselle der Flughafenfeuerwehr landet und so Zeitverzug vermeidet. Wählt man über die Hausanschlüsse am BER die 112, landet man wohl auch gleich bei der Leitstelle der Flughafenfeuerwehr. - Klingt für mich nicht nach "Aprilscherz", sondern nach einem sinnvollen Ansatz möglichst viele eingehende Notrufe am BER direkt zur zuständigen Flughafenfeuerwehr zu lenken ohne dafür einen Umweg über die Lausitz nehmen zu müssen. Am Münchner Flughafen ist das wohl auch so organisiert (siehe "Notruf" mit exakt dem gleichen Muster der Telefonnummer Vorwahl + Einwahl + 112): https://www.munich-airport.de/wichtige-telefonnummern-725748

 

Darüber hinaus hat die Flughafenfeuerwehr doch wohl ohnehin sofort eine Info bei Auslösung der BMA, oder? Zumindest waren die Eingriffzeiten im Bahnhof durch die Flughafenfeuerwehr nach Auslösung der BMA gemäß Presse ja genau eines der Übungsziele, so dass bei einem Brand und Auslösung der BMA eigentlich gar kein Extra-Notruf mehr notwendig sein sollte.

 

Edit: Auch am Frankfurter Flughafen scheint das so zu sein, siehe Seite 5 der dortigen Brandschutzordnung: https://www.fraport.com/content/dam/fraport-company/documents/geschaeftsfelder/service/richtlinien-und-zahlungsbedingungen/richtlinien/de/c4-8-brandschutzordnung-v1-2.pdf/_jcr_content/renditions/original.media_file.download_attachment.file/c4-8-brandschutzordnung-v1-2.pdf

 

Edited by Klaus
Ergänzung Flughafen Frankfurt

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vor 4 Stunden schrieb Klaus:

 

In meiner Einweisung als Teilnehmer am 26.08. wurde das für mich schlüssig und ziemlich ausführlich vom Moderator erklärt: Man kann den Notruf ganz normal die 112 über Handy absetzen, landet dann aber in der zuständigen Regionalleitstelle (am BER wohl Lausitz?), die dann die Flughafenfeuerwehr informieren würde. Alternativ über Handy die angegebene Nummer, damit man gleich bei der Leitselle der Flughafenfeuerwehr landet und so Zeitverzug vermeidet. Wählt man über die Hausanschlüsse am BER die 112, landet man wohl auch gleich bei der Leitstelle der Flughafenfeuerwehr. - Klingt für mich nicht nach "Aprilscherz", sondern nach einem sinnvollen Ansatz möglichst viele eingehende Notrufe am BER direkt zur zuständigen Flughafenfeuerwehr zu lenken ohne dafür einen Umweg über die Lausitz nehmen zu müssen. Am Münchner Flughafen ist das wohl auch so organisiert (siehe "Notruf" mit exakt dem gleichen Muster der Telefonnummer Vorwahl + Einwahl + 112): https://www.munich-airport.de/wichtige-telefonnummern-725748

 

Darüber hinaus hat die Flughafenfeuerwehr doch wohl ohnehin sofort eine Info bei Auslösung der BMA, oder? Zumindest waren die Eingriffzeiten im Bahnhof durch die Flughafenfeuerwehr nach Auslösung der BMA gemäß Presse ja genau eines der Übungsziele, so dass bei einem Brand und Auslösung der BMA eigentlich gar kein Extra-Notruf mehr notwendig sein sollte.

 

Edit: Auch am Frankfurter Flughafen scheint das so zu sein, siehe Seite 5 der dortigen Brandschutzordnung: https://www.fraport.com/content/dam/fraport-company/documents/geschaeftsfelder/service/richtlinien-und-zahlungsbedingungen/richtlinien/de/c4-8-brandschutzordnung-v1-2.pdf/_jcr_content/renditions/original.media_file.download_attachment.file/c4-8-brandschutzordnung-v1-2.pdf

 

FRA kann ich Heute gerne mal einen Schichtleiter der WF fragen wie die es am liebsten hätten, aber alle Nummern außer der 112 sind unpraktikabel, Die findet im Ernstfall kaum einer, außer Mitarbeiter, die Sie gespeichert haben.  Normalerweise sollte die BMA alles automatisch in Bewegung setzen, normal tut Sie das automatisch Im Fall der Fluchttüren tat Sie es nicht am BER, aber die Feuerwehr wird ganz sicher alarmiert. Von daher mit dem Ellenbogen ( sonst Verletzungsgefahr ) einen FT einhauen und drücken, müsste auch alles in Bewegung setzen, nur der Leitstelle fehlen in dem Fall die 5 W noch, aber ein FT wird normal anders abgehandelt als ein autom. Melder,  da gehen die meisten Feuerwehren von einem technischen Fehlalarm aus, kommen tun Sie natürlich trotzdem. Nur nicht so beschleunigt wie bei einem gesicherten Ereignis.( Notruf via Telefon, und genauen Angaben ) 

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vor 6 Stunden schrieb flyer1974:

FRA kann ich Heute gerne mal einen Schichtleiter der WF fragen wie die es am liebsten hätten, aber alle Nummern außer der 112 sind unpraktikabel, Die findet im Ernstfall kaum einer, außer Mitarbeiter, die Sie gespeichert haben.  Normalerweise sollte die BMA alles automatisch in Bewegung setzen, normal tut Sie das automatisch Im Fall der Fluchttüren tat Sie es nicht am BER, aber die Feuerwehr wird ganz sicher alarmiert. Von daher mit dem Ellenbogen ( sonst Verletzungsgefahr ) einen FT einhauen und drücken, müsste auch alles in Bewegung setzen, nur der Leitstelle fehlen in dem Fall die 5 W noch, aber ein FT wird normal anders abgehandelt als ein autom. Melder,  da gehen die meisten Feuerwehren von einem technischen Fehlalarm aus, kommen tun Sie natürlich trotzdem. Nur nicht so beschleunigt wie bei einem gesicherten Ereignis.( Notruf via Telefon, und genauen Angaben ) 

Aber die 112 funktioniert doch jederzeit und überall gemäß der Erklärung des Moderators!? Und wenn tatsächlich jemand vor dem Flucht- und Rettungsplan steht und die Nummer sucht, wird er ja wohl eher sein Handy dabei haben und nur schwerlich sein Festnetztelefon. Wählt er dann die angegebene Nummer, ist er gleich an der richtigen Stelle. Wählt man trotzdem die 112 über Handy, funktioniert es auch. Ich verstehe das Problem nicht.

 

Zur BMA: Bei den Übungen wurden derartig viele Fluchttüren und Brandmelder ausgelöst, da müsste im System oder auf der Schalttafel ein ganzer Weihnachtsbaum aktiv sein. Auch ein komplett schlaftrunkener Leitstellendisponent kapiert da wohl die Ernsthaftigkeit, zumal ja hoffentlich auch Zugriff auf Kameras besteht.

 

Sorry flyer1974, wenn ich hier so deutlich als Gegenpol zu Ihrer Meinung auftrete, aber ich empfand das Geschehen bei der Übung als sehr vertrauensbildend. Ich habe die Übung nicht als Show wahrgenommen, denn ich wurde nicht in Fluchtwege etc. eingewiesen, sondern wurde so ortsunkundig wie ich bin ins Feuer geschickt und sollte da irgendwie rauskommen. Und das hat trotz der Menschenmasse (gerade bei der zweiten Übung auf sehr engem Raum mit nur einem Fluchtweg), schneller funktioniert als ich gedacht hätte.

 

Und noch was anders: Die abschließende Tour durch die Checkin-Halle war für mich das eigentliche Highlight des Tages. Ein echt schickes Gebäude, dass nicht so kühl/kalt wirkt wie viele anderen Flughäfen. Mal schauen wie es dann funktional im echten Betrieb aussieht. Da bin ich wiederum skeptischer als bei der TGA/BMA.

 

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Mod-Hinweis:

 

Ich habe die Diskussion übereinander mal entfernt und bitte darum, wieder miteinander zu diskutieren.

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vor 55 Minuten schrieb jubo14:

Mod-Hinweis:

 

Ich habe die Diskussion übereinander mal entfernt und bitte darum, wieder miteinander zu diskutieren.

Ich habe nicht darum gebeten, danke trotzdem, weil ich der Meinung bin ankeifen bringt nichts, Bei jedem Vorfall wird hier gleich auf dicke Hose gemacht, Aber solche sind nicht fähig das CRM Training zu bestehen, aber besser wieder zum Thema zurück, wobei bereitet mir Sorgen wenn ich ehrlich bin. Airline übergreifend, alle liebten TXL er wird uns fehlen. 

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Am 19.9.2020 um 08:21 schrieb Klaus:

Aber die 112 funktioniert doch jederzeit und überall gemäß der Erklärung des Moderators!? Und wenn tatsächlich jemand vor dem Flucht- und Rettungsplan steht und die Nummer sucht, wird er ja wohl eher sein Handy dabei haben und nur schwerlich sein Festnetztelefon. Wählt er dann die angegebene Nummer, ist er gleich an der richtigen Stelle. Wählt man trotzdem die 112 über Handy, funktioniert es auch. Ich verstehe das Problem nicht.

 

Zur BMA: Bei den Übungen wurden derartig viele Fluchttüren und Brandmelder ausgelöst, da müsste im System oder auf der Schalttafel ein ganzer Weihnachtsbaum aktiv sein. Auch ein komplett schlaftrunkener Leitstellendisponent kapiert da wohl die Ernsthaftigkeit, zumal ja hoffentlich auch Zugriff auf Kameras besteht.

 

Sorry flyer1974, wenn ich hier so deutlich als Gegenpol zu Ihrer Meinung auftrete, aber ich empfand das Geschehen bei der Übung als sehr vertrauensbildend. Ich habe die Übung nicht als Show wahrgenommen, denn ich wurde nicht in Fluchtwege etc. eingewiesen, sondern wurde so ortsunkundig wie ich bin ins Feuer geschickt und sollte da irgendwie rauskommen. Und das hat trotz der Menschenmasse (gerade bei der zweiten Übung auf sehr engem Raum mit nur einem Fluchtweg), schneller funktioniert als ich gedacht hätte.

 

Und noch was anders: Die abschließende Tour durch die Checkin-Halle war für mich das eigentliche Highlight des Tages. Ein echt schickes Gebäude, dass nicht so kühl/kalt wirkt wie viele anderen Flughäfen. Mal schauen wie es dann funktional im echten Betrieb aussieht. Da bin ich wiederum skeptischer als bei der TGA/BMA.

 

Kein Thema, ich habe auch keinen Admin gebeten, denn ich bin für eine offene Diskussionskultur. Jeder kann es so schildern wie er es erlebt hat. 26.08. ist alles glatt gelaufen, nur ich befürchte die Realität sieht anders aus, aber wie schon betont hoffentlich tritt sowas niemals ein. Den Umweg übers T1 hätte man sich sparen können, ich habe mir auch 324 gesucht um " angeblich nach MUC zu fliegen " Natürlich hört man es heraus, aber ich glaube ich kann im Namen einiger sprechen, Siko Wartebereiche usw. waren in TXL nicht mehr up to date, dennoch ein Airport mit Herz, die haben es zt. nicht gerne gesehen aber die ganze Crew konnte mal rauchen gehen. AF,BA,LH,LX TXL war immer lustig und was besonderes. Diese Ära endet nun aber ob es funktioniert muss man erst sehen. 

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Leider gibt es hier so eine Fankurvenkultur für mittlerweile fast jeden Flughafen. Wenn einer irgendwas auch nur entfernt Kritisches sagt, wird er angefeindet, ins Lächerliche gezogen, für doof erklärt und so weiter. Dem folgt dann gerne noch so eine mitgebrachte Aggro-Agitationsmeute. Leider auch wenn es sachlich vorgetragene, kompetente Kritik ist, wie Deine. Ich finde es trotzdem gut, nur so kriegt man ein Rundumbild und nicht nur so eine Werbewelt vermittelt.

Man kann nur hoffen, dass die zuständigen Ämter da auch ohne rosarote Brille durchgehen beim Prüfen. Wenn etwas nicht stimmt, muss es halt ausgebessert werden. Sollte ja auch machbar sein.

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vor 38 Minuten schrieb Nosig:

Leider gibt es hier so eine Fankurvenkultur für mittlerweile fast jeden Flughafen. Wenn einer irgendwas auch nur entfernt Kritisches sagt, wird er angefeindet, ins Lächerliche gezogen, für doof erklärt und so weiter. Dem folgt dann gerne noch so eine mitgebrachte Aggro-Agitationsmeute. Leider auch wenn es sachlich vorgetragene, kompetente Kritik ist, wie Deine. Ich finde es trotzdem gut, nur so kriegt man ein Rundumbild und nicht nur so eine Werbewelt vermittelt.

Man kann nur hoffen, dass die zuständigen Ämter da auch ohne rosarote Brille durchgehen beim Prüfen. Wenn etwas nicht stimmt, muss es halt ausgebessert werden. Sollte ja auch machbar sein.

 

Grundsätzlich stimme ich dir zu, nur kommt diese Belehrung gerade vom richtigen. Nichts für ungut, aber dass gerade du anderen Fankurvenkultur, Aggro-Agitation und Lächerlichmachen vorwirfst, ist schon schizophren. Der Kollege Moderator hat ja umfangreich gewütet, insofern kann ich nicht mehr zitieren, aber letztlich betreibst du nichts anderes, als das was du anprangerst. Als ich z.B. Zitate von flyer1974  seinen eigenen Vorwürfen (Unsachlichkeit, Großmaulgehabe) gegenüberstellte, warst du der erste, der mir mangelnden Humor unterstellte. Bei anderen ist es lächerlich machen, aber wenn es dir in den Kram passt, ist es feinsinniger Humor.

Genauso kann ich wenig Sachlichkeit erkennen, wenn der von dir so geschätzte flyer1974 jedem die Berechtigung zum Mitreden abspricht, der noch keinen Sidestick in der Hand hatte und keine 2 Bretter am Kopf (oder so ähnlich).

Wenn ich mir die Beiträge zum Thema (oder das was davon noch übrig ist) so durchlese, dann kontert User Klaus jedes polemische Skandal-Herbeischreien des flyers mit sachlichen Argumenten. Fankurvenkultur erkennst da wahrscheinlich nur du.

Aber sei es drum, speziell dieser Thread polarisierte ja schon immer (letztlich ja auch nicht ohne Grund), insofern wird es sicher fröhlich weitergehen.

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